Allgemeine Themen

Allgemeine Themen / 17. Mai 2022

Auf Wiedersehen, Karl – oder Ein dankbarer Abschied

Von Walter Stuber   

Umschläge mit schwarzem Trauerflor. Ich werde den Eindruck nicht los, dass ich in das Alter gekommen bin, in dem vermehrt solche Post in meinem Briefkasten geworfen wird. Ich musste mich schon von einigen lieben Menschen verabschieden, die mich geprägt haben. Vor ein paar Wochen zum Beispiel von Karl Knobloch. 1977 haben wir uns bei der Firma Layher kennengelernt. Ich war Auszubildender und er arbeitete im technischen Büro. 

Ich denke gern daran zurück, dass Karl immer ein offenes Ohr für mich hatte. Wenn es Fragen zu einem Projekt gab, ist er mal eben bei mir zu Hause vorbeigekommen. „Das kriegen wir schon hin und machen einen Haken drunter!“, so oder so ähnlich waren seine Worte. Oder wir haben in seinem Wohnzimmer bei einem guten Glas Wein über Probleme an Baustellen gesprochen. Meistens redeten wir im Anschluss über ganz persönliche Angelegenheiten. Nie vergessen werde ich seine Lebensfreude, die fand ich immer ansteckend.

Beste Kompetenz und Kundenpflege

Als ich Geschäftsführer der Niederlassung der Gerüstbau Gemeinhardt GmbH in Roßwein wurde und später mit Dirk Eckart www.dirk-eckart.de unsere Gemeinhardt Service GmbH www.spezialgeruestbau.de auf die Beine stellte, blieben wir in Kontakt, denn unsere Gerüste und Statiken bezogen wir von den Besten der Branche: von der Firma Layher www.layher.com , wo Karl bis zu seiner Rente tätig war.

Als Spezialgerüstbauer habe ich an Karl geschätzt, dass er als Stahlbau-Ingenieur ein großes Fachwissen und viel Erfahrung hatte.  Mit ein paar gezielten Kontrollen konnte er sofort einschätzen, ob ein Gerüst sicher war oder nicht. Das habe ich immer bewundert. Er war ein Lieferant der alten Schule. Das heißt, ihm war klar, dass man sich gut um seine Kunden kümmern musste. Karls Sohn Volker ist beruflich in die Fußstapfen seines Vaters getreten und Ingenieur geworden. Von beiden haben wir uns 2010 für das Gerüstprojekt in Worms an der alten Rheinbrücke beraten lassen. An diese turbulenten Zeiten denke ich gerne zurück. 

Was in Erinnerung bleibt

Karl Knobloch war für mich nicht nur ein super Geschäftspartner, sondern auch ein echter Freund und Helfer. Ich bin unendlich dankbar, dass er mich immer wieder unerwartet angerufen hat. Jedes Mal fragte er mich, wie es mir gehen würde. Ich spürte, das war keine Floskel. Ich werde diese Anrufe und vor allem Karl sehr vermissen.

Die Beerdigung im April hat mir vor Augen geführt, was ich gerne verdränge: Auch mein Leben ist endlich. Irgendwann stehen Menschen an meinem Grab. An was sollen sie sich erinnern, wenn ich nicht mehr da bin? Es ist wichtig, eine Antwort auf diese Frage zu finden, denn sie hat Einfluss auf das, was ich jetzt tue – und lasse! 

Allgemeine Themen / 3. Mai 2022

Leben mit HSP oder Was mich (be)hindert sind nicht immer die Gene

Leben mit HSP

Von Walter Stuber

„Ein auffälliges Gangbild“ nannten es die Ärzte als ich sechs Jahre alt war. Von da an galt ich als „gehbehindert“. Mit 25 Jahren bekam ich dann die Diagnose HSP, Hereditäre Spastische Paraplegie. Eine Erbkrankheit des Rückenmarks, die für meine Gangstörung und die Spastik in den Beinen sorgte. Was das für meine Zukunft bedeuten würde, hat mich damals nicht interessiert, alles, was mit HSP zusammenhing, habe ich verdrängt.  

