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Gastbeitrag / 21. Juli 2026

Ein Stasi-Mord in Thüringen und seine unerwarteten Folgen

Bild: Siloha-Hof

Gastbeitrag von Christian Schaube Mitgründer von SILOAH

Jörg, 21 Jahre jung, lebte in Erfurt, seine Eltern in Wahlwinkel, einem Dorf im Kreis Gotha.
Im Oktober 1987 erfuhr Jörg zufällig, von Stasispitzeln innerhalb der Thüringer Kirchenleitung.

Er rief seinen Vater an: „Papa, ich muss dir und unserem Pfarrer dringend was erzählen. Ich komme morgen heim!“ Am selben Abend wurde Jörg in seiner Wohnung ermordet. Zu seiner Beerdigung kam das Auto mit dem Sarg zu spät; dann ging alles sehr schnell. Jörg war das einzige Kind im Haus.

Von seiner Stasiakte fand man später nur noch den leeren Aktendeckel, der Inhalt war vernichtet. Zwei Wochen später kam ich als junger Diakonenschüler zum Gemeindepraktikum in das dortige Pfarramt. Ich lernte die frisch verwaisten Eltern kennen und konnte sie seelsorgerlich begleiten.

Später übernahm ich im Nachbardorf meine erste kirchliche Stelle als Kreisjugendwart. So wuchs eine Lebensfreundschaft zwischen uns als Familie und Jörgs Eltern, Herbert und Brünhilde. Sie wurden wie Großeltern für unsere 4 Söhne.

Als Herbert 2020 starb sagte Brünhilde zu mir: „Christian, irgendwann werde ich dir ja mal meinen Hof vererben.“ Meine Antwort hat Brünhilde völlig überrascht. Ich sagte: „Nein, Brünhilde, wenn ich den Hof später mal erbe, muss ich ihn verkaufen, weil wir als Familie schon ein Haus haben. Dann bin ich in unserer SILOAH-Gemeinschaft der Reichste und der Chef bin ich auch noch. Beides will ich nicht. Bitte schenk mir den Hof und seine Flächen und zwar sofort.“

Brünhilde war fast empört: „Du kannst dein Erbe wohl nicht früh genug kriegen?“ Dann berichtete ich ihr von meinem Traum, den ich seit Jahrzehnten im Herzen trug: Ich wollte „stiften gehen“…eine Stiftung gründen, als wäre ich ein reicher Unternehmer. Und Brünhilde als erste „Stiftsdame“ auf dem Stiftsgut sollte noch miterleben, was aus ihrem großen Vier-Seiten-Hof werden soll. So kam es dann. Sie schenkte mir den Hof, wir zahlten die Steuern und dann habe ich mit dem Hof die SILOAH-Stiftung errichtet. Brünhilde wird 90 und lebt noch heute in ihrem Geburtshaus zusammen mit einer jungen geflüchteten Familie. Einmal sagte sie nach allem Leid, das sie zu tragen hatte: „Christian, so gut ging es mir in meinem ganzen Leben noch nicht!“ Die Stiftung übernimmt alle Verwaltungsaufgaben, Versicherung, Reparaturen, Investitionen, Strom, Wasser, Müll, Heizung… und die Bewohner zahlen nur einen kleinen Monatsbeitrag.

Jetzt ganz aktuell suchen wir Unterstützung für einen neuen Wachstumsschritt: Das Nachbarhaus unmittelbar neben dem Stiftsgut, auch 1937 gebaut, soll verkauft werden. Wenn es uns gelingt, dieses Grundstück zu erwerben, wäre dort später Platz für eine Gemeinschaft in 2 Häusern mit 4 Wohnungen. Wir rechnen mit 170.000 € Kaufpreis und müssen das Haus dann noch sanieren.

SILOAH-Stiftung

Kreissparkasse Gotha
IBAN: DE09 8205 2020 0300 1016 51

Aus der jungen SILOAH-Stiftung soll ein „Gewächshaus“, eine Schule des gemeinsamen geistlichen Lebens in verschiedenen Generationen werden, die nur 15 Minuten von der Familienkommunität SILOAH entfernt ist. Möchte uns jemand beim Erwerb des Hauses helfen?

