Alle Beiträge von Walter Stuber

Allgemeine Themen / 11. April 2023

Die Schattenseite von Würzburg

#visitwuerzburg. Kurz und bündig ist der Slogan auf der Tourismusseite www.wuerzburg.de/tourismus/index.html der bayerischen Stadt gehalten. 

Würzburg hat einiges zu bieten: Weltkulturerbe Residenz https://www.residenz-wuerzburg.de/  aus dem 18. Jahrhundert, Festung Marienberg, die alte Mainbrücke, Falkenhaus, Rathaus, viele Kirche und natürlich die Weinstuben und Weingüter. Diese sorgten in den 1970gern für das Motto „Würzburg – das Weinfass an der Autobahn“.

Bei einem Kreativwettbewerb im Jahr 2009 wurde der Spruch „Würzburg – Provinz auf Weltniveau“ ausgezeichnet. Es wundert nicht, dass die Würzburger davon nicht begeistert waren. Wer hat schon gerne, wenn man als „provinziell“ eingestuft wird?! 

Gefährlich und unprofessionell

Provinz statt Weltniveau habe ich jetzt leider bei einem Spaziergang am Würzburger Kranenkai, in der Nähe des Congress Centrums, erlebt. Ich musste an einer Baustelle einen Ersatzfußweg benutzen. Dieser war einfach nur unprofessionell und gefährlich. Meine Fotos sagen mehr als Worte.

Zusammengeflickt, mit Lücken und Stolperkanten. Wie sollen Rollstuhl- und Rollator-Fahrer, Gehbehinderte, Familien mit Kinderwagen und Buggy diesen Weg nutzen, ohne sich in Gefahr zu bringen? Wenn man ihn überhaupt von der Breite her nutzen kann! Mit einem Rolli wird das schon knapp! Auch für Menschen ohne Handicap ist der Gang über diesen Fußweg eine Herausforderung, vor allem in der Nacht, ohne Beleuchtung.

Kein gutes Aushängeschild

Beim heutigen Stand der Technik ist es kein Problem, Baustellensicherungsmaßnahmen sicher und für alle nutzbar zu gestalten.

Ich verstehe nicht, wie eine Universitätsstadt wie Würzburg, mit tausenden  von Tagestouristen und 830.000 Übernachtungen im Jahr 2022 https://www.tvmainfranken.de/mediathek/video/staedtetourismus-in-wuerzburg-deutliche-erholung-bei-den-gaesteuebernachtungen-im-jahr-2022/  so eine

gefährliche Konstruktion zulassen kann. So etwas ist kein gutes Aushängeschild! 

Da kann ich nur hoffen, dass die zuständigen Behörden doch noch eingreifen oder …. die Bauarbeiten bald fertiggestellt sind. 

Allgemeine Themen / 28. März 2023

Gesunde Führung – gesundes Führen

Nur wenn Du als Unternehmer und Führungskraft auf Deine eigene Gesundheit achtest (gesunde Führung) kannst Du auch Deine Mitarbeiter gesund Führen.

Die meisten Menschen fangen erst an, sich um Ihre Gesundheit zu kümmern, wenn sie nicht mehr intakt ist. Wirklich frühzeitige Prävention ist da aber der viel sinnvollere Ansatz. Und damit kann jeder selbst beginnen, oder Du setzt in Deinem Unternehmen den Faktor Gesundheit mit ein. Nicht nur für die Produktivität des Unternehmens, sondern auch gegen die Fluktuation und für das Recruiting neuer Mitarbeiter kann ein funktionierendes Gesundheitssystem im eigenen Betrieb eingesetzt werden. Vor vielen vielen Jahren haben die großen Player damit angefangen und mittlerweile ist es auch im Mittelstand und in kleinen Unternehmen angekommen, wie wichtig es ist.

