Alle Beiträge von Walter Stuber

Allgemeine Themen / 11. August 2026

Mit 65 merke ich: Meine wichtigste Baustelle war nie meine Firma – sondern ich selbst.

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Ich habe in meinem Leben viele Baustellen erlebt. Kleine und große, einfache und hochkomplizierte. Baustellen, bei denen Termine drückten, viel Geld auf dem Spiel stand und manchmal innerhalb weniger Minuten eine Entscheidung getroffen werden musste. Fast 47 Jahre war der Gerüstbau ein wesentlicher Teil meines Lebens. Ich war Unternehmer, Geschäftsführer, Gesellschafter und Arbeitgeber und trug Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden und Familien, die indirekt von unseren Entscheidungen abhängig waren.

Lange dachte ich deshalb: Das sind meine Baustellen. Heute, mit 65 Jahren, sehe ich das anders. Die schwierigste Baustelle meines Lebens stand nie in Leipzig, Dresden, Frankfurt oder irgendwo anders in Deutschland. Meine schwierigste Baustelle war und bin ich selbst.

Bei anderen sah ich die Fehler schneller als bei mir

Als Unternehmer lernt man, Probleme zu erkennen. Warum läuft eine Baustelle nicht? Warum denkt ein Mitarbeiter nicht mit? Warum hält jemand eine Vereinbarung nicht ein? Warum meldet sich ein Kunde nicht? Warum funktioniert ein Prozess nicht so, wie ich ihn geplant habe?

Ich war ziemlich gut darin, solche Dinge schnell zu erkennen. Bei einem Menschen habe ich allerdings viel zu lange nicht genau genug hingeschaut: bei Walter Stuber.

Heute kann ich offen darüber sprechen. Ich habe Menschen ins Wort gefallen. Ich habe zu wenig zugehört. Oft hatte ich schon eine Lösung im Kopf, bevor mein Gegenüber überhaupt ausgesprochen hatte. Ich habe ungefragt geholfen und Ratschläge gegeben, obwohl vielleicht gar kein Ratschlag gefragt war. Ich hatte hohe Erwartungen an Mitarbeiter, Geschäftspartner, Freunde und Menschen in meinem persönlichen Umfeld. Wurden diese Erwartungen nicht erfüllt, war ich enttäuscht.

Das Interessante daran: Schon 2019 habe ich in meinem Blog über „Erst zuhören – dann einschätzen“ geschrieben. Wenn ich diesen alten Beitrag heute lese, muss ich selbst ein wenig schmunzeln. Denn etwas zu wissen und etwas konsequent zu leben, sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Weiterlesen: Walter Stuber: „Kennenlernen – Schätzen – Vertrauen“

Ich musste nicht jedes Problem lösen

Als Unternehmer war es meine Aufgabe, Probleme zu lösen. Deshalb hatte ich mir angewöhnt: Da ist ein Problem – also brauche ich eine Lösung. Schnell, konkret und möglichst sofort umsetzbar.

Im Unternehmen kann das eine Stärke sein. Im Umgang mit Menschen kann genau dieselbe Eigenschaft zur Schwäche werden.

Wenn mir jemand etwas erzählte, fing mein Kopf häufig sofort an zu arbeiten. Was könnte er machen? Wo liegt sein Fehler? Was würde ich an seiner Stelle tun? Und ehe der andere richtig fertig war, kam Walter mit einem Vorschlag.

Heute übe ich etwas, das eigentlich ganz einfach klingt: zuhören.

Nicht sofort antworten. Nicht sofort bewerten. Nicht sofort erklären, wie ich es machen würde. Vielleicht einfach einmal fragen: „Erzähl mal weiter.“

Das fällt mir heute leichter als früher, aber ich bin noch lange nicht am Ziel. Genau deshalb gefällt mir der Gedanke von Monika Bylitza, dass auch Scheitern einen Sinn haben kann. Hinfallen, erkennen, lernen und wieder aufstehen gehört zum Leben. Entscheidend ist nicht, keine Fehler mehr zu machen. Entscheidend ist, ob ich bereit bin, aus ihnen etwas zu lernen.

Lesenswert: Monika Bylitza: „Vom Sinn des Scheiterns“

Wertschätzung habe ich viel zu spät wirklich verstanden

Eine meiner größten Schwächen als Unternehmer war, dass ich häufig zuerst gesehen habe, was nicht funktioniert.

