Alle Beiträge von Kinder der Zeit

Allgemeine Themen / 16. November 2021

Schluss mit Daumen hoch – Warum ein Kommentar mehr zählt als ein Like

Warum ein Kommentar mehr zählt

von Walter Stuber

Die große Lebensmittelverschwendung in Deutschland, Bauunternehmen für die Sicherheit nicht an erster Stelle steht und die evangelische Kirche in Sachsen – das sind nur ein paar Themen zu denen ich mich in der Vergangenheit in meinen Blogbeiträgen sehr kritisch geäußert habe. Nach der Veröffentlichung habe ich jedes Mal gespannt auf die Reaktionen gewartet.

Werden die, die ich namentlich erwähnt habe, sich dazu äußern oder meine Worte ignorieren? Wird es von Lesern Kommentare geben? Und wie viele „Likes“ werde ich auf Facebook bekommen? Früher war es mir sehr wichtig, dass ich viele „Daumen hoch“ bekomme. Mittlerweile ist mir klar: Die meisten geben ein „Like“ ohne dass sie den Beitrag überhaupt gelesen haben. Es sagt also nichts darüber aus, ob und wie ein Post bei Facebook oder Blog wirklich angekommen ist.

Anderen Unternehmer*innen eine Plattform bieten

In den vergangenen zwei Jahren habe ich einmal im Monat meinen Blog anderen Unternehmerinnen und Unternehmer als Plattform zur Verfügung gestellt. Die Journalistin Sabine Langenbach war für diese Beiträge als Ghostwriterin zuständig. Nur wenige Gastautoren fragten, wer die freiberuflich arbeitende Sabine Langenbach bezahlt. Das habe ich immer übernommen.

Wer es wusste, fragte erstaunt, warum ich so etwas überhaupt machen würde, wenn es mich doch nur Geld kosten würde. Die Antwort ist ganz einfach: Ich bin von Herzen Netzwerker und gebe gern anderen die Möglichkeit sich zu präsentieren und außerdem erhöht sich für beide Seiten die Reichweite – vorausgesetzt nicht nur ich teile die Gastblogs auf all meinen Kanälen und Portalen, sondern auch der Gast tut es seinerseits.

Ein Gewinn für beide Seiten

Ich habe erlebt, dass mancher Gastautor/in meinte, er/sie würde mir einen Gefallen tun mit seinem/ihrem Text auf meiner Homepage. Dementsprechend wurde gering war ihrerseits das Engagement bei der Verbreitung in den Sozialen Medien und auf der eigenen Homepage Aber es gab auch andere, die sofort die Chance für ihre Business erkannt haben.

Eine von ihnen war Janina Bachmann-Graffunder, Hoteldirektorin von NH Voltaire Potsdam. Nach den schweren Corona- Monaten, die den Tourismus weitgehend lahmgelegt hatten, war sie sehr dankbar, dass sie ihr besonderes Hotel auf meiner Homepage präsentieren und dadurch neue potentielle Gäste erreichen konnte.

Wertschätzende Reaktionen

Seit sieben Jahre schreibe ich regelmäßig Blogs. Viele meiner Impulse haben nicht das bewirkt, was ich mir erhofft hatte. Es gibt aber ein paar, die die Leserinnen und Leser wie gewünscht erreicht haben. Das zeigen die Kommentare unter den Beiträgen. Manchmal bekam ich auch Mails oder Anrufe. Besonders ermutigend war es, wenn ich im Straßencafé oder am Rande einer Veranstaltung auf meine Blogs angesprochen worden bin und ein Lob bekam.

Es freut mich sehr, wenn Beiträge Herzen berühren und ich auf unterschiedlichen Kanälen davon erfahre. Das ist eine Bestätigung für mein Engagement. Das brauche nicht nur ich, sondern alle, die in den sozialen Netzwerken unterwegs sind und mit ihren Posts etwas bewirken wollen. Deshalb ermuntere ich alle Leserinnen und Leser, die sich von einem Text angesprochen fühlen, nicht nur ein „Like“ zu hinterlassen, sondern sich die Zeit zu nehmen ein paar Wort zu schreiben. Das ist nicht nur für die Autoren gut, so können gute Impulse weitergetragen werden und sie bekommen mehr Reichweite.

