Ganz Privat

Allgemeine Themen / 11. August 2026

Mit 65 merke ich: Meine wichtigste Baustelle war nie meine Firma – sondern ich selbst.

Bildindex WalterStuber

Ich habe in meinem Leben viele Baustellen erlebt. Kleine und große, einfache und hochkomplizierte. Baustellen, bei denen Termine drückten, viel Geld auf dem Spiel stand und manchmal innerhalb weniger Minuten eine Entscheidung getroffen werden musste. Fast 47 Jahre war der Gerüstbau ein wesentlicher Teil meines Lebens. Ich war Unternehmer, Geschäftsführer, Gesellschafter und Arbeitgeber und trug Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden und Familien, die indirekt von unseren Entscheidungen abhängig waren.

Lange dachte ich deshalb: Das sind meine Baustellen. Heute, mit 65 Jahren, sehe ich das anders. Die schwierigste Baustelle meines Lebens stand nie in Leipzig, Dresden, Frankfurt oder irgendwo anders in Deutschland. Meine schwierigste Baustelle war und bin ich selbst.

Bei anderen sah ich die Fehler schneller als bei mir

Als Unternehmer lernt man, Probleme zu erkennen. Warum läuft eine Baustelle nicht? Warum denkt ein Mitarbeiter nicht mit? Warum hält jemand eine Vereinbarung nicht ein? Warum meldet sich ein Kunde nicht? Warum funktioniert ein Prozess nicht so, wie ich ihn geplant habe?

Ich war ziemlich gut darin, solche Dinge schnell zu erkennen. Bei einem Menschen habe ich allerdings viel zu lange nicht genau genug hingeschaut: bei Walter Stuber.

Heute kann ich offen darüber sprechen. Ich habe Menschen ins Wort gefallen. Ich habe zu wenig zugehört. Oft hatte ich schon eine Lösung im Kopf, bevor mein Gegenüber überhaupt ausgesprochen hatte. Ich habe ungefragt geholfen und Ratschläge gegeben, obwohl vielleicht gar kein Ratschlag gefragt war. Ich hatte hohe Erwartungen an Mitarbeiter, Geschäftspartner, Freunde und Menschen in meinem persönlichen Umfeld. Wurden diese Erwartungen nicht erfüllt, war ich enttäuscht.

Das Interessante daran: Schon 2019 habe ich in meinem Blog über „Erst zuhören – dann einschätzen“ geschrieben. Wenn ich diesen alten Beitrag heute lese, muss ich selbst ein wenig schmunzeln. Denn etwas zu wissen und etwas konsequent zu leben, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Weiterlesen: Walter Stuber: „Kennenlernen – Schätzen – Vertrauen“

Ich musste nicht jedes Problem lösen

Als Unternehmer war es meine Aufgabe, Probleme zu lösen. Deshalb hatte ich mir angewöhnt: Da ist ein Problem – also brauche ich eine Lösung. Schnell, konkret und möglichst sofort umsetzbar.

Im Unternehmen kann das eine Stärke sein. Im Umgang mit Menschen kann genau dieselbe Eigenschaft zur Schwäche werden.

Wenn mir jemand etwas erzählte, fing mein Kopf häufig sofort an zu arbeiten. Was könnte er machen? Wo liegt sein Fehler? Was würde ich an seiner Stelle tun? Und ehe der andere richtig fertig war, kam Walter mit einem Vorschlag.

Heute übe ich etwas, das eigentlich ganz einfach klingt: zuhören.

Nicht sofort antworten. Nicht sofort bewerten. Nicht sofort erklären, wie ich es machen würde. Vielleicht einfach einmal fragen: „Erzähl mal weiter.“

Das fällt mir heute leichter als früher, aber ich bin noch lange nicht am Ziel. Genau deshalb gefällt mir der Gedanke von Monika Bylitza, dass auch Scheitern einen Sinn haben kann. Hinfallen, erkennen, lernen und wieder aufstehen gehört zum Leben. Entscheidend ist nicht, keine Fehler mehr zu machen. Entscheidend ist, ob ich bereit bin, aus ihnen etwas zu lernen.

Lesenswert: Monika Bylitza: „Vom Sinn des Scheiterns“

Wertschätzung habe ich viel zu spät wirklich verstanden

Eine meiner größten Schwächen als Unternehmer war, dass ich häufig zuerst gesehen habe, was nicht funktioniert.

