Allgemeine Themen

Allgemeine Themen / 11. Dezember 2018

Bittere Realität: Smartphone im Blick statt Menschen

Von Walter Stuber

Anfang Dezember. Ein ganz normales Netzwerk-Frühstückstreffen. Wie immer stehen der Reihe nach die Unternehmer auf und präsentieren in einer Minute ihr Business. Mein Blick schweift durch die Runde: Von zwanzig Netzwerkpartnern schauen mindestens sechs wie gebannt nach unten – auf ihre Smartphones. Was gerade Spannendes erzählt wird, können sie unmöglich mitbekommen haben.

Ich gebe es zu: Es ist erstaunlich, dass ich in diesem Moment nicht selber einer der Handygucker war! Denn zu gerne schaue ich „mal eben“ was es in den sozialen Medien Neues gibt oder checke kurz meine Mails. Damit stehe ich nicht alleine da. Viele machen das – und das nicht nur, wenn es ums Geschäft geht.

Auslaufmodell: Persönliches Gespräch?

Neulich habe ich auf dem Weihnachtsmarkt eine Familie beobachtet. Vater, Mutter und die zwei Kinder standen zusammen und jeder hatte ein Smartphone in der Hand. „Ob sie sich gegenseitig wohl gerade Nachrichten zuschicken?“, schoss es mir durch den Kopf. Gesprochen haben sie auf jeden Fall nicht miteinander.

Ist das die Entwicklung? Da wird eher im Internet gechattet, als mit einer realen Person geredet. Verlernt die Menschheit womöglich irgendwann mal, wie man ein „echtes“ Gespräch von Angesicht zu Angesicht beginnen und führen kann? Stirbt die gute alte Unterhaltung aus  – zugunsten von Chats und Sprachnotizen? Was wird das für Auswirkungen haben? Wir Menschen sind doch auf Beziehung angelegt und dazu gehört einfach auch der persönliche Austausch!

Anschauen = Wertschätzung

Mir ist klar: Ich muss mich als erstes an die eigene Nase fassen! Das Smartphone hat auch bei mir Suchtpotential. Ich denke, ich müsste immer und überall erreichbar sein. Wie oft habe ich schon, während ich mit jemandem redete, mein Handy aus der Tasche gezogen und drauf geschaut, nur weil gerade ein Vibrieren signalisiert hatte, dass eine Nachricht angekommen war.

Statt meinen Gesprächspartner anzuschauen, guckte ich aufs Smartphone! Das ist unhöflich und keine Wertschätzung für mein Gegenüber. Interessant, dass mir das gerade in dem Moment ganz bewusst geworden ist, als ich neulich die „aufs Handy starrenden“ Netzwerker beobachtet habe.

Viele virtuelle Freunde – analog einsam

Ich will ab sofort darauf achten, dass ich nicht immer wieder in die „Ich-muss-immer- sofort-alles-wissen-Falle“ tappe. Mein Handy soll nicht mehr in jeder Lebenslage in Sicht- und Griffweite sein. Sowohl am Tag als auch nach Feierabend. Als erste Maßnahme habe ich mir eine neue Leselampe für meinen Lieblingssessel gekauft, damit ich abends in Ruhe und bei gutem Licht ein Buch lesen kann und nicht im World Wide Web herumsurfe. Anstatt mit Menschen in der virtuellen Welt zu chatten, will ich lieber mit meiner Frau sprechen.

Damit tue ich uns beiden etwas Gutes, habe ich jetzt in einem Online Artikel gelesen, in dem die TÜV Rheinland Fachgebietsleiterin Iris Dohmen zitiert wird: „Wer sich nur noch online austauscht, läuft Gefahr, im realen Leben zu vereinsamen. Gerade im privaten Bereich ist ein persönliches Gespräch oft sehr bereichernd und der Grundstein für gemeinsame Aktivitäten in der realen Welt. Das sorgt für eine gesunde Balance, die auch der Leistungsfähigkeit im Beruf zugutekommt“. Noch ein Grund mehr, nicht ständig online zu sein!  Und außerdem: Der Blick in ein freundliches Gesicht ist doch allemal schöner als auf ein eckiges Handydisplay!

