Aus dem Gerüstbauer-Leben

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 26. Dezember 2017

Auf ein Neues!

Von Walter Stuber

Früher bin ich  dienstlich pro Jahr locker 100.000 km gefahren. Diese Menge kam zusammen, weil ich oft zusätzliche Fahrten gemacht habe, um auf den Baustellen nach dem Rechten zu sehen. Ich wollte jeden Bauabschnitt, jeden Schritt überprüfen und kontrollieren, ob die Mitarbeiter alles genauso machen, wie ich es wollte.

War das nicht der Fall, gab es nicht nur ein Donnerwetter, sondern auch die ein oder andere Kündigung. Wenn ich heute darüber nachdenke, muss ich über mich selber den Kopf schütteln. Was war das eine aufreibende Zeit, extrem nervend und anstrengend! Am liebsten würde ich diesbezüglich die Zeit zurück drehen und alles ungeschehen machen.

Das ist natürlich nicht möglich. