Allgemeine Themen

Allgemeine Themen / 11. August 2026

Mit 65 merke ich: Meine wichtigste Baustelle war nie meine Firma – sondern ich selbst.

Bildindex WalterStuber

Ich habe in meinem Leben viele Baustellen erlebt. Kleine und große, einfache und hochkomplizierte. Baustellen, bei denen Termine drückten, viel Geld auf dem Spiel stand und manchmal innerhalb weniger Minuten eine Entscheidung getroffen werden musste. Fast 47 Jahre war der Gerüstbau ein wesentlicher Teil meines Lebens. Ich war Unternehmer, Geschäftsführer, Gesellschafter und Arbeitgeber und trug Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden und Familien, die indirekt von unseren Entscheidungen abhängig waren.

Lange dachte ich deshalb: Das sind meine Baustellen. Heute, mit 65 Jahren, sehe ich das anders. Die schwierigste Baustelle meines Lebens stand nie in Leipzig, Dresden, Frankfurt oder irgendwo anders in Deutschland. Meine schwierigste Baustelle war und bin ich selbst.

Bei anderen sah ich die Fehler schneller als bei mir

Als Unternehmer lernt man, Probleme zu erkennen. Warum läuft eine Baustelle nicht? Warum denkt ein Mitarbeiter nicht mit? Warum hält jemand eine Vereinbarung nicht ein? Warum meldet sich ein Kunde nicht? Warum funktioniert ein Prozess nicht so, wie ich ihn geplant habe?

Ich war ziemlich gut darin, solche Dinge schnell zu erkennen. Bei einem Menschen habe ich allerdings viel zu lange nicht genau genug hingeschaut: bei Walter Stuber.

Heute kann ich offen darüber sprechen. Ich habe Menschen ins Wort gefallen. Ich habe zu wenig zugehört. Oft hatte ich schon eine Lösung im Kopf, bevor mein Gegenüber überhaupt ausgesprochen hatte. Ich habe ungefragt geholfen und Ratschläge gegeben, obwohl vielleicht gar kein Ratschlag gefragt war. Ich hatte hohe Erwartungen an Mitarbeiter, Geschäftspartner, Freunde und Menschen in meinem persönlichen Umfeld. Wurden diese Erwartungen nicht erfüllt, war ich enttäuscht.

Das Interessante daran: Schon 2019 habe ich in meinem Blog über „Erst zuhören – dann einschätzen“ geschrieben. Wenn ich diesen alten Beitrag heute lese, muss ich selbst ein wenig schmunzeln. Denn etwas zu wissen und etwas konsequent zu leben, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Weiterlesen: Walter Stuber: „Kennenlernen – Schätzen – Vertrauen“

Ich musste nicht jedes Problem lösen

Als Unternehmer war es meine Aufgabe, Probleme zu lösen. Deshalb hatte ich mir angewöhnt: Da ist ein Problem – also brauche ich eine Lösung. Schnell, konkret und möglichst sofort umsetzbar.

Im Unternehmen kann das eine Stärke sein. Im Umgang mit Menschen kann genau dieselbe Eigenschaft zur Schwäche werden.

Wenn mir jemand etwas erzählte, fing mein Kopf häufig sofort an zu arbeiten. Was könnte er machen? Wo liegt sein Fehler? Was würde ich an seiner Stelle tun? Und ehe der andere richtig fertig war, kam Walter mit einem Vorschlag.

Heute übe ich etwas, das eigentlich ganz einfach klingt: zuhören.

Nicht sofort antworten. Nicht sofort bewerten. Nicht sofort erklären, wie ich es machen würde. Vielleicht einfach einmal fragen: „Erzähl mal weiter.“

Das fällt mir heute leichter als früher, aber ich bin noch lange nicht am Ziel. Genau deshalb gefällt mir der Gedanke von Monika Bylitza, dass auch Scheitern einen Sinn haben kann. Hinfallen, erkennen, lernen und wieder aufstehen gehört zum Leben. Entscheidend ist nicht, keine Fehler mehr zu machen. Entscheidend ist, ob ich bereit bin, aus ihnen etwas zu lernen.