Neun Dinge waren gut gelaufen und eine Sache war schlecht. Worüber habe ich gesprochen? Über die eine schlechte Sache.

Damals hielt ich das teilweise für Führung. Schließlich muss ein Chef doch auf Fehler aufmerksam machen. Heute sehe ich das anders. Natürlich müssen Fehler angesprochen werden. Aber wenn Menschen immer nur hören, was sie falsch gemacht haben, verlieren sie irgendwann die Freude, Verantwortung zu übernehmen.

Wertschätzung bedeutet für mich heute auch nicht, ständig jedem auf die Schulter zu klopfen. Sie beginnt viel früher: jemanden ausreden lassen, hinschauen, Interesse zeigen, eine gute Leistung wahrnehmen und Danke sagen.

Über Wertschätzung habe ich schon vor Jahren geschrieben. In meinem Beitrag „Wertschätzung statt Hass“ ging es vor allem um den Umgang miteinander, auch in den sozialen Medien. Heute würde ich noch einen Satz ergänzen: Wertschätzung beginnt nicht bei Facebook oder LinkedIn. Sie beginnt bei mir selbst und bei der Art, wie ich dem Menschen begegne, der gerade vor mir steht.

Dazu passend: Walter Stuber: „Wertschätzung statt Hass“

Dankbarkeit verändert meinen Blick

Mit diesem Thema verbinde ich auch Sabine Langenbach. Ich habe sie als Dankbarkeitsbotschafterin kennengelernt und mich intensiv mit ihren Gedanken beschäftigt. Was mir daran gefällt: Dankbarkeit bedeutet nicht, dass plötzlich alles gut ist. Probleme verschwinden nicht, Krankheiten verschwinden nicht und Enttäuschungen lösen sich nicht einfach auf.

Aber Dankbarkeit verändert meinen Blick auf das, was trotzdem da ist.

Sabine beschreibt selbst, wie sie durch eine schwere Lebenssituation lernen musste, anders auf ihr Leben zu schauen. Aus dem „Warum?“ wurde mit der Zeit ein Blick auf das, wofür sie trotz allem dankbar sein konnte.

Auch wir haben dieses Thema bereits auf meinem Blog aufgegriffen. Für mich ist daraus ein wichtiger Gedanke entstanden: Wenn ich nur darauf schaue, was mir fehlt, werde ich immer etwas finden. Wenn ich bewusst darauf schaue, was mir geschenkt wurde, verändert sich meine Haltung.

Weiterlesen: Sabine Langenbach – die Dankbarkeitsbotschafterin: Mehr „Danke“ im Alltag und im Business

Und auch auf MehrDanke habe ich über Sabines Ansatz geschrieben:

Weiterlesen: „Dankbarkeit neu gedacht: Sabine Langenbach im Fokus“

Warum bin ich eigentlich so geworden?

Diese Frage ist für mich inzwischen wichtiger als die Frage: Wer hat schuld?

Warum fällt es mir leichter, einen Fehler zu sehen als etwas Gutes? Warum hatte und habe ich teilweise so hohe Erwartungen an Menschen? Warum möchte ich helfen, obwohl niemand um Hilfe gebeten hat? Warum ärgert es mich, wenn Menschen sich nicht melden? Warum fällt es mir manchmal schwer, Dinge einfach stehenzulassen?

Ich habe angefangen, mich mit meiner eigenen Geschichte zu beschäftigen. Mit meiner Kindheit, meiner Erziehung, meinen Eltern und den Erfahrungen, die mich geprägt haben.

Dabei habe ich etwas Wichtiges gelernt: Meine Vergangenheit erklärt manches – aber sie entschuldigt nicht alles.

Am Ende bin ich dafür verantwortlich, wie ich heute mit anderen Menschen umgehe.

Meine Firma konnte ich übergeben – meine Gewohnheiten nicht

Ende 2025 habe ich mein Unternehmen an die nächste Generation übergeben. Nach so vielen Jahrzehnten Unternehmertum war das ein gewaltiger Einschnitt. Plötzlich entscheiden andere. Andere führen. Andere tragen die Verantwortung.

Nur eines konnte ich nicht mit übergeben: Walter Stuber.

Meine Gewohnheiten, meine Erwartungen, meine Ungeduld, meine Stärken und meine Schwächen sind mit mir mitgegangen.

