Alle Beiträge von Katrin Fay

Ziele / 14. August 2018

Weltveränderer: Veränderung fängt bei mir an!

Frei werden von alten Gedankenmustern, die über Jahrzehnte negativ beeinflussen

Von Walter Stuber

Weltveränderer wollen sie sein: Die jungen Leute ab Jahrgang 1995, die man auch als „Generation Z“ bezeichnet. Das hat eine weltweite Studie ergeben, in der 34% der Befragten angaben, dass sie es als ihr Pflicht ansehen würden, die Welt besser zu machen. Das ist ein hohes Ziel. Aber ist das wirklich eine ganz neue Entwicklung? Die Hippies in den 1960er Jahren und auch die sogenannte „68er Generation“ wollten ebenfalls nicht so weitermachen, wie ihre Eltern es ihnen vorgelebt hatten.

Sogar ich, der im beschaulichen Schwaben aufgewachsen ist, habe rebelliert gegen das, was „immer schon war“. Und trotzdem merke ich immer mehr, dass Gedankenmuster und Erfahrungen von damals mich mehr geprägt haben, als ich lange zugeben wollte.

Prägende Erlebnisse

Ich wurde zum Beispiel von meinen Klassenkameraden oft „gehänselt“, heute würde man sagen gemobbt. Warum? Zum einem, weil mein Vater Landwirt, Bauer, war. Der andere Grund war meine Gehbehinderung. Das machte mich wütend und traurig zugleich. Manchmal wusste ich nicht wie ich mit meinen Gefühlen umgehen sollte und dann habe ich einfach zugeschlagen.

Manchmal gab es richtige Schlägereien. Dann war ich natürlich immer der Böse. Andere Eltern beschwerten sich bei meinem Vater darüber, „was für ein schlechter Junge“  sein Sohn doch wäre. Dass ich dann von seiner Seite auch noch Druck bekommen habe, brauche ich nicht zu erwähnen. Dass ich nicht nur Täter, sondern auch Opfer war, hat damals niemanden interessiert.

Mein Glaubenssatz

Damals entstand mein „Glaubenssatz“: „Ich zeige allen, wer ich bin und was ich kann!“.  Ich habe mich von da an bei allem, was ich tat, dermaßen ins Zeug gelegt, dass ich nicht nach rechts und nach links geschaut habe. Heute weiß ich, dass ich dadurch vielen Menschen wehgetan habe. Mit dieser Vergangenheit wundert es nicht, dass ich mich zum Tyrannen entwickelte.  Hier können Sie mehr darüber lesen:  https://walter-stuber.de/2017-11/frueher-tyrann.

Aus diesen alten Gedankenmustern bin ich das erste Mal durch eine plötzliche, existenzbedrohende Krankheit herausgekommen, sodass ich mein „Tyrann-sein“ hinter mir lassen konnte. Mein „Glaubenssatz“ war aber immer noch fest in mir verankert. Dazu kam, dass mich nach wie vor meine Gehbehinderung unzufrieden machte. Was wäre ich gerne mal auf Berge hinaufgeklettert, hätte die Aussicht vom Gipfel genossen? Was hätte es mir gefallen auf ein dickes Motorrad zu steigen und meine Runden damit zu drehen an den schönsten Orten dieser Welt? Aber das ging einfach nicht. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Hinterfragen und verändern

Der Unterschied zu früher ist: Ich habe diese Tatsache angenommen und hadere nicht mehr damit. Das war ein langwieriger Prozess, der erst vor drei Jahren richtig begonnen hat. Damals habe ich mich entschlossen, meinen alten „Glaubenssatz“, der mich jahrzehntelang negativ geprägt hat, mit Hilfe eines Coaches zu bearbeiten.

In Monika Bylitza fand ich eine Beraterin, die sich in der Geschäfts-und Bankenwelt auskennt, beste Menschen- und Fachkenntnis hat und die Kraft aus dem christlichen Glauben schöpft. Das war mir sehr wichtig.

