Viele haben ihr Leben lang gearbeitet, geschuftet, durchgezogen. Gesundheit? Nach hinten geschoben. Der Plan war simpel und ehrlich gesagt naiv: Erst Geld verdienen, dann im Alter die Gesundheit „reparieren“. Das funktioniert so nicht. Der Körper vergisst nichts. Und irgendwann zieht er die Rechnung ein.
Ich weiß, wovon ich rede. Durch meine HSP-Spastik war mir früh klar: Wenn ich meine psychische und körperliche Gesundheit nicht ernst nehme, verliere ich. Deshalb habe ich mir über Jahre hinweg Unterstützung geholt. Regelmäßiges Coaching, unter anderem bei Monika Bylitza, um im Kopf stabil zu bleiben. Körperlich jede Woche eine Stunde Reha – jeden Montag – bei Herr Marcel Döring im Rehazentrum Roßwein. Und trotzdem sage ich heute ganz klar: Es war im Nachhinein zu wenig.
Der innere Schweinehund beim Thema Bewegung hat mich fest im Griff.
Keine Ausrede, sondern eine nüchterne Feststellung. Möglichkeiten hätte ich genug. Zum Beispiel Gehen im Wasser im Freizeitbad RIFF. Das RIFF ist rund 30 km von mir entfernt, ideal für Gelenke, ideal für Menschen mit Einschränkungen. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Die Entscheidung auch.
Was ich gelernt habe – und das sage ich ohne Beschönigung:
Gesundheit beginnt nicht mit der Rente. Sie entscheidet darüber, wie du deine Rente überhaupt erlebst. Geld ohne Gesundheit ist wertlos. Zeit ohne Kraft frustrierend. Freiheit ohne Beweglichkeit bitter.
Mein Appell ist einfach und unbequem: Fang früher an. Kümmere dich jetzt um deinen Körper und deinen Kopf. Nicht perfekt. Nicht überambitioniert. Aber regelmäßig und ehrlich. Warte nicht darauf, dass „mehr Zeit“ kommt. Die kommt oft mit weniger Möglichkeiten.
Und ja, ich nehme mir selbst vor, den nächsten Schritt zu gehen. Nicht morgen. Nicht irgendwann. Sondern konkret. Gesundheit ist kein Projekt für später. Sie ist die Grundlage für alles, was noch kommen soll.