Gastbeitrag

Gastbeitrag / 2. März 2021

Endlich Schluss mit monotoner Arbeit

Arbeit

Endlich Schluss mit monotoner Arbeit: Warum unsere Roboter für gute Arbeitsbedingungen sorgen und nicht für Stellenabbau

„Irgendwas muss ich unternehmen! Die anderen sind einfach innovativer als wir!“

Hat ein mittelständischer Unternehmer in der Fertigungsbranche das erkannt, wird er nach Beratung und konkreter Hilfe suchen. Genau das ist unser Arbeitsfeld. Wir gehen vor Ort in die Produktion und nehmen – ganz vorbehaltsfrei – unter die Lupe, wo Arbeitsprozesse automatisiert werden können. An erster Stelle stehen wiederkehrende, monotone Tätigkeiten. Hier kann sehr gut ein Roboter eingesetzt werden. Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin, die diese Arbeit bisher getan hat, kann dann für abwechslungsreichere Arbeiten eingesetzt werden. Das sorgt für mehr Zufriedenheit in der Belegschaft.

Wir wollen nicht die Menschen wegrationalisieren, das stünde gegen unsere ethischen Vorstellungen. Deshalb stellen wir immer die Frage: Was ist machbar und sinnvoll? Automatisierung um jeden Preis gibt es bei uns nicht. Wir schauen ganz genau hin, ob sich alles in jede Richtung rechnet. Es gehört ebenfalls zu unseren Grundsätzen, dass wir immer offen und ehrlich sind. Das Vertrauen unserer Kunden ist uns extrem wichtig. Das schätzt unsere Kundschaft und deshalb arbeitet sie gerne mit uns zusammen.

Ein Gastbeitrag von Andrea Glaub, Geschäftsleiterin Glaub Unternehmensgruppe

In Vaters Fußstapfen

Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit zieht sich durch unsere mehr als vierzigjährige Firmengeschichte. Unser Vater Herwig legte dafür 1979 den Grundstein, als er seinen Elektroinstallationsbetrieb in der Garage unseres Wohnhauses in Salzgitter-Osterlinde gründete. Damals ein sehr mutiger Schritt. Für meine Schwester Claudia und mich war das ein prägender Teil unserer Kindheit und Jugend.

Für mich stand schon früh fest, dass ich eines Tages mitarbeiten wollte. Ich studierte Betriebswirtschaft. Nach dem erfolgreichen Abschluss stieg ich im Jahr 2000 in das Familienunternehmen ein. 2004 übernahm ich zusammen mit meinem Mann Niko und meiner Schwester die Geschäftsführung. Gleichzeitig feierten wir fünfundzwanzigjähriges Firmenjubiläum.

Arbeit

Unsere Mitarbeiter – unser Schatz

Wir sind ganz bewusst ein Familienunternehmen. Wir wollen nicht aktiengesteuert sein, sondern unseren Werten treu bleiben. Wir stehen für Qualität, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit. Das können wir nicht ohne unsere 65 Mitarbeiter*innen leisten. Auch sie gehören für uns zur Familie. Deshalb wollen wir, dass sie sich bei uns wohlfühlen.

Dazu gehört, dass wir immer ansprechbar für sie sind. Darüber hinaus wollen wir ihnen ganz praktisch unsere Wertschätzung zeigen z.B. durch individuelle Arbeitszeitreglungen mit Teil – und Gleitzeit, Fahrrad Leasing, Inhouse Gesundheitsangeboten, externen und internen Schulungen und Weiterbildungen. Auch Betriebsfeste, gemeinsames Grillen nach Feierabend und einmal im Jahr ein Event zusammen mit den Familien gehörten vor Corona zu unseren Angeboten. Sobald es möglich ist, werden wir auch das wieder anbieten.

Familienunternehmen aus Überzeugung

Ich bin mit Leib und Seele Familienunternehmerin. Mein Mann, meine Schwester und ich können gemeinsam die Firma gestalten. Während Corona habe ich es als besonderes Glück erlebt, dass wir zu dritt in der Geschäftsleitung sind. Es ist nie vorgekommen, dass wir alle drei auf einmal schlecht gelaunt oder frustriert waren! So konnten wir uns immer gegenseitig und wechselweise ermutigen, wenn einer oder eine mal einen Durchhänger hatte!