Zunächst bin ich für die Coachings einmal quer durch die Republik gefahren. Nach einiger Zeit wurden die Termine immer weniger. Nicht, weil es nichts zu besprechen gab oder mir die Zeit fehlte. Ich wollte nicht mehr. Es war wie beim Abnehmen oder wenn jemand mit dem Rauchen aufhören will: Du weißt, dass du dringend etwas verändern musst, aber eigentlich willst du weiter machen, wie  bisher.

Dranbleiben

Jetzt, nach drei Jahren, bin ich an dem Punkt, an dem ich feststelle, dass es ein Fehler war, die Gespräche nicht konsequent weiterzuführen. Ich hätte ja noch nicht mal den weiten Weg machen müssen! Dank Skype ist so ein Persönlichkeitscoaching auch vom Büro aus möglich.

Und genauso machen wir es jetzt: Regelmäßige Gespräche per Skype helfen mir Stück für Stück bei der Veränderung. Es ist ganz normal, dass immer wieder auch die negativen Gedanken und Antreiber von früher hochkommen oder auch die traurigen Momente. Wichtig ist, dass ich mich diesen Gedanken stelle und nicht wieder in meinen „Ich zeige es euch allen!“ – Modus zurück verfalle.

Spuren hinterlassen

Eins ist mir klar geworden seitdem ich mich im Coaching intensiv mit meinem alten Glaubenssatz beschäftigt habe: Wenn ich etwas in der Welt verändern will, muss ich zuerst bereit sein, mich selber zu verändern!

Ich habe den Wunsch, mit meinem Leben Spuren zu hinterlassen, wenn ich eines Tages nicht mehr da bin. Dazu gehört ungewöhnliche, verrückte Wege einzuschlagen, die die Welt ein bisschen besser machen; Verantwortung zu übernehmen;  Fehler einzugestehen und sich dafür zu entschuldigen. Ich möchte auf die Menschen um mich herum achten und sie miteinander verbinden. Deshalb muss der alte „Glaubenssatz“: „Ich zeige allen, wer ich bin und was ich kann!“ endgültig zur Seite geräumt werden. Daran arbeite ich!

3 Tipps für Weltveränderer und solche, die es werden wollen

  • Nehmen Sie sich Zeit und überlegen Sie sich, welcher „Glaubenssatz“ oder welches Gedankenmuster Ihr Leben bisher bestimmt hat! Wie hat er Ihre Entscheidungen und Ihr Denken geprägt? Positiv oder negativ?
  • Wenn Sie merken, dass diese Überlegungen mehr Fragen als Antworten aufwirft, scheuen Sie sich nicht die professionelle Hilfe eines Coaches oder Beraters in Anspruch zu nehmen.
  • Auch wenn die Selbstreflexion unangenehm werden kann: Halten Sie durch und brechen Sie das Coaching nicht ab. Am Ende werden Sie befreiter und zielorientiert durchs Leben gehen können!

 

Ich wünsche Ihnen viel Mut für Ihren persönlichen Weg der großen und kleinen Veränderungen! „Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für die Welt!“  – dieses Zitat von Mahatma Gandhi soll Sie begleiten und stärken – und Sie zum Weltveränderer machen!

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 7. August 2018

Quo Vadis: Handwerk in Deutschland?

Ohne neue Technologien und langfristige Nachfolge-Planung keine Zukunft für das Handwerk in Deutschland

Keiner soll sagen: Es kam überraschend! Dass der Fachkräftemangel uns einholen würde, war schon lange klar und auch, dass es noch heftiger werden wird,  als es bereits ist. Nämlich dann, wenn die Jahrgänge 1959 bis 1961 in Rente gehen. Man rechnet mit rund 600.000 Fachkräften, die dem Arbeitsmarkt (und auch dem Handwerk in Deutschland) dann nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Schon heute braucht  fast jeder Handwerksbetrieb neue Mitarbeiter. Im Moment variiert es zwischen ein und fünf. Bis zum Jahr 2025 werden es mindestens zehn freie Stellen sein, die zusätzlich besetzt werden müssen. Dazu kommt die Problematik, dass viele Unternehmer in Rente gehen werden und die Nachfolge nicht langfristig geregelt worden ist. Es ist zu befürchten, dass viele Betriebe dann schließen müssen. Die einen, weil sie keine Mitarbeiter mehr finden, die anderen, weil niemand Chef sein will.

