Alle Beiträge von Walter Stuber

Glauben / 9. Juni 2026

Was Leser mitnehmen – und was ich loslassen muss

Beim Lesen von „Herztöne – Lauschen auf den Klang des Lebens“ von Martin Schleske hat mich ein Satz im Vorwort getroffen. Nicht nett. Nicht poetisch. Sondern wahr.

Die Dinge können wahrgenommen, aufgenommen, angenommen werden. Aber man hat keinen Zugriff darauf. 

Genau das erlebe ich auch beim Schreiben. Und noch stärker beim Veröffentlichen meines Buches „Immer gut gerüstet – Mein Leben zwischen Baustelle und Bibel“.

Ein Buch entsteht nicht aus Kalkül. Nicht aus Strategie. Nicht aus Marketinglogik. Die inneren Worte lassen sich nicht konstruieren. Die Bilder nicht erzwingen.
Sie kommen – oder sie kommen nicht.

Ich habe mein Leben aufgeschrieben: Baustelle und Bibel. Führung und Zweifel. Erfolg und Brüche. Glauben mitten im Alltag.

Was Leser daraus machen, entzieht sich meiner Kontrolle.

Natürlich wünsche ich mir Rückmeldungen. Ich möchte wissen:

  • Welche Geschichte hat berührt?
  • Welcher Abschnitt hat etwas ausgelöst?
  • Wo hat jemand innegehalten?

Aber ich merke: Das Entscheidende passiert im Stillen. Im Inneren des Lesers.
Dort, wo ich keinen Zugriff habe.

Und das ist kein Mangel. Das ist eine geistliche Wahrheit.

Nicht ich wirke.
Nicht mein Buch verändert Herzen.
Ich säe. Gott wirkt.

Auch wenn ich nie erfahre, was jemand angenommen hat – Gott weiß es.
Er kennt den Weg des Lesers. Und er kennt meinen.

Loslassen gehört dazu.
Vertrauen auch.

Vielleicht ist genau das der tiefere Sinn von Büchern, die aus dem Leben geschrieben sind:
Sie gehen ihren eigenen Weg.
Wie ein Samen im Boden.

Und manchmal sieht man die Frucht.
Oft nicht.

Aber sie wächst trotzdem.

Ganz Privat / 26. Mai 2026

Lagos an der Algarve – warum wir sicher wiederkommen

Bild: Walter Stuber

Manchmal braucht es gar keine Fernreise ans andere Ende der Welt. Manchmal reicht ein Ort, an dem das Leben langsamer läuft, die Menschen entspannter sind und man morgens das Meer riecht. Genau das haben wir in Lagos an der Algarve erlebt.

Unser Flug ging von München nach Faro. Dort haben wir direkt am Flughafen ein Mietauto übernommen und sind dann etwa eine Stunde Richtung Lagos gefahren. Rückblickend mussten wir schmunzeln: Später haben wir festgestellt, dass wir eigentlich gar kein Auto gebraucht hätten. Vom Flughafen Faro fährt ganz entspannt der Zug direkt nach Lagos. So einfach wäre es gewesen.

Unser Vier-Sterne-Hotel hatten wir bereits im Oktober reserviert. Es lag direkt gegenüber der Fußgänger-Hebebrücke – eine perfekte Lage. Organisiert und gebucht haben wir die Reise wie immer über CM Travel bei Cathrin Müller-Wrege. Gerade bei Reisen merkt man, wie wichtig Erfahrung und gute Beratung sind. Es hat wieder alles problemlos funktioniert.

Und genau da zeigte sich ein großer Vorteil: Ende Mai ist die Algarve deutlich günstiger als im Hochsommer. Rund 1.000 Euro pro Woche Unterschied sind keine Kleinigkeit. Gleichzeitig ist das Wetter bereits traumhaft.

Für uns war Ende Mai wahrscheinlich die beste Reisezeit überhaupt.

Temperaturen zwischen 21 und 30 Grad, kaum Touristen, leere Strände und eine unglaubliche Ruhe. Genau das macht den Unterschied. Während sich im Sommer oft alles drängt, hatte man jetzt das Gefühl, die Algarve gehört einem fast allein.