Neun Dinge waren gut gelaufen und eine Sache war schlecht. Worüber habe ich gesprochen? Über die eine schlechte Sache.

Damals hielt ich das teilweise für Führung. Schließlich muss ein Chef doch auf Fehler aufmerksam machen. Heute sehe ich das anders. Natürlich müssen Fehler angesprochen werden. Aber wenn Menschen immer nur hören, was sie falsch gemacht haben, verlieren sie irgendwann die Freude, Verantwortung zu übernehmen.

Wertschätzung bedeutet für mich heute auch nicht, ständig jedem auf die Schulter zu klopfen. Sie beginnt viel früher: jemanden ausreden lassen, hinschauen, Interesse zeigen, eine gute Leistung wahrnehmen und Danke sagen.

Über Wertschätzung habe ich schon vor Jahren geschrieben. In meinem Beitrag „Wertschätzung statt Hass“ ging es vor allem um den Umgang miteinander, auch in den sozialen Medien. Heute würde ich noch einen Satz ergänzen: Wertschätzung beginnt nicht bei Facebook oder LinkedIn. Sie beginnt bei mir selbst und bei der Art, wie ich dem Menschen begegne, der gerade vor mir steht.

Dazu passend: Walter Stuber: „Wertschätzung statt Hass“

Dankbarkeit verändert meinen Blick

Mit diesem Thema verbinde ich auch Sabine Langenbach. Ich habe sie als Dankbarkeitsbotschafterin kennengelernt und mich intensiv mit ihren Gedanken beschäftigt. Was mir daran gefällt: Dankbarkeit bedeutet nicht, dass plötzlich alles gut ist. Probleme verschwinden nicht, Krankheiten verschwinden nicht und Enttäuschungen lösen sich nicht einfach auf.

Aber Dankbarkeit verändert meinen Blick auf das, was trotzdem da ist.

Sabine beschreibt selbst, wie sie durch eine schwere Lebenssituation lernen musste, anders auf ihr Leben zu schauen. Aus dem „Warum?“ wurde mit der Zeit ein Blick auf das, wofür sie trotz allem dankbar sein konnte.

Auch wir haben dieses Thema bereits auf meinem Blog aufgegriffen. Für mich ist daraus ein wichtiger Gedanke entstanden: Wenn ich nur darauf schaue, was mir fehlt, werde ich immer etwas finden. Wenn ich bewusst darauf schaue, was mir geschenkt wurde, verändert sich meine Haltung.

Weiterlesen: Sabine Langenbach – die Dankbarkeitsbotschafterin: Mehr „Danke“ im Alltag und im Business

Und auch auf MehrDanke habe ich über Sabines Ansatz geschrieben:

Weiterlesen: „Dankbarkeit neu gedacht: Sabine Langenbach im Fokus“

Warum bin ich eigentlich so geworden?

Diese Frage ist für mich inzwischen wichtiger als die Frage: Wer hat schuld?

Warum fällt es mir leichter, einen Fehler zu sehen als etwas Gutes? Warum hatte und habe ich teilweise so hohe Erwartungen an Menschen? Warum möchte ich helfen, obwohl niemand um Hilfe gebeten hat? Warum ärgert es mich, wenn Menschen sich nicht melden? Warum fällt es mir manchmal schwer, Dinge einfach stehenzulassen?

Ich habe angefangen, mich mit meiner eigenen Geschichte zu beschäftigen. Mit meiner Kindheit, meiner Erziehung, meinen Eltern und den Erfahrungen, die mich geprägt haben.

Dabei habe ich etwas Wichtiges gelernt: Meine Vergangenheit erklärt manches – aber sie entschuldigt nicht alles.

Am Ende bin ich dafür verantwortlich, wie ich heute mit anderen Menschen umgehe.

Meine Firma konnte ich übergeben – meine Gewohnheiten nicht

Ende 2025 habe ich mein Unternehmen an die nächste Generation übergeben. Nach so vielen Jahrzehnten Unternehmertum war das ein gewaltiger Einschnitt. Plötzlich entscheiden andere. Andere führen. Andere tragen die Verantwortung.

Nur eines konnte ich nicht mit übergeben: Walter Stuber.

