Aus dem Gerüstbauer-Leben

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 29. März 2017

Die hohe Kunst des Netzwerkens

Warum Kontakte aufbauen wichtiger ist als verkaufen

 „Bauen Sie Kontakte hinter den Kontakten auf!“ Das ist der Satz der mich seit Anfang Februar nicht mehr loslässt. Gehört habe ich diese Aufforderung bei der Internationalen Netzwerkwoche des BNI Region Südost www.bni-so.de.

In den Vorträgen von Michael Bühren (BNI Nordrhein-Westfalen), Ingo Karsch (BNI Schweiz) und Gunther Verleger (BNI Stuttgart) ging es immer wieder darum, dass Netzwerken nicht gleichbedeutend ist mit verkaufen! Vielmehr geht es darum, die Kontakte hinter den Kontakten aufzubauen.

Mein Weg zum Wunschkunden

Das stand in der Vergangenheit nicht in meinem Fokus. Netzwerken war für mich gleichbedeutend mit gute Geschäfte machen – und zwar zeitnah!  Eine andere Möglichkeit neue Kunden zu gewinnen, bestand für mich darin, sie direkt anzuschreiben und meine Dienste anzubieten. Mit viel Glück bekam ich einen Vorstellungstermin hin und wieder auch mal direkt eine Ausschreibung.

Heute agiere ich anders. Zunächst überlege ich mir, wer meine Wunschkunden sind und wer aus meinem Netzwerk Interesse haben könnte ebenfalls für diesen Kunden zu arbeiten. Außerdem schaue ich, ob einer meiner Kontakte bereits mit meinem Wunschkunden zusammenarbeitet. Ist das der Fall, dann versuche ich über Empfehlungspartner an sie  heranzukommen.

Beziehungsaufbau – und Pflege

Das bedeutet, dass ich viele Möglichkeiten nutzen muss, um  Kontakte zu pflegen oder neue aufzubauen. Deshalb bin ich  jede Woche bei verschiedenen Netzwerkveranstaltungen, Vereinen, im BNI Chapter Karl May in Radebeul oder im Rotary Club Döbeln/Mittelsachsen  www.rotary-döbeln.de präsent. Das ist natürlich sehr aufwändig und kostet viel Zeit. Aber es macht mir immer mehr Freude, neue Menschen kennenzulernen und miteinander zu vernetzen!

Dabei steht  nie im Vordergrund, dass ich etwas verkaufen will, sondern die Beziehungspflege! Mir wird immer klarer, dass diese Art des Kontakteknüpfens  nicht nur „Chefsache“ sein darf. Jeder im Unternehmen sollte vor Augen haben, wie wichtig es ist, auf allen Ebenen zu netzwerken. Denn Empfehlungen laufen  nicht nur über die Chefetagen!

Langsamer –  aber effektiver zum Erfolg

Ich bin gespannt, wie sich diese Art des Netzwerkens für unser Unternehmen auszahlen wird.  So Gott will, werden wir in ein bis zwei Jahren darüber die ersten Aufträge bekommen. Bei manchen Firmen hat es bis zu 5 Jahren gedauert, bis die Kontakte hinter den Kontakten auch in den Auftragsbüchern sichtbar wurden.

Jens Fiedler vom BNI Südost macht mir immer Mut mit der Aussage: „Für den Beziehungsaufbau muss man ein paar Extrameilen gehen!“

Dazu bin ich gerne bereit und freue mich darauf mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen und neue Kontakte zu knüpfen!

Ein Kommentar in Facebook zu diesem Thema von Stefan Gössler Spitzenkontakte sind wichtiger als jeder Kunde. Aber Kunden, nicht Kontakte, bringen Umsatz. Wie man aus Kontakten echte Kundenbringer macht, ist ein Geheimnis, das bei BNI einige verstanden haben aber längst nicht alle.

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 28. Februar 2017

„Mit Werten in Führung gehen“

Persönliches zum Kongress christlicher Führungskräfte  Teil 1

Vorfreude ist bekanntlich eine der schönsten Freuden! Ein Jahr lang habe ich das sozusagen ausgekostet  und mich auf den Kongress christlicher Führungskräfte (www.fuehrungskraeftekongress.de) vom 23.-25. Februar  in Nürnberg gefreut.

Bereits 2011 und 2015 war ich bei diesen alle zwei Jahr stattfindenden Treffen  dabei. Damals habe ich von den Vorträgen und  Begegnungen sehr profitiert.