Und plötzlich entstanden Fragen, für die es keine betriebswirtschaftliche Auswertung gibt: Wer bin ich eigentlich, wenn ich nicht mehr jeden Morgen als Geschäftsführer gebraucht werde? Warum möchte ich gebraucht werden? Warum erwarte ich bestimmte Reaktionen von anderen Menschen? Warum verletzt es mich, wenn sich jemand nicht meldet? Warum fällt Loslassen manchmal so schwer?

Darüber habe ich schon einmal sehr persönlich geschrieben, als eine Freundschaft plötzlich vor einer geschlossenen Tür stand. Auch heute beschäftigt mich die Frage, wie viel wir von anderen erwarten dürfen – und wann wir lernen müssen loszulassen.

Mein persönlicher Beitrag dazu: Walter Stuber: „Wenn die Tür zu bleibt – Gedanken an meine Freunde“

Der größte Invest meines Lebens bin ich selbst

Ich habe als Unternehmer viel Geld investiert: in Fahrzeuge, Technik, Software, Weiterbildung, Mitarbeiter, Beratung und Unternehmensentwicklung. Das war richtig und notwendig.

Heute würde ich einen Invest ganz oben auf die Liste setzen: die Arbeit am eigenen ICH.

Dazu gehören für mich Gespräche, Coaching, Bücher, mein christlicher Glaube und vor allem Selbstreflexion. Monika Bylitza hat mich in diesem Prozess ebenfalls begleitet. Ein Satz von ihr aus einem Coaching ist mir besonders hängen geblieben: „Du bist vielfältig.“ Ich hatte lange manches an mir eher als Unruhe oder Schwäche gesehen. Manchmal braucht es einen Menschen von außen, der einem hilft, die eigene Persönlichkeit anders zu betrachten.

Darüber habe ich bereits in meinem Beitrag „Weniger ist mehr“ geschrieben.

Weiterlesen: Walter Stuber: „Weniger ist mehr“

Die Arbeit am eigenen ICH bedeutet für mich aber nicht, mich ständig selbst zu optimieren. Das wäre nur die nächste Form von Leistungsdruck. Es bedeutet, mich ehrlich zu betrachten. Wo verletze ich andere? Wo erwarte ich zu viel? Wo höre ich nicht richtig zu? Wo rede ich, obwohl Schweigen besser wäre? Wo muss ich mich entschuldigen? Und wo darf ich auch lernen, mich selbst anzunehmen?

Mit 65 bin ich noch lange nicht fertig

Früher dachte ich vielleicht, mit zunehmendem Alter würde man automatisch weiser. Heute glaube ich das nicht mehr. Man kann auch 30 Jahre lang denselben Fehler wiederholen.

Alter allein verändert keinen Menschen.

Veränderung beginnt dort, wo ich bereit bin, mich selbst infrage zu stellen.

Ich bin heute 65 Jahre alt. Ich habe viel erlebt, Erfolge gefeiert und Niederlagen eingesteckt. Ich habe gute Entscheidungen getroffen und falsche. Ich habe Menschen geholfen und sicherlich auch Menschen verletzt. Menschen haben mich enttäuscht und ich habe andere enttäuscht.

Und trotzdem – oder gerade deshalb – möchte ich weiter lernen.

Schon 2023 habe ich über Lebenszeit geschrieben und darüber, wie viel davon wir verschwenden, wenn wir uns über Dinge ärgern, die wir nicht verändern können. Dieser Gedanke ist für mich heute noch wichtiger geworden. citeturn2search0

Weiterlesen: Walter Stuber: „Lebenszeit nutzen, nicht verschwenden“

Meine wichtigste Baustelle bleibt geöffnet

Normalerweise möchte man eine Baustelle irgendwann fertigstellen. Bei dieser einen Baustelle hoffe ich inzwischen, dass sie bis zu meinem letzten Tag geöffnet bleibt.

Ich möchte weiter lernen, besser zuzuhören. Weniger von anderen zu erwarten. Mehr wertzuschätzen. Öfter Danke zu sagen. Mich zu entschuldigen, wenn ich einen Fehler gemacht habe. Nicht ungefragt jedes Problem lösen zu wollen. Beziehungen anzunehmen, wie sie sind, und auch akzeptieren zu können, wenn sich Wege trennen.