Meine Gewohnheiten, meine Erwartungen, meine Ungeduld, meine Stärken und meine Schwächen sind mit mir mitgegangen.

Und plötzlich entstanden Fragen, für die es keine betriebswirtschaftliche Auswertung gibt: Wer bin ich eigentlich, wenn ich nicht mehr jeden Morgen als Geschäftsführer gebraucht werde? Warum möchte ich gebraucht werden? Warum erwarte ich bestimmte Reaktionen von anderen Menschen? Warum verletzt es mich, wenn sich jemand nicht meldet? Warum fällt Loslassen manchmal so schwer?

Darüber habe ich schon einmal sehr persönlich geschrieben, als eine Freundschaft plötzlich vor einer geschlossenen Tür stand. Auch heute beschäftigt mich die Frage, wie viel wir von anderen erwarten dürfen – und wann wir lernen müssen loszulassen.

Mein persönlicher Beitrag dazu: Walter Stuber: „Wenn die Tür zu bleibt – Gedanken an meine Freunde“

Der größte Invest meines Lebens bin ich selbst

Ich habe als Unternehmer viel Geld investiert: in Fahrzeuge, Technik, Software, Weiterbildung, Mitarbeiter, Beratung und Unternehmensentwicklung. Das war richtig und notwendig.

Heute würde ich einen Invest ganz oben auf die Liste setzen: die Arbeit am eigenen ICH.

Dazu gehören für mich Gespräche, Coaching, Bücher, mein christlicher Glaube und vor allem Selbstreflexion. Monika Bylitza hat mich in diesem Prozess ebenfalls begleitet. Ein Satz von ihr aus einem Coaching ist mir besonders hängen geblieben: „Du bist vielfältig.“ Ich hatte lange manches an mir eher als Unruhe oder Schwäche gesehen. Manchmal braucht es einen Menschen von außen, der einem hilft, die eigene Persönlichkeit anders zu betrachten.

Darüber habe ich bereits in meinem Beitrag „Weniger ist mehr“ geschrieben.

Weiterlesen: Walter Stuber: „Weniger ist mehr“

Die Arbeit am eigenen ICH bedeutet für mich aber nicht, mich ständig selbst zu optimieren. Das wäre nur die nächste Form von Leistungsdruck. Es bedeutet, mich ehrlich zu betrachten. Wo verletze ich andere? Wo erwarte ich zu viel? Wo höre ich nicht richtig zu? Wo rede ich, obwohl Schweigen besser wäre? Wo muss ich mich entschuldigen? Und wo darf ich auch lernen, mich selbst anzunehmen?

Mit 65 bin ich noch lange nicht fertig

Früher dachte ich vielleicht, mit zunehmendem Alter würde man automatisch weiser. Heute glaube ich das nicht mehr. Man kann auch 30 Jahre lang denselben Fehler wiederholen.

Alter allein verändert keinen Menschen.

Veränderung beginnt dort, wo ich bereit bin, mich selbst infrage zu stellen.

Ich bin heute 65 Jahre alt. Ich habe viel erlebt, Erfolge gefeiert und Niederlagen eingesteckt. Ich habe gute Entscheidungen getroffen und falsche. Ich habe Menschen geholfen und sicherlich auch Menschen verletzt. Menschen haben mich enttäuscht und ich habe andere enttäuscht.

Und trotzdem – oder gerade deshalb – möchte ich weiter lernen.

Schon 2023 habe ich über Lebenszeit geschrieben und darüber, wie viel davon wir verschwenden, wenn wir uns über Dinge ärgern, die wir nicht verändern können. Dieser Gedanke ist für mich heute noch wichtiger geworden. citeturn2search0

Weiterlesen: Walter Stuber: „Lebenszeit nutzen, nicht verschwenden“

Meine wichtigste Baustelle bleibt geöffnet

Normalerweise möchte man eine Baustelle irgendwann fertigstellen. Bei dieser einen Baustelle hoffe ich inzwischen, dass sie bis zu meinem letzten Tag geöffnet bleibt.

Ich möchte weiter lernen, besser zuzuhören. Weniger von anderen zu erwarten. Mehr wertzuschätzen. Öfter Danke zu sagen. Mich zu entschuldigen, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Nicht ungefragt jedes Problem lösen zu wollen. Beziehungen anzunehmen, wie sie sind, und auch akzeptieren zu können, wenn sich Wege trennen.