Unternehmer schaffen ihr Lebenswerk selber ab

Das Dramatische: Viele klein- und mittelständische Unternehmer, deren Firmen ihr Lebenswerk sind, sorgen selber dafür, dass das, was sie mühevoll, mit viel Herzblut  jahrzehntelang aufgebaut haben, zugrunde geht. Viele Unternehmer schaffen ihr Lebenswerk aus diesen Gründen selber ab:

  1. Sie haben sich nicht mindestens 15 Jahre bevor sie in Rente gehen um einen Nachfolger bemüht.
  2. Sie geben zu wenig Geld aus für die Motivation des bestehenden Mitarbeiterteams.  Nur wenn das Team motiviert ist, werden auch neue Mitarbeiter von dem positiven Sog mitgerissen und ein Teil des Betriebes werden wollen.
  3. In 85 Prozent der Betriebe wird keine oder nur sehr wenig Öffentlichkeitsarbeit betrieben.
  4. Viele versäumen es, sich mit neuen Technologien oder Arbeitshilfen für Mitarbeiter auseinanderzusetzen und hier zu investieren.

Offenheit für neue technische Entwicklungen

In der Gerüstbaubranche tut sich gerade sehr viel in Blick auf neue Technologien. Es gibt Unternehmer-Kollegen, die setzten alle Hoffnungen auf ein Start-up in München, das sich auf Höhentransport spezialisiert hat um Personalkosten zu senken. Die Gerüstbaufirma www.spanier-wiedemann.de in Longuich/Mosel ist Vorreiter in Sachen Transporttechnologie. Daraus hat sich ein neues Unternehmen gegründet: www.scaffeye.de. Eine digitale Lösung zur zentralen Verwaltung von Gerüsten, bei der Arbeiten rechtssicher dokumentiert, verwaltet und geprüft werden.

Es ist noch gar nicht lange her, da wurden Hermann Spanier und seine Tochter Jeanette für ihre hochtechnischen Ideen in der Branche belächelt. Warum? Weil sich kein Gerüstbauer vorstellen konnte, dass Computerprogramme und Apps bei ihrem „Hand-Werk“ eine Rolle spielen könnten. Leider ist gerade bei uns Handwerkern vieles eingefahren und es dauert sehr lange, bis Neuerungen wahr- und dann auch noch angenommen werden.

Gemeinsam investieren

Ich bedauere es sehr, dass im Gerüstbau nicht mehr an einem Strang gezogen wird in Blick auf die Zukunftsfähigkeit unseres Handwerks. Wenn zum Beispiel die Bundesinnung des Gerüstbau-Handwerk  sich dafür stark machen würde, dass  jeder der rund 700 Mitgliedsbetriebe für die Entwicklung neuer Technologien, wie CAD-Programme und Roboter,  20 % des Jahresgewinns freiwillig in einen Technologietransfer geben würde,  könnten wir gelassen auf das Jahr 2025 zugehen und den extremen Fachkräftemangel dank technischer Unterstützung abfedern oder sogar ausgleichen.

Aber selbst, wenn die Innung das empfehlen würde, bin ich mir sicher, dass ein Großteil der Unternehmer nicht so viel Geld dafür einsetzen würde, weil ihnen diese Art von Weiterentwicklung fern ab der Realität zu sein scheint. Für meine Begriffe ist das viel zu kurz gedacht!