Lesenswert: Monika Bylitza: „Vom Sinn des Scheiterns“

Wertschätzung habe ich viel zu spät wirklich verstanden

Eine meiner größten Schwächen als Unternehmer war, dass ich häufig zuerst gesehen habe, was nicht funktioniert.

Neun Dinge waren gut gelaufen und eine Sache war schlecht. Worüber habe ich gesprochen? Über die eine schlechte Sache.

Damals hielt ich das teilweise für Führung. Schließlich muss ein Chef doch auf Fehler aufmerksam machen. Heute sehe ich das anders. Natürlich müssen Fehler angesprochen werden. Aber wenn Menschen immer nur hören, was sie falsch gemacht haben, verlieren sie irgendwann die Freude, Verantwortung zu übernehmen.

Wertschätzung bedeutet für mich heute auch nicht, ständig jedem auf die Schulter zu klopfen. Sie beginnt viel früher: jemanden ausreden lassen, hinschauen, Interesse zeigen, eine gute Leistung wahrnehmen und Danke sagen.

Über Wertschätzung habe ich schon vor Jahren geschrieben. In meinem Beitrag „Wertschätzung statt Hass“ ging es vor allem um den Umgang miteinander, auch in den sozialen Medien. Heute würde ich noch einen Satz ergänzen: Wertschätzung beginnt nicht bei Facebook oder LinkedIn. Sie beginnt bei mir selbst und bei der Art, wie ich dem Menschen begegne, der gerade vor mir steht.

Dazu passend: Walter Stuber: „Wertschätzung statt Hass“

Dankbarkeit verändert meinen Blick

Mit diesem Thema verbinde ich auch Sabine Langenbach. Ich habe sie als Dankbarkeitsbotschafterin kennengelernt und mich intensiv mit ihren Gedanken beschäftigt. Was mir daran gefällt: Dankbarkeit bedeutet nicht, dass plötzlich alles gut ist. Probleme verschwinden nicht, Krankheiten verschwinden nicht und Enttäuschungen lösen sich nicht einfach auf.

Aber Dankbarkeit verändert meinen Blick auf das, was trotzdem da ist.

Sabine beschreibt selbst, wie sie durch eine schwere Lebenssituation lernen musste, anders auf ihr Leben zu schauen. Aus dem „Warum?“ wurde mit der Zeit ein Blick auf das, wofür sie trotz allem dankbar sein konnte.

Auch wir haben dieses Thema bereits auf meinem Blog aufgegriffen. Für mich ist daraus ein wichtiger Gedanke entstanden: Wenn ich nur darauf schaue, was mir fehlt, werde ich immer etwas finden. Wenn ich bewusst darauf schaue, was mir geschenkt wurde, verändert sich meine Haltung.

Weiterlesen: Sabine Langenbach – die Dankbarkeitsbotschafterin: Mehr „Danke“ im Alltag und im Business

Und auch auf MehrDanke habe ich über Sabines Ansatz geschrieben:

Weiterlesen: „Dankbarkeit neu gedacht: Sabine Langenbach im Fokus“

Warum bin ich eigentlich so geworden?

Diese Frage ist für mich inzwischen wichtiger als die Frage: Wer hat schuld?

Warum fällt es mir leichter, einen Fehler zu sehen als etwas Gutes? Warum hatte und habe ich teilweise so hohe Erwartungen an Menschen? Warum möchte ich helfen, obwohl niemand um Hilfe gebeten hat? Warum ärgert es mich, wenn Menschen sich nicht melden? Warum fällt es mir manchmal schwer, Dinge einfach stehenzulassen?

Ich habe angefangen, mich mit meiner eigenen Geschichte zu beschäftigen. Mit meiner Kindheit, meiner Erziehung, meinen Eltern und den Erfahrungen, die mich geprägt haben.

Dabei habe ich etwas Wichtiges gelernt: Meine Vergangenheit erklärt manches – aber sie entschuldigt nicht alles.