Wir sind stolz auf das, wie sich unser Unternehmen in den vergangenen 42 Jahren entwickelt hat: Aus der kleinen „Garagen-Firma“ unseres Vaters ist eine Firmengruppe mit einer Niederlassung in Ungarn entstanden, die innovative, eng am Kundenwunsch orientierte Lösungen in den Bereichen Automatisierung und industrielle Software-Services anbietet. Und es wird weitergehen! Wir bedienen schließlich die Geschäftsfelder der Zukunft: Robotik und Automation. Es bleibt spannend und interessant!

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Gastbeitrag / 24. Dezember 2020

Chanukka und Weihnachten als Hoffnungslichter für die Welt

Chanukka und Weihnachten

Chanukka und Weihnachten als Hoffnungslichter für die Welt

Ungewohnte Stille erfüllte unsere Pfarrküche während Rabbinerin Shira Milgrom uralte jüdische Gebete und Lieder erklingen ließ. Wir waren als Pfarrfamilie am Shabbatabend des Chanukkafestes eingeladen worden, mit der Gemeinde Kol Ami den Beginn dieses besonderen zweiten Abends per Internet zu feiern. Über den kleinen Bildschirm flossen die Worte und Gebete in unsere Pfarrküche und tief in unser Herz während unsere jüngste Tochter gemäß der Tradition die Kerzen des Chanukkia entzündete.

Der neunarmige Leuchter ist das Zentralsymbol dieses jüdischen Lichterfestes, das insgesamt acht Tage währt und an das Lichterwunder am zweiten Jerusalemer Tempel erinnert. Jeden Abend wird eine weitere Kerze entzündet und eine wachsende Zahl an Hoffnungslichtern in die dunklen Dezembernächte gebracht. Nur wenige Minuten später würde ich als deutsche Pfarrerin einen Festvortrag für die Mitglieder der Synagoge Kol Ami gestalten. Aufgrund meiner eigenen Familiengeschichte, deren Mitglieder Mittäter im Nationalsozialismus waren, und des Holocaust, eine große Ehre und gleichzeitig noch größere Verantwortung, damit dies nie wieder geschehen möge.

Ein Gastbeitrag von Miriam Groß, evangelische Auslandspfarrerin in New York

Chanukka und Weihnachten

Als Christin aktiv im jüdischen Tafelverbund

Vor mehreren Jahren hatte meine Mitarbeit im Tafelverbund „Feeding Westchester“ im Rahmen meiner Gemeindearbeit in New York begonnen. Vor dem Ausbruch der Pandemie hatte ich mit meinen Konfirmandinnen und Konfirmanden dort während des Praxisteiles ihres Konfirmandenunterrichtes Essenspakete für Bedürftige gepackt. Der Tafelverbund arbeitet mit

insgesamt 300 Partnerorganisationen zusammen, die im reichen suburbanen Umfeld New York Citys die dort vorhandene Armut bekämpfen.

Die Organisation erreicht durch diese Partnerschaft über 200.000 Personen, die mit dem Hunger ringen. Als COVID im März 2020 ausbrach und New York zu dem vorerst größten Epizentrum der Pandemie wurde, verstärkte ich mein Engagement innerhalb der Armenspeisung. Mehrere Tage in der Woche half ich in der Synagoge meiner jüdischen Freundin Essenspakete für illegale Immigranten zu packen.

Elend und Not inmitten von Wohlstand

Wer glaubt, dass der grüne Gürtel, der rund 40 km von der Metropole entfernt liegt, und mit seinen großen Einfamilienhäusern, gepflegten Gärten und Swimming Pools keinerlei ökonomische Schwierigkeiten vorliegen, der hat weit gefehlt. Viele am unteren Rand der Gesellschaft, die nur einfache Tätigkeiten verrichten können, finden gerade hier eine Arbeit.

Es sind zumeist undokumentierte Immigranten, die „schwarz“ Arbeiten übernehmen, die Personen aus dem gehobenen Mittelstand oder der Oberschicht nicht verrichten: von Gartenarbeit, über Reparaturarbeiten bis hin Hausreinigung. Viele dieser ohne Genehmigung in den USA sich aufhaltenden Personen stammen aus Mexiko und Zentralamerika. Sie erscheinen in Westchester zumeist im Alltag der reichen und gutsituierten Familien nur in ihrer Hilfstätigkeit und sind verborgen in heruntergekommenen Gebäuden voller Dreck und Schmutz abseits der wohlhabenden Stadtteile.

