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Verantwortung übernehmen

Warum für mich der Trauschein zu einer Beziehung dazugehört

„Ehe für alle“ – die Bundesregierung hat sich dafür entschieden. Keine Sorge, ich werde das jetzt nicht kommentieren! Aber ich finde es interessant, dass sich  in den letzten Tagen und Wochen viele positiv zum Lebensmodell „Ehe“ geäußert haben. Denn vor allem hier in Ostdeutschland beobachte ich schon lange,  dass die Institution „Ehe“ für viele gar nicht (mehr) in Frage zu kommen scheint.

Man lebt zusammen. Jahrelang, sogar über Jahrzehnte. Aber ein offizielles „Ja“ zu einander mit Trauschein, dazu kommt es nicht. Warum nur? Ist es die Angst, sich (endgültig) festzulegen? Hängt es damit zusammen, dass man bei einer Ehe Rechte UND Pflichten hat, Verantwortung übernehmen muss für den  Partner, die Kinder, das gemeinsame Hab und Gut?

Schwierigkeiten bei Trennung oder Tod des Partners

Wenn das Gründe sein sollten, dann habe ich den Eindruck, dass man nicht weit genug gedacht hat.  Wenn eine Lebensgemeinschaft auseinander geht, gibt es teils auch gemeinsame Kinder, Besitz oder auch Schulden. Auch ohne Ehe müssen dann  Lösungen gefunden werden,  in welchem Umfang z.B. die Betreuung  und der Unterhalt des Nachwuchses bestritten, wie Besitz aufgeteilt und wie mit Verbindlichkeiten umgegangen wird.

Schwierigkeiten sind vorprogrammiert, wenn ein Partner stirbt. Wie sieht es mit der Versorgung der Hinterbliebenen aus? Wer erbt was? Besonders bei Unternehmern, die kein Testament gemacht haben, wird  das schnell zu einer sehr heiklen Angelegenheit. Zum Beispiel dann, wenn die Ex-Ehefrau über das Erbe der leiblichen, minderjährigen Kinder wieder an der Firma beteiligt ist, die mittlerweile von der Lebenspartnerin geführt wird. Ganz so frei und unkompliziert ist es meines Erachtens dann doch nicht, ohne Trauschein zu leben.

„Nägel mit Köpfen machen!“

Ich bin für klare Verhältnisse! Beruflich und privat! Als ich mich vor mehr als 20 Jahren unsterblich in Burgunda verliebt habe, war mir sofort klar, dass ich sie auch heiraten werde. Ihre drei Kinder gehörten für mich von Anfang an selbstverständlich dazu, sie waren (und sind) mir lieb wie leibliche Kinder. Später habe ich sie auch adoptiert. Eine unverbindliche Lebensgemeinschaft, ohne (staatliche) Ehe, war für mich aufgrund meines Verantwortungsbewusstseins ihnen gegenüber undenkbar.

Das wünsche ich mir für unsere Gesellschaft:

Menschen, die aus Liebe füreinander Verantwortung übernehmen und ihren gemeinsamen Lebensweg in der Ehe festmachen.

Wer weiß, vielleicht hat die Entscheidung der Bundesregierung für „Ehe für alle“  ja dafür gesorgt, dass in meiner Region die Ehe wieder mehr in das Blickfeld der Paare geraten ist, die sich bis dato darüber keine Gedanken (mehr) gemacht haben.

Mich würde es sehr freuen!