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Gastbeitrag / 15. Januar 2019

Braucht ein Unternehmer eine Vision? JA!

Vision Ingo Karsch

von Ingo Karsch, Visions- und Empfehlungsmarketing-Experte

Die Antworten, die ich von gestandenen Unternehmern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien bei meinen Seminaren auf die folgenden Fragen erhalte, sind praktisch überall dieselben. Bei Frage 1: „Wer von Ihnen hat eine Vision?“, halten 90% der Anwesenden die Hand hoch. Bei Frage 2: „Wer hat seine Vision auch niedergeschrieben?“, da ist es dann schon umgekehrt, also gerade noch 10%, die eine geschriebene Vision haben. Auf Frage 3: „Wer liest seine geschriebene Vision regelmäßig und macht sich seine Gedanken, wo er gerade steht?“, da heben dann von den vorherigen 10% noch 20% die Hand. Nun rechnen Sie mal wie viele das sind, wenn 100 Teilnehmer im Saal sitzen …

Vor jedem Tun: Inspirierende, positiv formulierte Gedanken sammeln

Dabei ist meiner Meinung nach, eine klare Vision zu haben und das ständige daran arbeiten, das A und O eines Unternehmens! Ja, es ist wichtiger als alles andere! Eigentlich sollte jede Person eine Vision für sich erstellen (müssen), bevor sie anfängt etwas zu tun. Ich behaupte sogar es gäbe viel weniger Konkurse, Enttäuschungen und Sozialfälle, wenn die Banken, nebst allen nötigen Unterlagen für einen Kredit zur Unternehmensgründung, auch nach einer Vision fragen würden.

Übrigens: Ich war früher einer dieser Menschen, der zu den 10% von Frage 1 gehört hat! Ja, ich hatte mir nie irgendwelche inspirierende und positiv formulierte Gedanken gemacht, wo ich mich in 3 oder 5 Jahren sehe. Ich machte mir keine großen Gedanken, in welche Richtung ich mich entwickeln wollte! Auch hatte ich keine Idee, wofür mein Unternehmen in Zukunft stehen sollte, welche Art von Menschen mit mir arbeiten sollten, was für Resultate ich erreichen wollte und wie sich diese für mich anfühlen würden.

Visionen müssen groß sein!

Heute weiß ich, dass eine Vision unabdingbar ist für das Setzen von Zielen und deren Planung. Ja, sie ist der Katalysator, um Träume zur Realität zu machen! Ich achte sehr darauf, wenn ich wieder an meiner Vision arbeite, dass ich mich dabei gut fühle, und versuche mir vorzustellen, was mir das Erreichen bedeutet bzw. was sich ändert. Ich teile heute auch regelmäßig meine Vision mit anderen Menschen, denn sie geht anfangs immer über die Grenze hinaus, die ich mir vorstellen kann. Mir ist klar, dass ich Leute brauche, die sich von meiner Vision inspiriert fühlen und die mir helfen sie zu erreichen.

Machen Sie es einfach mal wie Walter Stuber: Probieren Sie Ihre Vision zu erstellen und achten Sie darauf, dass Sie sie in der Gegenwart schreiben und, wenn möglich, in klaren Bildern. Sollte ein Teil Ihrer Zuhörer über Ihre Vision schmunzeln oder gar lachen, dann können Sie sicher sein, dass sie groß genug ist! Dabei erarbeiten Sie gleichzeitig auch die Basis für die Erstellung Ihrer Mission.

Übrigens: Die richtige Antwort auf die kleine Rechenaufgabe am Anfang ist: 2!

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Ich haben Ingo Karsch bei Seminaren über Visionen kennen- und schätzen gelernt.  Seine Tipps haben mir Mut gemacht, Großes zu erwarten!

Der Beitrag erschien zuerst in „MUTMACHER – Das Praxishandbuch von zwei verrückten Unternehmern“, von Walter Stuber und Dirk Eckart.

Auch erhältlich als eBook, Hörbuch-CD und zum Downloaden.