Vor allem möchte ich mir immer wieder eine Frage stellen:

Walter, was kannst du an dir verändern, bevor du von anderen verlangst, dass sie sich verändern?

Vielleicht ist das eine meiner wichtigsten Erkenntnisse nach 65 Lebensjahren und fast fünf Jahrzehnten Berufsleben:

Ich habe mein Leben lang Baustellen organisiert, Unternehmen weiterentwickelt, Menschen geführt und Probleme gelöst. Vieles davon ist mir gelungen. Manches nicht.

Heute weiß ich: Meine wichtigste Baustelle war nie meine Firma. Meine wichtigste Baustelle war und bin ich selbst.

Und an dieser Baustelle arbeite ich weiter.

Nicht, weil ich irgendwann ein perfekter Mensch werden möchte. Das werde ich nicht.

Sondern weil ich morgen vielleicht ein kleines Stück aufmerksamer, dankbarer und wertschätzender mit meinen Mitmenschen umgehen kann als gestern.

Und jetzt meine Frage an dich: Wann hast du zuletzt nicht darüber nachgedacht, was die anderen ändern sollten, sondern dich ehrlich gefragt: Was sollte ich selbst an mir verändern?

Allgemeine Themen / 4. August 2026

Was ich heute mache – und warum Loslassen die beste Entscheidung meines Lebens war

 

 

Dresden, 2026-05-28
Foto: SZ/ Veit Hengst

Immer wieder werde ich gefragt: „Walter, was machst du eigentlich heute?“

 

Eine berechtigte Frage.

Zum 31. Dezember habe ich meine Geschäftsanteile an der Gemeinhardt Service GmbH an meinen Sohn Ingolf übergeben. Nach vielen Jahrzehnten als Gesellschafter und Geschäftsführer begann für mich ein neuer Lebensabschnitt.

Viele Unternehmer träumen vom Loslassen.

Ich wollte ihn leben.

 

Loslassen heißt wirklich loslassen

 

Für mich bedeutet Unternehmensnachfolge nicht, jeden Tag anzurufen oder nachzufragen, wie es läuft. Loslassen heißt Vertrauen schenken.

Es heißt, dem Nachfolger die Chance zu geben, seinen eigenen Weg zu gehen – auch wenn er manches anders macht, als ich es gemacht hätte.

Heute, mehr als sieben Monate später, kann ich voller Dankbarkeit sagen: Es war die richtige Entscheidung.

Ich war seit der Übergabe nicht mehr im Unternehmen. Von meinem Sohn Ingolf und meinem ehemaligen Mitgesellschafter Dirk kamen nur wenige Rückfragen. Genau so hatte ich mir eine gelungene Übergabe vorgestellt.

Natürlich interessiert mich weiterhin, wie sich das Unternehmen entwickelt. Aber es ist heute ihr Unternehmen – nicht mehr meines.

Darauf bin ich stolz.

➡️ Mehr zum Thema Unternehmensnachfolge findest du hier: Es ist vollbracht

 

Warum ich heute Mastermind-Gruppen aufbaue

 

Ich habe in meinem Berufsleben Tausende Projekte begleitet und unzählige Unternehmer kennengelernt. Dabei ist mir eines immer wieder aufgefallen:

Viele kämpfen mit denselben Herausforderungen – nur jeder für sich allein.

Genau deshalb baue ich heute Mastermind-Gruppen auf.

Unternehmerinnen und Unternehmer treffen sich regelmäßig, sprechen offen über ihre Herausforderungen und profitieren von den Erfahrungen der anderen.

Das ist keine klassische Beratung.

Es ist kollegiale Beratung auf Augenhöhe.

Wer die Fehler anderer kennt, muss sie nicht selbst machen.

Und wer gute Ideen miteinander teilt, entwickelt sein Unternehmen oft deutlich schneller weiter.

➡️ Hier erfährst du mehr über meine Mastermind-Idee: Top-Mastermind

 

Unternehmer beraten – damit wieder Zeit zum Leben bleibt

 

Bereits zwischen 2003 und 2010 war ich als Unternehmensberater tätig.

Heute begleite ich wieder ausgewählte Unternehmerinnen und Unternehmer.

Nicht mit fertigen Patentlösungen.

Sondern mit Erfahrung aus fast fünf Jahrzehnten Unternehmertum.

Mein Ziel ist einfach:

Mehr Freizeit.

