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„Das macht doch jeder….“

Warum Schwarzarbeit für mich keine Option ist

Online Zeitung lesen – das ist für mich ein morgendliches Ritual, auf das ich nicht verzichten will. Aber manchmal ist das, was ich da entdecke, einfach nur zum Aufregen!  Wie dieser Artikel über Schwarzarbeit :

http://www.sz-online.de/nachrichten/schwarzarbeit-wird-kaum-kontrolliert-3692469.html

Ich bin entsetzt und wütend: Da gehen die einen jeden Tag zur Arbeit und bezahlen ihre Steuern und Sozialabgaben und andere schleichen sich einfach irgendwie durch das System –  und das nicht nur im Gastgewerbe!

„Wieviel Lohn gibt es auf die Hand?“

Auch aus meiner Gerüstbau-Branche kenne ich die Frage bei Vorstellungs-gesprächen: „Wieviel Lohn gibt es denn auf die Hand?“. Damit will mein Gegenüber wissen, ob es neben dem offiziellen Lohn auch Bezahlungen gibt, die nicht über die offiziellen Bücher laufen, wie zum Beispiel Überstunden.

Solche Praktiken sind leider immer noch Gang und Gäbe. Ich hatte erwartet, dass sich das nach der Einführung des Mindestlohns und mit den verschärften Kontrollen der Baustellen verändern würde. Aber Fakt ist, dass mittelständische und große Unternehmen  vom Zoll, Finanzämtern und Sozialversicherungsträgern kontrolliert werden, die kleinen Firmen mit 1 bis 20 Mitarbeitern allerdings selten im Visier sind. Warum eigentlich? Weil hier (scheinbar) keine Gewinne erzielt werden? Ich finde, dass gleiches Recht für alle gelten sollte.

Ehrlich währt am längsten

Vor Überprüfungen durch die Behörden haben wir bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH übrigens keine Angst!  Erstens gibt es bei uns grundsätzlich keine Schwarzarbeit  und zweitens legen wir den Behörden unsere Abrechnungen zur Prüfung vor um rechtzeitig Buchhaltungsfehler zu erkennen und dadurch Nachzahlungen zu vermeiden! Wir haben ja nichts zu verbergen!

Ehrlich währt am längsten! Danach lebe ich und so wird auch unsere Firma geführt. Nicht nur, weil ich als engagierter Christ keine „krummen Dinger“ drehen will,  sondern auch aus sozialer Verantwortung heraus. Denn schließlich wollen alle irgendwann mal eine gute Rente haben!  Aber das Geld dafür muss irgendwo herkommen.

Keine Steuern – keine Rente

Die Steuern und Sozialabgaben, die wir zahlen, kommen uns doch letztlich wieder zu Gute. Auch wenn heute keiner mehr sagen würde, dass die Renten „sicher“ sind.  Aber ohne den finanziellen Grundstock, den wir durch  die Lohnabgaben legen, wäre auf jeden Fall gar nichts da, was später ausgezahlt werden könnte.

Ob das den „Schwarzarbeitern“ und den Unternehmen, die an  den Ämtern vorbei ihre Geschäfte machen, bewusst ist, wage ich zu bezweifeln. Umso mehr würde ich mich freuen, irgendwann mal bei meiner morgendlichen Online-Zeitungslektüre zu lesen, dass die Schwarzarbeit deutlich abgenommen hat.

Schwarzarbeit – Hauptzollamt – Gerüstbau – Mindestlohn

Das Hauptzollamt warnt: Die Schwarzarbeit blüht – und die Gerüstbau-Mafia ist wohl nur ein kleiner Teil davon.

Laut Bundesfachtagung des Gerüstbau-Handwerks vom 26. und 27. April 2013 soll im September 2014 ein Mindestlohn von 10 Euro eingeführt werden. Mit dieser Entscheidung tun sich viele Gerüstbau-Unternehmen schwer: Ost wie West kann kein Helfer mehr für zwei Aushilfsmöglichkeiten (Mann und Ehefrau) 90 bis 120 Stunden in einem Gerüstbau-Unternehmen arbeiten.

Diese Vorgehensweise ist heute oft gängige Praxis, da viele Unternehmen nur mit Aushilfen und Praktikanten arbeiten: Auf drei Arbeitnehmer kommen im Schnitt 20 Aushilfen. Das kenne ich aus verschiedenen Gerüstbau-Unternehmen bei mir um die Ecke – und zwar nicht nur im Osten, sondern auch in Frankfurt am Main.

Kürzlich hat der Spiegel in der KW 17/2013 eine Umfrage zur Steuer-Ehrlichkeit durchgeführt. Hierbei gaben lediglich 50% der Befragten an, in puncto Steuern ehrlich zu sein.

Meiner Meinung nach, gibt es nicht nur Menschen, die bewusst falsch abrechnen, sondern auch viele Menschen, die das Geld annehmen und mitmachen. Grundsätzlich ist dabei der Unternehmer der Dumme. Doch was ist mit den Menschen, die an der Steuer, der Kranken- oder Rentenkasse VORBEI ARBEITEN? Sind diese Menschen nicht genauso kriminell?

Man braucht immer zwei Menschen zur Schwarzarbeit.

http://www.rp-online.de/bergisches-land/leverkusen/nachrichten/starker-anstieg-bei-der-schwarzarbeit-1.3365441