Am Ende bin ich dafür verantwortlich, wie ich heute mit anderen Menschen umgehe.

Meine Firma konnte ich übergeben – meine Gewohnheiten nicht

Ende 2025 habe ich mein Unternehmen an die nächste Generation übergeben. Nach so vielen Jahrzehnten Unternehmertum war das ein gewaltiger Einschnitt. Plötzlich entscheiden andere. Andere führen. Andere tragen die Verantwortung.

Nur eines konnte ich nicht mit übergeben: Walter Stuber.

Meine Gewohnheiten, meine Erwartungen, meine Ungeduld, meine Stärken und meine Schwächen sind mit mir mitgegangen.

Und plötzlich entstanden Fragen, für die es keine betriebswirtschaftliche Auswertung gibt: Wer bin ich eigentlich, wenn ich nicht mehr jeden Morgen als Geschäftsführer gebraucht werde? Warum möchte ich gebraucht werden? Warum erwarte ich bestimmte Reaktionen von anderen Menschen? Warum verletzt es mich, wenn sich jemand nicht meldet? Warum fällt Loslassen manchmal so schwer?

Darüber habe ich schon einmal sehr persönlich geschrieben, als eine Freundschaft plötzlich vor einer geschlossenen Tür stand. Auch heute beschäftigt mich die Frage, wie viel wir von anderen erwarten dürfen – und wann wir lernen müssen loszulassen.

Mein persönlicher Beitrag dazu: Walter Stuber: „Wenn die Tür zu bleibt – Gedanken an meine Freunde“

Der größte Invest meines Lebens bin ich selbst

Ich habe als Unternehmer viel Geld investiert: in Fahrzeuge, Technik, Software, Weiterbildung, Mitarbeiter, Beratung und Unternehmensentwicklung. Das war richtig und notwendig.

Heute würde ich einen Invest ganz oben auf die Liste setzen: die Arbeit am eigenen ICH.

Dazu gehören für mich Gespräche, Coaching, Bücher, mein christlicher Glaube und vor allem Selbstreflexion. Monika Bylitza hat mich in diesem Prozess ebenfalls begleitet. Ein Satz von ihr aus einem Coaching ist mir besonders hängen geblieben: „Du bist vielfältig.“ Ich hatte lange manches an mir eher als Unruhe oder Schwäche gesehen. Manchmal braucht es einen Menschen von außen, der einem hilft, die eigene Persönlichkeit anders zu betrachten.

Darüber habe ich bereits in meinem Beitrag „Weniger ist mehr“ geschrieben.

Weiterlesen: Walter Stuber: „Weniger ist mehr“

Die Arbeit am eigenen ICH bedeutet für mich aber nicht, mich ständig selbst zu optimieren. Das wäre nur die nächste Form von Leistungsdruck. Es bedeutet, mich ehrlich zu betrachten. Wo verletze ich andere? Wo erwarte ich zu viel? Wo höre ich nicht richtig zu? Wo rede ich, obwohl Schweigen besser wäre? Wo muss ich mich entschuldigen? Und wo darf ich auch lernen, mich selbst anzunehmen?

Mit 65 bin ich noch lange nicht fertig

Früher dachte ich vielleicht, mit zunehmendem Alter würde man automatisch weiser. Heute glaube ich das nicht mehr. Man kann auch 30 Jahre lang denselben Fehler wiederholen.

Alter allein verändert keinen Menschen.

Veränderung beginnt dort, wo ich bereit bin, mich selbst infrage zu stellen.

Ich bin heute 65 Jahre alt. Ich habe viel erlebt, Erfolge gefeiert und Niederlagen eingesteckt. Ich habe gute Entscheidungen getroffen und falsche. Ich habe Menschen geholfen und sicherlich auch Menschen verletzt. Menschen haben mich enttäuscht und ich habe andere enttäuscht.

Und trotzdem – oder gerade deshalb – möchte ich weiter lernen.