Bessere Strukturen.

Mehr Verantwortung im Team.

Und trotzdem steigende Umsätze und Gewinne.

Ein Unternehmen darf nicht vom Chef abhängig sein.

Es muss auch funktionieren, wenn der Unternehmer einmal zwei oder drei Wochen nicht erreichbar ist.

➡️ Mehr dazu findest du in meinen Beiträgen über Führung, Delegation und Unternehmertum.

Künstliche Intelligenz begeistert mich jeden Tag

Ich liebe es zu lernen.

Auch mit 65 Jahren.

Seit rund vier Jahren beschäftige ich mich intensiv mit Künstlicher Intelligenz, Automatisierung, Prozessoptimierung und modernen Arbeitsabläufen.

Ich bin überzeugt:

KI ersetzt den Unternehmer nicht.

Aber sie kann ihm unglaublich viel Arbeit abnehmen.

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen haben hier enormes Potenzial.

Wer heute beginnt zu lernen, wird morgen deutlich entspannter arbeiten.

➡️ Hier findest du meine Gedanken rund um KI und Digitalisierung.

Netzwerke verändern Menschen

 

Seit vielen Jahren nutze ich das internationale Unternehmernetzwerk BNI.

Natürlich entstehen dort Empfehlungen.

Viel wichtiger sind für mich jedoch die Begegnungen.

Menschen mit Ideen.Menschen mit Erfahrung.

Menschen, die bereit sind, einander weiterzuhelfen.

Ebenso wichtig sind mir mein Engagement bei Rotary und bei den Christlichen Motorradfahrern Sachsen.

Dort geht es nicht um Umsatz.

Dort geht es um Gemeinschaft, Verantwortung und darum, anderen Menschen zu dienen.

➡️ Mehr über mein Netzwerk und meine Erfahrungen findest du in meinen Beiträgen zu BNI, Rotary, FaktorC und den Christlichen Motorradfahrern.

Zeit mit Gundi – bewusster als früher

 

Früher stand das Unternehmen oft an erster Stelle.

Heute genieße ich die gemeinsame Zeit mit meiner Frau Gundi viel bewusster.

Unser Garten. Unsere Grundstücke. Ein gemeinsamer Kaffee. Ein Spaziergang.

Diese kleinen Momente haben für mich heute einen viel größeren Wert als früher.

Erfolg misst sich nicht nur in Zahlen.

Er misst sich auch in gemeinsamer Zeit.

Mein Glaube gibt mir Orientierung

 

Ich bin Christ.

Nicht nur am Sonntag.

Mein Glaube begleitet mich im Alltag.

Er prägt meine Entscheidungen.

Er erinnert mich daran, dankbar zu sein.

Und er motiviert mich, Menschen Mut zu machen.

Ich glaube fest daran, dass jeder Mensch Begabungen bekommen hat.

Die entscheidende Frage lautet:

Was machen wir daraus?

➡️ Viele Gedanken dazu findest du in meinen christlichen Mutmacher-Beiträgen.

Was ich mir für die Zukunft wünsche

„Er war Unternehmer.“

Ich wünsche mir, dass Menschen sagen:

Walter hat Spuren in Menschen hinterlassen.

Das wäre für mich der schönste Satz, den man einmal über mein Leben sagen könnte.

Allgemeine Themen / 7. Januar 2025

Wenn die Tür zu bleibt: Gedanken an meine Freunde

Bild: Gemeinhardt Service
Bild: Gemeinhardt Service

Liebe Freunde,

manchmal gibt es Momente im Leben, die uns zutiefst berühren und verwirren. In solchen Augenblicken stehe ich oft vor einer geschlossenen Tür und frage mich, was geschehen ist. Ihr wisst, wie wichtig die Beziehungen zu den Menschen in meinem Leben für mich sind – von meiner Kindheit in Heilbronn bis hin zu den Jahren in Bayern und jetzt in Mittelsachsen.

Ich erinnere mich an meine unbeschwerten Tage in Brackenheim, wo ich mit Freunden abhängte und die Welt um uns herum entdeckte. Diese Erinnerungen sind die Wurzeln meiner Identität. Doch was passiert, wenn diese Wurzeln plötzlich entwurzelt werden? Wenn Ghosting, das unsichtbare Ablegen von Beziehungen, uns trifft? 