Keine Einkünfte aufgrund der Pandemie

Gerade diese Bevölkerungsgruppe hat der Ausbruch der Pandemie in doppelter Weise hart getroffen: Da sie aufgrund ihres illegalen Aufenthaltes keine Arbeitserlaubnis haben, können sie keine offiziellen Arbeitsverträge eingehen und erhalten daher keine Krankenversicherung, die in USA stets an den Arbeitgeber gekoppelt ist.

In einem Gesundheitssystem, indem die Kosten einer ärztlichen Versorgung hoch sind, droht bei einer Erkrankung umgehend ein finanzieller Absturz. Gleichzeitig hat diese Bevölkerungsgruppe überproportional ihre Einkunftsmöglichkeiten verloren, da die Tätigkeiten entweder aufgrund des Lock-Downs und der Einschränkungen nicht mehr ausgeführt werden können oder sie Opfer von Einsparung aufgrund der ökonomischen Auswirkungen der Pandemie wurden.

Chanukka und Weihnachten

Wunden der Vergangenheit heilen

Nach vielen Monaten der Mitarbeit in Kol Ami hat mich diese Arbeit tief mit meinen jüdischen Glaubensgeschwistern verbunden, wobei langsam nach und nach auch die Wunden unserer deutschen Vergangenheit heilen.

Dass ich als deutsche Pfarrerin in einer jüdischen Tafel mit Nachfahren von Holocaust-Überlebenden Essenspakete für die Bedürftigsten in Amerika packen darf, erfüllt mich mit einer tiefen Dankbarkeit. Die gemeinsame Sorge um die, die sich am Rande der Gesellschaft befinden und deren Leben in Gefahr ist, hat die zusammengebracht, deren Vorfahren Täter und Opfer in einem der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte waren.

Botschaft der Hoffnung und Liebe

Inzwischen leuchtete der Chanukkia an diesem Abend hell auf dem Küchentisch des Pfarrhauses. Wie das Licht diesen Raum erfüllte, war ich von tiefer Dankbarkeit erfüllt über das Geschenk des gegenseitigen Heilens, das durch meine Freundin und die jüdische Tafel ermöglicht worden war. Es sind Hoffnungslichter in einer schweren Zeit: Menschen, die um ihr täglich Brot bangen, werden gespeist. Menschen, deren Familien tiefe Wunden durch die Geschichte tragen, nähern sich vorsichtig einander an und schöpfen Vertrauen.

Wenn wir uns um die bemühen, die sich in Bedrängnis und Gefahr befinden, so vermehren wir das Reich Gottes bereits in dieser Welt und werden zu göttlichen Hoffnungslichtern. Eine Botschaft der Hoffnung und Liebe, die wir an diesem Chanukkafest und dem kommenden Weihnachtsfest in die von der Pandemie und ihren Auswirkungen erschütterte Welt tragen sollten.

Spendenkonten:

Tafelverbund „Feeding Westchester“: https://feedingwestchester.org/donation-page/

Jüdische Gemeinde „Kol Ami“: https://nykolami.org/donation/

Gastbeitrag / 1. Dezember 2020

Der Hofladen mit Ölmühle von Gut Gadewitz/Mittelsachsen

Gut Gadewitz

Frischer und natürlicher geht´s nicht: Der Hofladen mit Ölmühle von Gut Gadewitz/Mittelsachsen

Die Getreidemühle rauscht, es riecht nach frischem Brot und die ganze Vielfalt regionaler Produkte präsentiert sich farbenfroh in Regalen und Auslagen. Mit unserem Hofladen und der Ölmühle wurde ein Wunsch wahr, den mein Mann Dieter und ich vor vierundzwanzig Jahren hatten, als wir den alten Vierseithof in Gadewitz, nahe Döbeln gekauft haben. Wir wollten nicht nur die Gebäude bewahren und erhalten, sondern dem ganzen Anwesen neues Leben einhauchen.

Zunächst musste aber viel renoviert werden. 2005 waren wir soweit, dass wir konkrete Pläne machen konnten, wie der Hof nicht nur als Wohnort sinnvoll genutzt werden konnte. Dass wir einen Hofladen eröffnen wollten, war schnell klar. Aber es sollte noch etwas „Eigenes“ dazu kommen. Wir hatten einige Ideen. Die beste und erfolgversprechende haben wir umgesetzt. In der alten Scheune wurde Raum für eine Ölmühle geschaffen.