Vor allem möchte ich mir immer wieder eine Frage stellen:

Walter, was kannst du an dir verändern, bevor du von anderen verlangst, dass sie sich verändern?

Vielleicht ist das eine meiner wichtigsten Erkenntnisse nach 65 Lebensjahren und fast fünf Jahrzehnten Berufsleben:

Ich habe mein Leben lang Baustellen organisiert, Unternehmen weiterentwickelt, Menschen geführt und Probleme gelöst. Vieles davon ist mir gelungen. Manches nicht.

Heute weiß ich: Meine wichtigste Baustelle war nie meine Firma. Meine wichtigste Baustelle war und bin ich selbst.

Und an dieser Baustelle arbeite ich weiter.

Nicht, weil ich irgendwann ein perfekter Mensch werden möchte. Das werde ich nicht.

Sondern weil ich morgen vielleicht ein kleines Stück aufmerksamer, dankbarer und wertschätzender mit meinen Mitmenschen umgehen kann als gestern.

Und jetzt meine Frage an dich: Wann hast du zuletzt nicht darüber nachgedacht, was die anderen ändern sollten, sondern dich ehrlich gefragt: Was sollte ich selbst an mir verändern?

Ganz Privat / 23. Juni 2026

Ein Lächeln für Josefine – und warum Henry uns Hoffnung schenkt

Bild: Walter Stuber

Manchmal gibt es Geschichten, die gehen direkt ins Herz.

Nicht, weil sie perfekt sind. Sondern weil Menschen trotz schwerster Umstände nicht aufgeben. Unsere Enkelin Josefine ist so eine Geschichte.

Kurz nach ihrer Geburt wurde bei ihr eine schwere Hirnhautentzündung diagnostiziert. Seitdem kämpft sie mit Epilepsie, motorischen Einschränkungen und schwerer Skoliose. Viele Dinge, die für andere Kinder selbstverständlich sind, sind für Josefine tägliche Herausforderungen.

Und trotzdem erleben wir als Familie immer wieder kleine Wunder:

ein Lächeln, eine Reaktion, ein Blick, neue Bewegungen, kleine Fortschritte. 

Jetzt gibt es neue Hoffnung:

Eine Delfintherapie auf Curaçao.
Diese Therapie kombiniert Wasser, Bewegung, Emotionen und tiergestützte Förderung. Ziel ist es, Mobilität, Konzentration, Wahrnehmung und Selbstvertrauen zu stärken. Viele Familien berichten von Entwicklungen, die vorher kaum vorstellbar waren.  

Mehr Informationen zur Delfintherapie auf Curaçao finden Sie direkt beim offiziellen Curaçao Dolphin Therapy Center (CDTC). Dort werden seit vielen Jahren Kinder und Erwachsene mit unterschiedlichsten Einschränkungen therapeutisch begleitet.

Natürlich weiß ich:

Es gibt bei Delfintherapien auch kritische Stimmen und wissenschaftliche Diskussionen über die langfristige Wirksamkeit.

Aber ich weiß auch etwas anderes:

Wenn man ein schwerbehindertes Kind in der Familie hat, dann lernt man, Hoffnung nicht vorschnell aufzugeben.

Und genau hier kommt Henry ins Spiel.
Vor einiger Zeit durfte ich auf meinem Blog einen Gastbeitrag über Henry veröffentlichen. Henry durfte selbst eine Delfintherapie erleben. Seine Familie berichtete von positiven Veränderungen, neuer Motivation und echter Hoffnung für den Alltag.  

Dieser Beitrag hat unsere Familie tief bewegt.

Denn plötzlich war da nicht nur Theorie.

Da war ein Kind.
Eine echte Geschichte.
Echte Eltern.
Echte Fortschritte.

Und genau daraus entstand die Idee:

Warum nicht auch Josefine diese Chance ermöglichen?

Als Opa und Oma werden wir selbstverständlich selbst spenden. Nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten.

Aber solche Therapien kosten viele tausend Euro und werden von den Krankenkassen nicht übernommen. 

Deshalb brauchen wir Menschen mit Herz.
Menschen, die sagen:

„Ich helfe mit.“
Jeder Betrag zählt.
Wirklich jeder.