Ich war so konsequent, dass ich zwanzig Jahre lang nicht zum Arzt gegangen bin. Krank oder behindert? Das waren die anderen! Ich doch nicht! Tatsächlich hatte ich lange kaum motorische Einschränkungen. Bis bei mir mit 52 Jahren eine Zyste im Spinalkanal festgestellt wurde, die operativ entfernt werden musste. Seitdem bin ich – mal mehr, mal weniger – mit Gehhilfen unterwegs. Auch wenn ich mich nicht so fühle: Ich bin ein Schwerbehinderter! 

Wie geht es anderen Betroffenen?

Vor einiger Zeit nahm ich Kontakt auf zur Tom Wahlig Stiftung www.hsp-info.deder weltweit ersten Stiftung für HSP, die die Erforschung der Krankheit fördert und Betroffene berät. Es hilft mir, zu hören und zu lesen, wie andere mit der unheilbaren Krankheit umgehen. Ich schaue auch regelmäßig im Internet, was es Neues zu HSP gibt. 

In einem Blogbeitrag entdeckte ich die Ergebnisse einer Online-Umfrage unter 565 an hereditärer spastischer Paraplegie Erkrankten, die überwiegend aus den USA, Deutschland, Brasilien und Großbritannien stammten. Es ging darin zum Beispiel um das Wohlbefinden und die familiäre und gesellschaftliche Akzeptanz. Adam Lawrence aus Bristol, Großbritannien, der selber an HSP erkrankt ist, hat sie zum „Tag der seltenen Erkrankungen 2022 am 28. Februar veröffentlicht. 

Angst vor dem, was noch kommen kann

Ich muss gestehen, dass es mich jedes Mal Überwindung kostet mir eine neue Studie oder Umfrage zu HSP anzuschauen. Wenn ich schwarz auf weiß lese, was andere an Einschränkungen, Schmerzen ertragen und erleiden müssen, dann frage ich ängstlich: Was kommt noch alles auf mich zu? 

Nach der Lektüre solcher Umfragen und Berichte, achte ich meist auf jede Kleinigkeit in meinem Körper und befürchte eine Verschlechterung. Für mich ist es ein echtes Horrorszenario mir vorzustellen, dauerhaft in einem Rollstuhl sitzen zu müssen oder mit einem Katheter zu leben, weil die Erkrankung auch die Blase massiv schädigen kann. 

Kaum Inklusion und Integration in der Wirtschaft

Zurück zu der Online-Umfrage von Adam Lawrence. Hier habe ich mich tatsächlich an vielen Stellen wiedergefunden. Ein Beispiel: Etwas jeder fünfte Befragte mit HSP hat das Gefühl, von gesellschaftlichen Veranstaltungen ausgeschlossen zu sein. Das kenne ich zu gut. Als Unternehmer bin ich oft der Einzige weit und breit, der mit Gehhilfen unterwegs ist, keine Rollifahrerinnen oder -Fahrer, obwohl doch so viel von Integration und Inklusion die Rede ist. In den Chefetagen sieht man davon wenig bis gar nichts und auch nicht bei offiziellen Anlässen im Bereich der Wirtschaft. 

Ich habe es selbst erlebt, bei der Verleihung des „Großen Preis des Mittelstandes 2019“.  In meinem Blog habe ich ausführlich darüber berichtet, welche Mühe ich hatte quer durch den Saal zur Bühne zu gehen und dort die Treppen zu erklimmen. Aber ich lasse mich nicht ausbremsen, hier nicht und auch sonst nicht. Ich gehe meinen Weg – auch wenn das Laufen manchmal mühsam ist und es nicht schön aussieht, wenn man mit Krücken auf offiziellen Fotos zu sehen ist.

