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Ziele / 14. August 2018

Weltveränderer: Veränderung fängt bei mir an!

Frei werden von alten Gedankenmustern, die über Jahrzehnte negativ beeinflussen

Von Walter Stuber

Weltveränderer wollen sie sein: Die jungen Leute ab Jahrgang 1995, die man auch als „Generation Z“ bezeichnet. Das hat eine weltweite Studie ergeben, in der 34% der Befragten angaben, dass sie es als ihr Pflicht ansehen würden, die Welt besser zu machen. Das ist ein hohes Ziel. Aber ist das wirklich eine ganz neue Entwicklung? Die Hippies in den 1960er Jahren und auch die sogenannte „68er Generation“ wollten ebenfalls nicht so weitermachen, wie ihre Eltern es ihnen vorgelebt hatten.

Sogar ich, der im beschaulichen Schwaben aufgewachsen ist, habe rebelliert gegen das, was „immer schon war“. Und trotzdem merke ich immer mehr, dass Gedankenmuster und Erfahrungen von damals mich mehr geprägt haben, als ich lange zugeben wollte.

Prägende Erlebnisse

Ich wurde zum Beispiel von meinen Klassenkameraden oft „gehänselt“, heute würde man sagen gemobbt. Warum? Zum einem, weil mein Vater Landwirt, Bauer, war. Der andere Grund war meine Gehbehinderung. Das machte mich wütend und traurig zugleich. Manchmal wusste ich nicht wie ich mit meinen Gefühlen umgehen sollte und dann habe ich einfach zugeschlagen.

Manchmal gab es richtige Schlägereien. Dann war ich natürlich immer der Böse. Andere Eltern beschwerten sich bei meinem Vater darüber, „was für ein schlechter Junge“  sein Sohn doch wäre. Dass ich dann von seiner Seite auch noch Druck bekommen habe, brauche ich nicht zu erwähnen. Dass ich nicht nur Täter, sondern auch Opfer war, hat damals niemanden interessiert.

Mein Glaubenssatz

Damals entstand mein „Glaubenssatz“: „Ich zeige allen, wer ich bin und was ich kann!“.  Ich habe mich von da an bei allem, was ich tat, dermaßen ins Zeug gelegt, dass ich nicht nach rechts und nach links geschaut habe. Heute weiß ich, dass ich dadurch vielen Menschen wehgetan habe. Mit dieser Vergangenheit wundert es nicht, dass ich mich zum Tyrannen entwickelte.  Hier können Sie mehr darüber lesen:  https://walter-stuber.de/2017-11/frueher-tyrann.

Aus diesen alten Gedankenmustern bin ich das erste Mal durch eine plötzliche, existenzbedrohende Krankheit herausgekommen, sodass ich mein „Tyrann-sein“ hinter mir lassen konnte. Mein „Glaubenssatz“ war aber immer noch fest in mir verankert. Dazu kam, dass mich nach wie vor meine Gehbehinderung unzufrieden machte. Was wäre ich gerne mal auf Berge hinaufgeklettert, hätte die Aussicht vom Gipfel genossen? Was hätte es mir gefallen auf ein dickes Motorrad zu steigen und meine Runden damit zu drehen an den schönsten Orten dieser Welt? Aber das ging einfach nicht. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Hinterfragen und verändern

Der Unterschied zu früher ist: Ich habe diese Tatsache angenommen und hadere nicht mehr damit. Das war ein langwieriger Prozess, der erst vor drei Jahren richtig begonnen hat. Damals habe ich mich entschlossen, meinen alten „Glaubenssatz“, der mich jahrzehntelang negativ geprägt hat, mit Hilfe eines Coaches zu bearbeiten.

In Monika Bylitza fand ich eine Beraterin, die sich in der Geschäfts-und Bankenwelt auskennt, beste Menschen- und Fachkenntnis hat und die Kraft aus dem christlichen Glauben schöpft. Das war mir sehr wichtig.