Dieses Mal wollte ich nicht nur als Teilnehmer dabei sein,  sondern zum ersten Mal zusammen mit einem Team (Dirk und Ulrike Eckart, Janine Stuber)  die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH den rund 2900 Kongressbesucherinnen und Besuchern an einem Messestand vorstellen.

3000 persönliche Einladungen für den Raum Nürnberg

Darüber hinaus war es mir ein Anliegen, dass Unternehmer aus der Region Nürnberg auf diese Tagung aufmerksam gemacht werden, dorthin kommen und natürlich auch unseren Stand besuchen. Deshalb haben wir 3000 handgeschriebene Karten an unterschiedlichste Firmen verschickt.

Ich war sehr gespannt, wie diese Aktion und auch die Hinweise in sozialen Netzwerken, die Werbung in Zeitungen und Zeitschriften  sich auswirken würden.

Kurz bevor es losgehen sollte, bekam meine Vorfreude allerdings einen Dämpfer.

Auf einmal kamen mir ganz viele Bedenken bezüglich meines Engagements.

Wenn Bedenken die Vorfreude rauben wollen

Inwiefern interessieren sich die Besucher dieses Kongresses für unser Arbeitsfeld? Ist es überhaupt möglich unseren „Spezialgerüstbau“ in diesem Rahmen  angemessen vorzustellen? Würde sich der ganze, auch finanzielle,  Aufwand überhaupt lohnen? Dass dieser Kongress nicht dazu dienen würde, Aufträge einzuholen, war von Anfang an klar.

Manchmal ist das so: Ich möchte etwas Neues wagen, von dem ich ganz und gar überzeugt bin und dann kommen, wie aus heiterem Himmel, massive Zweifel über das Vorhaben. Ich habe gelernt, mich dadurch nicht verwirren zu lassen, sondern konsequent den Weg, den ich vorher ja als  gut und richtig erkannt habe, weiterzugehen.

Wenn nicht alles nach Plan läuft

So habe ich es auch mit dem Kongress christlicher Führungskräfte gehalten.

Ich habe die Bedenken zur Seite geschoben!

Beim Aufbau klopften allerdings die Zweifel  nochmals an, weil nicht alles so lief, wie es geplant war. Wir hatten tatsächlich ein wichtiges Werbebanner zu Hause in Roßwein vergessen.Wie gut, wenn man ein Mitarbeiter hat, auf die man sich verlassen kann, so wie es bei uns der Fall ist. Spontan fuhr unser Gerüstbau-Kolonnenführer Thomas Mikusch die  knapp 300 km nach Nürnberg und  brachte uns das benötigte  Banner. Pünktlich zum Kongressbeginn war alles an seinem Platz.

Wenn Vorfreude nicht enttäuscht wird

Heute schaue ich dankbar zurück auf die Tage in Nürnberg und bin mir sicher, dass aller Einsatz sich gelohnt hat! Ich hatte viele gute Begegnungen, konnte neue Kontakte knüpfen und  Freundschaften vertiefen. Ich habe einmal mehr gemerkt, wie wichtig es ist, dass Christen in Führungspositionen sich austauschen,  korrigieren und sich ermutigen zu ihrem Glauben und den damit verbundenen Werten mitten im Alltagsgeschäft zu stehen.

Wie z.B. unsere handgeschriebenen Karten angekommen sind und welche interessanten Gespräche ich führen konnte, das berichte in einem meiner nächsten Blogs!

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 22. Februar 2017

Vom Tyrann zum Ermutiger

Wie ich mich als Chef verändert habe

„Sie sind entlassen!“ Noch vor ein paar Jahren musste gar nicht  viel passieren, dass ich einem Mitarbeiter diesen Satz an den Kopf geschleudert habe und er seine Papiere holen konnte. Manchmal reichte es, dass wir unterschiedlicher Meinung waren. Auch sonst war mein Führungsstil eher schroff. Meine Ideen mussten sofort umgesetzt werden.

Wenn etwas nicht so lief, wie ich es mir vorgestellt hatte, ging ich schnell unter die Decke und habe auch manches Mal mein Gegenüber angebrüllt. Entweder richtig oder gar nicht – das war mein kompromissloses Motto bei allem.

Kurzum: Als Chef war ich ein Tyrann!

Worauf es wirklich ankommt!

Gott sei Dank ist das Vergangenheit. Heute ist es mir wichtig für unsere Mitarbeiter, die Kunden und auch im privaten Bereich ein Ermutiger zu sein. Der Weg hierhin war voller dramatischer Ereignisse: ein tödlicher Arbeitsunfall;  ein Kalkulationsfehler mit schweren Folgen und eine Erkrankung, die mich fast in den Rollstuhl gebracht hätte. Deshalb wurde ich ganz plötzlich ins Krankenhaus eingewiesen und musste mich einer schweren Operation unterziehen.