Schon 2023 habe ich über Lebenszeit geschrieben und darüber, wie viel davon wir verschwenden, wenn wir uns über Dinge ärgern, die wir nicht verändern können. Dieser Gedanke ist für mich heute noch wichtiger geworden. citeturn2search0

Weiterlesen: Walter Stuber: „Lebenszeit nutzen, nicht verschwenden“

Meine wichtigste Baustelle bleibt geöffnet

Normalerweise möchte man eine Baustelle irgendwann fertigstellen. Bei dieser einen Baustelle hoffe ich inzwischen, dass sie bis zu meinem letzten Tag geöffnet bleibt.

Ich möchte weiter lernen, besser zuzuhören. Weniger von anderen zu erwarten. Mehr wertzuschätzen. Öfter Danke zu sagen. Mich zu entschuldigen, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Nicht ungefragt jedes Problem lösen zu wollen. Beziehungen anzunehmen, wie sie sind, und auch akzeptieren zu können, wenn sich Wege trennen.

Vor allem möchte ich mir immer wieder eine Frage stellen:

Walter, was kannst du an dir verändern, bevor du von anderen verlangst, dass sie sich verändern?

Vielleicht ist das eine meiner wichtigsten Erkenntnisse nach 65 Lebensjahren und fast fünf Jahrzehnten Berufsleben:

Ich habe mein Leben lang Baustellen organisiert, Unternehmen weiterentwickelt, Menschen geführt und Probleme gelöst. Vieles davon ist mir gelungen. Manches nicht.

Heute weiß ich: Meine wichtigste Baustelle war nie meine Firma. Meine wichtigste Baustelle war und bin ich selbst.

Und an dieser Baustelle arbeite ich weiter.

Nicht, weil ich irgendwann ein perfekter Mensch werden möchte. Das werde ich nicht.

Sondern weil ich morgen vielleicht ein kleines Stück aufmerksamer, dankbarer und wertschätzender mit meinen Mitmenschen umgehen kann als gestern.

Und jetzt meine Frage an dich: Wann hast du zuletzt nicht darüber nachgedacht, was die anderen ändern sollten, sondern dich ehrlich gefragt: Was sollte ich selbst an mir verändern?

Allgemeine Themen / 4. August 2026

Was ich heute mache – und warum Loslassen die beste Entscheidung meines Lebens war

 

 

Dresden, 2026-05-28
Foto: SZ/ Veit Hengst

Immer wieder werde ich gefragt: „Walter, was machst du eigentlich heute?“

 

Eine berechtigte Frage.

Zum 31. Dezember habe ich meine Geschäftsanteile an der Gemeinhardt Service GmbH an meinen Sohn Ingolf übergeben. Nach vielen Jahrzehnten als Gesellschafter und Geschäftsführer begann für mich ein neuer Lebensabschnitt.

Viele Unternehmer träumen vom Loslassen.

Ich wollte ihn leben.

 

Loslassen heißt wirklich loslassen

 

Für mich bedeutet Unternehmensnachfolge nicht, jeden Tag anzurufen oder nachzufragen, wie es läuft. Loslassen heißt Vertrauen schenken.

Es heißt, dem Nachfolger die Chance zu geben, seinen eigenen Weg zu gehen – auch wenn er manches anders macht, als ich es gemacht hätte.

Heute, mehr als sieben Monate später, kann ich voller Dankbarkeit sagen: Es war die richtige Entscheidung.

Ich war seit der Übergabe nicht mehr im Unternehmen. Von meinem Sohn Ingolf und meinem ehemaligen Mitgesellschafter Dirk kamen nur wenige Rückfragen. Genau so hatte ich mir eine gelungene Übergabe vorgestellt.

Natürlich interessiert mich weiterhin, wie sich das Unternehmen entwickelt. Aber es ist heute ihr Unternehmen – nicht mehr meines.

Darauf bin ich stolz.

➡️ Mehr zum Thema Unternehmensnachfolge findest du hier: Es ist vollbracht

 

Warum ich heute Mastermind-Gruppen aufbaue

 

Ich habe in meinem Berufsleben Tausende Projekte begleitet und unzählige Unternehmer kennengelernt. Dabei ist mir eines immer wieder aufgefallen:

Viele kämpfen mit denselben Herausforderungen – nur jeder für sich allein.