Vor einigen Monaten erlebte ich solch einen Kontaktabbruch. Jemand, der mir viel bedeutete, und ich standen vor der Stille. “Es liegt nicht an dir,” hörte ich. Aber wieso dann? Diese Fragen, die im Kopf kreisen, können so quälend sein. Sie führen mich zurück zu den intensiven Erlebnissen in Eibensbach – zu den Abenteuern, die wir gemeinsam hatten. Diese tiefen Verbindungen waren lebendig – und jetzt fühle ich mich zurückgeworfen in einen Raum ohne Antworten.

Im Alter von 20 Jahren kam ich nach Oberbayern. Dorfen, Erding, München – sie wurden meine neuen Heimatorte, jeder mit seinen eigenen Geschichten und Herausforderungen. Aber nun, ab meinem 33. Lebensjahr, lebe ich in Mittelsachsen, genauer gesagt in Rosswein und Leisnig. Diese neue Umgebung hat mein Leben erneut verändert. Die sanfte Hügellandschaft und die tiefen Wälder bringen eine Ruhe mit sich, die ich sehr schätze. Doch das Gefühl des Verlustes und der Unsicherheit schwingt weiterhin mit.

In einem Podcast hörte ich über Ghosting, und es stellte sich heraus: Ich bin nicht allein mit diesen Erfahrungen der Hilflosigkeit. Auf der Suche nach Trost erzählen mir Freunde, ich solle vergeben. Doch es geht nicht um Vergebung – es geht um das Trauern um eine Beziehung, die wertvoll war. Wenn eure eigenen Herzen durch die Stille einer geschlossenen Tür schlagen, denkt daran: Ihr seid nicht allein. 

Ich erinnere mich an einen Besuch bei diesem Menschen, bei dem mein Herz bis zum Hals schlug, die Hoffnung, dass vielleicht doch ein Gespräch möglich wäre. Aber die Tür blieb zu. Hast du auch schon einmal erlebt, wie es ist, wenn Freundschaften im Nebel verschwinden? Es ist, als bliebe etwas Unausgesprochenes in der Luft hängen – ungreifbar und unerreichbar.

Wir alle haben unsere eigenen Lebensgeschichten, die uns geprägt haben. Von der ländlichen Idylle in Heilbronn über die bayerische Landschaft bis zum sanften Hügeln in Mittelsachsen – jede Station hat mich geformt. Wenn wir uns den Herausforderungen des Lebens stellen, lasst uns auch die Trauer zulassen und den Verlust annehmen. Denn nur so können wir weiter wachsen.

Ich bin dankbar für jede Erfahrung, die ich mit euch teilen durfte. Gemeinsam finden wir die Kraft, weiterzugehen – auch wenn die Türen manchmal geschlossen bleiben. Lasst uns in diesen Zeiten füreinander da sein und an die lebendigen Erinnerungen und die Hoffnung auf neue Verbindungen festhalten.

In Freundschaft,  

Walter

Allgemeine Themen / 10. Oktober 2023

Unternehmer*innen brauchen Engel

Von Walter Stuber

Aus Porzellan, Stroh oder Salzteig. Mal rank und schlank. Mal pausbäckig. Mit kleinen oder großen Flügeln. Jetzt tauchen sie wieder vermehrt in den Regalen der Läden auf . Ein sicheres Zeichen, dass die Adventszeit mit großen Schritten auf uns zukommt. Da dürfen die himmlischen Wesen, die auf Regal oder Fensterbank für ein heimeliges Gefühl sorgen, nicht fehlen.

Für mich haben Engel immer Saison! Denn jeder braucht einen Engel. Ganz besonders Unternehmerinnen und Unternehmer! Keine Sorge, in diesem Blog geht es weder um Dekoration noch um esoterisches Gedankengut. Ich meine Engel aus Fleisch und Blut, die besonders Menschen in verantwortlichen Positionen den Rücken frei halten. Mein Engel heißt Burgunda. Wir sind seit siebenundzwanzig Jahren miteinander verheiratet.