Besonders beeindruckt hat uns die Freiheit. Man konnte spontan mit dem Auto ins Hinterland fahren, kleine Orte entdecken oder in nur 30 Minuten an völlig andere Traumstrände gelangen. Und überall diese Kulisse: Felsen, Meer, kleine Buchten und dieses besondere Licht der Algarve.

Die Innenstadt von Lagos hat uns ebenfalls begeistert. Viele kleine Geschäfte, Restaurants aus aller Welt, gemütliche Plätze und eine entspannte Atmosphäre. Kein Stress. Kein Gedränge. Einfach angenehm.

Normalerweise gilt die Algarve als eines der schönsten Wandergebiete Europas. Für mich persönlich geht das durch meine Gehhilfen leider nur eingeschränkt. Trotzdem war vieles möglich. Selbst Spaziergänge am Strand konnten wir machen. Genau das hat mich positiv überrascht. Man muss nicht perfekt zu Fuß sein, um die Algarve genießen zu können.

Ein echter Geheimtipp ist auch der Zoo de Lagos, etwa 18 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Man kommt bequem mit dem Auto hin, es fährt aber auch ein Bus dorthin. Gerade für Familien oder Menschen, die Tiere mögen, lohnt sich der Besuch.

Was uns besonders gefallen hat: Diese Mischung aus Natur, Meer, Ruhe und Lebensqualität. Die Algarve wirkt nicht künstlich oder überdreht. Sie wirkt echt.

Wir werden sicher wiederkommen. Und beim nächsten Mal kennen wir uns schon ein bisschen aus.

Vielleicht ist genau das das Schönste am Reisen:

Wenn aus einem Urlaub langsam ein Ort wird, an den man zurückkehren möchte.

Allgemeine Themen / 12. Mai 2026

Plastikparadies für Touristen – Plastikproblem für Ägypten

Bild: Walter Stuber

Hurghada. Sonne. Meer. Hotelanlagen. Perfekte Urlaubswelt.
Doch sobald man das Hotel verlässt, sieht man eine andere Realität: Plastikflaschen, Tüten und Verpackungen liegen überall. Straßenränder, Baustellen, leere Grundstücke – Plastik ohne Ende.

Die Zahlen bestätigen dieses Bild.
Ägypten produziert jährlich rund 5,4 Millionen Tonnen Plastik. Etwa 250.000 Tonnen gelangen jedes Jahr ins Mittelmeer. Damit gehört das Land zu den größten Plastikverschmutzern der Region.

Die offizielle Geschichte: Gesetze und Projekte

Die Regierung weiß, dass das Problem existiert.
Es gibt Gesetze, Programme und Initiativen:

  • Einwegplastik-Verbote in Regionen am Roten Meer
  • Neues Abfallgesetz seit 2020, das Recycling fördern soll
  • Projekte wie „Hemaya“ oder „Precious Plastic“, die Recycling aufbauen
  • Programme mit Unterstützung aus Europa, um Müll besser zu sammeln

Auf dem Papier klingt das gut.

Die Realität vor Ort

Die Realität sieht anders aus.

In vielen Hotels wird beim Frühstück weiterhin massiv Plastik verwendet:

  • Marmelade in Mini-Plastikpackungen
  • Honig einzeln verpackt
  • Plastikbecher
  • Plastikbesteck
  • Plastikverpackungen für Brot und Snacks
  • Wasserflaschen überall

Und außerhalb der Hotelanlagen?
Plastikmüll auf Straßen, auf Brachflächen, teilweise sogar in der Wüste.

Das Problem ist nicht nur das Plastik selbst.
Das Problem ist das fehlende funktionierende Müllsystem.

Nur etwa 60 % des Mülls werden überhaupt eingesammelt. Der Rest landet in der Umwelt.

Tourismus und Verantwortung

Ägypten lebt stark vom Tourismus. Millionen Urlauber kommen jedes Jahr ans Rote Meer.

Doch Tourismus bringt auch Müll:

  • Plastikflaschen
  • Verpackungen
  • Einwegprodukte
  • Hotelabfälle

Viele Hotels versuchen, das Problem zu verstecken. Die Anlage wird sauber gehalten – außerhalb interessiert es kaum jemanden.

Das ist Augenwischerei.

Die unbequeme Frage

Wenn ein Land vom Tourismus lebt, muss es auch Verantwortung übernehmen.

Saubere Strände und saubere Städte sind kein Luxus.
Sie sind Voraussetzung.