 

Allgemeine Themen / 27. November 2018

Erfolgsversprechend: Zahlen Sie virtuell und analog in Ihre Personenmarke ein!

Von Walter Stuber

Lebenslanges Lernen. Das ist ein wichtiges Motto für mich. Deshalb besuche ich viele Vorträge und Seminare. Jetzt hatten wir die Referentin und Coach Monika Bylitza zu einem Inhouse-Seminar in unsere Firmenzentrale nach Roßwein eingeladen. Ihr Thema: „Texten für das Internet – Geben Sie Ihrer Personenmarke eine unverwechselbare Identität“.

„Zahle ich bei dem, was ich in meinen Blogs, Posts und Kommentaren veröffentliche, in meine Marke ein?“  Das war die Frage, die sich wie ein roter Faden durch das Seminar zog.

Gastautoren in meinem Blog

Auf dieser Homepage gebe ich zum Beispiel immer wieder Gastautoren die Möglichkeit, sich und ihr Business zu präsentieren. Das sind Menschen, die ich bei unterschiedlichen Gelegenheiten getroffen habe und die mich beeindruckt haben. Zum Beispiel:  Manuel Hein von Olea in Leipzig, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Unternehmensnachfolger zu finden. Wichtige Tipps dazu hat er auch zu unserem erstem MUTMACHER Buch beigesteuert.

Stephanie Ziegler aus Lauf bei Nürnberg habe ich bei Business Network International (BNI) kennengelernt. Als ich ihre Erfolgsgeschichte gehört habe, war mir klar, dass sie diese auf meiner Seite vorstellen sollte. Aus dem Nichts  hat sie „Stephanies Schokowelt“ aufgebaut. Mit dieser Story hat sie es dann auch in unserer zweites MUTMACHER Buch über Gründerinnen und Gründer geschafft.

Win-win-Situation

So könnte ich noch viele Unternehmer, Coaches und Netzwerker aufzählen, die schon auf www.walter-stuber.de eine Plattform bekommen haben. Berechtigte Frage: Zahlt solch ein Beitrag wirklich auf MEINE Marke ein oder ist es nicht eher so, dass der Gast davon profitiert? Ich bin mir sicher, dass es sich hier um eine klassische Win-win-Situation handelt: Der Gastschreiber bekommt über meine Homepage eine Reichweite, die er vorher nicht hatte. Wenn er den Beitrag dann auf seinen Kanälen teilt, nehmen mich wiederum neue User wahr.

Wer gibt, gewinnt!“ – Das ist das Motto von BNI, das hier für mich wieder ganz praktisch wird. Ich bin von Herzen MUTMACHER. Das ist meine Personenmarke. Dazu gehört eben auch, anderen Raum zu geben, sich vorzustellen und darüber neue Kontakte zu knüpfen. Das habe ich übrigens in einem Seminar von Ingo Karsch gelernt.

Virtuell und analog müssen übereinstimmen

Einzahlen auf meine Personenmarke, das geht nicht nur im Netz. Im „echten Leben“ ist es erst recht wichtig, dass ich meinem Ruf als MUTMACHER gerecht werde. „Virtuell und analog müssen übereinstimmen!“, war ein Satz von Monika Bylitza bei unserem Marken-Seminar.

Ich verschicke gerne mal eine Postkarte, einen Blumenstrauß oder ich rufe einfach mal jemanden an, vom dem ich den Eindruck habe, dass er eine Portion Mut gebrauchen kann. Auch eine gute, werthaltige Geschäftsempfehlung, die ich einem Lieferanten, Kunden oder auch meinem Nachbarn gebe, zahlt letztlich auf meine Marke ein.

Ganz Privat / 6. November 2018

Leben und Tod – Wie du deine Gesundheit schätzen lernst

Wie eine undramatische Diagnose mich ins Nachdenken über Leben und Tod gebracht hat

Von Walter Stuber

Ich kann mir wirklich Schöneres vorstellen als im Wartezimmer eines Arztes zu sitzen! Rechts und links hustet und schnieft es – und nachher bist du noch kränker als vorher. Leider habe ich nicht das Privileg einer privaten Krankenversicherung, also muss ich das durchstehen, wie jeder andere auch. Wie neulich, als die Schmerzen in meinem Bein nicht aufhören wollten.