Ihr wisst ja, was sich nicht fügt, ist Unfug!

In Zuversicht und Hoffnung,

Christian Schaube 
pfarramt@siloah-hof.de
0173/6790751

Bildindex: Siloha-Hof

Glauben / 29. April 2026

Blütenfest, Begegnung und ein Ort mit Haltung

Bild: Walter Stuber
Bild: Walter Stuber

SILOAH Hof

2 Stunden und 15 Minuten Fahrzeit von Leisnig – und es hat sich gelohnt. Am 26.04. war ich zum ersten Mal auf dem Blütenfest auf dem SILOAH Hof. Und ich sage es direkt: Das war keine Veranstaltung. Das war ein Erlebnis.

Gefunden habe ich diesen Ort nicht durch Zufall, sondern geführt.

Im Sommer 2025 wurde mir ein Video auf YouTube angezeigt. Thema: Nachfolge.
Wir müssen euch was sagen…  Genau mein Thema zu dieser Zeit. Was mich sofort gepackt hat: Da spricht jemand öffentlich über Dinge, über die sonst geschwiegen wird. Klar. Offen. Echt.

Ich habe das weiterverfolgt. Monat für Monat.

Die Nachfolge auf SILOAH war kein Hochglanzprojekt, sondern ein ehrlicher Weg mit Fragen, Herausforderungen und Entscheidungen. Genau das hat mich angesprochen.

Dass einige meiner Biker vom CMS christliche Motorradfahrer Sachsen e.V.  den Hof schon kannten, hat meine Neugier noch verstärkt. Also bin ich hingefahren – und wollte mir selbst ein Bild machen.

Was ich erlebt habe

Über 200 Menschen haben dieses Blütenfest auf die Beine gestellt. Und das hast du gespürt. Keine Show. Keine Fassade. Sondern Einsatz, Herz und echte Gemeinschaft.

Meine Frau Burgunda – sie liebt Blumen – war sofort begeistert.
Was dort gestaltet wurde, hatte nicht nur Stil, sondern Seele.
Und mittendrin: klare geistliche Impulse.
Nicht aufgesetzt. Nicht versteckt. Sondern präsent.

In der Festpredigt hat Valentin Bilz etwas gesagt, das hängen bleibt: Für jeden gespendeten Euro gibt ein Großspender einen dazu.

Über 40.000 Euro sind bereits zusammengekommen – für eine neue Großküche.

Warum das wichtig ist? Weil dort bis zu 80 Jugendliche übernachten können. Für Kid-Camps, Begegnungen, Konfi-Freizeiten, Klassenfahren, Pilgern.

Das ist Zukunftsarbeit. Direkt. Wirksam.

Was mich wirklich bewegt hat

Über 30 Jahre haben die Gründer aufgebaut.
Und jetzt? Lassen sie los.

Das klingt einfach. Ist es aber nicht.
Ich weiß genau, wovon ich spreche.

Loslassen ist kein Moment.
Loslassen ist ein Prozess. Ein innerer Kampf. Und gleichzeitig eine Entscheidung für die Zukunft.

Hier wird genau das gelebt.

Mein Fazit

Ich war zum ersten Mal dort.
Aber sicher nicht zum letzten Mal.

Ich will wiederkommen.
Nicht nur schauen – sondern verstehen.

Was bewegt Menschen, ihr Leben so zu gestalten?
Warum entscheiden sie sich bewusst für Gemeinschaft, Verantwortung und Glauben?

Diese Antworten bekommst du nicht online.
Die bekommst du nur im Gespräch vor Ort.

Meine Einladung an dich

Schau dir den Hof selbst an: SILOAH Hof 

Lies dich ein. Fahr hin. Sprich mit den Menschen.
Und wenn du etwas bewegen willst:

Unterstütze das Projekt Großküche.
Kennwort: Küche ist wichtig

Küchen-Update: Wir haben eine gute Nachricht!!!

Denn hier entsteht etwas, das größer ist als ein Hof.

Hier entsteht Wirkung für die nächste Generation.

Euer Walter Stuber