Ganz Privat / 4. Dezember 2018

Sachsen: Alles, was ich zum Glück brauche!

Von Walter Stuber

Ich liebe Sachsen! Es ist für mich das Bundesland, in dem es sich gut leben und arbeiten lässt. Davon sollten noch viel mehr Menschen profitieren. Deshalb haben wir als Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH die Initiative „Komm nach Mittelsachsen!“ ins Leben gerufen. In einem Kinospot, der z.B. in München und Stuttgart gezeigt wird, werben wir für günstiges Bauland, das Arbeiten als Gerüstbauer in unserer Firma und natürlich für unsere wunderschöne Region.

Meine Verbundenheit zu diesem Landstrich begann vor genau 25 Jahren. Am 1.Dezember 1993 habe ich in Roßwein ein neues Kapitel meines Lebens aufgeschlagen. Nachdem meine erste Ehe in die Brüche gegangen war, bekam ich hier die Chance, die ostdeutsche Niederlassung des bayerischen Unternehmens Gerüstbau Gemeinhardt aufzubauen.

Von Süd nach Ost

Als gebürtiger Schwabe, der eine zeitlang in Bayern gearbeitet hatte, war der Sprung in den Osten für mich kein Problem. Ich hatte weder Vorurteile, noch irgendwelche Bedenken, dass ich mit dem Menschenschlag nicht zurechtkommen würde. Ich war auf der Suche nach dem Glück. Wo ich es finden würde, war mir egal.

Dass der Umzug aber tatsächlich zum Glückfall in allen Bereichen meines Lebens werden würde, konnte ich damals nur hoffen. Rückblickend kam es genauso!  Auch wenn nicht alles immer glatt lief!

Leid, Liebe und Widerstände

Die Liebe zu meiner Frau Burgunda kam auf den zweiten Blick und entstand, nachdem ihr Freund auf einer unserer Baustellen tödlich verunglückt war. Eine extrem schwere Zeit für sie, ihre drei kleinen Kinder und dann auch für uns beide, als wir wussten,  dass wir zusammengehören. Nicht alle Menschen waren glücklich über unsere Beziehung. Davon haben wir uns nicht abhalten lassen und wir kämpften für unser gemeinsames Glück. Schließlich haben wir geheiratet.

Nun hatte ich nicht nur eine Ehefrau, die mich mit allen meinen Ecken und Kanten liebte, ich war auch Teil einer ganzen Familie! Das war eine besondere Freude, denn durch eine Krankheit war klar, dass ich nie leibliche Kinder haben konnte. Das „Vater sein“ von Ingolf, Sindy und Andy musste ich erstmal lernen! Als die drei später fragten, ob ich sie adoptieren würde, zeigte sich ganz deutlich, dass wir, allen Schwierigkeiten zum Trotz, zu einer Familie zusammengewachsen waren.

25 Jahre Sachsen: Dankbarer Rückblick

Auch beruflich war es auf das Ganze gesehen mein Glück, dass ich nach Mittelsachsen gekommen bin, auch wenn es Erfolge und herbe Niederlagen gab. Davon habe ich ja schon in einem Blog berichtet. Fakt ist: Zusammen mit meinem Kompagnon Dirk Eckart haben wir viel erreicht und sind auf Erfolgskurs.

Sachsen ist meine Heimat geworden. Ich mag die Landschaft, schätze die kulturellen Angebote und vor allem die Menschen. Wenn die fleißigen Sachsen 1990 die Finanzkraft der Südbayern und Baden-Württemberger gehabt hätten, wären viele nicht abgewandert gen Westen und heute sähe es wirtschaftlich viel besser aus. Deshalb finde ich den Slogan, mit dem Sachsentourismus wirbt einfach nur passend:  „Sachsen. Land von Welt.“ Ich hoffe, dass darüber nicht nur mehr Urlauber herkommen, sondern Menschen ganz neu entdecken, was wir hier alles zu bieten haben. Einen kleinen Eindruck bekommen Sie in unserem Kinospot !