Als ich dann endlich im Sprechzimmer war, eröffnete mir mein Hausarzt, dass ich eine Beinthrombose hatte. Nichts Außergewöhnliches. Aber er wies ausdrücklich darauf hin, dass so etwas gefährlich werden könnte. Der Rat des Fachmanns: Mit der richtigen Behandlung durch Medikamente und Kompressionsstrümpfe könnte die Gefahr gering gehalten werden.

Was wäre, wenn……

Dieses „könnte“ setze sich in meinen Kopf fest. Die Möglichkeit bestand also, dass es passieren könnte. Und dann? Gefäßverschluss… Im schlimmsten Fall war das mein Ende! Dieser Gedanke, dass mein Leben plötzlich vorbei sein könnte,  ließ mich nicht mehr los! Ich begann in mich hineinzuhorchen und über Leben und Tod nachzudenken.

Gab es schon Warnsignale meines Körpers? Hatte ich womöglich etwas überhört? Ich spürte, je länger ich mich damit beschäftigte, desto mehr kam Panik in mir hoch. Vielleicht kennen Sie auch diese „Was wäre, wenn….“- Gedankenspiele. In dieser Situation führten sie zu nichts. Außer in die Angst.

Mitten im Leben ans Sterben denken?

Ich habe mir schließlich bewusst gemacht, dass ich sowieso nicht weiß, wann „mein letztes Stündlein geschlagen hat“. Gott sei Dank dafür! Aber gerade deshalb ist es wichtig, dass ich alles geregelt habe, für den Fall, dass ich ganz plötzlich mal nicht mehr da bin. Nicht nur was die Firma betrifft, auch mit Blick auf meine Frau und meine Familie. Über den eigenen Tod nachzudenken, mitten im Leben – das macht Sinn. Denn nichts ist so sicher wie der Tod! Leben und Tod können so nah beieinander liegen.

Aber ich lebe und das gerne! Deshalb ist die logische Konsequenz meinen derzeitigen Lebensstil zu überdenken! Achte ich genug auf mich und meine Gesundheit? Das funktioniert mal mehr, mal weniger. Besonders was mein Gewicht angeht. Nach einer Diät hatte ich um die 50  Kilo verloren. Lange Zeit ging es nur ein wenig rauf und runter. Aber leider sagte jetzt mein Arzt, dass die Waage einfach wieder zu viel anzeigt. Das bedeutet „Low Carb“ essen  und mehr Sport machen. Und das, wo Weihnachten in Sicht ist! Aber was sein muss, muss sein. Schließlich will ich noch vieles bewirken als Mutmacher in dieser Welt!

Mutmacher sein

Das ist meine Berufung: Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen Mut zu machen. Zum Beispiel denjenigen, die überlegen sich selbstständig zu machen. Deshalb haben Dirk Eckart und ich das Buch MUTMACHER 2 herausgebracht, in dem 5×5 Gründerinnen und Gründer mit ihrer Firmengeschichte vorgestellt werden und Experten geben Tipps zur Firmengründung, wie die Jurorin von der VOX-TV Startup Serie „Die Höhle der Löwen“  Dagmar Wöhrl oder der BNI Nationaldirektor Harald Lais.

Ich bin auch gerne Ermutiger für Menschen, die wie ich eine Körperbehinderung oder einen angeborenen Gendefekt haben. Ich weiß, wie wichtig  es ist, ermutigt zu werden, wenn man noch an dem „Warum?“ hängt.

Vom Warum zum Wozu?

Warum habe gerade ich eine spastische Spinalparalyse und das Klinelfelter Syndrom? Jahrelang bestimmte diese Frage mein Denken. Es hat gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass das ein Teil von mir ist, den ich nicht wie eine ungeliebte Frisur verändern kann. Die Gehbehinderung wird bleiben, auch wenn ich noch so trainiere. Das „Warum“ hat aber im Laufe der Zeit dem „Wozu?“ Platz gemacht.