Gastbeitrag / 2. November 2021

Kunst mieten – Die clevere Alternative  

Malerin Hippel

  

Von Gabriele Hiller, Künstlerin und Kunst-Vermieterin von ArtFiness    

„Hier müssen Bilder an die riesengroßen, weißen Wände! Und die male ich selber!“ Diese Blitzidee kam mir vor mehr als zwanzig Jahren bei einer Wohnungsbesichtigung. Sofort danach kam leider auch ein anderer, ziemlich ernüchternder Gedanke: „Ja, super! Du kannst ja gar nicht malen!“ Ich war damals Makler-Betreuerin bei Versicherungen. Mein Business war der Vertrieb und nicht die Kunst. Trotzdem hat mich die Idee nicht losgelassen und ich wollte ausprobieren, ob nicht ein Talent zum Malen in mir schlummert. 

Kurz danach habe ich einen Volkshochschulkurs besucht um die Grundlagen der Malerei zu erlernen und es folgten weitere. Ich war Feuer und Flamme für die Kunst. Ich nahm Stunden bei Künstlern, deren Stile mich interessierten, schaute Fachvideos und lernte immer wieder neue Techniken kennen. Ich konnte es kaum fassen: Ich malte Bilder und bot sie auch zum Verkauf an. Zunächst lief das  parallel zu meinem Job als Nebengewerbe.  

Die neue Geschäftsidee 

Eines Tages fragte mich ein Makler, den ich im Rahmen meiner Tätigkeit beim Versicherer betreute und der meine Bilder schätzte, ob er die kaufen müsste oder er sie auch mieten könnte. Darüber hatte ich bisher noch gar nicht nachgedacht. Ich bin nach Hause gefahren und habe im Internet recherchiert, welche Angebote es in dieser Richtung auf dem Markt gab. Das war alles sehr überschaubar.  

Da dachte ich mir: Daraus mache ich jetzt ein Geschäftsmodell! 2013 entstand „ArtFiness“. Seitdem vermiete ich in der Region Berlin und Brandenburg Kunst, die ich mittlerweile in meinem eigenen Atelier in Michendorf entwickle. Das Besondere: Alles ist ganz auf die Bedürfnisse meiner Kunden abgestimmt.  Nur Pinsel und Farbe sind mir mittlerweile zu langweilig. Meine Bilder dürfen gerne etwas „anders“ sein. Ich arbeite mit Leinwänden, Holzgründen, Seidenbastpapier und verwende gerne Haftputz, Marmormehl, Sumpfkalk, Tuschen Beizen, Lacke und Spiritus. Meine Farben stelle ich aus reinen Farbpigmenten selber her. 

Der Weg zur maßgeschneiderten Kunst 

Damit ein Bild passt, muss ich mir den Raum, wo es hängen soll, genau anschauen. Wie sind die Lichtverhältnisse? Wie ist die Möblierung? Wichtig ist auch, um welche Berufsgruppe es sich handelt. Es macht einen großen Unterschied, ob ein Bild bei einer Steuerberaterin oder einem Physiotherapeuten hängen soll. Ich muss wissen: Was findet in diesem Raum statt?  

Ist es ein Besprechungsraum, der Warte- oder Eingangsbereich? Nehmen wir den Besprechungsraum. Ich frage meinen Kunden, welche Gespräche dort stattfinden und welche Stimmung vermittelt werden soll. Meine Bilder unterstützen bei der täglichen Arbeit, schenken gute Gedanken und beeinflussen die Atmosphäre positiv. 

Das kann Kunst: Urlaubsgedanken im Zahnarzt-Wartezimmer 

Ein konkretes Beispiel für Kunst im Wartezimmer eines Zahnarztes. Wer sitzt da schon gerne? Aber nun stellen Sie sich vor, Sie sitzen vor einem abstrakten Bild mit vielen grün- und orangegelben Tönen, Farben, die gute Gefühle entstehen lassen. Sie machen einerseits Lust darauf, der Fantasie freien Lauf zu lassen und andererseits vermitteln sie etwas Beruhigendes.  

Sie denken plötzlich an einen Sonnenuntergang, den letzten Urlaub oder was man alles in solchen Bildern sehen kann. Und dann sind Sie in einer guten Stimmung, Sie kommen runter, beruhigen sich und vergessen im besten Falle die Angst vorm Bohren!  Das kann Kunst bewirken. Das bestätigen meine Kunden immer wieder!  

Persönliche Empfehlungen bei BNI bringen Erfolg  

Ich stehe dazu: Ich bin nicht die typische Künstlerin. In allem kommt bei mir immer auch die „Vertrieblerin“ durch. Vielleicht fühle ich mich deshalb auch richtig wohl  bei Business Network International www.bni.de .  