Gastbeitrag von Maja Horlacher, Inhaberin Gut Gadewitz Hofladen & Ölmühle

Hochwertige Öle aus eigner Produktion plus regionale Produkte

Als Agraringenieur kennt mein Mann sich mit der Landwirtschaft bestens aus. Die Ölherstellung ist aber nochmal etwas anderes. Deshalb hat er sich intensiv damit beschäftigt. Für uns stand schnell fest: Wir pressen nur das, was in Sachsen wächst. Auf gepachteten Flächen bauen wir seitdem Sonnenblumen, Raps und Hanf an. Wir bieten aber auch Öle aus Lein, Mohn und Leindotter an, die alle mit ganz wenig Druck auf die Saaten kaltgepresst werden. Je mehr Wärme ins Spiel kommt, desto mehr Nährstoffe werden zerstört.

Diese Öle von höchster Qualität verkaufen wir natürlich auch in unserem Hofladen, den ich leidenschaftlich gerne leite. Die Produkte, die wir anbieten, kommen von kleinen regionalen Bio-Herstellern, aber auch von konventionellen Betrieben. Wichtig ist mir, gute Qualität, dass fair gearbeitet wird und die Tiere artgerechtet gehalten werden. Aber nicht nur natürliche Lebensmittel mit nachvollziehbarer Herkunft wie Obst, Gemüse, Fleisch – und Wurstwaren, Käse, Marmeladen, Honig und Backwaren kann man bei uns kaufen, sondern auch Kunsthandwerk, Gebrauchsgegenstände und Geschenkartikel.

Umweltfreundlich und arbeitsplatzerhaltend

Laufkundschaft gibt es bei uns auf Gut Gadewitz nicht. Unser Vorteil ist die Nähe zur Abfahrt Döbeln-Nord der A 14. Diese beschert uns regelmäßig Kunden aus den umliegenden Städten, die z.B. auf dem Weg von der Arbeit nach Hause bei uns einkaufen. Sie alle schätzen, dass es bei uns hochwertige, ehrliche Produkte gibt, die in der Region hergestellt werden oder hier wachsen.

Das ist nicht nur umweltfreundlicher, weil lange Transportwege vermieden werden, damit werden auch Arbeitsstellen in unserer Region gesichert. Das gilt für alle Hofläden: Jeder, der hier einkauft, leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der bäuerlichen Familienbetriebe und kleineren handwerklich, produzierenden Strukturen, denen durch immer mehr Auflagen und Anforderungen, das Existieren und Überleben schwer gemacht wird. So mancher Erzeuger ist dabei schon auf der Strecke geblieben.

Freundlich, fair und ehrlich

Unser Hofladen hat mehr zu bieten als das reine Warenangebot. Es soll ein Ort zum Wohlfühlen sein, wo Kunden sich in Ruhe umsehen können und wo sie jederzeit wissen: Hier werde ich freundlich und fair behandelt und beraten. Geschäftlich, wie privat ist es mir wichtig, dass ich ehrlich und transparent bin.

Das muss für mich immer stimmig sein, denn das gehört zu meinen christlichen Werten, nach denen ich mein Leben ausrichte. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich selber ein Bild von unserem Hofladen auf Gut Gadewitz machen würden und ich Sie bei nächster Gelegenheit hier begrüßen könnte! Bis dann!

Gut Gadewitz

Gastbeitrag / 3. November 2020

Mehr als Sightseeing

Sightseeing

Mehr als Sightseeing in Berlin: Ich bringe Leute ins Erinnern

Neulich war ich mit einer Gruppe von fünf Personen auf Tour durch Berlin. Wir standen vor einem Teil der Mauer und ich habe Interessantes zu Mauerbau und Mauerfall erzählt. Ein Teilnehmer ergänzt, dass seine Tante sich beim Bau der Mauer 1961 dafür entschieden hatte, im Westen zu bleiben.

Während er sprach, wurde ihm offenbar klar, dass auch seine Mutter diese Wahl gehabt hätte. Wenn sie sich so entschieden hätte wie die Tante, wäre er damals im Kinderheim gelandet. Diese Erkenntnis traf ihn mit voller Wucht. Das war für ihn ein sehr bewegender Moment. Solche ganz persönlichen Erinnerungen machen jede Tour und jeden, der daran teilnimmt, so einzigartig.

Ein Gastbeitrag von Ulrike Manthei, Expertin für Erinnerungen von „Erlebe die Stadt“

Jeder ist ein wichtiger Teil des Ganzen

Keine Stadt hat so viel Geschichte zu bieten, wie Berlin. Hier gibt es überall historische Fußabdrücke der jüngeren und älteren Vergangenheit! Hier kann man ein Gefühl für Geschichte bekommen und sich auch ganz persönlich erinnern!

