Alle Beiträge von Walter Stuber

Allgemeine Themen / 9. März 2021

Wo ist die Kirche in der Krise?

„Ich denke darüber nach, wie wir durch Corona hindurch Kirche sein wollen und werden.“

Diesen Satz postete Tobias Bilz am 9.Februar 2021 auf seiner Facebook-Seite. Seit einem Jahr ist der 56-jährige Landesbischof in Sachsen und damit zuständig für mehr als 663 000 evangelisch-lutherische Christen in der Region. Ich freue mich, dass sich Bischof Bilz jetzt über die Zukunft der Kirche Gedanken macht. Ich frage mich das schon lange!

Bereits im April letzten Jahres habe ich in einem Blog die Frage gestellt, ob die sächsische Kirche sich in der Krise selbst abschafft, weil sie sich nicht auf ihren ursprünglichen Auftrag besinnt und mit der Guten Nachricht zu den Menschen geht!

Von Walter Stuber

Landesbischof Bilz und seine Schäfchen

Leider hat sich seit letztem Jahr nicht wirklich etwas verändert. Zwar sucht Bischof Tobias Bilz via Facebook die Öffentlichkeit und will mit seinen Posts und Kommentaren in diesen schweren Zeiten ermutigen. Er hat auch einen sehr guten seelsorgerlichen Brief an seine haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter geschrieben.

Aber was ist mit den „ganz normalen Schäfchen“ zwischen Vogtland und Löbau-Zittau, Leipzig und Freiberg? Merken sie, dass die evangelische Kirche von Sachsen ihnen in der Krise beisteht und Hilfe anbietet? Der Landesbischof ist für die Ortsgemeinde weit weg. Ich wünsche mir Ansprache von kirchlichen Mitarbeitern, die zu meiner Gemeinde gehören.

Christliche Gemeinden müssen Präsenz zeigen

Mein Eindruck ist, dass Kirche bei uns in Sachsen in dieser Richtung nicht genug tut. Die Pfarrerinnen und Pfarrer tauchen kaum auf. Ja klar, man muss Abstand halten. Aber Kontakt kann man durch Telefon und moderne Medien auch ohne körperliche Nähe halten. Es muss auch nicht nur der Pfarrer oder die Pfarrerin sein, die sich um die Gemeindemitglieder kümmert. Aber viele Ehrenamtliche können wegen Corona nicht ihre Gruppen betreuen. Warum setzen sie sich nicht ans Telefon und rufen ihre Schäfchen an?

Nicht nur bei den Alten, Einsamen, sondern bei allen, die Kirchensteuer zahlen. Bei denen, die man kennt, genauso wie bei denen, die schon lange nicht mehr bei kirchlichen Veranstaltungen aufgetaucht oder frisch zugezogen sind. Ich bin mir sicher, dass jede und jeder in diesen Zeiten gerne ein freundliches Wort oder eine Ermutigung hört oder konkrete Hilfe angeboten bekommt. Wer sich durch solch einen Anruf gestört fühlt und keinen Kontakt möchte, muss ja kein zweites Mal kontaktiert werden. Es wäre ein guter Anfang, wie Kirche Präsenz zeigen und persönlich werden kann. Das fehlt mir.

Überkonfessionelles Problem

Offensichtlich ist das aber nicht nur ein Problem der Protestanten, sondern konfessionsübergreifend. Der ZDF-Chefredakteur und gläubige Katholik Peter Frey geht in einem Bericht des Medienmagazins Pro mit seiner Kirche auch hart ins Gericht. Er sagte in diesem Interview, dass er sich wünscht, dass Pfarrer mehr den Weg zu Menschen finden sollten, statt sich in ihren Pfarrhäusern einzuschließen.

Corona könnte als Chance genutzt werden, ganz neu mit Menschen in Kontakt zu kommen. Leider wird das viel zu selten genutzt. Das widerspricht dem eigentlichen Auftrag der Christen. Sie sollen zu den Menschen hingehen, Nächstenliebe zeigen, aber vor allem die Gute Botschaft von Jesus Christus weitergeben.