Diese ungewollte Auszeit war der Anfang meiner Veränderung. Mir wurde klar, wie einsam ich war, auch dass ich vieles nicht geregelt hatte. Was würde nach dem Tod kommen? Diese Frage beschäftigte mich stark. Damals entdeckte ich meinen christlichen Glauben wieder und nahm Kontakt auf mit „Christen in der Wirtschaft“ www.ciw.de , die ich im Internet gefunden hatte. Hier konnte ich mich mit anderen Unternehmern austauschen,  die ebenfalls Christen waren und bekam wertvolle Anregungen, wie sich der Glaube in meinem Unternehmeralltag widerspiegeln kann.

 Mein Umdenken verändert das Betriebsklima

Seitdem hat sich vieles bei mir und im Unternehmen zum Positiven verändert. Ich bin dankbar, dass ich heute Aufgaben abgeben kann, ich nicht mehr ständig alles und jeden kontrollieren muss und dass ich viel entspannter bin. Das bestätigen meine langjährigen Mitarbeiter. Jetzt arbeiten sie gerne in der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH und müssen keine Angst mehr vor dem cholerischen Chef haben!

Das bedeutet nicht, dass wir uns nicht auch von Mitarbeitern trennen müssen. Das bleibt im Berufsalltag leider nicht aus. Aber bevor ich jemanden entlasse, bekommt er oder sie mindestens eine Chance, dass wir wieder zusammen finden. Klappt das nicht, dann bekommt derjenige ganz sachlich die Kündigung ausgesprochen.

Zur Vergangenheit stehen –  über das Neue berichten

Meinen  Kontakt zu CiW hat sich über die Jahre intensiviert und ich profitiere bis heute von diesem Netzwerk. Deshalb referiere ich auch sehr gerne am 15.März 2017 im Rahmen des „CiW Forum Dresden“. Mein Thema: „Wie lebe ich meinen Glauben im Unternehmen?“.

Das Treffen beginnt um 19.30 Uhr im Gewandhaus Dresden.

Im Kostenbeitrag von 25 Euro im VVK und 30 Euro an der Abendkasse ist ein reichhaltiges Buffet enthalten. Infos und Anmeldung hier: http://www.ciw.de/fileadmin/Regionalgruppen/Dresden/2017_03_Forum_Dresden-Flyer.pdf  Ich freue mich auf eine persönliche Begegnung mit Ihnen in Dresden!

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 14. Februar 2017

Weitsicht statt Tunnelblick

Warum die Kooperation mit anderen Betrieben von großem Nutzen ist

„Das passende Gerüst –  für jede Idee – für jedes Projekt“ – das ist das Motto von Gemeinhardt Gerüstbau Service, das wir jeden Tag auf unseren Baustellen in die Tat umsetzen. Das gilt auch bei sehr hohen Anforderungen!  Zum Beispiel, wenn nur der obere Teil eines Bauwerkes erhöht bzw. saniert werden soll.

Da gibt es im Vorfeld vieles zu bedenken: Wie kommt das Gerüstmaterial nach oben? Wie und wo können die Gerüstbauer stehen, um mit dem Aufbau des Gerüsts beginnen zu können? Wie bekommt solch eine Konstruktion Standfestigkeit?

Durch Zusammenarbeit optimale Lösungen finden

Vor einigen Jahren sollten wir ein Gerüst für den Bau eines neuen Gebäude-stockwerkes erstellen. Wir haben eine Bühnenplattform gebaut, die nur dazu diente, die Untersicht der Decke zu bearbeiten. Das Spannende war:  Wie kommt die Bühnenplattform von 12 m Länge und 10 m Breite unter die Decke? Wie wird sie auf der Länge von 50 m bewegt? Wie kommen die Mitarbeiter in 30 m Höhe wieder herunter, falls bei der Hebeeinrichtung der Strom ausfällt oder die Anlage defekt ist?

Unsere Stärke ist der Spezialgerüstbau! Hier waren aber noch andere Fachkenntnisse gefragt. Uns kam zugute, dass wir schon lange mit einer Firma für Höhentechnik zusammen gearbeitet haben. Gemeinsam haben wir eine optimale Lösung gefunden. Kooperation heißt das Schlüsselwort!  Wir scheuen uns nicht, mit anderen Fachfirmen zusammenzuarbeiten, wenn es darum geht, für unsere Kunden das beste Ergebnis zu erzielen.