Erinnerungen sind die Momente von gestern. Sie machen deutlich, dass jeder Einzelne ein Teil der großen Entwicklung ist und wertvoll. Ich vergleiche das gerne mit einem Puzzle. Wenn ein Teil fehlt, ist alles unvollständig. So ist es mit den Menschen: Wenn einer nicht da wäre, dann würde etwas Wichtiges fehlen!

Sightseeing

Erinnerungen sind Brücken

Bei individuell geplanten Touren auf den Spuren der eigenen Geschichte, zum Beispiel mit Familien, erlebe ich immer wieder, dass Erinnerungen die Brücke sind zwischen den Generationen. Sie geben Identität und Zusammenhalt. Mancher möchte sich nicht erinnern und dann muss er das auch nicht.

„Neutraler“ ist da die Tour „Parole Emil“ auf den Spuren von Erich Kästner, bei der Orte aus dem Kinderbuch „Emil und die Detektive“ aufgesucht werden. Auch dabei passiert es immer wieder, dass Kunden an die eigene Geschichte anknüpfen und man ins Gespräch kommt. Genauso wünsche ich es mir! Ich mag viel lieber den Austausch als die „Frontalbeschallung“!

Das Unternehmernetzwerk BNI gibt Rückhalt

Die Zeit des Corona-Lockdowns habe ich genutzt, um zwei weitere Standbeine aufzubauen und zwar als Rednerin für Trauerfeiern und Freie Trauungen oder Erneuerung des Trauversprechens. Allein das Wissen, dass ich das starke Unternehmernetzwerk Businessnetwork International im Rücken habe, hat mir Mut gegeben, mitten in dieser schwierigen Zeit, nach vorne zu denken und mich neu aufzustellen.

Seit sieben Jahren bin ich Mitglied bei BNI. Diesem Netzwerk verdanke ich viel. Ohne die Unterstützung der anderen Unternehmerinnen und Unternehmer hätte ich mich nicht in dem Maße weiterentwickelt, wie es jetzt der Fall ist. Das Motto „Wer gibt, gewinnt“ ist zu meinem eigenen geworden und ich gebe meine Erfahrungen gerne weiter, auch als Partnerdirektorin der Gruppe Eisbär Berlin.

Geschichte hinter der Geschichte- Clips

Durch Corona hat sich noch etwas Neues für mich ergeben: Ich habe während meiner Stadtführungen-Zwangspause meine Touren durch die Stadt sehr vermisst und ich wollte auch so gerne wieder an die Arbeit. Kurzerhand bin ich mit meinem Handy durch Berlin gefahren und habe kurze Video-Clips „Die Live-Geschichte hinter der Geschichte“ aufgenommen.

Auf meiner Facebook Seite habe ich sie dann veröffentlicht. Das kam so gut an, dass ich das Ganze weiterentwickelt habe und es im Frühjahr 2021 einen regelmäßigen Podcast geben wird. Eins steht für mich fest: Was ich auch immer tun werde: Es wird immer um Erinnerungen gehen. Denn nichts ist wichtiger, als sich zu erinnern!

Gastbeitrag / 6. Oktober 2020

Liebe zum Friseurhandwerk

Friseurhandwerk

Liebe zum Friseurhandwerk, Natur und Zeit: Ein Salon-Konzept mit besonderen Akzenten

„Nicht Sie entscheiden, ob Sie mit uns arbeiten, sondern wir entscheiden, mit welchem Partner wir arbeiten.“ Diese Worte waren wie ein Schock für mich. Mein großer Traum war kurz davor Realität zu werden: ein eigener Friseursalon. Eigentlich fehlten nur noch die Haarpflegeprodukte, die zu meinem Konzept passen würden.

Deshalb der Anruf bei meiner Wunsch-Firma Newsha in Mühlheim an der Ruhr. Mit so einer Reaktion hatte ich allerdings nicht gerechnet. Bis dahin war alles gut gelaufen. Nach langem Suchen hatte ich genau die richtigen Räume in Lüdenscheid gefunden, mit großen Fenstern, etwas außerhalb von der Innenstadt, gute Parkmöglichkeiten.