Eindeutiger Auftrag: Hingehen!

Wer weiß denn noch auf welchen Werten und Grundsätzen das „Christliche Abendland“ basiert? Wer hat eine Ahnung davon, was in der Bibel steht? Machen wir uns nichts vor: Deutschland ist „Missionsland“ geworden. Es ist gehört zu den Aufgaben der Kirchen den christlichen Glauben zu erklären und dazu einzuladen.

„Geht hin!“ sagt Jesus seinen Nachfolger und beauftragt sie damit allen Menschen weiterzuerzählen, warum er in die Welt gekommen ist. Er sagt nicht: „Wartet, bis sie irgendwann mal nachfragen!“ Daran sollten sich alle Kirchen, aber auch jeder einzelne Christ, orientieren.

Gastbeitrag / 2. März 2021

Endlich Schluss mit monotoner Arbeit

Arbeit

Endlich Schluss mit monotoner Arbeit: Warum unsere Roboter für gute Arbeitsbedingungen sorgen und nicht für Stellenabbau

„Irgendwas muss ich unternehmen! Die anderen sind einfach innovativer als wir!“

Hat ein mittelständischer Unternehmer in der Fertigungsbranche das erkannt, wird er nach Beratung und konkreter Hilfe suchen. Genau das ist unser Arbeitsfeld. Wir gehen vor Ort in die Produktion und nehmen – ganz vorbehaltsfrei – unter die Lupe, wo Arbeitsprozesse automatisiert werden können. An erster Stelle stehen wiederkehrende, monotone Tätigkeiten. Hier kann sehr gut ein Roboter eingesetzt werden. Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin, die diese Arbeit bisher getan hat, kann dann für abwechslungsreichere Arbeiten eingesetzt werden. Das sorgt für mehr Zufriedenheit in der Belegschaft.

Wir wollen nicht die Menschen wegrationalisieren, das stünde gegen unsere ethischen Vorstellungen. Deshalb stellen wir immer die Frage: Was ist machbar und sinnvoll? Automatisierung um jeden Preis gibt es bei uns nicht. Wir schauen ganz genau hin, ob sich alles in jede Richtung rechnet. Es gehört ebenfalls zu unseren Grundsätzen, dass wir immer offen und ehrlich sind. Das Vertrauen unserer Kunden ist uns extrem wichtig. Das schätzt unsere Kundschaft und deshalb arbeitet sie gerne mit uns zusammen.

Ein Gastbeitrag von Andrea Glaub, Geschäftsleiterin Glaub Unternehmensgruppe

In Vaters Fußstapfen

Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit zieht sich durch unsere mehr als vierzigjährige Firmengeschichte. Unser Vater Herwig legte dafür 1979 den Grundstein, als er seinen Elektroinstallationsbetrieb in der Garage unseres Wohnhauses in Salzgitter-Osterlinde gründete. Damals ein sehr mutiger Schritt. Für meine Schwester Claudia und mich war das ein prägender Teil unserer Kindheit und Jugend.

Für mich stand schon früh fest, dass ich eines Tages mitarbeiten wollte. Ich studierte Betriebswirtschaft. Nach dem erfolgreichen Abschluss stieg ich im Jahr 2000 in das Familienunternehmen ein. 2004 übernahm ich zusammen mit meinem Mann Niko und meiner Schwester die Geschäftsführung. Gleichzeitig feierten wir fünfundzwanzigjähriges Firmenjubiläum.

Arbeit

Unsere Mitarbeiter – unser Schatz

Wir sind ganz bewusst ein Familienunternehmen. Wir wollen nicht aktiengesteuert sein, sondern unseren Werten treu bleiben. Wir stehen für Qualität, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit. Das können wir nicht ohne unsere 65 Mitarbeiter*innen leisten. Auch sie gehören für uns zur Familie. Deshalb wollen wir, dass sie sich bei uns wohlfühlen.

