Ganz Privat

Allgemeine Themen / 1. August 2017

Es geht los!

Josefine wird Schulkind!

Ein Gastbeitrag von Janine Stuber

Zuckertüte und die „Schuli-Zähne“ sind da! Der neue Lebensabschnitt kann kommen!  Ab 7.August geht unsere Josefine (6) in die Schule!

Aufgrund ihrer Behinderung hatten wir erst überlegt sie noch für ein Jahr zurück stellen zu lassen. Aber warum eigentlich? Jetzt ist der richtige Zeitpunkt!

Ich muss zugegeben: Am Anfang hatte ich ein bisschen Bauchschmerzen! Viele Fragen gingen mir durch den Kopf: Wie soll das alles funktionieren mit den Transport und der Betreuung? Welche Schule ist die Richtige für sie?

Mittlerweile ist manches geklärt.

 Wir haben uns für die Regenbogenschule für geistig Behinderte  www.regenbogenschule-doebeln.de  in Döbeln, unserem Wohnort, entschieden. Das Leitziel der Schule hat uns aus dem Herzen gesprochen: „Am Leben lernen für ein selbstbestimmtes Leben!“  Das spiegelt sich auch in den vielfältigen Angeboten der Schule wider. Ein weiterer Vorteil ist,  dass ein langer Schulweg entfällt und ich schnell für Absprachen oder im Notfall dort sein kann!

Josefines Klasse wird nur aus 8 Schülern bestehen. Für einen Teil des Tages wurde eine Schulbegleitung genehmigt, sodass eine engmaschige Betreuung möglich sein wird. Im Rahmen der Schulzeit werden auch Therapien angeboten. Besonders froh sind wir, dass auch Therapieübungen unserer Doman-Therapie durchgeführt werden können.

Doman-Therapie  – Dank an die bisherigen Spender

Ich hatte über diese zeitintensive und teure Therapie für unsere Tochter bereits in einem 01Blogbeitrag berichtet https://walter-stuber.de/tag/doman-therapie.

Wir sind immer noch mit den Planungen beschäftigt. Für die Durchführung brauchen wir z.B. Helfer für die aufwendigen Übungen. Die Therapie wird rund 200.000 Euro kosten. Dafür brauchen wir weiterhin Unterstützer.

An dieser Stelle bedanken wir uns  bei allen Spendern, die mit  kleinen und großen Beträgen dazu beitragen, dass unsere Josefine durch diese Therapie eine Chance auf ein Leben bekommt, in dem sie so viel wie möglich alleine machen kann und nicht ständig auf Hilfe angewiesen ist.

Beginn leider noch ungewiss

Allerdings wird es wohl noch eine Weile dauern  bis wir damit starten können. Denn  dafür muss unsere Tochter körperlich fit sein! Davon kann im Moment leider nicht die Rede sein. Drei bis vier Mal am Tag bekommt sie einen epileptischen Anfall. Das macht sie sehr müde und schlapp.

Die verordneten Medikamente, die uns drei anfallsfreie Wochen beschert hatten, wirken nicht mehr. Wir warten momentan auf einen stationären Termin in der Epilepsieklinik Klein Wachau bei Dresden.

Wie gut zu wissen, dass in der Schule Fachpersonal sein wird, das weiß, was bei einem epileptischen Anfall zu tun ist!

Hoffen und wünschen

Wir hoffen sehr, dass die Ärzte die Epilepsie in den Griff bekommen, dass es unserer Tochter wieder gut geht und sie die neuen Eindrücke und Erfahrungen, die sie in der Schule sammeln wird,  verarbeiten kann und  sich  dort gut weiterentwickelt!

Jetzt wünschen wir uns aber erstmal von Herzen, dass der erste Schultag für Josefine ein schönes Erlebnis wird und dass wir uns über ihr Lachen freuen können, wenn sie ihre große, schwere Zuckertüte sieht und versucht  in den Arm zu nehmen!

Allgemeine Themen / 18. Juli 2017

Verantwortung übernehmen

Warum für mich der Trauschein zu einer Beziehung dazugehört

„Ehe für alle“ – die Bundesregierung hat sich dafür entschieden. Keine Sorge, ich werde das jetzt nicht kommentieren! Aber ich finde es interessant, dass sich  in den letzten Tagen und Wochen viele positiv zum Lebensmodell „Ehe“ geäußert haben. Denn vor allem hier in Ostdeutschland beobachte ich schon lange,  dass die Institution „Ehe“ für viele gar nicht (mehr) in Frage zu kommen scheint.