Ein Gastbeitrag von Nikoletta Konstantinidou, Friseursalon RUNWAY HAIRDESIGN by Nikoletta

Ziel: Ein unvergessliches Friseurerlebnis bereiten

Ich hatte mir ein Salon-Konzept überlegt, das meine Liebe zum Frisörhandwerk und den Wunsch, Kunden individuell und kompetent zu beraten, widerspiegelt: Für jeden soll sich die notwendige Zeit genommen werden können, ohne Vorgabe von kalkulierten Zeiten, nur so ist eine typgerechte, persönliche Beratung möglich. Durch Qualität in der Umsetzung soll ein unvergessliches Friseurerlebnis mit einem perfekten Ergebnis entstehen. Bei allem soll die Natur im Salon im Mittelpunkt stehen.

Deshalb wollte ich unbedingt die Firma Newsha mit an Bord haben, weil sie ohne viel Chemie in den Produkten auskommt und sehr nachhaltig und umweltbewusst arbeitet. Trotz der unerwarteten Ansage am Telefon, bekam ich die Chance mein Konzept zu präsentieren. Am Ende war die Geschäftsführung mega begeistert und sie wollten mit mir zusammenarbeiten! Was war – und bin – ich stolz darauf!

Individuelle Salon-Ausstattung in Eigenarbeit

Mein Naturkonzept wird nicht nur durch die Pflegeprodukte deutlich, sondern auch beim Hereinkommen: Keine Standardausstattung, stattdessen viele Möbel aus Holz, die ich zum großen Teil zusammen mit meinem Mann selbst angefertigt habe. Wochenlang haben wir bis in die Nacht hinein geschliffen und lackiert.

Besonders arbeitsintensiv war die Bearbeitung der Pappelbaum-Bohlen auf denen wir die Spiegel für unsere fünf Plätze montiert haben. Sie sind der Blickfang in unserem Salon. Mein Antrieb in dieser Zeit war immer, dass ich etwas Besonderes schaffen wollte, damit meine Kunden sich in der warmen Atmosphäre des Salons rundum wohl fühlen können.

Friseurhandwerk

MUTMACHER 2 – Buch über Gründerinnen und Gründer als Motivation

Sieben Jahre lang hatte ich den Wunsch einen eigenen Friseursalon zu eröffnen. Ein Grund, warum es sich so lange hinzog, waren meine beiden Kinder, die auf die Welt kamen. Als die Familienplanung abgeschlossen war, konnte ich mich meinem großen Traum widmen. Am 22.Juni 2020 war die Eröffnung. Wegen Corona musste ich auf eine große Feier verzichten. Immer wieder wurde ich gefragt, warum ich gerade in dieser schwierigen Zeit in die Selbstständigkeit starte. Jedes Mal habe ich gesagt:

„Lest mal das Buch MUTMACHER 2 Das Praxishandbuch über 5×5 Gründerinnen und Gründer von Walter Stuber und Dirk Eckart. Dann werdet ihr verstehen, warum!“

Das Buch hatte mir eine Kundin empfohlen. Die persönlichen Geschichten der Gründerinnen und Gründer aus unterschiedlichen Branchen haben mich begeistert. Hochs und Tiefs wurden nämlich nicht verschwiegen. Das hat mir geholfen meine eigenen Ängste, dass es nicht klappen könnte, loszuwerden. Das MUTMACHER 2 Buch hat mir Mut gemacht, gerade jetzt den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Corona war sogar ein Ansporn für mich. So konnte ich selber mit der Neueröffnung den Leuten ein bisschen Mut machen, dass das Leben weitergeht und wir nicht den Kopf in den Sand stecken müssen.

Begeisterung der Kunden als Antrieb

Dank Facebook und Instagram hat es sich herumgesprochen, dass unser Salonname RUNWAY HAIRDESIGN by Nikoletta Programm ist. Runway hat zum einen die Bedeutung „Landebahn“ (die Kunden sollen bei uns landen) aber auch „Laufsteg“. Wir sind immer up to date, zeigen mit unseren Schnitten die neuesten Trends an und arbeiten z.B. mit Models und Firmen aus der Modebranche zusammen. Influencer mit tausenden von Followern besuchen meinen Salon und posten in den sozialen Medien, dass sie bei uns waren.

Das zieht wiederum weitere Kunden an, sodass unser Kundenstamm weit über Lüdenscheid und den Märkischen Kreis hinausgeht. Die positiven Reaktionen meiner Kunden auf die Ergebnisse sind unser täglicher Antrieb. Umarmungen und Freudentränen zeigen, dass wir genau das richtige getan haben. Meine Liebe zum Friseurhandwerk gebe ich täglich an meine Kunden weiter und suche danach auch mein Personal aus. Bei mir arbeiten nur Friseurinnen die meine Ideale widerspiegeln.

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