Allgemeine Themen / 27. November 2018

Erfolgsversprechend: Zahlen Sie virtuell und analog in Ihre Personenmarke ein!

Von Walter Stuber

Lebenslanges Lernen. Das ist ein wichtiges Motto für mich. Deshalb besuche ich viele Vorträge und Seminare. Jetzt hatten wir die Referentin und Coach Monika Bylitza zu einem Inhouse-Seminar in unsere Firmenzentrale nach Roßwein eingeladen. Ihr Thema: „Texten für das Internet – Geben Sie Ihrer Personenmarke eine unverwechselbare Identität“.

„Zahle ich bei dem, was ich in meinen Blogs, Posts und Kommentaren veröffentliche, in meine Marke ein?“  Das war die Frage, die sich wie ein roter Faden durch das Seminar zog.

Gastautoren in meinem Blog

Auf dieser Homepage gebe ich zum Beispiel immer wieder Gastautoren die Möglichkeit, sich und ihr Business zu präsentieren. Das sind Menschen, die ich bei unterschiedlichen Gelegenheiten getroffen habe und die mich beeindruckt haben. Zum Beispiel:  Manuel Hein von Olea in Leipzig, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Unternehmensnachfolger zu finden. Wichtige Tipps dazu hat er auch zu unserem erstem MUTMACHER Buch beigesteuert.

Stephanie Ziegler aus Lauf bei Nürnberg habe ich bei Business Network International (BNI) kennengelernt. Als ich ihre Erfolgsgeschichte gehört habe, war mir klar, dass sie diese auf meiner Seite vorstellen sollte. Aus dem Nichts  hat sie „Stephanies Schokowelt“ aufgebaut. Mit dieser Story hat sie es dann auch in unserer zweites MUTMACHER Buch über Gründerinnen und Gründer geschafft.

Win-win-Situation

So könnte ich noch viele Unternehmer, Coaches und Netzwerker aufzählen, die schon auf www.walter-stuber.de eine Plattform bekommen haben. Berechtigte Frage: Zahlt solch ein Beitrag wirklich auf MEINE Marke ein oder ist es nicht eher so, dass der Gast davon profitiert? Ich bin mir sicher, dass es sich hier um eine klassische Win-win-Situation handelt: Der Gastschreiber bekommt über meine Homepage eine Reichweite, die er vorher nicht hatte. Wenn er den Beitrag dann auf seinen Kanälen teilt, nehmen mich wiederum neue User wahr.

Wer gibt, gewinnt!“ – Das ist das Motto von BNI, das hier für mich wieder ganz praktisch wird. Ich bin von Herzen MUTMACHER. Das ist meine Personenmarke. Dazu gehört eben auch, anderen Raum zu geben, sich vorzustellen und darüber neue Kontakte zu knüpfen. Das habe ich übrigens in einem Seminar von Ingo Karsch gelernt.

Virtuell und analog müssen übereinstimmen

Einzahlen auf meine Personenmarke, das geht nicht nur im Netz. Im „echten Leben“ ist es erst recht wichtig, dass ich meinem Ruf als MUTMACHER gerecht werde. „Virtuell und analog müssen übereinstimmen!“, war ein Satz von Monika Bylitza bei unserem Marken-Seminar.

Ich verschicke gerne mal eine Postkarte, einen Blumenstrauß oder ich rufe einfach mal jemanden an, vom dem ich den Eindruck habe, dass er eine Portion Mut gebrauchen kann. Auch eine gute, werthaltige Geschäftsempfehlung, die ich einem Lieferanten, Kunden oder auch meinem Nachbarn gebe, zahlt letztlich auf meine Marke ein.

Allgemeine Themen / 20. November 2018

Kundenservice: Comeback für den Tankwart?!

