Wort-Wahl

„Wörter sind die Quelle von Missverständnissen.“ Antoine de Saint-Exupéry

2017 ist das Wahl-Jahr: Bundespräsident, Landtag im Saarland, in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, Bundestag. Viele stellen sich die Frage: Was bewegt Menschen ihr Kreuzchen einer Partei, einem Kandidaten zu geben?

Die Sprachwissenschaftlerin Elisabeth Wehling hat  eine verblüffende Antwort: Die einfache, alltagsnahe Sprache ist der Schlüssel zum Erfolg! Näheres dazu finden Sie in diesem Artikel: https://www.welt.de/politik/deutschland/article159691528/Politiker-treiben-Waehler-mit-falscher-Wortwahl-zu-Populisten.html

Umgekehrt sind es die missverständlichen, ungeschickt formulierten Aussagen, die in der Politik das Aus bedeuten können. 2010 trat zum Beispiel der damalige Bundespräsident Horst Köhler mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurück.

Grund waren seine Äußerungen zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr, die zu Missverständnissen und harscher Kritik geführt hatten.

Einmal gesagt – nicht mehr zurückzunehmen

Worte haben Wirkung! Unangenehm ist es, wenn sie negative Reaktionen hervorrufen. Hat man etwas erstmal ausgesprochen, kann man es nicht mehr zurücknehmen. Das gilt nicht nur in der Politik, sondern auch im gesellschaftlichen, geschäftlichen und privaten Umfeld.

Das kenne ich leider auch von mir selber. Gerne suche ich nach Gründen, warum ich etwas genauso formuliert habe, dass andere schmerzt: Ich hatte einen schlechten Tag,  wurde  im Vorfeld angegriffen oder hatte schon lange den Ärger herunter-geschluckt und musste so reagieren. Manches Mal wollte ich auch nur einen Spaß machen und habe dabei Menschen mit meinem vermeintlichen Witz tief verletzt.

Konsequenzen für den Alltag

Worte können  hart treffen. Aber was bedeutet das für mich und mein Reden?

Ich kenne Menschen, die haben sich völlig  aus der Gesellschaft und aus Beziehungen zurückgezogen aus Angst  etwas Falsches zu sagen. Das ist für mich keine Option. Mir ist es sehr wichtig, dass ich zu meiner Meinung, meinen Einstellungen und Werten öffentlich stehe.

Das geht nicht ohne Worte. Ich nehme mir zwar immer vor, sorgfältig zu formulieren um niemanden zu verletzen. Aber passiert im Alltag trotzdem immer wieder!

Wenn ich bemerke, dass mein Reden jemanden persönlich angegriffen hat,  gehe ich auf ihn  zu und suche das persönliche Gespräch. Wenn das nicht geht, greife ich zum Telefon. Nur so kann ich mich entschuldigen.

Kleines Wort – große positive Wirkung

Das ist meine Art mit unbedacht ausgesprochenen Worten, die jemanden verletzt haben, umzugehen.  Die Reaktionen darauf waren in den meisten Fällen sehr positiv: danach war ein gutes Miteinander wieder möglich.

Ich möchte in meinem Umfeld dafür eintreten, dass ein Klima des Miteinanders entsteht, in dem jeder – egal ob Chef oder Angestellter – sich nicht zu fein ist für das eine  Wort: „Entschuldigung“.