Rollenverteilung

Bei der Hochzeit habe ich nicht nur zu Gundi, wie ich sie gerne nenne, „Ja“ gesagt, sondern auch zu ihren drei Kindern, die damals elf, zwölf und vierzehn Jahre alt waren. Die Rollenverteilung war klassisch: Sie kümmerte sich um die Kinder, das Haus mit dem großen Grundstück und dazu arbeitete sie im Dreischichtsystem als Mechatronikerin. Ich brauchte mich „nur“ um meine Arbeit zu kümmern. Erst als Geschäftsführer eines Spezialgerüstbau-Unternehmens, dann als geschäftsführender Gesellschafter zusammen mit Kompagnon Dirk Eckart www.dirk-eckart.de.

Im Rückblick, sehe ich, dass ich mir jahrelang viel zu wenig Zeit für meine Familie genommen habe, weil ich die Belange der Firma vor die der Familie gestellt habe. Ich war getrieben davon, dass wir Geld verdienen müssen. Ja, natürlich muss man sein Ein- und Auskommen haben und als Unternehmer daran denken, dass man Verantwortung trägt für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aber darüber habe ich oft die Bedürfnisse meiner Frau und meiner Kinder übersehen. Heute tut mir das leid.

Rückendeckung

Was ich damals versäumt habe, ist nicht mehr zu ändern. Aber ich kann daraus lernen. Für eine Kurskorrektur ist es nie zu spät. Ich nehme mir jetzt mehr Zeit für Gundi und die Familie. Mittlerweile habe ich eine ganz neue Sicht auf die Rolle meiner Frau bekommen. All die Jahre hat sie als Familienmensch dafür gesorgt, dass die Kinder und wir zusammengehalten haben, dass untereinander Kontakt gehalten und Geburtstage gemeinsam gefeiert wurden. Sie war diejenige, die unermüdlich die Fäden im Hintergrund gezogen hat. Nicht aus einem Pflichtgefühl heraus, sondern aus Liebe und weil das genau ihr Ding war (und ist).

Beruflich weiterzukommen, spielte für sie keine Rolle. Für sie hatte die Familie immer Vorrang und dann kam der Garten. Seit ich sie kenne hat sie hier immer viel Zeit investiert. Das Ergebnis waren nicht nur schöne Blumen, sondern auch viel Obst und Gemüse, das geerntet und verarbeitet werden musste. Während ich also erfolgreich im Unternehmen war, hat sie erfolgreich unsere Familie, das Haus und den Garten gemangt. Eins ist so wichtig wie das andere! Ich bin Gundi für das alles unendlich dankbar!

Mein Engel auf Erden

Gundi ist mein Engel in Menschengestalt. Gerade Menschen in Führungspositionen brauchen so jemanden, der bedingungslos hinter einem steht! Deshalb liegt für mich auf der Hand, dass in einer Partnerschaft nicht beide Karriere machen können. Wenn so etwas zur Debatte steht, sind Kompromisse gefragt oder auch Verzicht zugunsten des Partners. Wichtig ist, dass klar ist: Karriere machen ist genauso wertvoll, wie der Part des Rückenstärkens und sich um die Familie kümmern!

Wer ist in diesem Sinne Ihr Engel auf Erden? Wer ist immer für Sie da und unterstützt sie im Alltag?

Ich freue mich über Ihren Kommentar!

PS: Die Idee für diesen Blog-Beitrag basiert auf meinem Podcast „Mutig anders unterwegs“, der Episode „Manchmal braucht man einen Engel“ Mutig anders unterwegs – Manchmal braucht man einen Engel

Vielleicht schauen Sie mal rein? Hier erzähle ich aus meinen verrückten Handwerkerleben, gebe Praxistipps und mache Mut, das beste aus dem Leben zu machen.

Allgemeine Themen / 31. Mai 2022

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Mein Weg zum Harley-Trike

Dreißig Jahre lang habe ich davon geträumt mir ein Harley Trike zu kaufen. Erst fehlte das Geld. Dann hatte ich es und ich überlegte, ob es überhaupt Sinn macht mit meiner Behinderung und in meinem Alter. Ich wollte das Trike fahren auf jeden Fall mal ausprobieren und mietete für einen Tag ein Rewaco RF1 GT Trike.

Mit meiner Frau Burgunda fuhr ich durch Sachsen. Es war wunderschön. Danach siegte trotzdem die Vernunft. Ich entschied, dass nicht alles besitzen musste, was ich gerne hätte. In meinem Blog habe ich darüber berichtet. Für mich stand fest: Der Harley Trike Traum ist abgehakt.