Man lebt zusammen. Jahrelang, sogar über Jahrzehnte. Aber ein offizielles „Ja“ zu einander mit Trauschein, dazu kommt es nicht. Warum nur? Ist es die Angst, sich (endgültig) festzulegen? Hängt es damit zusammen, dass man bei einer Ehe Rechte UND Pflichten hat, Verantwortung übernehmen muss für den  Partner, die Kinder, das gemeinsame Hab und Gut?

Schwierigkeiten bei Trennung oder Tod des Partners

Wenn das Gründe sein sollten, dann habe ich den Eindruck, dass man nicht weit genug gedacht hat.  Wenn eine Lebensgemeinschaft auseinander geht, gibt es teils auch gemeinsame Kinder, Besitz oder auch Schulden. Auch ohne Ehe müssen dann  Lösungen gefunden werden,  in welchem Umfang z.B. die Betreuung  und der Unterhalt des Nachwuchses bestritten, wie Besitz aufgeteilt und wie mit Verbindlichkeiten umgegangen wird.

Schwierigkeiten sind vorprogrammiert, wenn ein Partner stirbt. Wie sieht es mit der Versorgung der Hinterbliebenen aus? Wer erbt was? Besonders bei Unternehmern, die kein Testament gemacht haben, wird  das schnell zu einer sehr heiklen Angelegenheit. Zum Beispiel dann, wenn die Ex-Ehefrau über das Erbe der leiblichen, minderjährigen Kinder wieder an der Firma beteiligt ist, die mittlerweile von der Lebenspartnerin geführt wird. Ganz so frei und unkompliziert ist es meines Erachtens dann doch nicht, ohne Trauschein zu leben.

„Nägel mit Köpfen machen!“

Ich bin für klare Verhältnisse! Beruflich und privat! Als ich mich vor mehr als 20 Jahren unsterblich in Burgunda verliebt habe, war mir sofort klar, dass ich sie auch heiraten werde. Ihre drei Kinder gehörten für mich von Anfang an selbstverständlich dazu, sie waren (und sind) mir lieb wie leibliche Kinder. Später habe ich sie auch adoptiert. Eine unverbindliche Lebensgemeinschaft, ohne (staatliche) Ehe, war für mich aufgrund meines Verantwortungsbewusstseins ihnen gegenüber undenkbar.

Das wünsche ich mir für unsere Gesellschaft:

Menschen, die aus Liebe füreinander Verantwortung übernehmen und ihren gemeinsamen Lebensweg in der Ehe festmachen.

Wer weiß, vielleicht hat die Entscheidung der Bundesregierung für „Ehe für alle“  ja dafür gesorgt, dass in meiner Region die Ehe wieder mehr in das Blickfeld der Paare geraten ist, die sich bis dato darüber keine Gedanken (mehr) gemacht haben.

Mich würde es sehr freuen!

 

Allgemeine Themen / 10. Juli 2017

„Hauptsache: Geld!“

Eine (fragwürdige) Lebenseinstellung

„Geld haben“  ist das Wichtigste im Leben: das bekam ich als Kind von meinen Eltern vermittelt. Heute ist mir klar, warum mir besonders mein Vater das auf meinen Lebensweg mitgeben wollte: Nach seiner Kriegsgefangenschaft kam er 1948 zurück in sein Heimatdorf und wollte den elterlichen Hof übernehmen.

Einzige Hürde für die Übernahme: er musste seine sechs Geschwister auszahlen. Damals war es üblich, dass der Wert des Hauses, der Äcker und Wiesen durch die Zahl der Geschwister geteilt wurde. Danach war kein finanzielles Polster mehr vorhanden.

Knapp bei Kasse

Mein Vater versuchte immer, wo er konnte, noch etwas dazu zu verdienen. Im Winter, wenn auf den Felder und in den Weinbergen nichts zu tun war, arbeitete er im nahegelegenen  Wald des Strombergs und verrückte mit den Pferden so manchen Holzstapel. Auch der Weihnachtsbaumverkauf in Stuttgart auf der Doggenburg wurde später zur zusätzlichen Einkommensquelle.

Aus Kostengründen wurden lange Jahre darauf verzichten einen Traktor zu kaufen oder den Hof zu modernisieren, obwohl die  Landwirtschaft stetig wuchs. Einen Führerschein oder ein Auto besaß mein Vater nie. Das Mofa war sein Fortbewegungsmittel. Auf Luxus wurde gänzlich  verzichtet. Als meine Eltern 1975 einen schwarz-weiß Fernseher angeschafft haben, war das eine Sensation! Eigentlich brauche ich gar nicht mehr zu erwähnen, dass „Urlaub“ für meine Eltern ein Fremdwort war.

Sparen, sparen, sparen!?