Dazu gehört, dass wir immer ansprechbar für sie sind. Darüber hinaus wollen wir ihnen ganz praktisch unsere Wertschätzung zeigen z.B. durch individuelle Arbeitszeitreglungen mit Teil – und Gleitzeit, Fahrrad Leasing, Inhouse Gesundheitsangeboten, externen und internen Schulungen und Weiterbildungen. Auch Betriebsfeste, gemeinsames Grillen nach Feierabend und einmal im Jahr ein Event zusammen mit den Familien gehörten vor Corona zu unseren Angeboten. Sobald es möglich ist, werden wir auch das wieder anbieten.

Familienunternehmen aus Überzeugung

Ich bin mit Leib und Seele Familienunternehmerin. Mein Mann, meine Schwester und ich können gemeinsam die Firma gestalten. Während Corona habe ich es als besonderes Glück erlebt, dass wir zu dritt in der Geschäftsleitung sind. Es ist nie vorgekommen, dass wir alle drei auf einmal schlecht gelaunt oder frustriert waren! So konnten wir uns immer gegenseitig und wechselweise ermutigen, wenn einer oder eine mal einen Durchhänger hatte!

Wir sind stolz auf das, wie sich unser Unternehmen in den vergangenen 42 Jahren entwickelt hat: Aus der kleinen „Garagen-Firma“ unseres Vaters ist eine Firmengruppe mit einer Niederlassung in Ungarn entstanden, die innovative, eng am Kundenwunsch orientierte Lösungen in den Bereichen Automatisierung und industrielle Software-Services anbietet. Und es wird weitergehen! Wir bedienen schließlich die Geschäftsfelder der Zukunft: Robotik und Automation. Es bleibt spannend und interessant!

Arbeit

Allgemeine Themen / 23. Februar 2021

Sechzig Jahre und kein bisschen weise…!?

Sechzig Jahre

„Sechzig Jahre und kein bisschen weise, aus gehabtem Schaden nichts gelernt.
Sechzig Jahre auf dem Weg zum Greise und doch sechzig Jahr’ davon entfernt.“ Kein Wunder, dass mich seit Wochen dieses Lied von Schauspieler Curd Jürgens begleitet. Zu seinem sechzigsten Geburtstag im Jahr 1975, hat er es veröffentlicht und kam mit seinem Sprechgesang sogar in die Hitparade.

Im Januar bin ich selber sechzig geworden. Ich habe ziemlich viel erlebt in diesen vielen Jahren. Manchmal denke, dass es schön gewesen wäre, wenn ich mit dreißig schon das gewusst hätte, was ich heute weiß. Ich hätte mir – und anderen – viele Fehler ersparen können, die nicht nur Geld gekostet haben, sondern auch menschliche Enttäuschungen gebracht haben.

Von Walter Stuber

Warum bin ich, wie ich bin?

Ich brauche nur an die Zeit zurückzudenken, in der ich wie ein Tyrann mit meinen Mitarbeitern umgegangen bin. Ich habe sie angebrüllt, wegen Nichtigkeiten entlassen. Mir konnte man nichts recht machen. Auch in der Familie war ich nicht gerade der Ausgeglichenste. Das tut mir heute sehr leid. Immer wieder kam in letzter Zeit die Frage in mir hoch, warum ich so war und auch heute noch in bestimmte Verhaltensmuster falle.

Aus mir heraus fand ich aber keine Antworten. Deshalb habe ich mir Hilfe von außen geholt. Seit einigen Wochen bin ich per Zoom in psychologischer Beratung. Es tut mir gut, mit jemand anderem auf mein Leben zu schauen. Wir analysieren zum Beispiel, warum ich sofort darauf anspringe, anderen helfen zu wollen und am Ende enttäuscht bin, dass ich für meinen Einsatz noch nicht mal eine „Danke“ gesagt bekomme. Hier habe ich das erste Mal etwas über das „Retter-Opfer-Syndrom“ und dem „Inneren Kind“ gehört.