Akzeptanz bringt Wohlbefinden

HSP ist ein Teil von mir. Es hat viele Jahre gebraucht, bis ich das annehmen konnte. Die Umfrage von Adam Lawrence belegt übrigens, dass ein starker Zusammenhang besteht zwischen Akzeptanz und Wohlbefinden. Das ist auch meine Erfahrung. 

Von der Tom-Wahlig-Stiftung wurde ich befragt, wie es mir in meinem Leben mit HSP geht, wie ich ganz persönlich damit zurechtkomme. Die letzte Frage lautete: Möchtest Du Dir und anderen HSPlern noch etwas mit auf den Weg geben, was Dir wichtig erscheint?  Meine Antwort: Schau nicht auf das, was nicht (mehr) geht, sondern auf das, was Du kannst! Lebe Dein Leben nach Deinen Möglichkeiten und sei glücklich. Sei ein Mutmacher!

Allgemeine Themen / 19. April 2022

Billy und seine Freunde

Hallo, du, ja du … Möchtest du mein Freund sein?

Wildkarter Billi

Ach ja, ich habe vergessen mich vorzustellen:

Ich heiße Billi. Ich bin ein Waldkater und man sagt, ich habe ein herrlich rötlich schimmerndes Fell und einen großen buschigen Schwanz, der aussieht wie ein riesiger Pinsel …

Der „echte“ Kater Billi lebt in einem wunderschönen Garten am Döbelner Stadtrand. Er ist es, der seine Katzenmutter Christiana Rütz inspiriert, ein Kinderbuch zu schreiben. Christiana ist leidenschaftliche Erzieherin und Oma von drei Enkelkindern. Sie liebt es, in Büchern zu schmökern. Diese Passion teilt sie mit ihren Enkelkindern beim regelmäßigen Vorlesen von Kinderbüchern. Die Geschichte zu „Billi und seinen Freunden“ entsteht spontan aus dem abendlichen Vorleseritual zwischen Oma Christiana und Enkel Jonas. Als Jonas die schon zum x-ten Mal erzählten Tiergeschichten langweilen, schlägt er vor, eine Geschichte über Oma´s Hauskater Billi zu erfinden. Mit Oma und Enkel geht die Phantasie durch: Billi erlebt die wildesten Abenteuer im Garten, im Wald, im Zoo…

Das ist die Geburtsstunde unseres ersten gemeinsamen Kinderbuches. Oma Christiana lassen die Ideen nicht mehr los und so fängt sie mit dem Schreiben an.

Als sie mir ihre Entwürfe präsentiert, fange auch ich „Feuer“ und von da an fliegen unsere „Geistesblitze“ hin und her. Aus den wilden Phantasien von Oma und Enkel entwickelt sich so nach und nach ein lustiges Buch mit hier und da eingeflochtenem Hintergrundwissen zu heimischen Tierarten aus Garten und Wald. Bei unseren Internetrecherchen lernen auch wir viel Neues, z.B. dass die heimische Tapezierspinne vom Aussterben bedroht ist oder die Meisenjungen innerhalb von 20 Tagen flügge sind.

Billi´s Freunde bekommen alle Namenspaten aus unserem Familien- und Freundeskreis. Die kleinen und großen Kinder dürfen ihre eigenen Ideen mit einfließen lassen, z.B. Schmetterling Lilli, Meise Jonas, Maulwurf Flori…

Die schönsten Kindergeschichten sind jedoch nichts ohne Bilder. Dank unserer lieben Freundin Ute Philipp wird unseren Tieren mit wunderschönen Zeichnungen Leben eingehaucht.

Jetzt fehlen nur noch das Layout und der Kontakt zu einem Buchverlag. Nach einigen Recherchen finden wir in Anke Jäpel eine wunderbare Texterin, die unser Buch in Form bringt und die Korrespondenz mit dem Bauer-Verlag in Thalhofen führt. Innerhalb eines Jahres entsteht in einer tollen Gemeinschaftsarbeit unser erstes Kinderbuch „Billi und seine Freunde“.