Die Antwort darauf habe ich gefunden: Ich kann mit meinen Handicaps ganz besonders Menschen Mut machen, die selber mit Einschränkungen oder Behinderungen zu kämpfen haben. Mein Lebenslauf zeigt, dass man trotzdem etwas erreichen kann. Deshalb bin ich gerne als „Lebendes Beispiel“ unterwegs und hoffe, dass es irgendwann mal ganz normal ist, dass auch in Chefetagen Menschen mit Rolli, Krücken oder Blindenstock anzutreffen sind.

Unangenehm – aber realistisch und klug

Ich bin erstaunt, was ein Arztbesuch bei mir an Gedanken über Leben und Tod ausgelöst hat und bin dankbar dafür. Vielleicht warten Sie nicht bis zum nächsten Besuch bei einem Doktor und nehmen sich heute Zeit über Ihre  Gesundheit und „Work Life Balance“, das „Wozu“ und über das Leben und Sterben nachzudenken?

Gerade Letzteres macht keiner gerne. Aber mir hilft es, das, was mir gerade so wichtig erscheint im Leben, besser einordnen zu können ins große Ganze. Nicht selten merke ich danach, auf was es wirklich ankommt!  Das ist echte Weisheit, von der schon in der Bibel, in Psalm 90,  die Rede ist. „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“

Warten Sie nicht, bis Ihnen Ihr Arzt eine mehr oder weniger besorgniserregende Diagnose stellt, damit Sie sich mit dem Thema „Leben und Sterben“ auseinander setzen.

Es ist nie zu früh festzuhalten, wie Sie alles geregelt haben möchten im Fall der Fälle.

Allgemeine Themen / 10. Oktober 2018

„Ich kündige!“ – Wenn Mitarbeiter plötzlich gehen

wenn Mitarbeiter plötzlich gehen

Wenn Mitarbeiter plötzlich gehen

Von Walter Stuber

Ein Brief lag auf meinem Schreibtisch. Nichts Ungewöhnliches. Aber dieser hier kam von einem unserer langjährigen, zuverlässigen Mitarbeiter aus dem Führungsteam. „Warum schreibt er und sprich nicht mit uns?“, war mein erster Gedanke. Als ich seine Zeilen las, konnte ich es kaum fassen. Es war seine Kündigung. Völlig unerwartet.

Ich kannte ihn schon lange. Mit 16 war er zu uns gekommen als Gerüstbaulehrling. Heute hatte er sich bis zum Kolonnenführer hochgearbeitet! Sein ganzes Potential war bei uns zur Entfaltung gekommen. Ich war stolz auf ihn. Und jetzt plötzlich die Kündigung. Was für ein persönlicher Verlust. Wenn Mitarbeiter plötzlich gehen, reißt das auch eine große Lücke ins Team.

Wieso, weshalb, warum?

Und das in Zeiten, wo das Wort „Fachkräftemangel“ in allen Branchen für großes Zittern sorgt. Wirtschaftsforscher haben in ihrem Herbstgutachten diesbezüglich auch ihre Prognosen für das laufende Jahr deutlich gesenkt.

Das Gedanken-Karussell fing an sich zu drehen. Bis in den Schlaf hinein: „Wie komme ich an neue, gute Mitarbeiter? Was mache ich falsch? Warum geht jemand nach so vielen Jahren, wo er doch so zufrieden wirkte? Warum scheuen Kolonnenführer, die sich bei uns bewerben, die Montagebereitschaft und Einsätze an den Wochenenden?“ Diese Fragen wurden noch dringlicher als die nächste Kündigung von einem weiteren langjährigen Kolonnenführer bei uns landete.

Persönliche Niederlage?

Wie lange hatten wir die beiden, die gekündigt hatten, gefördert und dann ließen sie uns für eine Stelle in einer ganz anderen Branche sitzen?! Ich spürte, wie der Groll immer stärker wurde. Eine „Negativ-Spirale“ drohte mich nach unten zu ziehen. Frust machte sich breit. Aber wem half das? Weder brachte das der Firma einen Ersatz, noch taten mir persönlich solche Gedanken gut.