Dabei sollst Du nicht der Trainer oder gar Therapeut Deiner Mitarbeiter werden, aber das Bewusstsein für die körperliche und geistige Gesundheit auf dem Schirm haben. In erster Linie damit, dass Du Deinen Mitarbeitern eine gesunde Lebensweise vorlebst (Arbeitszeiten, Ernährung, genug Trinken – nein nicht Alkohol! Und ein vernünftiges Maß an Bewegung). Und hör jetzt hier nicht auf zu lesen! Vor allem, wenn Du denkst: „So ein Blödsinn, wie soll das denn funktionieren?“

In vielen Situationen ist es mit Mitarbeitern ähnlich wie mit Kindererziehung: Sie machen nicht das, was Du sagst, sondern machen das nach, was Du vorlebst. Die meisten Dinge lernen wir im Laufe unseres Lebens durch Nachahmung.

Also ja! Es kommt auf das Vorleben an. Werden in Deinem Unternehmen Getränke für die Mitarbeiter angeboten? Das ist nicht nur eine schöne Geste, sondern genug Flüssigkeit trägt zur besseren Konzentration und Leistungsfähigkeit bei. Ist es in Deinem Unternehmen üblich, dass die Mitarbeiter Ihre Pausen aktiv zur Erholung nutzen? Lies hierzu gern in meinem Blog weiter: https://www.aktivgesundonline.de/pause-aktiv-gestalten-3-ideen-die-einfach-umsetzbar-sind/

Ein weiterer großer Anteil an gesundem Führen hat das Thema Arbeitsorganisation und die Kommunikation im Unternehmen. Wieviel Zeit und Raum bleibt im Alltag für klare Kommunikation und gute Absprachen – oder tappen Deine Mitarbeiter manchmal im Dunkeln, weil die Arbeitsanweisungen oder Handlungsspielräume unklar sind? Wie geht Ihr im Unternehmen mit Fehlern um? Und wann und wie wird gelobt und Anerkennung ausgesprochen? Das merke ich immer wieder in der Arbeit mit Mitarbeitern, dass das häufig zu kurz kommt. „Erwische“ Deine Mitarbeiter bei Ihren Erfolgen und lass es sie wissen. Und denke daran: Lob vor der Gruppe – Kritik unter vier Augen.

Kommen wir zum Abschluss nochmal zum Thema Ernährung. Trinken ist zwar ein Teil davon, um den es ja oben schon ging, aber auch das Essen ist ein wichtiger Faktor im Arbeitsalltag. Nimmst Du Dir in Ruhe Zeit, Deine möglichst 3 Mahlzeiten am Tag einzuhalten? Wie sieht es in den Pausen dazwischen aus? Hier mal ein Keks, da mal ein Stück Schokolade? Oder nutzt Du die Esspausen lediglich zum Trinken (Wasser, Tee)? Denn das würde ich empfehlen, nicht nur für die Figur, sondern vor allem auch für die Leistungsfähigkeit. Vier bis sechs Stunden Pause zwischen den Mahlzeiten machen total Sinn, um aus dem Kohlenhydratstoffwechsel in die Fettverbrennung zu kommen – das macht einen klaren Kopf und gute Konzentration. Ist die Pause länger, gerät der Körper leicht in „Notfall-Situation“ und fährt den Stoffwechsel runter. Ist die Pause kürzer, kommen wir gar nicht in die Fettverbrennung.

Aller Anfang ist schwer… aber es haben schon so viele geschafft! Ich freue mich immer über Feedback, Anregungen und Fragen. Und wenn Du das Gefühl hast, in Deinem Unternehmen darf in Zukunft gesünder geführt werden, dann lass uns gern mal telefonieren.

Zur Autorin:

Mein Name ist Corinna Werner, ich bin Physiotherapeutin, Ernährungsberaterin, Rückenschullehrerin, Ergonomieberaterin (für Verhaltens- und Verhältnisprävention) und ganzheitlicher Gesundheitscoach. Ich habe „Gesundheits- und Sozialmanagement“ und „Prävention und Gesundheitspsychologie“ studiert, sowie diverse Fort- und Weiterbildungen um Bereich Coaching und Stressmanagement sowie Burnout Prophylaxe. www.aktivgesundonline.de mail: info@aktivgesundonline.de

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 13. März 2023

Mein größter Fehler als Unternehmer

Hochmotiviert und voller Ehrgeiz kaufte ich zusammen mit vier weiteren Gesellschaftern im Jahr 2001 die Niederlassung von Gemeinhardt Gerüstbau in Roßwein. Daraus entstanden drei Unternehmen: Eine GbR, eine Logistikfirma und das Gerüstbau Unternehmen. Der Finanzierungsplan der Sparkasse fußte darauf, dass es fünf Gesellschafter gab und zwei davon als Geschäftsführer fungierten, nämlich Dirk Eckart und ich. 