Kundenservice

Mehr Kundenservice contra Personalkosten sparen

Von Walter Stuber

 An die Tankstelle fahren, aussteigen, Zapfstutzen von der Säule nehmen und los geht’s! Als Geschäftsführer bin ich viel mit dem Auto unterwegs. Deshalb kann ich gar nicht mehr zählen, wie oft ich diese Prozedur in den letzten Jahrzehnten schon hinter mich gebracht habe.

Dass es bis Anfang der 1980er Jahre noch ganz anders lief, kann sich heute kaum einer mehr vorstellen. Damals konnte man als Fahrer bequem im Auto sitzen bleiben und ließ sich vom Tankwart bedienen. Auch die Damen brauchten keine Sorge haben, dass Finger oder gar Kleidung beim Tanken in Mitleidenschaft gezogen werden würden. Sogar bezahlt wurde am Fenster.

Beginn einer Erfolgsgeschichte – Ende eines Berufstandes

Das änderte sich, als vor rund 45 Jahren der Kemptener Energiehändler Präg in der Nähe von Augsburg die erste Selbstbedienungstankstelle in Deutschland eröffnete. Der damalige Geschäftsführer, Gerd Deisenhofer, hatte diese revolutionäre Idee aus Schweden importiert. An den Erfolg glaubte anfänglich vermutlich nur er selber.

Er sah die Personalkosten, die er dadurch einsparen würde. Seine Kritiker dagegen konnten es sich nicht vorstellen, dass irgendwer bereit wäre, sich selber die Hände schmutzig zu machen. Aber es funktionierte wirklich! So gut, dass bis Mitte der 1980er Jahre die Bedientankstellen völlig vom Markt verschwunden waren und damit auch die netten Tankwarte, die sich nicht um das Befüllen des Autos mit Kraftstoff kümmerten, sondern auch die Scheiben reinigten und, wenn gewünscht, den Reifendruck überprüften.

Zurück zum alten Angebot

Hin und wieder gab es von Tankstellenbetreibern Versuche, den alten Service wieder aufleben zu lassen. Aber leider fand das keinen Anklang bei den Kunden.  Warum eigentlich nicht? Ich finde den Gedanken sehr attraktiv, dass ich wieder auf die Tankstelle fahren kann und sich jemand um mein Auto kümmert. Der Gang zur Kasse würde sicherlich bleiben. Auf die Umsätze, die in der Tankstelle durch den Verkauf von Getränken, Lebensmitteln usw. gemacht werden, würde sicher kein Pächter verzichten wollen.

Klar müsste man für den Kundenservice einen Mehrpreis zahlen. Ob das mit dem Spritpreis verrechnet werden würde oder auf der Basis eines Trinkgeldes funktionieren würde, müsste der Betreiber dann entscheiden. Ich bin mir sicher, dass das Geld dafür da wäre.

Hilfreicher Kundenservice

Nicht nur an Tankstellen zeigt sich, dass wir in Deutschland in einer „Servicewüste“ leben. Das Weihnachtsgeschäft ist bereits angelaufen. Gerade in diesen hektischen Wochen wäre im Einzelhandel ein Plus an Service, der über den „Geschenke-Einpack-Service“ hinausgeht, für alle hilfreich. Wie wäre es, wenn an den Supermarktkassen freundliche Menschen beim Einpacken helfen und vielleicht sogar die Einkäufe zum Auto tragen würden? In den USA gibt es so etwas das ganze Jahr über. Ein Trinkgeld wird übrigens nicht erwartet!

Aber auch in anderen Bereichen gäbe es in Deutschland meiner Meinung nach genügend Möglichkeiten den Service auszubauen.  Ärzte könnten zum Beispiel einen Hol- und Bringdienst für ihre Patienten anbieten. Es hätte den Vorteil, dass die Wartezeiten in der Praxis verkürzt werden könnten. So etwas würde ich auch sehr gerne in Anspruch nehmen. Dass das nicht umsonst machbar ist, ist mir auch klar.