Spendenkonto für Josefine 🐬

Empfänger: delfine therapieren menschen e.V.
IBAN: DE52 3005 0110 0020 0024 24
BIC: DUSSDEDDXXX
Bank: Stadtsparkasse Düsseldorf
Verwendungszweck: Josefine Enya Stuber

Weitere Informationen zu Josefine finden Sie auf http://Josefine-Stuber.de

Den Beitrag über Henry finden Sie hier:  Henrys Delfintherapie

Ich glaube fest daran:
Menschen können füreinander Hoffnung werden.
Nicht durch große Reden.

Sondern durch kleine Taten mit großer Wirkung. 
▶️ Helfen Sie mit, Josefine ein neues Stück Lebensfreude zu schenken?

Ganz Privat / 26. Mai 2026

Lagos an der Algarve – warum wir sicher wiederkommen

Bild: Walter Stuber

Manchmal braucht es gar keine Fernreise ans andere Ende der Welt. Manchmal reicht ein Ort, an dem das Leben langsamer läuft, die Menschen entspannter sind und man morgens das Meer riecht. Genau das haben wir in Lagos an der Algarve erlebt.

Unser Flug ging von München nach Faro. Dort haben wir direkt am Flughafen ein Mietauto übernommen und sind dann etwa eine Stunde Richtung Lagos gefahren. Rückblickend mussten wir schmunzeln: Später haben wir festgestellt, dass wir eigentlich gar kein Auto gebraucht hätten. Vom Flughafen Faro fährt ganz entspannt der Zug direkt nach Lagos. So einfach wäre es gewesen.

Unser Vier-Sterne-Hotel hatten wir bereits im Oktober reserviert. Es lag direkt gegenüber der Fußgänger-Hebebrücke – eine perfekte Lage. Organisiert und gebucht haben wir die Reise wie immer über CM Travel bei Cathrin Müller-Wrege. Gerade bei Reisen merkt man, wie wichtig Erfahrung und gute Beratung sind. Es hat wieder alles problemlos funktioniert.

Und genau da zeigte sich ein großer Vorteil: Ende Mai ist die Algarve deutlich günstiger als im Hochsommer. Rund 1.000 Euro pro Woche Unterschied sind keine Kleinigkeit. Gleichzeitig ist das Wetter bereits traumhaft.

Für uns war Ende Mai wahrscheinlich die beste Reisezeit überhaupt.

Temperaturen zwischen 21 und 30 Grad, kaum Touristen, leere Strände und eine unglaubliche Ruhe. Genau das macht den Unterschied. Während sich im Sommer oft alles drängt, hatte man jetzt das Gefühl, die Algarve gehört einem fast allein.

Besonders beeindruckt hat uns die Freiheit. Man konnte spontan mit dem Auto ins Hinterland fahren, kleine Orte entdecken oder in nur 30 Minuten an völlig andere Traumstrände gelangen. Und überall diese Kulisse: Felsen, Meer, kleine Buchten und dieses besondere Licht der Algarve.

Die Innenstadt von Lagos hat uns ebenfalls begeistert. Viele kleine Geschäfte, Restaurants aus aller Welt, gemütliche Plätze und eine entspannte Atmosphäre. Kein Stress. Kein Gedränge. Einfach angenehm.

Normalerweise gilt die Algarve als eines der schönsten Wandergebiete Europas. Für mich persönlich geht das durch meine Gehhilfen leider nur eingeschränkt. Trotzdem war vieles möglich. Selbst Spaziergänge am Strand konnten wir machen. Genau das hat mich positiv überrascht. Man muss nicht perfekt zu Fuß sein, um die Algarve genießen zu können.

Ein echter Geheimtipp ist auch der Zoo de Lagos, etwa 18 Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Man kommt bequem mit dem Auto hin, es fährt aber auch ein Bus dorthin. Gerade für Familien oder Menschen, die Tiere mögen, lohnt sich der Besuch.

Was uns besonders gefallen hat: Diese Mischung aus Natur, Meer, Ruhe und Lebensqualität. Die Algarve wirkt nicht künstlich oder überdreht. Sie wirkt echt.

Wir werden sicher wiederkommen. Und beim nächsten Mal kennen wir uns schon ein bisschen aus.

Vielleicht ist genau das das Schönste am Reisen:

Wenn aus einem Urlaub langsam ein Ort wird, an den man zurückkehren möchte.