Sonst zerstört man genau das, wovon man lebt: Natur, Meer und Landschaft.

Boykott als Druckmittel?

Eine provokante Frage steht im Raum:

Sollten Touristen Länder meiden, die ihre Umwelt sichtbar vermüllen lassen?

Ein Boykott würde wirtschaftlichen Druck erzeugen.
Doch er würde auch Menschen treffen, die vom Tourismus leben und selbst kaum Einfluss auf das Müllsystem haben.

Die bessere Lösung wäre klarer Druck von zwei Seiten:

  1. Touristen, die bewusst nach plastikarmen Hotels fragen
  2. Hotels, die konsequent auf Mehrwegsysteme umstellen
  3. Regierungen, die funktionierende Müllsysteme aufbauen

Was wirklich helfen würde

Ein paar einfache Maßnahmen würden sofort Wirkung zeigen:

  • Glasflaschen statt Plastikflaschen in Hotels
  • Große Marmeladen- und Honigspender statt Einzelverpackungen
  • Wiederverwendbares Geschirr statt Plastik
  • Pfandsysteme für Flaschen
  • Mülltrennung in Hotels und Städten
  • Recyclinganlagen

Das ist keine Raketenwissenschaft.
Europa hat das in den letzten Jahrzehnten geschafft.

Fazit

Ägypten hat fantastische Landschaften, Geschichte und Kultur.
Aber das Plastikproblem ist unübersehbar.

Gesetze allein reichen nicht.
Entscheidend ist Umsetzung.

Wenn das Land den Müll nicht in den Griff bekommt, wird es langfristig ein Imageproblem bekommen.

Denn immer mehr Reisende stellen sich eine einfache Frage:

Will ich meinen Urlaub wirklich in einer Plastikwelt verbringen?

Glauben / 29. April 2026

Blütenfest, Begegnung und ein Ort mit Haltung

Bild: Walter Stuber
Bild: Walter Stuber

SILOAH Hof

2 Stunden und 15 Minuten Fahrzeit von Leisnig – und es hat sich gelohnt. Am 26.04. war ich zum ersten Mal auf dem Blütenfest auf dem SILOAH Hof. Und ich sage es direkt: Das war keine Veranstaltung. Das war ein Erlebnis.

Gefunden habe ich diesen Ort nicht durch Zufall, sondern geführt.

Im Sommer 2025 wurde mir ein Video auf YouTube angezeigt. Thema: Nachfolge.
Wir müssen euch was sagen…  Genau mein Thema zu dieser Zeit. Was mich sofort gepackt hat: Da spricht jemand öffentlich über Dinge, über die sonst geschwiegen wird. Klar. Offen. Echt.

Ich habe das weiterverfolgt. Monat für Monat.

Die Nachfolge auf SILOAH war kein Hochglanzprojekt, sondern ein ehrlicher Weg mit Fragen, Herausforderungen und Entscheidungen. Genau das hat mich angesprochen.

Dass einige meiner Biker vom CMS christliche Motorradfahrer Sachsen e.V.  den Hof schon kannten, hat meine Neugier noch verstärkt. Also bin ich hingefahren – und wollte mir selbst ein Bild machen.

Was ich erlebt habe

Über 200 Menschen haben dieses Blütenfest auf die Beine gestellt. Und das hast du gespürt. Keine Show. Keine Fassade. Sondern Einsatz, Herz und echte Gemeinschaft.

Meine Frau Burgunda – sie liebt Blumen – war sofort begeistert.
Was dort gestaltet wurde, hatte nicht nur Stil, sondern Seele.
Und mittendrin: klare geistliche Impulse.
Nicht aufgesetzt. Nicht versteckt. Sondern präsent.

In der Festpredigt hat Valentin Bilz etwas gesagt, das hängen bleibt: Für jeden gespendeten Euro gibt ein Großspender einen dazu.

Über 40.000 Euro sind bereits zusammengekommen – für eine neue Großküche.

Warum das wichtig ist? Weil dort bis zu 80 Jugendliche übernachten können. Für Kid-Camps, Begegnungen, Konfi-Freizeiten, Klassenfahren, Pilgern.

Das ist Zukunftsarbeit. Direkt. Wirksam.

Was mich wirklich bewegt hat

Über 30 Jahre haben die Gründer aufgebaut.
Und jetzt? Lassen sie los.