8 Tipps wie Sie Ihr Unternehmen zukunftsorientiert führen

  • Es ist nie zu früh über die Unternehmensnachfolge nachzudenken! Je eher Sie zielgerichtet jemanden suchen, desto sorgfältiger, harmonischer und in Ihrem Sinne kann die Übernahme erfolgen. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken, wenn sie wissen, dass es für sie weiter geht, auch wenn Sie aus Altersgründen nicht mehr die Fäden in der Hand halten.
  • Wenn Sie 45 plus sind, dann ist es höchste Zeit über Nachfolge nachzudenken!  Viele möge es kaum glauben, spätestens 10-15 Jahre vor Rentenbeginn sollten die Weichen gestellt werden.
  • Fokussieren Sie sich in Ihren Nachfolge-Plänen nie zu sehr auf Ihre Kinder. Akzeptieren Sie es, wenn Sie Ihr Lebenswerk nicht weiterführen wollen, weil ihre Herzen für ganz andere Dinge schlagen. Unternehmer sein ist aber Herzenssache. Deshalb: Seien Sie offen für viele andere Möglichkeiten.
  • Geben Sie auch einem Mitarbeiter die Chance Ihren Betrieb als Geschäftsführer zu übernehmen. Zum Beispiel durch die jährlichen Erhöhung der Anteile. Ihr Betrieb ist nur so gut wie Ihre Mitarbeiter!
  • Professionelle Hilfe in Sachen Unternehmensnachfolge bietet Manuel Hein mit www.olea-nachfolge.de
  • Der Satz „Das haben wir aber immer schon so gemacht!“ kann Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit verhindern. Deshalb seien Sie offen für technische Neuerungen und haben Sie den Mut diese in Ihrem Unternehmen einzusetzen, wenn sie für Ihre Mitarbeiter hilfreich und entlastend sind.
  • Nutzen Sie einen Teil Ihres Jahresgewinns dazu in neue Technologien zu investieren. Idealerweise suchen Sie sich Partner. Gemeinsam kann man viel mehr bewirken.
  • Nutzen Sie die Öffentlichkeit. Wählen Sie ungewöhnliche Wege. Egal ob es um Unternehmensnachfolge geht oder die Suche nach Fachkräften. Falls das für Sie ein ungewohnter Weg ist und Sie damit keine Erfahrungen haben, kann ich Ihnen gerne Empfehlungen weitergeben. Schreiben Sie mir einfach eine Mail.

Allgemeine Themen / 31. Juli 2018

Fachwissen – Experten sind ihr Geld wert!

Von der Gelassenheit einen Auftrag nicht annehmen zu müssen

Von Walter Stuber

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich Aufträge angenommen habe, nur weil ich anderen Gerüstbau-Firmen nicht gegönnt habe, dass sie das Geschäft machen oder weil  ich in meinem Übermut meinte, es allen zeigen zu müssen, wie gut wir sind und welches Fachwissen wir haben. Nicht selten haben die Auftraggeber deutlich gespürt, wie fixiert ich darauf war, für sie zu arbeiten. Mit dem Ergebnis, dass sie mich gnadenlos im Preis gedrückt haben.

So war es 2010 mit der alten Nibelungenbrücke über den Rhein in Worms. Hier war umfangreiches Fachwissen gefragt. Wir hatten das drauf. Das war mir klar und ich wollte genau das zeigen. Deshalb ging ich auf die nahezu schamlosen Forderungen ein. Ich gewährte 8% Nachlass und dazu noch Skonto.

Sehr gute Arbeit – keine angemessene Bezahlung

Wir haben dort 6.000 qm Hängegerüste, 30.000 cbm Raumgerüste, 1.800 Kappengerüste, 2.000 qm schwere Fassadengerüste, ein Spezialgerüst und Wetterschutzdächer über die Brücken im Bereich der Dehnungsfugen gebaut, dazu noch einen Fluchttreppenturm mit Setzstufen und vieles mehr. Alle gesetzten Termine wurden von uns eingehalten. Eigentlich hätte der Auftraggeber rundum zufrieden sein können und seine Rechnungen dementsprechend zügig bezahlen müssen.