Das Unternehmernetzwerk, das allein in Berlin/Brandenburg  und Potsdam mehr als 25 Unternehmerteams hat, bietet mir eine wunderbare Plattform, meine „Kunst zum Mieten“ an Mann und Frau zu bringen. Die persönlichen Weiterempfehlungen sind wichtiger denn je, in einer Zeit, in der wir ständig mit Informationen zugeschüttet werden.  

Der neue Trend 

Ein bis zweimal im Jahr bin besuche ich meine Kunden. Dann bringe ich auch immer mehrere neue Bilder mit zur Auswahl. Ich kenne ja die Raumsituationen und die Größen, die jeweils gebraucht werden. Und tatsächlich habe ich auch gut im Kopf, welcher Kunde, wann wieder neue Bilder benötigt, so dass ich in meinem Atelier dementsprechend arbeite.  

Mein Beobachtung ist: Früher war es vielen Menschen wichtig, Dinge mit Wert zu besitzen, wie zum Beispiel Kunstgegenstände und Bilder. Heute, wo Minimalismus immer trendiger wird, steht das bei vielen  nicht mehr im Vordergrund. Man möchte „mit leichtem Gepäck“ unterwegs sein. Kunst mieten wird immer mehr zum Trend werden. Ich freu mich, dass ich mit ArtFiness Trendsetter bin!  

Allgemeine Themen / 19. Oktober 2021

Schnippeldisco – Der verrückte Protest gegen Lebensmittelverschwendung in Leisnig

Schnippeldisko

Von Walter Stuber und Nicole Lange  

30% von allen angebauten oder hergestellten Lebensmitteln verrotten auf dem Acker oder werden entsorgt. Nicht etwa, weil sie ungenießbar wären, sie entsprechen nicht der Norm oder haben z.B. Druckstellen. Ich finde das skandalös! In meinen Blogs  habe ich das schon oft thematisiert. Ich suche ständig nach Lösungen, was ich in meinem persönlichen und beruflichen Umfeld dagegen tun kann! 

In einem Fernsehbericht hörte ich von der „Schnippeldisko“, einer Aktion von „Slow Food Deutschland“ . Hier wird Gemüse und Obst, das in Läden nicht verkauft werden kann, geschnippelt, gekocht und dann natürlich gegessen. Dazu gibt es Live-Musik und wer will, kann tanzen. So wird auf eine gesellige und nachhaltige Weise auf das Problem der Lebensmittelverschwendung hingewiesen. 

Verrückte Idee für Mittelsachsen 

Ich dachte sofort: Eine tolle Idee, die bestens zu uns als „verrückte Unternehmer“ und unserer Gemeinhardt Service GmbH passt. Denn wir leben Wert auf Gemeinwohl und Nachhaltigkeit! Kurzentschlossen suchte ich nach Partnern, die mit uns in Mittelsachsen ein Zeichen setzen wollten gegen Lebensmittelverschwendung. Ich war erstaunt über die große Offenheit für das ungewöhnliche Projekt, das bisher nur in Großstädten durchgeführt wurde. 

Mit der Unterstützung des Team vom Kulturbahnhof Leisnig, Maja Horlacher vom Großweitzschener Gut Gadewitz,  der Leisniger Bio-Gärtnerei Rockmann  , dem Ostrauer Spargelhof Schertenleib und Naturkost Erfurt bereiteten wir die erste „Schnippeldisko“ am Kulturbahnhof in Leisnig vor.  

Mein Nachbar Frank Otto war bereit seine Gulaschkanone zur Verfügung zu stellen und auch Andreas Schützeneder, der Wirt vom Bahnhofsbiergarten, wo die „Schnippeldisko“ stattfinden sollte, wollte darauf achten, dass „richtig“ geschnippelt wird.  

Maske, Handschuhe, Brettchen und jede Menge Spaß 

Am 2. Oktober 2021 um 15 Uhr ging es endlich los.  Ein paar Stunden vorher war mir richtig mulmig zumute. Würden die Zelte, die unsere Gerüstbau-Azubis zusammen mit ihrem Ausbilder Holger Bauschke schon vorher aufgebaut hatten, gut gefüllt sein? Ob der Funke der Begeisterung an dem Projekt überspringen würde?  Als ich vor Ort war, merkte ich schnell: Hier läuft alles ganz entspannt. Einige unserer Mitarbeiter, wie Nicole Lange, haben für den guten Ablauf des Events gesorgt. Sie ist übrigens mit gemischten Gefühlen diesen ungewöhnlichen Arbeitseinsatz gegangen, wie sie hier berichtet:   

„ ‘Schnippeldisko‘- so richtig konnte ich mir nicht vorstellen, was das ist. Aber irgendwie hatte ich mich trotzdem darauf gefreut! Zusammen mit unserer Auszubildenen, Sandra Naumann, war ich für die Eingangskontrolle zuständig. 