Die Antwort auf Bequemlichkeit

Ich glaube, dass ich nicht der Einzige bin, der bereit ist für mehr Service etwas zu zahlen. Ein Beweis dafür sind die steigenden Zahlen der Online-Verkäufe von Lebensmitteln und Warenvorräte. „Hellofresh“, „Kochhaus“ und sogar der Discounter Lidl bieten mittlerweile Kochboxen an. Preiswerter wäre es auf jeden Fall, selber einkaufen zu gehen. Aber wenn man es nach Hause geliefert bekommt, ist es eben viel bequemer.

Das würde mich schon reizen. Aber Lebensmittel kaufe ich grundsätzlich aus der Region. Gerade deshalb würde ich mir von unseren Händlern vor Ort wünschen, dass auch sie mehr Service anbieten würden für die, die alles gerne direkt bis nach Hause geliefert bekommen und trotzdem Regionales bevorzugen.

Regio-App als Chance

Wie das funktionieren könnte, dazu habe ich viele Ideen im Kopf. Eine wichtige Voraussetzung dafür wäre aber, dass sich möglichst viele Gewerbetreibende aus einer Gegend an einen Tisch setzen und Kooperationen eingehen würden.

Gemeinsam könnte man dann eine „Regio-App“ betreiben. Wer darüber zum Beispiel eine Pizza bestellt, bekommt nicht nur den passenden Wein und Nachtisch angeboten, sondern auch Geschirr, Besteck, Tischdekoration und einen Blumenstrauß.

Aber auch Handwerker und andere Dienstleister sollten in solche Regio-Apps einbezogen werden. Nur so kann man auf die Bedürfnisse der Kunden am besten eingehen und kleinere Unternehmen haben die Chance zu überleben. Ich bin gespannt, ob noch andere Unternehmer mitmachen und wieder mehr Kundenservice anbieten! Und vielleicht gibt es eines Tages wieder Tankwarte! Mich würde es freuen!

Ganz Privat / 6. November 2018

Leben und Tod – Wie du deine Gesundheit schätzen lernst

Wie eine undramatische Diagnose mich ins Nachdenken über Leben und Tod gebracht hat

Von Walter Stuber

Ich kann mir wirklich Schöneres vorstellen als im Wartezimmer eines Arztes zu sitzen! Rechts und links hustet und schnieft es – und nachher bist du noch kränker als vorher. Leider habe ich nicht das Privileg einer privaten Krankenversicherung, also muss ich das durchstehen, wie jeder andere auch. Wie neulich, als die Schmerzen in meinem Bein nicht aufhören wollten.

Als ich dann endlich im Sprechzimmer war, eröffnete mir mein Hausarzt, dass ich eine Beinthrombose hatte. Nichts Außergewöhnliches. Aber er wies ausdrücklich darauf hin, dass so etwas gefährlich werden könnte. Der Rat des Fachmanns: Mit der richtigen Behandlung durch Medikamente und Kompressionsstrümpfe könnte die Gefahr gering gehalten werden.

Was wäre, wenn……

Dieses „könnte“ setze sich in meinen Kopf fest. Die Möglichkeit bestand also, dass es passieren könnte. Und dann? Gefäßverschluss… Im schlimmsten Fall war das mein Ende! Dieser Gedanke, dass mein Leben plötzlich vorbei sein könnte,  ließ mich nicht mehr los! Ich begann in mich hineinzuhorchen und über Leben und Tod nachzudenken.

Gab es schon Warnsignale meines Körpers? Hatte ich womöglich etwas überhört? Ich spürte, je länger ich mich damit beschäftigte, desto mehr kam Panik in mir hoch. Vielleicht kennen Sie auch diese „Was wäre, wenn….“- Gedankenspiele. In dieser Situation führten sie zu nichts. Außer in die Angst.

Mitten im Leben ans Sterben denken?