Aber leider war dem nicht so. Seit fast acht Jahren warten wir auf vollständige Bezahlung. Es läuft ein Prozess für berechtigte Nachforderungen am Landgericht. Der Ausgang ist ungewiss. Dieser Auftrag war es übrigens auch, der uns fast in die Insolvenz manövriert hätte.

Fehler eingestehen

Gott sei Dank: Wir haben uns davon wieder erholt. Ich habe daraus einiges gelernt. Mir ist heute klar, dass der eigentliche Fehler nicht bei dem Kunden lag, sondern bei mir! Es tut mir leid, dass an meinem „Größenwahn“  fast unsere Firma zerbrochen wäre.

Wenn ich damals schon klar vor Augen gehabt hätte, dass wir mit unserem Wissen dem Auftraggeber so viel mehr bieten können als so mancher Mitbewerber und dass wir Experten unser Geld wert sind, dann hätte ich – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht um jeden Preis diesen Auftrag annehmen müssen.

Eigene Kompetenz kennen

Heute habe ich die Gelassenheit einen Auftrag abzulehnen, wenn ich den Eindruck habe, dass die Wertschätzung für unser Fachwissen sehr gering ist. Ich gönne unseren Mitbewerbern, dass sich ihre Auftragsbücher damit füllen. Wir wissen, was wir können und dass Qualität ihren Preis haben darf. Deshalb machen wir unseren Kunden schon beim Zusenden des Angebots deutlich, welche geballte Kompetenz in Sachen Spezialgerüstbau sie sich mit uns ins Boot holen. Und auch auf unserer Homepage stellen wir das heraus.

Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Mein Kompagnon Dirk Eckart und ich können, wie so mancher unserer erfahrenen Gerüstbauer und Kolonnenführer, auf jahrzehntelange Erfahrungen zurückblicken und sie zum Wohle unserer Auftraggeber nutzen. Das darf sich dann auch in unseren Preisen wiederspiegeln. Runterhandeln bis zum „geht nicht mehr“, gibt’s bei uns nicht mehr, denn wir wissen, was wir können!

Meine Tipps für Führungskräfte:

  • Stehen Sie zu Ihren Fehlentscheidungen, entschuldigen Sie sich und versuchen Sie daraus für die Zukunft zu lernen.
  • Schreiben Sie eine Liste, welchen besonderen Nutzen ihre Kunden von Ihrer Dienstleistung, Ihrem Produkt haben, weil Sie der Experte sind!
  • Überlegen Sie vor Verhandlungen genau, wieweit Sie Ihrem Kunden finanziell entgegenkommen wollen.
  • Werden Sie gelassen und gönnen Sie Mitbewerbern einen Auftrag, den Sie zwar auch erledigen könnten, aber bei dem Ihr Fachwissen nicht wertgeschätzt wird.

Allgemeine Themen / 24. Juli 2018

Gesucht: Qualifizierte Mitarbeiter im Gerüstbau

Der Fachkräftemangel trifft uns hart

Von Walter Stuber

Kinospots, Pizza-Kartons, Plakatwände und leerstehende Schaufenster – wir nutzen jede Möglichkeit und sind kreativ, wenn es darum geht neue qualifizierte Mitarbeiter für unser Unternehmen zu finden. Wir rühren die Werbetrommel in den sozialen Medien. Die BILD-Zeitung berichtete über unsere Suche und MDR-Sachsenradio interviewte meinen Kompagnon Dirk Eckart  dazu. Hier können Sie sich das Interview anhören.

https://soundcloud.com/sla-50649882/dirk-eckart-bei-mdr-sachsen-10juli-2018?utm_source=soundcloud&utm_campaign=share&utm_medium=facebook