Das klingt einfach. Ist es aber nicht.
Ich weiß genau, wovon ich spreche.

Loslassen ist kein Moment.
Loslassen ist ein Prozess. Ein innerer Kampf. Und gleichzeitig eine Entscheidung für die Zukunft.

Hier wird genau das gelebt.

Mein Fazit

Ich war zum ersten Mal dort.
Aber sicher nicht zum letzten Mal.

Ich will wiederkommen.
Nicht nur schauen – sondern verstehen.

Was bewegt Menschen, ihr Leben so zu gestalten?
Warum entscheiden sie sich bewusst für Gemeinschaft, Verantwortung und Glauben?

Diese Antworten bekommst du nicht online.
Die bekommst du nur im Gespräch vor Ort.

Meine Einladung an dich

Schau dir den Hof selbst an: SILOAH Hof 

Lies dich ein. Fahr hin. Sprich mit den Menschen.
Und wenn du etwas bewegen willst:

Unterstütze das Projekt Großküche.
Kennwort: Küche ist wichtig

Küchen-Update: Wir haben eine gute Nachricht!!!

Denn hier entsteht etwas, das größer ist als ein Hof.

Hier entsteht Wirkung für die nächste Generation.

Euer Walter Stuber

Ganz Privat / 17. April 2026

Alles richtig gemacht?

Bild: Walter Stuber
Bild: Walter Stuber

Vier Monate raus – und ich schaue bewusst genau hin.
Was die Gemeinhardt Service GmbH  heute liefert, hat Substanz. Die Qualität ist nicht nur gehalten worden – sie ist sichtbar gewachsen.

Mein Respekt geht klar an Dirk Eckart und meinen Sohn Ingolf Stuber. Die beiden führen das Unternehmen ruhig, klar und mit Haltung. Und das merkt man: an den Abläufen, an der Zusammenarbeit und vor allem im Umgang mit Menschen.

Was mich wirklich beeindruckt: Die Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten ist nicht nur ein schöner Satz – sie wird gelebt. Genau das habe ich am 15.04.2026 bei der Verleihung des TEMP-Award  in Heidenheim selbst erlebt.

Zweimal in 20 Jahren diesen Preis für exzellente Unternehmensführung zu bekommen – das schafft nicht irgendeine Firma. Das schafft nur ein Team, das konsequent an sich arbeitet und besser werden will.

Und dann kommt dieser Moment, den dir keiner vorher erklärt.

Du sitzt im Saal. Über 160 Unternehmerinnen und Unternehmer.
Und vorne steht dein Sohn.
Er erzählt seinen Werdegang. Nicht geschniegelt. Nicht geschniegelt auf Erfolg getrimmt. Sondern ehrlich. Klar. Mit Haltung.

Und plötzlich merkst du: Das geht tiefer.
Da sitzt du nicht mehr als ehemaliger Gesellschafter.
Da sitzt du als Vater.
Und da rollt auch mal eine Träne.
Nicht, weil alles perfekt ist. Sondern weil du spürst, dass das, was du über Jahre aufgebaut hast, nicht verloren gegangen ist – sondern weiterlebt. Und zwar stärker.

Das sind keine Kennzahlen.
Das ist kein Controlling.
Das ist Wirkung.

Ich habe viele Entscheidungen getroffen. Gute und schlechte. Mutige und bequeme.

Aber in solchen Momenten wird dir klar, worauf es wirklich ankommt:

Hast du Menschen entwickelt?
Hast du Verantwortung übergeben?
Hast du rechtzeitig losgelassen?

Viele reden davon. Wenige machen es.
Loslassen ist hart. Es kratzt am Ego. Es nimmt dir Rolle und Status.
Aber wenn du es nicht tust, stehst du deinem eigenen Lebenswerk im Weg.

Ich habe losgelassen.
Und heute sehe ich, was daraus geworden ist.

Mein Fazit bleibt:
Ich bin nicht mehr Gesellschafter. Aber stolz bin ich noch immer.

Und wenn ich diesen Moment im Saal ehrlich einordne, dann sage ich:

Alles richtig gemacht?
Nicht alles.
Aber das Entscheidende.

Euer Walter, dein Papa 

Bild: Walter Stuber

Bild: Walter Stuber