Unser Anliegen ist es mit diesem Buch neben der Vermittlung von Werten wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft, Respekt, Dankbarkeit und Empathie auf die Erkrankung Mukoviszidose aufmerksam zu machen. Am Beispiel von Igel Vinci zeigen wir auf, dass ein positiver Umgang mit der Mukoviszidose-Erkrankung möglich ist. Denn für die Betroffenen ist es wichtig, neben guter medizinischer Versorgung Halt und Unterstützung von Familie und lieben Freunden zu bekommen. Kinder gehen allgemein unbefangener mit Erkrankungen um als Erwachsene. Sie reagieren meist intuitiv richtig und geben dem betroffenen Kind dadurch ein Gefühl von „Normalität“.

Diese Erfahrungen wurden unserem, an Mukoviszidose erkrankten Sohn Vincent während seiner Kita- und Schulzeit zuteil. Wir sind dankbar, dass er stets von lieben Familienangehörigen, Freunden, Erziehern, Lehrern und Ärzten umsorgt wurde und wird. Während dieser Zeit erhielten wir viel Hilfe über den Mukoviszidose-Verein in Form von Seminaren, dem Austausch mit anderen betroffenen Familien sowie Sozial- und Rechtsberatungen etc. Um eine gute Unterstützung der ca. 8000 in Deutschlanden lebenden Betroffenen zu gewährleisten sowie die Erforschung neuer Medikamente und Therapien zu finanzieren, ist der Mukoviszidose-Verein auf regelmäßige Spenden angewiesen.

Gemeinsam entschieden wir uns, das Buch in Eigenleistung über den Bauer-Verlag drucken zu lassen und mit dem Verkauf des Buches Spenden für den Mukoviszidose-Verein zu sammeln. (www.muko.info) Dank der unentgeltlichen Hilfe von Ute Philipp mit ihren wunderbaren Zeichnungen und von Anke Jäpel mit dem Layout des Buches entstehen uns keine weiteren Kosten, sodass alle Spenden nach Abzug unserer Druckkosten 1:1 an den Mukoviszidose-Verein fließen können. Unser Buch ist direkt über uns (0176-96612458), in der Buchoase Döbeln sowie im Buchhandel unter ISBN 978-3-95551-135-7 und 978-3-95551-163-0 erhältlich.

Mit unserem „Billi-Buch“ möchten wir einen kleinen Beitrag für die Erforschung neuer lebensverbessernder Medikamente zugunsten der Mukoviszidose-Patienten leisten, damit die heute lebenden „Mukos“ die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben ohne zeitraubende Therapien und Krankenhausaufhalte erhalten.

 

Am Beispiel des neuen Medikamentes Kaftrio zeigt sich, dass die Forschung wahre Wunder vollbringen und so den betroffenen Kindern und Eltern neue „Hoffnung“ schenken kann:

Diese neuen Medikamente reparieren (teilweise) den Salzkanal CFTR und greifen somit am Basisdefekt an. Sie beheben aber nicht die Ursache der Erkrankung, also den genetischen Defekt. Bisherige Therapien waren rein symptomatisch, d.h. es konnten nur die Krankheitszeichen (Symptome) behandelt werden.

Dass Kaftrio einen direkten Effekt auf den CFTR-Kanal hat, sieht man auch an seiner Wirkung auf den Schweißtest, der sonst für die Diagnose der Mukoviszidose genutzt wird. Der Salzgehalt im Schweiß ist bei Patienten mit Mukoviszidose erhöht. Dies misst man im Schweißtest. Werte über 60mmol/l Chlorid (Salz) im Schweiß deuten auf eine Mukoviszidose hin; unter 30mmol/l Chlorid ist der Getestete gesund. Durch Kaftrio verschieben sich die Werte von Mukoviszidose-Patienten von „krank“ in den „Graubereich“. Patienten mit einem Schweißtestwert im Graubereich haben in der Regel mildere Krankheitsverläufe als Patienten mit höheren Salzwerten im Schweiß.