Bei der Eigenkapitalhilfe Finanzierung durch die KfW Bank wurde dann aber festgelegt, dass jeder Gesellschafter gleichzeitig auch Geschäftsführer sein sollte. Durch diese Regelung bekamen die Bauleiter, die Gesellschafter waren, plötzlich auch den Status eines Geschäftsführers und ein entsprechendes Gehalt. Das sorgte gleich am Anfang für Unruhe. Außerdem merkten wir schnell, dass nicht alle Gesellschafter dieselben Ziele mit dem Unternehmen verfolgten, wie Dirk und ich.

Bewegte Zeiten

Nach vier Jahren schieden zwei Gesellschafter aus. Deshalb mussten wir aus finanziellen Gründen die Logistikfirma mit dem Gerüstbau verschmelzen. 2012 verließ der dritte Gesellschafter/Geschäftsführer das Unternehmen. Nun waren Dirk Eckart www.dirk-eckart.de und ich geschäftsführende Gesellschafter, so wie wir das von Anfang an geplant hatten. Unsere Werte und Einstellungen passten bestens zusammen. Eigentlich hätten jetzt ruhige Zeiten beginnen können. Wenn uns nicht ein schwerer Kalkulationsfehler bei einer Großbaustelle passiert wäre, der uns kurz vor die Insolvenz gebracht hatte. 

Um genügend Kapital zu haben, musste die GbR mit der GmbH zusammengeführt werden. Zusätzlich war es notwendig, dass wir 150.000 Euro aus unserem Privatvermögen in die Firma einlegten. Dafür haben Dirk und ich unsere gesamten Spar – und Rentenrücklagen aufgelöst. Zusätzlich kürzten wir unsere Geschäftsführergehälter. Schließlich brachten die sächsische Aufbaubank und die Sparkasse Döbeln ebenfalls 150.000 Euro zur Rettung unseres Unternehmens ein. Ein großes Risiko für alle Beteiligten. Aber Dirk und ich waren davon überzeugt, dass unser Unternehmen zukunftsfähig war. Und wie sich zeigte: Wir hatten recht.

Misserfolge sind Wegweiser

Beruflich gesehen war es mein größter Fehler mit insgesamt fünf Gesellschaftern zusammen ein Unternehmen führen zu wollen. Viele Köche verderben den Brei! Ich hätte mich damals mit meinem Wissen alleine selbstständig machen sollen und , statt die ganze Firma zu kaufen, wäre es besser gewesen, nur einen Teil des Materials zu übernehmen. Damit hätte ich zwar das komplette Risiko alleine getragen, dafür hätte ich aber alle Entscheidungen selbst treffen können. Aber diese Überlegungen bringen überhaupt nichts. Was geschehen ist, ist geschehen. 

Viel wichtiger ist, daraus etwas zu lernen. Heute weiß ich: Fehlentscheidungen gehören zum (Unternehmer-) Leben dazu. Nur durch sie können wir wachsen. Oder wie es der Schriftsteller C.S.Lewis   so treffend formuliert hat: „Misserfolge sind Wegweiser auf dem Weg zum Erfolg.“ So war es auch bei uns. Gerade die Krise hat sich gezeigt, dass Dirk Eckart und ich ein gutes Team sind und uns aufeinander verlassen können!  Wir sind ganz unterschiedliche Typen, gerade deshalb ergänzen wir uns bestens. Heute bin ich unendlich froh und dankbar, dass wir die Gemeinhardt Service GmbH  gemeinsam mit großem Erfolg leiten. 

Mein Tipp für Unternehmensgründer

Es heißt ja, dass jeder seine eigenen Fehler machen muss, damit er oder sie fürs Leben lernen kann. Das stimmt. Aber müssen das gerade die Fehler sein, die schon andere ins Stolpern gebracht haben? Da sage ich ganz klar: Nein. Deshalb gebe ich gerne meine Erfahrungen weiter. Ich rate allen, die mit mehreren Gesellschaftern an den Start gehen wollen, genau hinzuschauen, ob Werte, Ziele und Gedankenmuster jedes einzelnen mit den festgelegten Firmenwerten übereinstimmen. Denn nur dann ist eine gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich. 