Wir hatten die für mich persönlich unschöne Aufgabe, die Leute nach einem der  3Gs zu fragen. Die ersten Gäste kamen gegen 15 Uhr und zahlten den Eintritt von 6,50 Euro. Dieser Betrag wurde als Spende weitergegeben. Dann setzten sich alle an die aufgestellten Bänke und Tische und  jeder „bewaffnete“ sich mit Mundschutz, Handschuhen, Schneidbrett und Messer –   und dann wurden Obst und Gemüse geschnippelt! Die Leute hatten sichtlich Spaß daran. 

Ich erinnere mich an eine Frau, die sagte, dass sie ihren Mundschutz im Auto vergessen hatte und deshalb den Biergarten verlassen wollte. Ich nahm an, dass das nur eine Ausrede war und ich sie nicht mehr sehen würde. Aber ich hatte mich geirrt! Sie kam zurück, beteiligte sich beim Schnippeln und später tanzte sie ausgelassen  zur Musik der Partyband Extraviolette aus Leipzig. Nicht nur sie hat die Veranstaltung genossen!“ 

Fortsetzung folgt 

Ich bin sehr dankbar, dass wir die „Schnippeldisko“ nach Mittelsachsen geholt haben und so ein Zeichen gesetzt haben gegen die Lebensmittelverschwendung. Wir konnten außerdem noch etwas Gutes tun und die Eintritsgelder von 630 Euro zu gleichen Teilen als Spende weiterleiten an die Hochwasserhilfe des Rotary-Clubs Döbeln-Mittelsachsen https://doebeln-mittelsachsen.rotary.de/, den Kulturbahnhof Leisnig https://bahnhof-leisnig.de/  und für die Doman-Therapie von Josefine Stuber  www.josefine-stuber.de.   

Rund 100 Besucher sind am 2.Oktober gekommen. Wir hätten für doppelt so viele Menschen Platz gehabt. Aber enttäuscht bin ich deshalb nicht! Im Gegenteil!  Das Ganze war für mich so ermutigend, dass wir für 2022 schon die nächste „Schnippeldisko“ planen!  

Gastbeitrag / 5. Oktober 2021

Kooperation statt Konfrontation

Kooperationen statt Konfrontation

Erfolgreich arbeiten mit dem Deutschen Institut für Höhenzugangstechnik  

von Tom Köhler, Gründer und Leiter des Deutschen Instituts für Höhenzugangstechnik https://dihz.de/  

„Ich brauche innerhalb von zwei Wochen 5000 Stück Kunststoff-Unterleger. Mein Lieferant kann aber erst in drei Wochen liefern und er will 12 Euro pro Stück. Wer kann mir helfen?“ Diese dringende Frage las ich neulich in einer unserer WhatsApp-Gruppen für Höhenzugangstechniker. Kurz darauf kam die Antwort eines Gerüstbauers: „Mein Lieferant hat die 5000 Stück auf Lager und der liegt preislich unter 6 Euro!“  

Normalerweise würde kein Unternehmer solche Informationen herausgeben. Wer will schon seine Wettbewerbsfähigkeit gefährden? Aber genau das passiert in unserer Businessplattform, dem Deutschen Institut für Höhenzugangstechnik (DIHZ). Dass Kooperation mehr Erfolg bringt als Konkurrenzdenken, darauf setzen unsere Mitglieder, die zu den innovativsten Unternehmern Deutschlands aus den Bereichen Hochbau, Höhenzugangstechnik und Baulogistik zählen. 

Das Angebot  

Der Austausch bzw. die Hilfe, wie man mit einen Lieferengpass umgehen kann, ist nur ein kleiner Teil unserer Aktivitäten.  