Für mich gibt es in solchen Momenten nur eine wirksame Hilfe. Ich bin dankbar, dass ich als Christ die Möglichkeit habe, alles, was mich bewegt, im Gespräch mit Gott, meinem Schöpfer, auszusprechen und es dann auch loszulassen. Nicht selten konnte ich nach so einem Gebet die Lage aus einer anderen Perspektive betrachten.

Erfolgreiches Fördern

So konnte man es nämlich auch sehen: Diese Mitarbeiter hatten sich bei uns bestens qualifiziert und wollten sich jetzt anderen Aufgaben widmen, sich vielleicht sogar einen Lebenstraum erfüllen.

Über so viel Mut konnte ich mich doch nur freuen, denn schließlich bin ich selber als Mutmacher unterwegs! Im besten Falle hatte ich dazu beigetragen, dass die
Beiden beruflich neue Wege gehen wollten. So gesehen, konnte ich ihnen den Neuanfang gönnen – trotz des Wegfalls ihrer wertvollen Arbeitskraft.

Gute Vorrausetzungen zum Wechseln für Arbeitnehmer

Unsere Erfahrung ist, wenn Mitarbeiter plötzlich gehen, dass es nicht nur am Geld oder dem Betriebsklima festzumachen ist. Manchmal ist es einfach nur der Wunsch nach Veränderung oder einen Traum leben zu können.

Da überall gute, zuverlässige Mitarbeiter gesucht werden, sind die Voraussetzungen einen neuen Job zu bekommen, groß. Und falls es dann doch nicht das ist, was man erwartet hat, kann man bei der aktuellen Arbeitslage immer noch zum alten Arbeitgeber zurückgehen.

Personalführung: Der wichtige Blick von außen

Wenn Mitarbeiter plötzlich gehen und es gibt vermehrt Kündigungen im Team, ist es erforderlich, kritisch zu hinterfragen, wo die Gründe dafür liegen könnten. Dabei ist der Blick von außen sehr hilfreich. Deshalb besuchen wir als Geschäftsführer regelmäßig Seminare zum Thema Mitarbeiterführung. Zusätzlich lassen Dirk Eckart und ich uns regelmäßig coachen.

Per Skype hilft uns Monika Bylitza zum Beispiel dabei, die Kommunikation mit unserem Team zu optimieren. Wir wollen in unserer Wortwahl präziser werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Alle im Betrieb müssen auf dem gleichen Informationsstand sein. Wir wollen unseren Mitarbeitern zeigen, dass wir sie wertschätzen und eine Atmosphäre schaffen, in der Unstimmigkeiten nicht unter den Teppich gekehrt werden, sondern offen – und ebenfalls wertschätzend – darüber gesprochen wird.

Meine sieben Tipps für Führungskräfte

  • Nehmen Sie Kündigungen von langjährigen Mitarbeitern nicht als persönliche Niederlage wahr. Es muss nicht zwangsläufig an Ihnen oder Ihrem Unternehmen liegen.
  • Versuchen Sie aktiv gegen Ihren Groll vorzugehen. Das lähmt und bindet Kräfte, die Sie besser in die Suche nach einem neuen Mitarbeiter einsetzen.
  • Nehmen Sie wahr, dass Sie durch Ihre Förderung/Unterstützung Anteil haben daran, dass derjenige, der gekündigt hat, sein neues Potential entdeckt hat und es beruflich zur Geltung kommen lassen will.
  • Reflektieren Sie kritisch durch Seminare und/oder Coaching Ihre Art der Personalführung und haben Sie Mut zur Veränderung.
  • Sagen Sie Ihren Mitarbeitern, was Sie an Ihnen schätzen und loben Sie zeitnah bei besonderen Leistungen!
  • Haben Sie ein Ohr für das, was Ihre Belegschaft braucht und suchen Sie das Gespräch mit dem Einzelnen.