Wir wissen, dass die Zeiten von gewöhnlichen Stellenanzeigen vorbei sind. Man muss sich als Arbeitgeber schon was einfallen lassen, um gutes Personal zu gewinnen. Auch hier werden wir gerne unserem Ruf gerecht, „verrückt“ zu sein. Wir sind stolz darauf, dass wir unseren Mitarbeitern einiges bieten können: Wunschlohn, diverse Zulagen und Zuschüsse, Weiterbildungsmöglichkeiten, um nur ein paar Vorteile zu nennen. Trotzdem kommen die Bewerbungen nur spärlich. Wir fragen uns, warum sich Gerüstbauer nicht so zahlreich um eine feste Anstellung bewerben, wie noch vor fünfzehn Jahren.

Ursachenforschung

Unter den 161.000 Arbeitssuchenden in Sachsen (Stand Juli 2018) müsste doch auch der ein oder andere Gerüstbauer oder Helfer sein. Die müssten doch unsere Werbung sehen! Wir sind selbstverständlich an Arbeitskräften aus ganz Deutschland interessiert. Kommen die nicht wegen der Lage unseres Unternehmens? Roßwein liegt in einer ländlichen Region in Mittelsachsen.

Wie schön es hier ist, wollen wir mit einem Imagefilm, der gerade gedreht wird, zukünftigen Arbeitnehmern vor Augen führen. Mit dem Auto ist man in rund 35 Minuten in Chemnitz, Leipzig oder Dresden. Dort haben sich erfolgreich große Unternehmen angesiedelt wie Infineon, Porsche und BMW. Sie werben mit guten Gehältern, kurzen Arbeitszeiten und attraktiven Sozialleistungen.

Herausfordender Job

Auch bei uns kann man, wie schon erwähnt, gutes Geld verdienen und bekommt beste Sozialleistungen. Aber die Arbeit eines Gerüstbauers ist natürlich etwas ganz anderes als z.B. in einer Fabrik am Band zu stehen. Da muss man auch bereit sein, auf Montage zu fahren, muss heben und schleppen.

Das will und kann natürlich nicht jeder. Bekommen wir deshalb so wenige Bewerbungen? Vermutlich gibt es nicht die eine Antwort auf die Frage: Woran liegt es? Wichtig ist, dass wir nicht aufgeben, weitersuchen und unser Unternehmen so führen, dass alle gerne bei uns arbeiten. Um das immer wieder zu optimieren, besuche ich Seminare und Fortbildungen.

Mitarbeiter fallen von heute auf morgen aus

Dass wir Mitte des Jahres 2018 so händeringend nach Gerüstbauern suchen, konnten wir im Januar nicht ahnen. Aber manchmal geht so etwas ganz schnell. Plötzlich fielen vier sehr gute, langjährige Mitarbeiter aufgrund von Bandscheiben-Problemen oder Änderungen der persönlichen Lebensumstände von heute auf morgen aus.

Das schmeißt alle sorgfältigen Planungen um, denn die Aufträge sind ja da und müssen zuverlässig und in der vereinbarten Zeit ausgeführt werden.

Rezept gegen den Personalengpass

Gerne würde ich Ihnen jetzt ein Erfolgsrezept präsentieren, wie man aus solch einem Personalengpass heraus kommt. Leider kann ich damit nicht dienen. Aber ich schildere einfach mal, was wir als Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH tun:

  • Wir setzen weiterhin auf ungewöhnliche Methoden im Bereich der Werbung, um neue Mitarbeiter zu gewinnen.
  • Wir versuchen über persönliche Kontakte an neue qualifizierte Mitarbeiter zu kommen.
  • Wir wertschätzen und pflegen unseren sehr guten Personalstamm mit den langjährigen Gerüstbauern, die teilweise schon ihre Ausbildung bei uns im Unternehmen gemacht haben oder, die durch uns eine Weiterbildung zum Gerüstbauer oder Gerüstbau-Kolonnenführer absolvieren konnten. Denn nur zufriedene Mitarbeiter sind bereit im Notfall mehr zu tun als ursprünglich vereinbart (selbstverständlich gegen ordentliche Bezahlung).
  • Wir besuchen Fortbildungen, wie man neue, qualifizierte Mitarbeiter gewinnen kann. Jörg Mosler ist in diesem Bereich der Fachmann fürs Handwerk.