Das  bietet eine Plattform und ein Netzwerk für Höhenzugangstechniker und ihre  Kunden; 

 

+ bündelt das Wissen von erfolgreichen Experten und stellt es den Mitgliedern zur  

  Verfügung; 

+ fördert Forschung, Entwicklung und Innovation; 

+ entwickelt gemeinsam standardisierte Lösungsalternativen für Praxisprobleme; 

+ trägt gemeinsam beschlossene Entwicklungsinvestitionen; 

+ setzt sich für die Verbesserung des Branchenimages ein;  

+ unterstützt Unternehmer bei der Nachfolgeregelung; d.h. vermittelt zwischen 

   Betriebsübergebern und deren Nachfolgern.  

+ vermittelt als Mediator in Konfliktfällen zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber   

   oder auch Mitarbeitern. 

Die Mitgliedschaft  

Diese Leistungen bieten wir unseren Mitgliedern an, die aus Gerüstbauern, Aufzugsherstellern, Hubbühnenvermietern, Ingenieuren und Planern bestehen, also aus allen Bereichen, die mit Höhenzugangstechnik zu tun haben. Man kann wählen zwischen der kostenlose Basis-Mitgliedschaft https://dihz.de/mitgliedschaft-dihz/ oder der Silber/Gold oder Platin-Mitgliedschaft. Darüber hinaus bieten wir eine Experten-Jahresgruppe an (#Mastermind), die wir Business-Support-Cluster (BSC) nennen. 

Während es sonst üblich ist, branchenübergreifend zu arbeiten, besteht unsere Gruppe nur aus Unternehmerinnen und Unternehmen aus dem Bereich Höhenzugangstechnik. Es hat sich gezeigt, dass das allen mehr bringt als ein Branchenmix, sowohl im persönlichen Austausch als auch für das Fachliche.  

Ein weiterer großer Vorteil des BSC: Jeder gehört automatisch zum Leitungskreis und entscheidet mit über die weiteren Projekte des Instituts. Wie es auch bei anderen Business-Vereinigungen üblich ist, bewirbt man sich um die Mitgliedschaft beim DIHZ. Es braucht einen Fürsprecher aus dem Kreis und am Ende die Zustimmung aller.  

Die Leidenschaft  

Die Idee zur Gründung des DIHZ entstand, nachdem ich meine Gerüstbaufirma verkauft hatte und in die Unternehmensberatung gewechselt war. Mir fiel auf, dass viele Unternehmen in der Branche auf sich alleingestellt waren, das Konkurrenzdenken groß war und es deshalb kaum Austausch untereinander gab. Ich habe allerdings in manchen Regionen erlebt, dass Unternehmen durch Kooperation viel mehr erreicht haben. Mir wurde klar, dass ich dazu beitragen kann, dass nichts so bleiben muss, wie es immer war. Frei nach dem Motto: „Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusammen!“ 

Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht ein Gutmensch. Ich habe viel Zeit, Geld und Ressourcen investiert und 2015 aus meinem Ingenieurbüro http://ihzt.de/  heraus, zusammen mit Walter Stuber https://dihz.de/gruender-walter-stuber/ und Sandro Rende https://dihz.de/gruender-sandro-rende/ , das Deutsche Institut für Höhenzugangstechnik gegründet. Es ist ein Zusammenschluss, kein Unternehmen für sich. Mein Ingenieurbüro finanziert das Ganze bis heute. Aber so soll es nicht bleiben. Mein Ziel ist es, dass das Institut in den nächsten fünf Jahren auf eigenen Beinen steht und als gGmbH geführt wird. Es geht mir darum, dass „das Baby“ laufen lernt, es auf eigenen Füßen stehen kann. Das Deutsche Institut für Höhenzugangstechnik definiert zusammen mit seinen Mitgliedsbetrieben Standards und bietet Know-How, das die „Guten“ von den „Anderen“ Betrieben unterscheidet. 

Allgemeine Themen / 21. September 2021

Achtung: Nicht jeder Traum, der in Erfüllung geht, macht glücklicher!

Traktor mit Wohnwagen im Wald

Von Walter Stuber  

Mit Traktor und Schäferwagen durch Sachsen fahren. Als ich letztes Jahr dieses Angebot vom Hochseilgarten in Moritzburg entdeckte, war ich sofort Feuer und Flamme! Lange habe ich davon geträumt mir einen historischen Traktor zu kaufen!  Meine Eltern hatten Landwirtschaft und so saß ich schon als Kind auf solch einem Gefährt. Später bin ich selbst gefahren.  