Ich habe mir schließlich bewusst gemacht, dass ich sowieso nicht weiß, wann „mein letztes Stündlein geschlagen hat“. Gott sei Dank dafür! Aber gerade deshalb ist es wichtig, dass ich alles geregelt habe, für den Fall, dass ich ganz plötzlich mal nicht mehr da bin. Nicht nur was die Firma betrifft, auch mit Blick auf meine Frau und meine Familie. Über den eigenen Tod nachzudenken, mitten im Leben – das macht Sinn. Denn nichts ist so sicher wie der Tod! Leben und Tod können so nah beieinander liegen.

Aber ich lebe und das gerne! Deshalb ist die logische Konsequenz meinen derzeitigen Lebensstil zu überdenken! Achte ich genug auf mich und meine Gesundheit? Das funktioniert mal mehr, mal weniger. Besonders was mein Gewicht angeht. Nach einer Diät hatte ich um die 50  Kilo verloren. Lange Zeit ging es nur ein wenig rauf und runter. Aber leider sagte jetzt mein Arzt, dass die Waage einfach wieder zu viel anzeigt. Das bedeutet „Low Carb“ essen  und mehr Sport machen. Und das, wo Weihnachten in Sicht ist! Aber was sein muss, muss sein. Schließlich will ich noch vieles bewirken als Mutmacher in dieser Welt!

Mutmacher sein

Das ist meine Berufung: Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen Mut zu machen. Zum Beispiel denjenigen, die überlegen sich selbstständig zu machen. Deshalb haben Dirk Eckart und ich das Buch MUTMACHER 2 herausgebracht, in dem 5×5 Gründerinnen und Gründer mit ihrer Firmengeschichte vorgestellt werden und Experten geben Tipps zur Firmengründung, wie die Jurorin von der VOX-TV Startup Serie „Die Höhle der Löwen“  Dagmar Wöhrl oder der BNI Nationaldirektor Harald Lais.

Ich bin auch gerne Ermutiger für Menschen, die wie ich eine Körperbehinderung oder einen angeborenen Gendefekt haben. Ich weiß, wie wichtig  es ist, ermutigt zu werden, wenn man noch an dem „Warum?“ hängt.

Vom Warum zum Wozu?

Warum habe gerade ich eine spastische Spinalparalyse und das Klinelfelter Syndrom? Jahrelang bestimmte diese Frage mein Denken. Es hat gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass das ein Teil von mir ist, den ich nicht wie eine ungeliebte Frisur verändern kann. Die Gehbehinderung wird bleiben, auch wenn ich noch so trainiere. Das „Warum“ hat aber im Laufe der Zeit dem „Wozu?“ Platz gemacht.

Die Antwort darauf habe ich gefunden: Ich kann mit meinen Handicaps ganz besonders Menschen Mut machen, die selber mit Einschränkungen oder Behinderungen zu kämpfen haben. Mein Lebenslauf zeigt, dass man trotzdem etwas erreichen kann. Deshalb bin ich gerne als „Lebendes Beispiel“ unterwegs und hoffe, dass es irgendwann mal ganz normal ist, dass auch in Chefetagen Menschen mit Rolli, Krücken oder Blindenstock anzutreffen sind.

Unangenehm – aber realistisch und klug

Ich bin erstaunt, was ein Arztbesuch bei mir an Gedanken über Leben und Tod ausgelöst hat und bin dankbar dafür. Vielleicht warten Sie nicht bis zum nächsten Besuch bei einem Doktor und nehmen sich heute Zeit über Ihre  Gesundheit und „Work Life Balance“, das „Wozu“ und über das Leben und Sterben nachzudenken?

Gerade Letzteres macht keiner gerne. Aber mir hilft es, das, was mir gerade so wichtig erscheint im Leben, besser einordnen zu können ins große Ganze. Nicht selten merke ich danach, auf was es wirklich ankommt!  Das ist echte Weisheit, von der schon in der Bibel, in Psalm 90,  die Rede ist. „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“

Warten Sie nicht, bis Ihnen Ihr Arzt eine mehr oder weniger besorgniserregende Diagnose stellt, damit Sie sich mit dem Thema „Leben und Sterben“ auseinander setzen.

Es ist nie zu früh festzuhalten, wie Sie alles geregelt haben möchten im Fall der Fälle.