Ganz Privat / 17. April 2026

Alles richtig gemacht?

Bild: Walter Stuber
Bild: Walter Stuber

Vier Monate raus – und ich schaue bewusst genau hin.
Was die Gemeinhardt Service GmbH  heute liefert, hat Substanz. Die Qualität ist nicht nur gehalten worden – sie ist sichtbar gewachsen.

Mein Respekt geht klar an Dirk Eckart und meinen Sohn Ingolf Stuber. Die beiden führen das Unternehmen ruhig, klar und mit Haltung. Und das merkt man: an den Abläufen, an der Zusammenarbeit und vor allem im Umgang mit Menschen.

Was mich wirklich beeindruckt: Die Wertschätzung gegenüber Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten ist nicht nur ein schöner Satz – sie wird gelebt. Genau das habe ich am 15.04.2026 bei der Verleihung des TEMP-Award  in Heidenheim selbst erlebt.

Zweimal in 20 Jahren diesen Preis für exzellente Unternehmensführung zu bekommen – das schafft nicht irgendeine Firma. Das schafft nur ein Team, das konsequent an sich arbeitet und besser werden will.

Und dann kommt dieser Moment, den dir keiner vorher erklärt.

Du sitzt im Saal. Über 160 Unternehmerinnen und Unternehmer.
Und vorne steht dein Sohn.
Er erzählt seinen Werdegang. Nicht geschniegelt. Nicht geschniegelt auf Erfolg getrimmt. Sondern ehrlich. Klar. Mit Haltung.

Und plötzlich merkst du: Das geht tiefer.
Da sitzt du nicht mehr als ehemaliger Gesellschafter.
Da sitzt du als Vater.
Und da rollt auch mal eine Träne.
Nicht, weil alles perfekt ist. Sondern weil du spürst, dass das, was du über Jahre aufgebaut hast, nicht verloren gegangen ist – sondern weiterlebt. Und zwar stärker.

Das sind keine Kennzahlen.
Das ist kein Controlling.
Das ist Wirkung.

Ich habe viele Entscheidungen getroffen. Gute und schlechte. Mutige und bequeme.

Aber in solchen Momenten wird dir klar, worauf es wirklich ankommt:

Hast du Menschen entwickelt?
Hast du Verantwortung übergeben?
Hast du rechtzeitig losgelassen?

Viele reden davon. Wenige machen es.
Loslassen ist hart. Es kratzt am Ego. Es nimmt dir Rolle und Status.
Aber wenn du es nicht tust, stehst du deinem eigenen Lebenswerk im Weg.

Ich habe losgelassen.
Und heute sehe ich, was daraus geworden ist.

Mein Fazit bleibt:
Ich bin nicht mehr Gesellschafter. Aber stolz bin ich noch immer.

Und wenn ich diesen Moment im Saal ehrlich einordne, dann sage ich:

Alles richtig gemacht?
Nicht alles.
Aber das Entscheidende.

Euer Walter, dein Papa 

Bild: Walter Stuber

Bild: Walter Stuber

Ganz Privat / 7. April 2026

Ägypten zwischen Pyramiden und Höhlenkirchen: Eine Reise, die Perspektiven verschiebt

Als Unternehmer bin ich es gewohnt, Dinge zu planen, Strukturen zu schaffen und Projekte von A nach B zu bringen. Doch manchmal muss man einfach raus aus dem Alltag, um neue Perspektiven zu gewinnen. Genau das habe ich kürzlich getan – auf einer Reise nach Ägypten, die mir nicht nur beeindruckende Bauwerke, sondern auch tiefgreifende Einblicke in andere Lebenswelten und Kulturen bescherte.

Mit einer Gruppe von 17 Personen flogen wir ab Frankfurt los. Geführt wurde die Reise  https://mit-uns-unterwegs.de/ von Renate und Hans-Martin Stäbler, den viele noch als Geschäftsführer des CVJM Bayern und von “Christen in der Wirtschaft” kennen. Geistlich begleitet wurde das Ganze von Elke und Dr. Roland Werner. Es war eine Reise, die Kopf und Herz gleichermaßen forderte und bereicherte.