Genau deshalb baue ich heute Mastermind-Gruppen auf.

Unternehmerinnen und Unternehmer treffen sich regelmäßig, sprechen offen über ihre Herausforderungen und profitieren von den Erfahrungen der anderen.

Das ist keine klassische Beratung.

Es ist kollegiale Beratung auf Augenhöhe.

Wer die Fehler anderer kennt, muss sie nicht selbst machen.

Und wer gute Ideen miteinander teilt, entwickelt sein Unternehmen oft deutlich schneller weiter.

➡️ Hier erfährst du mehr über meine Mastermind-Idee: Top-Mastermind

 

Unternehmer beraten – damit wieder Zeit zum Leben bleibt

 

Bereits zwischen 2003 und 2010 war ich als Unternehmensberater tätig.

Heute begleite ich wieder ausgewählte Unternehmerinnen und Unternehmer.

Nicht mit fertigen Patentlösungen.

Sondern mit Erfahrung aus fast fünf Jahrzehnten Unternehmertum.

Mein Ziel ist einfach:

Mehr Freizeit.

Bessere Strukturen.

Mehr Verantwortung im Team.

Und trotzdem steigende Umsätze und Gewinne.

Ein Unternehmen darf nicht vom Chef abhängig sein.

Es muss auch funktionieren, wenn der Unternehmer einmal zwei oder drei Wochen nicht erreichbar ist.

➡️ Mehr dazu findest du in meinen Beiträgen über Führung, Delegation und Unternehmertum.

Künstliche Intelligenz begeistert mich jeden Tag

Ich liebe es zu lernen.

Auch mit 65 Jahren.

Seit rund vier Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Künstlicher Intelligenz, Automatisierung, Prozessoptimierung und modernen Arbeitsabläufen.

Ich bin überzeugt:

KI ersetzt den Unternehmer nicht.

Aber sie kann ihm unglaublich viel Arbeit abnehmen.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben hier enormes Potenzial.

Wer heute beginnt zu lernen, wird morgen deutlich entspannter arbeiten.

➡️ Hier findest du meine Gedanken rund um KI und Digitalisierung.

Netzwerke verändern Menschen

 

Seit vielen Jahren nutze ich das internationale Unternehmernetzwerk BNI.

Natürlich entstehen dort Empfehlungen.

Viel wichtiger sind für mich jedoch die Begegnungen.

Menschen mit Ideen.Menschen mit Erfahrung.

Menschen, die bereit sind, einander weiterzuhelfen.

Ebenso wichtig sind mir mein Engagement bei Rotary und bei den Christlichen Motorradfahrern Sachsen.

Dort geht es nicht um Umsatz.

Dort geht es um Gemeinschaft, Verantwortung und darum, anderen Menschen zu dienen.

➡️ Mehr über mein Netzwerk und meine Erfahrungen findest du in meinen Beiträgen zu BNI, Rotary, FaktorC und den Christlichen Motorradfahrern.

Zeit mit Gundi – bewusster als früher

 

Früher stand das Unternehmen oft an erster Stelle.

Heute genieße ich die gemeinsame Zeit mit meiner Frau Gundi viel bewusster.

Unser Garten. Unsere Grundstücke. Ein gemeinsamer Kaffee. Ein Spaziergang.

Diese kleinen Momente haben für mich heute einen viel größeren Wert als früher.

Erfolg misst sich nicht nur in Zahlen.

Er misst sich auch in gemeinsamer Zeit.

Mein Glaube gibt mir Orientierung

 

Ich bin Christ.

Nicht nur am Sonntag.

Mein Glaube begleitet mich im Alltag.

Er prägt meine Entscheidungen.

Er erinnert mich daran, dankbar zu sein.

Und er motiviert mich, Menschen Mut zu machen.

Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch Begabungen bekommen hat.

Die entscheidende Frage lautet:

Was machen wir daraus?

➡️ Viele Gedanken dazu findest du in meinen christlichen Mutmacher-Beiträgen.