Darüber hinaus möchten wir alle kleinen und großen Kinder für die Welt der Bücher interessieren, zum Lesen motivieren und ihre Phantasie anregen … denn

Bücher sind fliegende Teppiche ins Reich der Phantasie

In Erinnerung an unsere liebe Oma Christiana entstand 2021 die Fortsetzung des Billi-Buches in Gemeinschaftsarbeit von Opa Volkmar, Ute Philipp, Anke Jäpel und Kristin Wätzig. Dieses Mal erleben Billi und sein Freund Karl neue Abenteuer im nahen Wald. Dort treffen sie die Eule Donata, den Fuchs Harry, die Eichkätzchen Anni und Philli, den Eichelhäher Ernstl, Wildschwein Walli mit ihren Frischlingen, die Hermelinkaninchen Lena und Lukas u.v.m.

Unsere Bücher durften wir bereits zweimal bei über die Stadtgalerie Döbeln organisierten Buchlesungen vorstellen. Die erste Buchlesung fand noch mit „echten“ Zuhörern statt, die zweite Buchlesung konnte coronabedingt nur virtuell unter dem youtube-Kanal der Stadtgalerie erfolgen und ist unter https://youtu.be/N3zHYFuOadQ ansehbar.

Bei den Buchlesungen wurden wir tatkräftig von unseren Freunden Frank und Ramona Polster, Ute Philipp, Kathrin Fuchs, Sophie Metzner und dem Treibhaus eV unterstützt.

In der Vergangenheit veranstalteten wir gemeinsam mit anderen betroffenen Familien in der Region verschiedene Aktionen, z.B. den „Schutzengellauf“ in Hartha. Dieser wurde über das Gymnasium in Hartha initiiert und viele Jahre erfolgreich von den Schülern und deren Sponsoren unterstützt.

Vincents Oma Brigitte häkelt fleißig kleine Schutzengel, Schleimis, Osterküken und Glocken, die wir zugunsten des Muko eV. verkaufen.

Vielleicht ist Ihnen bei einem Bummel durch unsere Döbelner Innenstadt auch schon eine Spendendose des Muko eV begegnet. Wir werden hier liebevoll von den Einzelhändlern unterstützt, z.B. Schuhhaus Jung, C&M, Friseur pur.

Vor kurzem wurde mir als Vertreterin des Mukoviszidose eV im Rahmen einer Spendenaktion des Biologie-Leistungskurses des Lessing-Gymnasiums Döbeln ein symbolischer Scheck überreicht. Die Schüler hatten nach Behandlung des Themas Mukoviszidose im Unterricht den Wunsch geäußert, mit einer gemeinsamen Aktion Spenden für den Mukoviszidoseverein zu sammeln. Es ist toll, wenn es so engagierte Lehrer gibt, die theoretisches Wissen mit praktischer Anwendung verknüpfen und so die soziale Kompetenz der Schüler fördern! Bitte mehr davon…

 

 

Darüber hinaus gibt es auch online viele wunderbare Spendenmöglichkeiten:

Es kann so einfach sein, Gutes zu tun! Mit einem Klick!

Wir sind dankbar für all das Gute, was wir bisher erleben durften.

Wir möchten anderen Mut machen, niemals die Hoffnung aufzugeben!

Wir wünschen uns noch viele Gelegenheiten, Gutes zu tun …

Fam. Wätzig und Rütz

Allgemeine Themen / 5. April 2022

So geht gewinnen!