Aus der Vergangenheit für heute lernen

60 Jahre und kein bisschen weise….“ Ja, es stimmt, was Curd Jürgens gesungen hat. Aber das hat für mich nichts mit Resignation zu tun. Ich bin froh, dass ich mir lebenslanges Lernen auf die Fahnen geschrieben habe und es deshalb auch jetzt nicht zu spät ist, meine Kindheit, das Verhältnis zu meinen Eltern und meinen Werdegang genauer zu betrachten.

Das hilft mir, mein Verhalten, das ich früher an den Tag gelegt habe, besser zu verstehen und alte Fehler nicht mehr zu wiederholen. Eins steht fest: Nochmal sechzig Jahre habe ich garantiert nicht mehr zur Verfügung.

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf das wir klug werden.“

So steht es schon in den alten Schriften der Bibel. Ich will ein verantwortungsvolles Leben führen. Dazu gehört für mich, dass ich zurückschaue und Konsequenzen ziehe für mein Leben jetzt und hier.

Allgemeine Themen / 9. Februar 2021

Spenden statt Geschenke

Spenden

“Was wünscht Du Dir zum Geburtstag?” Diese Frage habe ich vor meinem 60. Geburtstag im Januar oft gestellt bekommen. Realistisch betrachtet, habe ich so ziemlich alles, was ich an materiellen Dingen im Leben brauche oder ich kann es mir selber kaufen. Deshalb reifte die Idee, dass ich keine Präsente haben wollte, sondern Geldspenden an von mir bestimmte Stellen weitergeleitet werden sollte.

Von Walter Stuber

Meine Wunsch-Projekte

Es fühlte sich richtig gut an zu sagen: „Ich wünsche mir Spenden zum Geburtstag!“ Eine Hälfte sollte meine zehnjährige, schwerstmehrfach behinderte Enkeltochter Josefine bekommen, die mit der „Doman-Delacato Therapie“ behandelt wird. Diese hilft ihre Fähigkeiten, z.B. in den Bereichen Motorik und Wahrnehmung, Stück für Stück zu verbessern, damit sie ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen kann. Die Langzeit-Therapie, die mehr als 200.000 Euro kostet, wird nicht von der Krankenkasse übernommen. 80.000 € wurden bereits gespendet.

Da für sollten also 50% der Geburtstagsspenden sein und die andere Hälfte für zwei HandsOn-Projekten von Rotary Döbeln-Mittelsachsen: Für Parkbänke im Kloster Buch und die Gestaltung eines Rosenbeetes im Bürgergarten Döbeln.

Überwältigende Resonanz – DANKE

Ich bin ganz überwältigt über die Resonanz auf meine „Spenden statt Geschenke“ – Bitte. Vielen, vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass 1860 Euro zusammengekommen sind. Ich bin begeistert! Wie im Vorfeld versprochen, habe ich 25% aus meinen privaten Portemonaie noch draufgelegt!

Insgesamt 2325 Euro sind bereits für Josefine und den Rotary Club von mir überwiesen worden. Was aber nicht bedeutet, dass jetzt nicht mehr gespendet werden darf! Wenn Beträge mit dem Vermerk „Geburtstag“ auf meinem Konto eingehen, leite ich diese natürlich auch weiterhin sehr gerne weiter!

Bester Start ins neue Lebensjahrzehnt

Danke nochmals für diese wunderbare Unterstützung und die damit verbundene Wertschätzung. Danke auch für alle guten Wünsche, die mich über die unterschiedlichsten Kanäle erreicht haben. Das und das Wissen, dass ich durch meinen Geburtstag etwas Gutes tun konnte, macht mich glücklich! Besser kann man ein neues Lebensjahrzehnt nicht beginnen!