Was ich mir für die Zukunft wünsche

„Er war Unternehmer.“

Ich wünsche mir, dass Menschen sagen:

Walter hat Spuren in Menschen hinterlassen.

Das wäre für mich der schönste Satz, den man einmal über mein Leben sagen könnte.

Ganz Privat / 23. Juni 2026

Ein Lächeln für Josefine – und warum Henry uns Hoffnung schenkt

Bild: Walter Stuber

Manchmal gibt es Geschichten, die gehen direkt ins Herz.

Nicht, weil sie perfekt sind. Sondern weil Menschen trotz schwerster Umstände nicht aufgeben. Unsere Enkelin Josefine ist so eine Geschichte.

Kurz nach ihrer Geburt wurde bei ihr eine schwere Hirnhautentzündung diagnostiziert. Seitdem kämpft sie mit Epilepsie, motorischen Einschränkungen und schwerer Skoliose. Viele Dinge, die für andere Kinder selbstverständlich sind, sind für Josefine tägliche Herausforderungen.

Und trotzdem erleben wir als Familie immer wieder kleine Wunder:

ein Lächeln, eine Reaktion, ein Blick, neue Bewegungen, kleine Fortschritte. 

Jetzt gibt es neue Hoffnung:

Eine Delfintherapie auf Curaçao.
Diese Therapie kombiniert Wasser, Bewegung, Emotionen und tiergestützte Förderung. Ziel ist es, Mobilität, Konzentration, Wahrnehmung und Selbstvertrauen zu stärken. Viele Familien berichten von Entwicklungen, die vorher kaum vorstellbar waren.  

Mehr Informationen zur Delfintherapie auf Curaçao finden Sie direkt beim offiziellen Curaçao Dolphin Therapy Center (CDTC). Dort werden seit vielen Jahren Kinder und Erwachsene mit unterschiedlichsten Einschränkungen therapeutisch begleitet.

Natürlich weiß ich:

Es gibt bei Delfintherapien auch kritische Stimmen und wissenschaftliche Diskussionen über die langfristige Wirksamkeit.

Aber ich weiß auch etwas anderes:

Wenn man ein schwerbehindertes Kind in der Familie hat, dann lernt man, Hoffnung nicht vorschnell aufzugeben.

Und genau hier kommt Henry ins Spiel.
Vor einiger Zeit durfte ich auf meinem Blog einen Gastbeitrag über Henry veröffentlichen. Henry durfte selbst eine Delfintherapie erleben. Seine Familie berichtete von positiven Veränderungen, neuer Motivation und echter Hoffnung für den Alltag.  

Dieser Beitrag hat unsere Familie tief bewegt.

Denn plötzlich war da nicht nur Theorie.

Da war ein Kind.
Eine echte Geschichte.
Echte Eltern.
Echte Fortschritte.

Und genau daraus entstand die Idee:

Warum nicht auch Josefine diese Chance ermöglichen?

Als Opa und Oma werden wir selbstverständlich selbst spenden. Nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten.

Aber solche Therapien kosten viele tausend Euro und werden von den Krankenkassen nicht übernommen. 

Deshalb brauchen wir Menschen mit Herz.
Menschen, die sagen:

„Ich helfe mit.“
Jeder Betrag zählt.
Wirklich jeder.

Spendenkonto für Josefine 🐬

Empfänger: delfine therapieren menschen e.V.
IBAN: DE52 3005 0110 0020 0024 24
BIC: DUSSDEDDXXX
Bank: Stadtsparkasse Düsseldorf
Verwendungszweck: Josefine Enya Stuber

Weitere Informationen zu Josefine finden Sie auf http://Josefine-Stuber.de

Den Beitrag über Henry finden Sie hier:  Henrys Delfintherapie

Ich glaube fest daran:
Menschen können füreinander Hoffnung werden.
Nicht durch große Reden.

Sondern durch kleine Taten mit großer Wirkung. 
▶️ Helfen Sie mit, Josefine ein neues Stück Lebensfreude zu schenken?