Zunächst bin ich für die Coachings einmal quer durch die Republik gefahren. Nach einiger Zeit wurden die Termine immer weniger. Nicht, weil es nichts zu besprechen gab oder mir die Zeit fehlte. Ich wollte nicht mehr. Es war wie beim Abnehmen oder wenn jemand mit dem Rauchen aufhören will: Du weißt, dass du dringend etwas verändern musst, aber eigentlich willst du weiter machen, wie  bisher.

Dranbleiben

Jetzt, nach drei Jahren, bin ich an dem Punkt, an dem ich feststelle, dass es ein Fehler war, die Gespräche nicht konsequent weiterzuführen. Ich hätte ja noch nicht mal den weiten Weg machen müssen! Dank Skype ist so ein Persönlichkeitscoaching auch vom Büro aus möglich.

Und genauso machen wir es jetzt: Regelmäßige Gespräche per Skype helfen mir Stück für Stück bei der Veränderung. Es ist ganz normal, dass immer wieder auch die negativen Gedanken und Antreiber von früher hochkommen oder auch die traurigen Momente. Wichtig ist, dass ich mich diesen Gedanken stelle und nicht wieder in meinen „Ich zeige es euch allen!“ – Modus zurück verfalle.

Spuren hinterlassen

Eins ist mir klar geworden seitdem ich mich im Coaching intensiv mit meinem alten Glaubenssatz beschäftigt habe: Wenn ich etwas in der Welt verändern will, muss ich zuerst bereit sein, mich selber zu verändern!

Ich habe den Wunsch, mit meinem Leben Spuren zu hinterlassen, wenn ich eines Tages nicht mehr da bin. Dazu gehört ungewöhnliche, verrückte Wege einzuschlagen, die die Welt ein bisschen besser machen; Verantwortung zu übernehmen;  Fehler einzugestehen und sich dafür zu entschuldigen. Ich möchte auf die Menschen um mich herum achten und sie miteinander verbinden. Deshalb muss der alte „Glaubenssatz“: „Ich zeige allen, wer ich bin und was ich kann!“ endgültig zur Seite geräumt werden. Daran arbeite ich!

3 Tipps für Weltveränderer und solche, die es werden wollen

  • Nehmen Sie sich Zeit und überlegen Sie sich, welcher „Glaubenssatz“ oder welches Gedankenmuster Ihr Leben bisher bestimmt hat! Wie hat er Ihre Entscheidungen und Ihr Denken geprägt? Positiv oder negativ?
  • Wenn Sie merken, dass diese Überlegungen mehr Fragen als Antworten aufwirft, scheuen Sie sich nicht die professionelle Hilfe eines Coaches oder Beraters in Anspruch zu nehmen.
  • Auch wenn die Selbstreflexion unangenehm werden kann: Halten Sie durch und brechen Sie das Coaching nicht ab. Am Ende werden Sie befreiter und zielorientiert durchs Leben gehen können!

 

Ich wünsche Ihnen viel Mut für Ihren persönlichen Weg der großen und kleinen Veränderungen! „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für die Welt!“  – dieses Zitat von Mahatma Gandhi soll Sie begleiten und stärken – und Sie zum Weltveränderer machen!

Allgemeine Themen / 19. April 2017

Mut zur Vergebung

Wie ein Kinofilm mir beruflich und privat eine neue Sicht gebracht hat

Vor kurzem ist der Film „Die Hütte“ in unseren Kinos gestartet. Das gleichnamige Buch hatte ich schon vorher gelesen. Darin geht es um den Familienvater Mackenzie  „Mack“ Philips, dessen jüngste Tochter Missy Jahre zuvor während eines Urlaubs verschwunden ist. Ihre letzte Spur fand man in einer Hütte, nicht weit von dem Campingplatz auf dem die Familie damals war.

Seitdem plagen den Vater Schuldgefühle und Trauer. Eines Tages bekommt eine Einladung in genau diese Hütte. Unterschrieben ist der Brief mit „Papa“ – so nennt „Mack“ in seinen Gebeten Gott! Schmerzhafte Erinnerungen kommen hoch, Verwunderung,  trotzdem fährt er zu der Hütte. Eine Entscheidung, die sein Leben vollkommen verändert.