Ich hoffe, ich kann Ihnen in nächster Zeit mitteilen, dass wir durch unsere Werbemaßnahmen und alle anderen Aktivitäten aus unserem personellen Engpass heraus gekommen sind! Vielleicht empfehlen Sie uns ja auch als Arbeitgeber weiter?

Gastbeitrag / 17. Juli 2018

Spektakulärer Mordfall, arbeitsrechtliche Beratung oder Opferanwältin – Ein ganz normales Anwaltsleben

Spektakulärer Mordfall, arbeitsrechtliche Beratung oder Opferanwältin – Ein ganz normales Anwaltsleben

Ein Gastbeitrag von Diana Enzinger-Leichsenring

Schon seit der achten Klasse war für mich klar, wo es für mich beruflich hin gehen sollte. Ich wollte Anwältin werden! An einen direkten Anlass für diese Entscheidung, kann ich mich nicht erinnern. Aber vermutlich war es mein schon damals sehr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn, der in mir den Wunsch aufkommen ließ. Schon lange vor dem Abitur hatte ich mich informiert, wie und wo ein Studium der Rechtswissenschaften möglich sein würde.

Meine Wahl fiel zunächst auf Gießen. Später wechselte ich nach Jena. Dort wurde mir die Möglichkeit geboten, ein Jahr in Birmingham (GB) zu studieren und damit breitere Erfahrung über ein anderes Rechtssystem, sowie das Leben in einem anderen Land zu sammeln. Ich gebe zu, dass ich das Studium an sich etwas trocken fand. Dafür ist die Praxis, die ich seit 2007 erlebe, umso lebendiger. Ich schätze meine Arbeit mit den Menschen, das Mitgestalten und Einflussnehmen in den unterschiedlichsten Bereichen.

Arbeitsrecht praktisch

In meiner Kanzlei berate und vertrete zum Beispiel Arbeitnehmer und Arbeitgeber von klein- und mittelständischen Unternehmen in arbeitsrechtlichen Angelegenheiten. Bei der Vertretung von Arbeitgebern geht es oft darum solide Grundlagen zu schaffen, wie die Gestaltung branchenspezifischer Arbeitsverträge, und zügig Maßnahmen zu ergreifen, wenn es Probleme mit Arbeitnehmern gibt. Oft sind auch Kündigungen Gegenstand der Beratung oder gerichtlichen Vertretung.

Im arbeitsrechtlichen Bereich ist es in Anbetracht des qualifizierten Fachkräftemangels wichtig, die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer im Blick zu behalten. Dazu gehört einerseits Fingerspitzengefühl aber andererseits auch konsequente Verfolgung des Ziels. Diese Verhandlungen sind ganz anderer Natur, als wenn es um strafrechtliche Angelegenheiten geht.

Ruhe und Sachlichkeit

Zu meinen Kompetenzen gehört auch die Verteidigung von Menschen, die angeklagt werden, weil sie schwere Straftaten bis hin zum Mord verübt haben sollen. Hier wird mit härteren Bandagen gekämpft. Auch von Seiten der Richter. Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass in solchen Fällen nur eins hilft: Ruhe und Sachlichkeit.

Gerade neulich habe ich es in einer Verhandlung mit einem recht energischen Richter zu tun gehabt. Ich habe mich von ihm nicht unter Druck setzen lassen, sondern eine ruhige und sachliche Art beibehalten, wodurch sich auch die Verhandlungsatmosphäre entspannte.