Ganz Privat / 26. Mai 2026

Lagos an der Algarve – warum wir sicher wiederkommen

Bild: Walter Stuber

Manchmal braucht es gar keine Fernreise ans andere Ende der Welt. Manchmal reicht ein Ort, an dem das Leben langsamer läuft, die Menschen entspannter sind und man morgens das Meer riecht. Genau das haben wir in Lagos an der Algarve erlebt.

Unser Flug ging von München nach Faro. Dort haben wir direkt am Flughafen ein Mietauto übernommen und sind dann etwa eine Stunde Richtung Lagos gefahren. Rückblickend mussten wir schmunzeln: Später haben wir festgestellt, dass wir eigentlich gar kein Auto gebraucht hätten. Vom Flughafen Faro fährt ganz entspannt der Zug direkt nach Lagos. So einfach wäre es gewesen.

Unser Vier-Sterne-Hotel hatten wir bereits im Oktober reserviert. Es lag direkt gegenüber der Fußgänger-Hebebrücke – eine perfekte Lage. Organisiert und gebucht haben wir die Reise wie immer über CM Travel bei Cathrin Müller-Wrege. Gerade bei Reisen merkt man, wie wichtig Erfahrung und gute Beratung sind. Es hat wieder alles problemlos funktioniert.

Und genau da zeigte sich ein großer Vorteil: Ende Mai ist die Algarve deutlich günstiger als im Hochsommer. Rund 1.000 Euro pro Woche Unterschied sind keine Kleinigkeit. Gleichzeitig ist das Wetter bereits traumhaft.

Für uns war Ende Mai wahrscheinlich die beste Reisezeit überhaupt.

Temperaturen zwischen 21 und 30 Grad, kaum Touristen, leere Strände und eine unglaubliche Ruhe. Genau das macht den Unterschied. Während sich im Sommer oft alles drängt, hatte man jetzt das Gefühl, die Algarve gehört einem fast allein.

Besonders beeindruckt hat uns die Freiheit. Man konnte spontan mit dem Auto ins Hinterland fahren, kleine Orte entdecken oder in nur 30 Minuten an völlig andere Traumstrände gelangen. Und überall diese Kulisse: Felsen, Meer, kleine Buchten und dieses besondere Licht der Algarve.

Die Innenstadt von Lagos hat uns ebenfalls begeistert. Viele kleine Geschäfte, Restaurants aus aller Welt, gemütliche Plätze und eine entspannte Atmosphäre. Kein Stress. Kein Gedränge. Einfach angenehm.

Normalerweise gilt die Algarve als eines der schönsten Wandergebiete Europas. Für mich persönlich geht das durch meine Gehhilfen leider nur eingeschränkt. Trotzdem war vieles möglich. Selbst Spaziergänge am Strand konnten wir machen. Genau das hat mich positiv überrascht. Man muss nicht perfekt zu Fuß sein, um die Algarve genießen zu können.

Ein echter Geheimtipp ist auch der Zoo de Lagos, etwa 18 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Man kommt bequem mit dem Auto hin, es fährt aber auch ein Bus dorthin. Gerade für Familien oder Menschen, die Tiere mögen, lohnt sich der Besuch.

Was uns besonders gefallen hat: Diese Mischung aus Natur, Meer, Ruhe und Lebensqualität. Die Algarve wirkt nicht künstlich oder überdreht. Sie wirkt echt.

Wir werden sicher wiederkommen. Und beim nächsten Mal kennen wir uns schon ein bisschen aus.

Vielleicht ist genau das das Schönste am Reisen:

Wenn aus einem Urlaub langsam ein Ort wird, an den man zurückkehren möchte.

Allgemeine Themen / 12. Mai 2026

Plastikparadies für Touristen – Plastikproblem für Ägypten

Bild: Walter Stuber

Hurghada. Sonne. Meer. Hotelanlagen. Perfekte Urlaubswelt.
Doch sobald man das Hotel verlässt, sieht man eine andere Realität: Plastikflaschen, Tüten und Verpackungen liegen überall. Straßenränder, Baustellen, leere Grundstücke – Plastik ohne Ende.