Sprechen Sie klar und unmissverständlich. Achten Sie auf Ihre Wortwahl.

Allgemeine Themen / 25. September 2018

Vorgestellt! – Carsta Stromberg

Vorgestellt! – Carsta Stromberg

In dieser Serie lernen Sie interessante Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft kennen, die die Journalistin Sabine Langenbach für Sie porträtiert.

Heute:

Carsta Stromberg, Trainer, Coach, Beraterin und Speaker aus Neumarkt/Oberpfalz

 „Ich bin eine Rampensau!“, sagt Carsta Stromberg lachend und sogar durch den Telefonhörer merke ich sofort: Das ist nicht übertrieben. Aber nach ein paar Minuten Gespräch wird mir noch etwas anderes klar: die „Hoppla jetzt komm ich-Frau“, die Lebensfreude ausstrahlt und professionell Menschen als Coach, Beraterin und Rednerin ermutigt, kennt nicht nur die Sonnenseiten des Lebens.

Sie steht dazu, weil die schweren Zeiten sie zu der Persönlichkeit haben reifen lassen,  die sie  heute ist. Und noch mehr: Von ihren Erfahrungen sollen andere profitieren. „Ich will Menschen, die im Tal der Tränen stecken, wie ich es erlebt habe, da heraushelfen und die Lust am Leben neu wecken!“, erklärt sie im Laufe des Gesprächs. Aber der Reihe nach.

Wenn man nicht ins System passt

1959 kam Carsta Stromberg  in der DDR auf die Welt. Als sie knapp sieben Jahre alt war, wurde ihre Schwester geboren. Nur vier Tage nach der Entbindung starb ihre Mutter an einer Lungenembolie. „Plötzlich stand mein Vater mit 29  mit einem Baby und mit mir alleine da. Man kann sich vorstellen, was das mit mir, mit uns als Familie, gemacht hat.“  Aber das Leben ging irgendwie weiter. Der Vater heiratete nochmal. Carsta war gut in der Schule, das Lernen fiel ihr leicht. Trotzdem war von Anfang an klar, dass viele berufliche Wege für sie nicht möglich sein würden. Die Regierung förderte nämlich vor allem die Kinder der Arbeiter und Bauern.

Wer, wie Carsta, aus intellektuellem Hause kam, hatte das Nachsehen. Dass sie trotzdem  das Abitur nachmachen und ein Studium absolvieren durfte, verdankt sie ihrer Physiklehrerin. Sie erkannte das Potential, das in Carsta steckte und schlug ihr vor, Mathe- und Physiklehrer zu werden. „Ich wusste sowieso nicht, was ich werden sollte und das war die einzige Möglichkeit für mich zum Studieren.“, erklärt die heute 59-Jährige. Weil diese Lehrer in der DDR „Mangelware“ waren, wurden sogar begabte junge Leute, die nicht hundertprozentig ins System passten, für diesen Studiengang zugelassen.

Kein Traumberuf 

So kam es, dass Carsta von 1976 bis 1980 in Halle studierte. Anschließend unterrichtete sie dort zehn Jahre lang. Währenddessen kam ihre erste Tochter auf die Welt. Schnell ging sie wieder arbeiten. Sie wusste, dass Lehrerin zu sein nicht ihr Traumberuf war und hätte sich am liebsten schon damals beruflich verändert.

1990, kurz nach der Wende, kam Tochter Nummer zwei. Die Familie verlagerte ihren Wohnsitz nach Nürnberg. Beruflich legte sie eine Pause ein. Die Zeit  für die Kinder konnte sie richtig genießen. Immer klarer wurde, dass  sie nicht wieder in den Schuldienst zurückgehen wollte. Nach drei Jahren in Franken wurden wieder Umzugskisten gepackt und es ging nach Neumarkt in der Oberpfalz.

Tiefpunkt und neue Hoffnung

Hier erlebte Carsta Stromberg die schwerste Zeit ihres Lebens. Depressionen rissen sie drei Jahre lang völlig aus dem „normalen Leben“ heraus. „Wenn ich die Kinder damals nicht gehabt hätte, weiß ich nicht, was aus mir geworden wäre!“, sagt sie nachdenklich. Ihnen zu Liebe kämpfte sie sich mit professioneller Hilfe ins Leben zurück.