So geht gewinnen - Du gehörst in mein Team

Von Walter Stuber

„Otto!“ ruft es von links. „Andreas!“ von rechts. „Harald!“ wieder von links. Alle meine Freunde sind in die Fußballmannschaften gewählt worden. Nur ich nicht.  Wie immer. Schließlich höre ich ein genervtes: „Na, dann nehmen wir halt den Walter.“  Ich weiß nicht wie oft ich das in meiner Kindheit erlebt habe. Obwohl es so viele Jahre her ist, ist das Gefühl, nicht „erwählt“ zu sein, nur genommen zu werden, weil man halt noch da ist, noch ganz präsent.

Ich war der mollige Gehbehinderte, der nicht so flott wie die anderen hinter dem Ball herrennen konnte. Deshalb musste ich immer ins Tor. Damals war das für mich eine echte Strafe. Ich wollte viel lieber Tore schießen. Heute denke ich ganz anders. Ich habe dafür gesorgt, dass meine Mannschaft gewinnt. Torwart ist eine Schlüsselposition. Schließlich habe ich nach besten Kräften versucht, dass die gegnerische Mannschaft keinen Treffer landen konnte und an mir kam keiner vorbei.  Okay, fast keiner.

You ´ll never walk alone

Als Erwachsener habe ich festgestellt, dass es auch außerhalb des Spielfeldes Menschen gibt, an denen keiner vorbeikommt. Zumindest war das mein erster Eindruck. Wenn ich hinter die Fassade geschaut habe, änderte sich das manchmal schnell. Aber es gibt einen, an dem bin ich tatsächlich mein Leben lang nicht vorbeigekommen. Das ist Jesus Christus, der Gottes Sohn.

Schon als Kind habe ich in der Kirche gehört, dass er immer an meiner Seite sein möchte. Ich habe damals begriffen: Da ist einer, der steht zu mir, egal ob ich beim Fußball als Erster gewählt werde oder als Letzter. Er nimmt mich so, wie ich bin. Mit allen meinen Handicaps. „You ´ll never walk alone!“, wird in den Fußballstadien gegrölt. Das mit Gott und Jesus ging aber viel tiefer. Es war damals wie Balsam auf meiner Seele.

Bestätigung durch Erfolg?

Als Erwachsener habe ich das zur Seite geschoben. Ich dachte, dass ich meine Bestätigung durch Erfolg bekommen würde. Falsch gedacht. Ich spürte eine innere Leere. Jahrzehnte später, als es mir gesundheitlich sehr schlecht ging und ich mich einsam und verlassen fühlte, habe ich mich wieder an meinen (Kinder-) Glauben erinnert und ihn neu entdeckt. Das gab mir Kraft und Halt.

Bei Gott gibt es keine Außenseiter, keine „Looser“. Für ihn ist jeder Mensch gleich wichtig und liebenswert!  Um beim Bild von der Fußballmannschaft zu bleiben: Gott möchte jeden in seine Mannschaft holen! Sogar mich, wenn ich mich schwach fühle, nichts leisten kann. Im Internet habe ich dieses Plakat  entdeckt: „Du gehörst in mein Team. – Gott“ 

Ein besonderes Team

Dazu hat der Journalist und Liedermacher Jürgen Werth  diesen Text geschrieben: 

Ich brauche dich.

Ohne dich fehlt was.

Was du drauf hast, hast nur du drauf!

Solche Tore schießt nur du!

Also komm. Spiel mit.

 

Du brauchst mich,

Ohne mich läuft das Spiel an dir vorbei.

Kriegst du keine Pässe.

Rennst Du dir vergeblich die Lunge aus dem Leib.

Also komm. Spiel mit. Damit wir gewinnen.

Das Leben .

Ich habe es nicht bereut Teil, dass ich ein Teil dieses Team geworden bin. Mit meinem „Coach“ rede ich jeden Tag. Mit ihm bespreche ich alles, was mich bewegt, Sorgen und Freuden, wofür ich „Gott sei Dank“ sagen kann. Beten nennt man das. Das entlastet mich. Es zeigt mir, dass ich nicht die Welt retten muss und gibt mir Kraft für den Alltag als Geschäftsführer und Privatmann.