Das Geld wurde für später gespart, falls man krank werden würde oder gar in ein Pflegeheim müsste. Als meine Mutter dann tatsächlich zum Pflegefall wurde, blieb sie zuhause!  Mein Vater und meine Schwester Heidi haben sie jahrelang  liebevoll gepflegt. Das gesparte Geld hat mein Vater nie angerührt, er hat weiter so viel wie möglich auf die „Hohe Kante“ gelegt.

Immer nur „für später“ sparen, sich nie was gönnen, auf alles verzichten!

Irgendwann habe ich gemerkt, dass diese Prägung, die ich mit der Muttermilch aufgesogen habe, in meinem Leben keinen Platz haben soll. Ich möchte mir auch mal was gönnen!

Das Leben genießen und Gutes tun

Allerdings in einem bestimmten Rahmen. Denn natürlich sind Rücklagen wichtig. Das sage ich auch als verantwortungsbewusster Geschäftsmann. Aber ich will mein Leben leben und genießen. Außerdem möchte ich die Menschen um mich herum nicht übersehen, die meine Hilfe brauchen.

„Wer gibt gewinnt!“ ist zu meinem Lebensmotto geworden und deshalb unterstütze ich Bekannte oder auch verschiedene soziale Projekte immer wieder gern.

Ich bin sehr dankbar, dass ich meine schwäbische „Schaffe, schaffe, Häusle baue“ – Prägung Stück für Stück und guten Gewissens ablegen konnte!

Allgemeine Themen / 19. April 2017

Mut zur Vergebung

Wie ein Kinofilm mir beruflich und privat eine neue Sicht gebracht hat

Vor kurzem ist der Film „Die Hütte“ in unseren Kinos gestartet. Das gleichnamige Buch hatte ich schon vorher gelesen. Darin geht es um den Familienvater Mackenzie  „Mack“ Philips, dessen jüngste Tochter Missy Jahre zuvor während eines Urlaubs verschwunden ist. Ihre letzte Spur fand man in einer Hütte, nicht weit von dem Campingplatz auf dem die Familie damals war.

Seitdem plagen den Vater Schuldgefühle und Trauer. Eines Tages bekommt eine Einladung in genau diese Hütte. Unterschrieben ist der Brief mit „Papa“ – so nennt „Mack“ in seinen Gebeten Gott! Schmerzhafte Erinnerungen kommen hoch, Verwunderung,  trotzdem fährt er zu der Hütte. Eine Entscheidung, die sein Leben vollkommen verändert.

Verletzungen und Demütigen verwandelten sich in Hass

Das Buch hat mich schon sehr angesprochen. Ob der Film da mithalten könnte?Meine Skepsis war schnell verschwunden. Ich saß im Kino und war zutiefst berührt! Viel klarer als im Buch wurde  hier für mich der Gedanke, dass Vergebung und Liebe Dreh-und Angelpunkt sind für ein zufriedenes Leben! Aber wie sieht es mit meiner Vergebungs-Bereitschaft aus?

Ich brauchte nur an meine Eltern zu denken. Sie haben mich immer wieder ungerecht behandelt oder mein Vater hat mich wegen schlechter Schulnoten geschlagen und meine Mutter hat zugeschaut und nicht eingegriffen! Deshalb fing ich irgendwann  an die beiden zu hassen. Dass ich ihnen vergeben könnte, war lange keine Option für mich.

Ein bewusster Entschluss – Vergebung

Bis ich jetzt „Die Hütte“ sah! Plötzlich stand mir diese unvergebene Schuld  vor Augen. 18 Jahre nach dem Tod meiner Mutter! Mir wurde bewusst, dass ohne ehrliche Vergebung für das, was meine Eltern  mir angetan haben, ihre Demütigungen und Ungerechtigkeiten immer weiter Macht über mich haben würden.

Ich würde weiter ein Gefangener ihrer Ansichten sein und  weiterhin nicht lernen mit meinen Niederlagen in einer guten Art und Weise umzugehen. Deshalb habe ich mich entschlossen, meinen Eltern bewusst zu vergeben!  Weil ich frei sein wollte für Neues! Mir ist aber auch klar geworden, dass Vergebung ins Hier und Jetzt gehört! Ich will immer mehr lernen  Liebe und Vergebungsbereitschaft zu leben: privat und geschäftlich!

Ungerechten Kunden die Hand reichen und ihnen vergeben?

Da ist zum Beispiel der Kunden, der aufgrund von Schäden, die  beim Abbau eines Gerüsts von unseren Mitarbeitern entstanden sein sollen, eine große Summe des Rechnungsbetrages eingehalten hat, ohne vorher mit uns nach einer  Lösung zu suchen. Sofort wurde alles an Anwälte weitergegeben. Es wäre auf einen langjährigen Gerichtsstreit hinausgelaufen, der vermutlich nicht viel gebracht hätte – außer Kosten für beide Seiten.