Sprachrohr für Opfer

In manchen Fällen, die emotionaler sind, ist das weitaus schwieriger zu erreichen. Zum Beispiel, wenn ich Frauen vertrete, die Opfer körperlicher und sexueller Gewalt geworden sind. Als Opferanwalt arbeite ich eng zusammen mit Opferschutzvereinigungen, Psychologen und im Rahmen gemeinsamer Arbeitsgruppen auch mit Behörden. Ich selbst bin Mitglied im Verein Opferhilfe Sachsen e. V.

Es ist mir ein großes Anliegen, mich für die betroffenen Frauen einzusetzen, sie bei Behördengängen und durch den Prozess hindurch zu begleiten. Ich unterstütze die Frauen mit meiner Arbeit, damit sie aus der Opferrolle herauskommen können. Das ist eine große Herausforderung, die viel Idealismus braucht.

Von Mensch zu Mensch

Das klingt für manchen vielleicht gegensätzlich: Opferanwalt und Strafverteidiger. Und tatsächlich ist es ein Spagat. Zwischendurch muss ich mir sowohl für die Opfervertretung als auch für die Strafverteidigung ein „dickes Fell“ anziehen.

Der Grundsatz meiner Arbeit ist, dass jeder Mensch, auch der, der eines Gewaltverbrechens beschuldigt wird, das Recht hat, gehört zu werden. Durch meine Arbeit habe ich einen anderen Blick auf die Menschen bekommen: Ich sehe auch immer das, was dazu geführt hat, dass es zur Tat kommen konnte. Das ändert nichts daran, dass ich sachlich und rechtlich fundiert meine Arbeit tue. Nur eben gemäß unseres Kanzlei-Mottos: „Rechtsberatung von Mensch zu Mensch“.

Netzwerken als Ausgleich

Mein Beruf ist meine Berufung. Gerade deshalb ist es mir wichtig mir Zeiten zum Auftanken zu gönnen. Zum Beispiel beim Sport oder auch bei den Treffen von Business Network International (BNI) „Steile Wand“, der Gruppe in Meerane. Hier lerne ich viele Unternehmerinnen und Unternehmer kennen, die aus unterschiedlichen Lebenssituationen kommen. Für mich als Anwältin ist das eine große Hilfe im Umgang mit denen, die mir täglich begegnen. Der Austausch innerhalb der Gruppe ist für mein persönliches Wachstum gut.

Andererseits profitieren auch meine Mandanten von diesen Zusammenkünften. Zum Beispiel kann ich im Blick auf die neue europäische Datenschutzverordnung meine Mandanten mit fachübergreifender Zusammenarbeit unterstützen. Über BNI habe ich Kontakt zu einem Fachanwalt, der zugleich Datenschutzbeauftragter ist, den konnte ich dann weiterempfehlen.

Auftanken für den Alltag

Walter Stuber habe ich bei einem BNI-Frühstückstreffen das erste Mal getroffen. Dabei hatten wir einen besonderen Anknüpfungspunkt: Wir sind nämlich beide im Netzwerk Christen in der Wirtschaft aktiv. Der christliche Glaube ist eine wertvolle Auftankstelle um Kraft für den Alltag zu schöpfen.

Zur Ruhe komme ich auch, wenn ich mich in meiner Freizeit an die Staffelei stelle, zu Pinsel und Farbe greife. Bis zum 31.August sind einige meiner Aquaralle unter dem Motto „Venedig und Prosecco“ in Chemnitz in den Rothenberger Appartements ausgestellt.

Die unterschiedlichen „Auftankstellen“ geben mir Kraft und Ansporn jeden Tag aufs Neue meinen Mandanten mit Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und Integrität zu Seite stehen, sowie auch mit Kollegen und Richtern „von Mensch zu Mensch“ agieren zu können. Meine Entscheidung damals in der 8. Klasse, Rechtsanwältin zu werden, habe ich bis heute nicht bereut!