Wer kooperiert, gewinnt

Und nicht nur die Kunden profitieren!  Wie unsere Kooperation mit Mike Wagner  http://www.baugeraete-wagner.de zeigt. Beeindruckend ist hier für mich der faire, kollegiale Umgang. Besonders deutlich wurde das als unser Unternehmen einen finanziellen, existenzbedrohenden Engpass hatte. Diethelm Wagner, der Vater des jetzigen Chefs, hat uns damals ohne Absicherung einen größeren Betrag ausgeliehen. Das hat uns enorm geholfen! Noch heute bin ich dafür dankbar.

Andere Spezialisten bei einem Projekt dazu nehmen und Kooperationen eingehen, damit ein optimales Ergebnis erzielt wird: Das ist für unser Unternehmen selbstverständlich geworden und hat sich bewährt!

Aktuell sind wir übrigens auf der Suche nach christlich geprägten Unternehmen im Gerüstbau, die mit uns kooperieren wollen!

Allgemeine Themen / 7. Februar 2017

„Gefühle und Emotionen“

Yellow icons with different facial expressions

Unerwartete Entdeckungen im God@Sprinter-Club

 Manche Fehler, die ich im Geschäftsleben gemacht habe, hätte ich mir und anderen ersparen können, wenn mir vorher ein Kollege von seinen Erfahrungen in ähnlicher Situation berichtet hätte. Aber solche Austauschmöglichkeiten sind leider selten.

Umso dankbarer bin ich, dass ich vor zwei Jahren auf den God@Sprinter-Club von tempus gestoßen bin.

Das ist eine Gruppe für Unternehmer in der das vertraute Miteinander im Vordergrund steht. In meiner Gruppe, die von Johannes Hüger geleitet wird,  sind wir zurzeit zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Alle zwei Monate treffen wir uns an den Standorten der Kolleginnen und Kollegen.

Austausch und Feedback

Der Ablauf der anderthalbtägigen Zusammenkünfte ist immer gleich: Wir beginnen um 18 Uhr mit einem gemeinsamen Abendessen und einem persönlichen Austausch, manchmal gibt es auch ein Referat. Den zweiten Tag nutzen wir für Seminare und Feedback.

In diesem geschützten Raum kann ich über meine geschäftlichen Herausforderungen sprechen,  bekomme interessante Anregungen und wertvolle, praxisnahe Tipps, was ich verändern kann. Aber nicht nur der Geschäftsmann Stuber wird beim God@Sprinter-Club angesprochen.

Mein „Rucksack voller Emotionen“

Gerade bei unserem  letzten Treffen im Januar im Klosterhotel in Roggenburg  bei Ulm habe ich verstanden, warum ich in manchen Situationen so reagiere, wie ich es tue. Zu Gast war die Referentin, Autorin und Mutter Vivien Dittmar http://viviandittmar.net/ . Eines ihrer Bücher heißt: „Gefühle und Emotionen“, das war auch ihr Thema im God@Sprinter-Club.

Bei ihren Ausführungen wurde mir bewusst, dass ich schon von meinen Eltern einen „Rucksack“ voller Emotionen aufgeladen bekommen habe und dass ich ihn heute immer noch mit mir herumschleppe. Im passenden Moment sind  die „Gemüts-bewegungen im Affekt“  sofort präsent und führen dazu, dass ich die aufkommenden Emotionen kaum bändigen kann. Als Führungskraft und auch im Privatleben sind solche emotionalen „Ausbrüche“ natürlich nicht förderlich.

Unterschied Emotionen und Gefühle

Vivien Dittmar hat eine Kurzanleitung präsentiert, wie wir uns in solchen Momenten  wieder in den Griff bekommen. Das habe ich jetzt im Alltag immer im Hinterkopf und setze es im passenden Moment  ein.

Außerdem ist mir durch die Vorträge klar geworden, dass Gefühle und Emotionen nicht zwei Worte sind, die im Grund dasselbe ausdrücken.

Emotionen sind „Gemütsbewegungen im Affekt“; Gefühle dagegen psychische Erfahrungen und Reaktionen wie Angst, Ärger, Freude, Liebe, usw.

Für mich war das eine horizonterweiternde Information!

Die God@Sprinter-Club Treffen bringen mich beruflich und privat bestens weiter. Deshalb bin ich immer dabei! Falls Sie neugierig geworden sind, hier gibt es weitere Infos: http://www.tempus-consulting.de/beratung/sprinter-club/