Die Zahlen bestätigen dieses Bild.
Ägypten produziert jährlich rund 5,4 Millionen Tonnen Plastik. Etwa 250.000 Tonnen gelangen jedes Jahr ins Mittelmeer. Damit gehört das Land zu den größten Plastikverschmutzern der Region.

Die offizielle Geschichte: Gesetze und Projekte

Die Regierung weiß, dass das Problem existiert.
Es gibt Gesetze, Programme und Initiativen:

  • Einwegplastik-Verbote in Regionen am Roten Meer
  • Neues Abfallgesetz seit 2020, das Recycling fördern soll
  • Projekte wie „Hemaya“ oder „Precious Plastic“, die Recycling aufbauen
  • Programme mit Unterstützung aus Europa, um Müll besser zu sammeln

Auf dem Papier klingt das gut.

Die Realität vor Ort

Die Realität sieht anders aus.

In vielen Hotels wird beim Frühstück weiterhin massiv Plastik verwendet:

  • Marmelade in Mini-Plastikpackungen
  • Honig einzeln verpackt
  • Plastikbecher
  • Plastikbesteck
  • Plastikverpackungen für Brot und Snacks
  • Wasserflaschen überall

Und außerhalb der Hotelanlagen?
Plastikmüll auf Straßen, auf Brachflächen, teilweise sogar in der Wüste.

Das Problem ist nicht nur das Plastik selbst.
Das Problem ist das fehlende funktionierende Müllsystem.

Nur etwa 60 % des Mülls werden überhaupt eingesammelt. Der Rest landet in der Umwelt.

Tourismus und Verantwortung

Ägypten lebt stark vom Tourismus. Millionen Urlauber kommen jedes Jahr ans Rote Meer.

Doch Tourismus bringt auch Müll:

  • Plastikflaschen
  • Verpackungen
  • Einwegprodukte
  • Hotelabfälle

Viele Hotels versuchen, das Problem zu verstecken. Die Anlage wird sauber gehalten – außerhalb interessiert es kaum jemanden.

Das ist Augenwischerei.

Die unbequeme Frage

Wenn ein Land vom Tourismus lebt, muss es auch Verantwortung übernehmen.

Saubere Strände und saubere Städte sind kein Luxus.
Sie sind Voraussetzung.

Sonst zerstört man genau das, wovon man lebt: Natur, Meer und Landschaft.

Boykott als Druckmittel?

Eine provokante Frage steht im Raum:

Sollten Touristen Länder meiden, die ihre Umwelt sichtbar vermüllen lassen?

Ein Boykott würde wirtschaftlichen Druck erzeugen.
Doch er würde auch Menschen treffen, die vom Tourismus leben und selbst kaum Einfluss auf das Müllsystem haben.

Die bessere Lösung wäre klarer Druck von zwei Seiten:

  1. Touristen, die bewusst nach plastikarmen Hotels fragen
  2. Hotels, die konsequent auf Mehrwegsysteme umstellen
  3. Regierungen, die funktionierende Müllsysteme aufbauen

Was wirklich helfen würde

Ein paar einfache Maßnahmen würden sofort Wirkung zeigen:

  • Glasflaschen statt Plastikflaschen in Hotels
  • Große Marmeladen- und Honigspender statt Einzelverpackungen
  • Wiederverwendbares Geschirr statt Plastik
  • Pfandsysteme für Flaschen
  • Mülltrennung in Hotels und Städten
  • Recyclinganlagen

Das ist keine Raketenwissenschaft.
Europa hat das in den letzten Jahrzehnten geschafft.

Fazit

Ägypten hat fantastische Landschaften, Geschichte und Kultur.
Aber das Plastikproblem ist unübersehbar.

Gesetze allein reichen nicht.
Entscheidend ist Umsetzung.

Wenn das Land den Müll nicht in den Griff bekommt, wird es langfristig ein Imageproblem bekommen.

Denn immer mehr Reisende stellen sich eine einfache Frage:

Will ich meinen Urlaub wirklich in einer Plastikwelt verbringen?