Die alte Begeisterung flammt wieder auf

Dann sah ich bei barrierefrei1, einem YouTube-Kanal, ein Video Rollstuhl Trike Harley Davidson Motorrad Umbau über Ernst. Der Rollstuhlfahrer hat sich eine Harley Davidson behindertengerecht zum Trike umbauen lassen. In mir schlummerte wohl doch noch ein Funke Begeisterung für so ein Gefährt, der loderte jetzt wieder auf. Ich dachte: Wenn ein Umbau für einen Rollifahrer möglich ist, dann doch erst recht für jemanden wie mich, der durch eine Hereditäre Spastische Spinalparalysen (HSP)   eine Bewegungseinschränkung hat. 

Ich war Feuer und Flamme. Ich suchte nach einer Werkstatt, die die notwendigen Arbeiten durchführen konnte. Nach drei Wochen stieß ich auf Grund Handicaps in Bayern. Jetzt fehlte nur noch das passende Trike. Mein Mitgesellschafter Dirk Eckart www.dirk-eckart.de hatte in Erfahrung gebracht, dass bei Harley in Dresden  ein Gebrauchtes zum Verkauf stand.

Soll ich oder soll ich nicht?

Zusammen mit Dirk schaute ich mir die Maschine an. Bei der Gelegenheit probierte ich, ob ich allein aufsitzen und wieder absteigen konnte. Durch die Spastik kann ich meine Beine nicht so gut bewegen. Würde ich es schaffen, Bein und Fuß über den Tank zu schieben? Es war ein Kraftakt, aber es ging. Aus der Fußschaltung musste eine Handschaltung werden. Ob das bei diesem Modell möglich war, musste Grund Handicaps entscheiden. Von dort kam grünes Licht.

 

 

Harley Davidson Fussschaltung

Foto: Harley Davidson Fussschaltung

Harley Davidson umgebaut mit Handschaltung

Foto: Harley Davidson umgebaut mit Handschaltung

Vor mir stand also das Harley Trike von dem ich dreißig Jahre lang geträumt hatte! Sollte ich es kaufen? Die Entscheidung wollte ich nicht allein treffen. Deshalb fuhr ich mit meiner Burgunda zu einem weiteren Besichtigungstermin. Sie war sofort total begeistert von der Maschine. Wir überlegten: Konnten, wollten, sollten wir uns das leisten? Letztlich war ein Harley Trike auch eine gute Geldanlage.

Endlich ein Ja

Die Entscheidung haben wir dann nicht aus einem finanziellen Aspekt heraus getroffen. Wie oft hatte ich meinen Wunsch schon zur Seite geschoben: Aus finanziellen Gründen, aus Vernunft, Verantwortungsgefühl oder weil ich mich wegen meines Handicaps einfach nicht getraut habe. Jetzt war ich noch fit. Wie lange, das weiß keiner. Plötzlich war mir klar: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Ich unterschrieb den Kaufvertrag. Dann kamen die Zweifel, ob es die richtige Entscheidung war. Plötzlich waren alle Gründe, die gegen einen Kauf gesprochen haben, wieder präsent. Besonders die Frage, wie lange ich es gesundheitlich noch schaffen würde, das Trike zu fahren, hat mir zugesetzt. Dirk Eckart brachte die Maschine von Dresden nach Bayern, wo sie von Grund Handicap umgebaut wurde. Nun gab es kein Zurück mehr. Zu Ostern konnten wir unser Harley CVO Trike abholen.

Einfach mutig machen

Es fühlt sich gut und richtig an, damit zu fahren. Ich bin mir sicher: Träume müssen gelebt werden. Für mich ist es keine Option am Ende meines Lebens zurückzuschauen und dann festzustellen, dass meine Wünsche nie Realität geworden sind. Ja, es ist schon ein bisschen verrückt, dass ich mit 61 Jahren und meiner Behinderung jetzt mit meinem ersten Harley Trike herumfahre. Was andere sagen, interessiert mich nicht. Einfach machen! Das ist meine Devise.

Schieben Sie Ihre Träume nicht immer weg. Lassen Sie sich nicht sofort von der Meinung der Familie oder der Kollegen, der politischen Lage oder Ihren eigenen Zweifeln ausbremsen. Arbeiten Sie daran, dass Sie Ihre Wünsche verwirklichen können. Seien Sie mutig und genießen Sie es, wenn Sie Ihren Traum leben können! Es lohnt sich!