Jetzt habe ich von mir aus die Reißleine gezogen und eine außergerichtliche Einigung angeboten. Nicht nur um der Sache endlich ein Ende zu setzen, sondern weil ich gemerkt habe, dass es mir mehr wert ist, in Frieden mit diesem Kunden zu leben,  als auf meinem Recht zu beharren. Manchmal sieht Vergebung vielleicht auch so aus, dass man dem anderen die Hand reicht, obwohl man sich im Recht fühlt!

Vergebung: Dreh-und Angelpunkt für ein zufriedenes Leben

Im Film „Die Hütte“ hat Familienvater „Mack“ durch seine Begegnung mit Gott gelernt zu vergeben. Das verbindet mich mit dieser fiktiven Story: Ohne den lebendigen Gott wäre ich  nicht bereit zu vergeben: nicht meinen Eltern, nicht dem Kunden, der mein Unternehmen beschuldigt hat und auch nicht den Menschen, die mich verletzt haben.

Aber ich merke jetzt schon, wie gut es mir tut, vergebungsbereit zu sein. Vergeben können nimmt mir die  Last von den Schultern, macht mich ausgeglichener und dankbarer!

Ich bin erstaunt, wie mich ein Kinobesuch verändert hat!

Wenn Sie neugierig geworden sind: Hier der Link zum Filmtrailer „Die Hütte“ https://www.youtube.com/watch?v=JkqHa9ca_yc

 

 

 

Allgemeine Themen / 4. April 2017

Mehrwert durch jahrzehntelange Freundschaft

Die Zeiten ändern sich – echte Freunde bleiben

Netzwerken, immer wieder neue Menschen kennen lernen und Verbindungen  untereinander schaffen: Das ist eine meiner Leidenschaften!

Die Zahl meiner Kontakte erhöht sich ständig. Das heißt aber nicht, dass ich meine „alten“  Freunde vergesse. Dazu gehört zum Beispiel Anton Brandl aus Burdberg in Oberbayern.

http://tagwerkcenter.net/erzeugen-verarbeiten/erzeugung/gaertner/toni-brandl

Wir haben uns 1982 kennengelernt. Damals war ich als Lagervertretung im Auslieferungslager der Firma Layher Gerüste in Garching bei München.

Anton Brandl  war gerade aus Brasilien zurückgekehrt. Dort hatte er beim Deutschen Entwicklungsdienst  seinen Wehr-Ersatzdienst abgeleistet und später als landwirtschaftlicher Berater gearbeitet. Er kam nur wieder nach Oberbayern, weil seine Familie ihn gebeten hatte,  den elterlichen Hof zu übernehmen.

Mein Freund, der Bio-Bauer „Brandl-Toni“

Für Anton Brandl kam nur der ökologische Landbau  in Frage. Gegen alle Widerstände setzte er das durch. Bis heute bewirtschaftet er zusammen mit seiner Frau Regina den Hof mit 12 Hektar Land und 12 Milchkühen im  Haupterwerb. In den 35 Jahren unserer Freundschaft konnte ich miterleben, welche Herausforderungen er in seiner Branche meistern musste.

Erst geschah das aus nächster Nähe, denn ich wohnte in der Region. Aber auch als ich 1993 nach Sachsen umgezogen bin, brach der Kontakt nicht ab. Briefe, Karten, später Mails, gingen hin und her, hin und wieder trafen wir uns. So konnte ich Anteil nehmen am Leben meiner Freunde und sie an meinem.

Ein gutes Verhältnis – wie eh und je

Letzte Woche habe ich Regina und Anton Brandl in Oberbayern besucht. Dabei wurde mir wieder klar, welchen Mehrwert so eine tiefe, langjährige  Freundschaft hat!  Wenn wir uns treffen, ist es so, als ob wir uns gestern das letzte Mal begegnet wären. Dass sich auch in meinem Leben vieles verändert hat, spielt überhaupt keine Rolle. Das Vertrauen blieb über Entfernung  und Jahre hinweg erhalten.

Bei allen neuen Kontakte, die ich gerne knüpfe und sie pflege:

Solche „alten Freunde“ sind unendlich wichtig für mein Leben, denn sie kennen meine ganze Lebensgeschichte und ich weiß,  dass sie mich so nehmen, wie  ich bin und dass sie immer ein offenes Ohr haben für meine großen und kleinen Probleme!

Solche Freunde wünsche ich Ihnen auch!