Verletzungen und Demütigen verwandelten sich in Hass

Das Buch hat mich schon sehr angesprochen. Ob der Film da mithalten könnte?Meine Skepsis war schnell verschwunden. Ich saß im Kino und war zutiefst berührt! Viel klarer als im Buch wurde  hier für mich der Gedanke, dass Vergebung und Liebe Dreh-und Angelpunkt sind für ein zufriedenes Leben! Aber wie sieht es mit meiner Vergebungs-Bereitschaft aus?

Ich brauchte nur an meine Eltern zu denken. Sie haben mich immer wieder ungerecht behandelt oder mein Vater hat mich wegen schlechter Schulnoten geschlagen und meine Mutter hat zugeschaut und nicht eingegriffen! Deshalb fing ich irgendwann  an die beiden zu hassen. Dass ich ihnen vergeben könnte, war lange keine Option für mich.

Ein bewusster Entschluss – Vergebung

Bis ich jetzt „Die Hütte“ sah! Plötzlich stand mir diese unvergebene Schuld  vor Augen. 18 Jahre nach dem Tod meiner Mutter! Mir wurde bewusst, dass ohne ehrliche Vergebung für das, was meine Eltern  mir angetan haben, ihre Demütigungen und Ungerechtigkeiten immer weiter Macht über mich haben würden.

Ich würde weiter ein Gefangener ihrer Ansichten sein und  weiterhin nicht lernen mit meinen Niederlagen in einer guten Art und Weise umzugehen. Deshalb habe ich mich entschlossen, meinen Eltern bewusst zu vergeben!  Weil ich frei sein wollte für Neues! Mir ist aber auch klar geworden, dass Vergebung ins Hier und Jetzt gehört! Ich will immer mehr lernen  Liebe und Vergebungsbereitschaft zu leben: privat und geschäftlich!

Ungerechten Kunden die Hand reichen und ihnen vergeben?

Da ist zum Beispiel der Kunden, der aufgrund von Schäden, die  beim Abbau eines Gerüsts von unseren Mitarbeitern entstanden sein sollen, eine große Summe des Rechnungsbetrages eingehalten hat, ohne vorher mit uns nach einer  Lösung zu suchen. Sofort wurde alles an Anwälte weitergegeben. Es wäre auf einen langjährigen Gerichtsstreit hinausgelaufen, der vermutlich nicht viel gebracht hätte – außer Kosten für beide Seiten.

Jetzt habe ich von mir aus die Reißleine gezogen und eine außergerichtliche Einigung angeboten. Nicht nur um der Sache endlich ein Ende zu setzen, sondern weil ich gemerkt habe, dass es mir mehr wert ist, in Frieden mit diesem Kunden zu leben,  als auf meinem Recht zu beharren. Manchmal sieht Vergebung vielleicht auch so aus, dass man dem anderen die Hand reicht, obwohl man sich im Recht fühlt!

Vergebung: Dreh-und Angelpunkt für ein zufriedenes Leben

Im Film „Die Hütte“ hat Familienvater „Mack“ durch seine Begegnung mit Gott gelernt zu vergeben. Das verbindet mich mit dieser fiktiven Story: Ohne den lebendigen Gott wäre ich  nicht bereit zu vergeben: nicht meinen Eltern, nicht dem Kunden, der mein Unternehmen beschuldigt hat und auch nicht den Menschen, die mich verletzt haben.

Aber ich merke jetzt schon, wie gut es mir tut, vergebungsbereit zu sein. Vergeben können nimmt mir die  Last von den Schultern, macht mich ausgeglichener und dankbarer!

Ich bin erstaunt, wie mich ein Kinobesuch verändert hat!

Wenn Sie neugierig geworden sind: Hier der Link zum Filmtrailer „Die Hütte“ https://www.youtube.com/watch?v=JkqHa9ca_yc