Mittlerweile gibt es ganz einfache Möglichkeiten das herauszufinden. Zum Beispiel mit dem Ingsights Profil Außerdem empfehle ich das Programm Thinking into Results  des Procter Gallagher Instituts, das auch Joanna Miklitz und Claudia Schmidt von Sucessful Mind anbieten. Die beiden habe ihre Arbeit in einem meiner Blogs vorgestellt. 

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 28. Februar 2023

Mitarbeiterweiterbildung mal anders!

„Hör was dich inspiriert!“ Mit diesem Slogan wirbt das Hörbuch-Portal Audible . Der Satz könnte auch von mir stammen. Eine lange Autofahrt ohne Hörbuch oder Podcast kann ich mir gar nicht mehr vorstellen. Dabei kommt es mir nicht auf pure Unterhaltung an, sondern ich wähle das, was mir einen Mehrwert bietet für meine persönliche Entwicklung und für meine Tätigkeit als Geschäftsführer.  Mein Motto ist und bleibt: Lebenslanges Lernen. 

Ich wünsche mir sehr, dass die Menschen, mit denen ich tagtäglich zu tun habe, auch entdecken, wie bereichernd es ist, immer wieder Neues zu erfahren. So entstand vor gut zwei Jahren die Idee, unseren Büromitarbeiterinnen und Kolonnenführern jeden Monat ein kostenloses Hörbuch anzubieten. Wie zum Beispiel: „Das Café am Ende der Welt“ von John Strelecky, „Gefühle verstehen – Problem bewältigen“ von Doris Wolf und Rolf Merkle oder „E² – Wie Ihre Gedanken die Welt verändern“ von Pam Grout. 

 

Ein finanzieller Anreiz

Damit die Mitarbeitenden sich auch wirklich in ihrer Freizeit Zeit nehmen zum Hören, haben wir von Anfang an einen Anreiz gegeben: Zu jedem Hörbuch stellen wir Fragen, die auf einer Karte beantwortet und bei meinen Kompagnon Dirk Eckart oder mir abgegeben werden können. Am Ende des Jahres bekommt jeder, der zwölf Karten eingereicht hat, einen Baumarkt-Gutschein in Höhe von 100 Euro. Alle, die mindestens sechs Mal die Fragen zum Hörbuch beantwortet haben, erhalten einen 50 Euro Gutschein. 

Im vergangenen Jahr lag zum Beispiel Marcus Muschke  vorne. Er hat jedes Hörbuch gehört! Grit Beer und Dirk May  bekamen je einen  50 Euro Baumarkt-Gutschein. Wir freuen uns, dass unser Angebot angenommen wird. Das zeigt, dass im Team die Bereitschaft da ist, sich mit neuen Gedanken und Themen zu beschäftigen. Das ist die beste Voraussetzung um flexibel zu bleiben! Solche Mitarbeiter werden mehr denn je gebraucht!   

Eine Investition in die Zukunft

Wer Weiterbildung „nur“ mit fachspezifischen Seminaren und Fortbildungen verbindet, der denkt nicht weit genug. Auch unsere kostenlosen Hörbücher rund um Selbstliebe und -Fürsorge, Lebensplanung und die Dinge, die im Leben wirklich zählen, helfen unseren Mitarbeitenden dabei persönlich voranzukommen und offen zu werden für Veränderungen – privat und beruflich. 

Als Geschäftsführer und leitende Mitarbeitende tun wir gut daran, immer wieder neu zu schauen, welche kreativen, ungewöhnlichen Möglichkeiten wir unserer Belegschaft bieten können, damit sich ihr Wissenshorizont erweitern kann. Wie sagte der US-amerikanische Senators Ed Markey  so treffend: „Bildung eröffnet uns nicht nur neue Möglichkeiten, sie ist auch eine Investition in die Zukunft.“ Das gilt auch für Unternehmen!