Übrigens: Dem Team kann wirklich jeder beitreten! Fragen Sie doch mal Christen in Ihrer Umgebung, den Pastor, die Pfarrerin oder gerne auch mich. Ich freue mich auf Ihre Mail.

Allgemeine Themen / 22. März 2022

Freundschaft, Zusammenhalt, Frieden – Was Geschenke bewirken können

Von Walter Stuber 

„Die beste Einladung, Die besten Gastgeber. Die besten Gäste. Die besten Momente. Für die Besten nur die Besten!“ In 15 Sekunden bringt es der Werbespot  Werbespot Die Besten – Die Besten Momente  von Ferrero  www.ferrero.de

auf den Punkt: Wenn man eingeladen ist, muss man ein Gastgeschenk mitbringen. Dass das am besten Schokoladenprodukte aus dem Hause Ferrero sein sollten, liegt auf der Hand. Man will ja schließlich den Umsatz steigern.Das Video ist die visuelle und produktbezogene Umsetzung des bekannten deutschen Sprichworts:  „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft.“. 

 

Der Wahrheitsgehalt dieser Binsenweisheit ist sogar wissenschaftlich belegt! Das Schenken hat  „eine evolutionäre Bedeutung“,  stellt der Psychologe Peter M. Wiblishauser in einem Interview  https://www.welt.de/wissenschaft/article1483244/Nicht-alle-Geschenke-erhalten-die-Freundschaft.html    mit der Zeitung „Welt“ fest. Seit Menschen in engeren Beziehungen leben, schenkt man sich was. Erst wurde nur der eigene Familienverbund bedacht, dann auch die, denen man zeigen wollte, dass sie einem wichtig sind. Heute sind kleine Geschenke auch in Geschäftsbeziehungen gang und gäbe.  Schenken ist ein Ritual, das den Zusammenhalt fördert. “, macht der Psychologe deutlich. 

 

Ein gewagter Gedanke für den Frieden

Geschenke stärken den Zusammenhalt. Da, wo Zusammenhalt besteht, kann Frieden einziehen. Wäre das nicht eine Möglichkeit um Konflikte in unserer Gesellschaft zu beizulegen. Oder mit Blick auf die aktuelle Weltlage: Könnte das sogar eine Lösung sein um Kriege zu beenden? 

 

Ich bin Unternehmer, Autor, Vater, Opa und Ehemann. Die Politik ist nicht mein Spezialgebiet. Trotzdem lässt mich dieser Gedanke nicht los: Ob ein „Geschenk“, wie auch immer das aussehen könnte, dafür sorgen könnte, dass Frieden in der Ukraine möglich wird?  Als „verrückter Unternehmer“ kann ich mir so eine – zugegeben – gewagte Frage erlauben. 

 

Frieden fängt bei mir an

Peace, Frieden, Schalom, Salam,   Frieden fängt bei uns selber an.“,     singt die Musikgruppe „Höhner“ in einem Weihnachtslied und trifft damit ins Schwarze. Bevor ich von Politikern verlange, dass sie Frieden in dieser Welt schaffen, muss ich erstmal schauen, dass es bei mir zu Hause friedvoll zugeht. Streit und Ärger sollen nicht die Oberhand gewinnen. Frieden fängt bei mir an und hat Auswirkungen auf mein berufliches und privates Umfeld und von da wirkt es in die Gesellschaft hinein.

 

Und falls doch mal der Haussegen bei mir schiefhängen sollte, sind ehrliche Worte gefragt, die mit Wertschätzung und Liebe angereichert sind. Die machen den Weg wieder frei für ein friedvolles Miteinander. Und vielleicht ist dann hin und wieder auch ein kleines Geschenk gefragt.  22