Start am Roten Meer: Zeit zum Durchatmen 

Die erste Woche verbrachten wir in Hurghada im SUNRISE Royal Makadi Resort  sunrise-resorts.com Hier stand erst einmal Ankommen auf dem Programm. Bei angenehmen 24 bis 26 Grad konnten wir die Seele baumeln lassen, schnorcheln und sogar mit Delfinen schwimmen. Aber es war nicht nur ein Strandurlaub. Jeden Morgen um 9 Uhr gab es nach einem guten Frühstück einen geistlichen Impuls von Hans-Martin Stäbler. Gemeinsam singen, beten und sich austauschen – das schweißt eine Gruppe ungemein zusammen.

Besonders spannend waren für mich die abendlichen Runden um 17 Uhr. Dr. Roland Werner, ein profunder Kenner des Nahen Ostens, und seine Frau Elke nahmen uns mit in die Welt des Islam. Wie ist diese Religion im 7. Jahrhundert entstanden? Welche Rolle spielt die Familie? Im Islam wird der Zusammenhalt der Familie extrem großgeschrieben. Es geht um gegenseitigen Respekt, die Fürsorge für die Kinder und die unbedingte Ehrung der Eltern. Das sind Werte, die auch uns in der westlichen Welt – und gerade in der Wirtschaft – wieder mehr beschäftigen sollten. Wer sich für das Thema interessiert, dem kann ich die Bücher von Roland Werner nur wärmstens ans Herz legen.

Kairo: Von der Wüste in die Metropole 

Am Sonntag, den 8. März, ging es dann per Bus weiter Richtung Kairo. Unser erstes Ziel: Anafora https://anafora.org/     Das ist eine Klosteranlage der koptischen Christen mitten in der Wüste. Ein Ort der Ruhe, der Ökumene und der Nachhaltigkeit, gegründet von Bischof Thomas. Wir übernachteten dort zwei Tage im Gästehaus und genossen die unglaubliche Gastfreundschaft und das traditionelle Essen. Es ist faszinierend zu sehen, wie dort Menschen gestärkt und gefördert werden.

Danach tauchten wir ein in das pulsierende Kairo. Unser Basislager für die nächsten drei Nächte war das World Trade Center Hotel. Kairo ist laut, riesig und voller Gegensätze. Wir besuchten das neue Grand Egyptian Museum – ein gigantischer Bau, der die Geschichte Ägyptens beherbergt. Man bräuchte eigentlich Tage, um alles zu erfassen, besonders die komplette Tutanchamun-Sammlung. Und natürlich standen wir auch vor den Pyramiden von Gizeh. Wenn man als Gerüstbauer vor diesen jahrtausendealten Monumenten steht, fragt man sich unweigerlich: Wie haben die das damals ohne unsere moderne Technik nur hinbekommen?

Die Müllstadt: Ein Lektion in Demut 

Das Erlebnis, das mich jedoch am meisten geprägt hat, war der Besuch der sogenannten Müllstadt, dem Zabbaleen-Viertel. Hier leben koptische Christen, die den Müll von ganz Kairo sammeln, sortieren und zu einem erstaunlich hohen Prozentsatz recyceln. Es ist ein hartes Leben, und doch spürt man dort einen starken Glauben. Inmitten dieses Viertels liegt das Kloster des Heiligen Simon des Gerbers – eine gigantische, in den Fels gehauene Höhlenkirche  https://share.google/IWIFDo9O30qYsXLhf im Mokattam-Berg. Tausende Menschen finden hier Platz zum Gottesdienst. Das hat mich zutiefst beeindruckt und demütig gemacht.

Elke und Roland Werner, die lange in Kairo gelebt haben, kannten sich bestens aus und machten die Stadt für uns greifbar. Begleitet wurden wir zudem von einem hervorragenden deutschsprachigen Reiseführer und – was in Kairo üblich ist – von einem Polizisten zu unserer Sicherheit.

Mein Fazit 

Diese Reise war mehr als nur ein Urlaub. Sie war eine Horizonterweiterung. Ob es die beeindruckende Baukunst der Pharaonen ist, der tiefe Glaube der koptischen Christen in der Müllstadt oder das Verständnis für die Kultur des Islam – all das nehme ich mit in meinen Alltag. Es zeigt mir wieder einmal: Wir müssen über unseren eigenen Tellerrand hinausschauen. Nur so können wir wachsen, als Menschen und als Unternehmer.