Wenn schon nicht mit dem eigenen Traktor, dann wollte ich wenigstens mit einem gemieteten nochmal dieses wunderbare Gefühl von Freiheit erleben, das mir in Erinnerung geblieben ist!  Meine Frau ließ sich auch dafür begeistern und  so buchten wir eine Woche in den Sommerferien, denn unsere siebenjährige Enkelin Isabelle sollte mit dabei sein.  

Ein perfekter Urlaubsauftakt  

Der August zeigte sich mit 29 Grad und Sonnenschein von seiner besten Seite, als wir Traktor und Schäferwagen abholten. Schnell war klar: Traktorfahren verlernt man nicht! Es machte mir genauso viel Spaß wie früher. Ich steuerte unsere erste Übernachtungsstation direkt am See Mitterteich an.  

Als Erstes stellten wir Campingtisch und Stühle draußen auf, denn im Schäferwagen war gerade mal Platz für Betten, Proviant und unsere persönlichen Dinge, die allerdings im Koffer bleiben mussten. Als auf dem Grill das Abendessen brutzelte, die Grillen zirpten und wir auf den See schauen konnte, war alles genauso, wie ich es mir erträumt hatte.  

Angst statt Glückgefühl 

Die Ernüchterung kam leider kurz danach. An eine Sache hatte ich im Vorfeld nicht gedacht – oder ich hatte sie erfolgreich verdrängt: In einem Schäferwagen ist alles es sehr, sehr eng und niedrig. Wenn man im Bett liegt, kann man mit den Armen das Dach berühren. So wenig Freiraum kann ich nicht ertragen. Das hat mit einem traumatischen Ereignis zu tun, das Jahrzehnte zurückliegt. Ich habe als Kind in einer Scheune Heu geschaufelt, als plötzlich eine große Menge Heu auf mich herabfiel. Ich wäre damals fast erstickt. Seitdem habe ich schnell Platzangst. Es war für mich unmöglich im Schäferwagen in den Schlaf zu finden. Angst und Herzrasen hielten mich wach.  

Nachts um 1 Uhr hatte ich die Nase voll. Ich habe mich aus dem Schäferwagen geschlichen und bin in unser Auto umgezogen, das glücklicherweise direkt neben den Traktor stand. Das war nicht besonders bequem. Aber immerhin kam ich zur Ruhe. Mehr als eine Nacht würde ich das allerdings nicht machen können, das war mir klar. Am Morgen fragte uns der Vermieter des Schäferwagens, wie wir geschlafen hätten. Meine Frau und unsere Enkelin antworteten wahrheitsgemäß: „Gut!“ Ich gab mir einen Ruck und erzählte, wie ich gelitten hatte. Tatsächlich hatte der gute Mann sofort eine Lösung parat. Er lieh uns ein Tipi-Zelt. Der Urlaub war gerettet!  

Ferienfreuden und ein plötzliches Ende  

Wir konnten weiter die Gegend mit dem Traktor erkunden. Rund um Moritzburg gibt es so viel zu entdecken. Zum Beispiel das Schloss mit dem Fasanenschlösschen und das Wildgehege. Es gibt viele Möglichkeiten für Radtouren und nicht zu vergessen die Seenplatte mit unzähligen  Bademöglichkeiten, z.B. am Frauenteich. Wir hatten traumhaft schöne Tage!  

Bis die Temperaturen merklich nach unten gingen. Bei 12 Grad draußen zu frühstücken, war kein Vergnügen. Nicht nur mir und meiner Frau war es zu kalt, auch unsere Enkelin Isabelle war nicht gerade begeistert. So entschieden wir einvernehmlich, dass wir unsere Traktor-Schäferwagen-Tour zwei Tage früher als geplant, beenden würden. 

Mein Fazit 

Auch wenn nicht alles so lief, wie erhofft: Für mich war unser „Abenteuer-Urlaub“ eine gute Erfahrung: Wir hatten eine tolle, ungewöhnliche Großeltern-Enkelin-Zeit, die wir so schnell nicht vergessen werden. Und ich habe tatsächlich etwas fürs Leben gelernt.  

Erstens: Ich bin nie zu alt, um etwas Neues auszuprobieren!  

Zweitens: Nicht alles, was auf den ersten Blick traumhaft wirkt, ist für mich das Richtige! Wenn ich merke, dass etwas nicht zu mir passt oder mir nicht guttut, kann ich mit großer Gelassenheit damit aufhören. Ich muss nicht mehr alles haben, erreichen oder machen! Nicht jeder meiner Träume muss in Erfüllung gehen. Das macht mich gelassener und bringt eine tiefe Zufriedenheit in mein Leben.