Gastbeitrag / 24. April 2018

Neue Perspektiven für das Leben

Von Alexandra Erwig

Ein neues Rezept suchen, sich für etwas entscheiden, in einen Lebensmittelladen gehen und nach passenden Zutaten schauen. Welche Gewürze passen? Welche Kräuter könnten das ganze eher bitter machen? Falls Sie jetzt denken, hier schreibt eine Köchin, muss ich Sie enttäuschen.

Ich bin Heilpraktiker Psychotherapeutin und studiere jetzt auch noch als ergraute

Studentin mit 53 Jahren Psychologie. Ich will´s  noch einmal wissen!  Das Bild nutze ich gerne, wenn ich erklären möchte, was mein Arbeitsschwerpunkt ist. Ich begleite Menschen bei „ihrem Einkauf“, überlege mit ihnen, welche „Lebensmittel“ für sie die richtigen sind. Ich will und kann meine Klienten nicht verändern. Aber ich kann ihnen neue Perspektiven anbieten, wie sie z.B. mehr Freude am Leben finden.

Zeit für Gespräche

Vielleicht gefällt mir dieses „Lebensmittel-Laden-Gleichnis“ deshalb so gut, weil der Einzelhandel viele Jahre lang mein Berufsfeld war. Ich war u.a. im Personalbereich eines mittelständischen Unternehmens tätig. Hier habe ich hautnah erlebt, wie sich die vielfältigen Belastungen im Berufs-und Privatleben, aber auch persönliche Schicksalsschläge oder körperliche Erkrankungen auf  Menschen auswirken.

Ein Beispiel: Da stand eine Mitarbeiterin vor mir, die überhaupt nicht zurechtkam mit ihrer Arbeit und den Kollegen. Mir wurde klar, dass diese Situation nicht nur durch sie allein entstanden ist. Ihre ganze familiäre Situation war für ihre Lage verantwortlich.Gerne habe ich damals mehr Zeit investiert und einfach mit der Frau geredet. Das war mir so wichtig. Ich „ baute“ um sie herum einen flexiblen Arbeitseinsatz, so dass es ihr möglich wurde,  ihre Problem zu Hause zu lösen. So konnte ich sie  als Mitarbeiterin behalten. Als sie sich wieder „gefangen“ hatte, stimmten auch wieder die Leistungskennziffern. Das ist nur eine Möglichkeit, gute Mitarbeiter zu halten, die gerade schweres erleben und dadurch nicht so leistungsfähig sind.

Mein Neustart

Durch eine persönliche Krise und einen Burnout wurde mir selber klar, dass es da noch mehr im Leben gibt, als das, was ich bisher als wichtig erachtet hatte. Da ich schon als Personalleiterin immer wieder gespürt habe, dass ich einen guten Zugang zu anderen finde, dass man mir schnell Sorgen und Probleme anvertraut und mich alles, was mit Psychologie zusammenhing ohnehin stark interessiert hat, entschied ich mich eine Studium im Bereich „Heilpraktiker Psychotherapie“ zu beginnen.

 Wie sich heraus stellte genau das Richtige für mich! In meiner Praxis in Hainichen www.alexandra-erwig.de  biete ich klassische Psychotherapie an, aber auch Neurofeedback, eine computergestützte Trainingsmethode für jung und alt, mit der Erkrankungen, die auf Fehlregulationen im Gehirn zurück gehen, erfolgreich therapiert werden kann. Kurse zur Stressbewältigung,  für progressive Muskelentspannung und  autogenes Training und offene Gesprächsgruppen gehören ebenfalls zu meinen Angeboten.

Einsatz für mehr Mitarbeiter-Wertschätzung in Business-Netzwerken

Ich liebe meinen Beruf und meine Lebenserfahrung kommt mir in Allem sehr zu Gute. Gerade auch das, was ich damals in der Wirtschaft erlebt – und manchmal auch durchlitten – habe,  ist mir heute Ansporn um in Unternehmen ein Umdenken in Blick auf ihre Mitarbeiter zu erreichen

 Das war auch mein Beweggrund bei Business Network International Mitglied  www.bni.de zu werden. Ich wollte den Geschäftsleuten vor Augen führen,  dass ihre Mitarbeiterschaft ein wertvolles Gut ist um das sich gekümmert werden muss. Eine gute Arbeitsatmosphäre mit möglichst viel Tages- und Sonnenlicht, Angebote wie Stressmanagement, Entspannungsmethoden oder die Kostenübernahme für ein Coaching „ Mit Persönlichkeit überzeugen“  sind nur ein paar Beispiele, wie so eine „Fürsorge“ aussehen kann. Es ist nachgewiesen, dass in Firmen, die so etwas anbieten, der Krankenstand sinkt und die Motivation der Belegschaft steigt.

Motiviert weitermachen

Leider fanden mein Ansatz und meine Vorschläge hier kein Echo, sodass ich diese BNI Gruppe unter anderem deshalb wieder verlassen habe. An meinem Wunsch ein Umdenken in Unternehmen in Blick auf die Wertschätzung ihrer Mitarbeiter zu erreichen,  hat das natürlich nichts verändert. Und es haben sich da in letzter Zeit auch neue Türen aufgetan.

Egal ob in Büros von Unternehmen oder in den Räumen meiner Praxis: Ich freue mich auch weiterhin Menschen unterstützen zu können, die einen besseren Umgang mit ihren Gefühlen, Ängsten und Umständen lernen wollen und dadurch eine  neue, positivere Lebenseinstellung finden.