Als es bergauf ging, war auch wieder der Blick frei für einen beruflichen Neustart. Sie nahm an Weiterbildungen teil, arbeitete kurzzeitig für einen Bildungsträger und bekam dann einen guten Job in einer großen Firma. Dort unterstützte sie die Einführung eines neuen Onlineproduktes. Parallel dazu bildete sie sich weiter. In ihr wurde der Wunsch groß, sich als Trainer für Persönlichkeitsentwicklung selbstständig zu machen. Allerdings erst einmal zusätzlich zur Festanstellung.

Rückschlag bewirkt Gutes

Daraus wurde aber erst einmal nichts, weil ihr die Energie dafür fehlte. Die brauchte sie anderweitig: Sie war ein „Bossing“-Opfer, d.h. ihre Chefin mobbte sie extremst. Schließlich wurde ihr befristeter Vertrag nicht verlängert und sie war arbeitslos.

Davon ließ sich die damals 49-Jährige aber nicht herunterziehen. Im Gegenteil. Das gab ihr ganz neue Energie. „Das Leben zwang mich damals, mich mit  meinem heutigen Traumjob komplett selbständig zu machen!“, erklärt Carsta Stromberg nicht ohne Stolz.

Start in die Selbstständigkeit

2009 ging es los. Schon beim Existenzcoaching kristallisierte sich heraus, dass sich ihre tiefe Krise auch auf ihre beruflichen Schwerpunkte als Coach und Trainer auswirken würde. „Meine Geschichte, meine Depressionen, sind meine Expertise gerade für Menschen, die Ähnliches erlebt haben. Bei mir brauchen sie keine Sprüche fürchten wie „Reiß dich mal zusammen!“. Ich weiß, was es heißt mitten im Burnout zu stecken!“

Um eine kompetente Beratung und zielorientiertes  Coaching anbieten zu können, war aber mehr notwendig als persönliche Betroffenheit. Carsta Stromberg absolvierte verschiedene Ausbildungen wie Business-Trainer & Coach, Dipl.systemischer- und wingwave-Coach, zertifizierter Stressmanagement-Trainer und Manager of Business-Entertainment MBE.

Authenzität als Markenzeichen

Erst sind es persönliche Kontakte zu Unternehmen über die sie Aufträge bekommt, dann spricht es sich immer mehr herum, dass die quirlige, fröhliche Frau mit Tiefgang und Humor effektiv neue Perspektiven aufzeigt. Am Anfang hatte sie eigentlich „nur“ Training und Coaching im Blick. „Vieles ist einfach ‚passiert‘, hat sich entwickelt. Zum Beispiel, dass ich Vorträge halte. Ich bin gefragt worden und habe es gemacht!“ 

Heute hat sie unterschiedliche Themenschwerpunkte zu bieten. Egal, ob sie über „Katastrophenflatrate – Vom Pech verfolgt und trotzdem glücklich“,  „Energiewende, die funktioniert – so wird Ihr Akku niemals leer“ oder über Mitarbeitergewinnung referiert, es gibt einen gemeinsamen Nenner: „Die Authenzität ist mir wichtig.“

Als Mutmacherin unterwegs

100% Carsta Stromberg. Immer. Als Speaker, Coach, Trainer oder Beraterin. Ihr Ziel formuliert sie so: Ich möchte, dass die Menschen zu sich selber, zu ihren Stärken finden und den Mut bekommen, auch so zu leben, wie es ihnen entspricht. Das Wichtigste sind Lebens- und Arbeitsfreude und Gesundheit.“  

 

Ich bin beeindruckt von dieser Frau, die durch Krisen und Schwierigkeiten ihre Berufung gefunden hat und heute als Mutmacherin in der Beratung und auf Bühnen unterwegs ist. Eine „Rampensau“ mit  viel Tiefgang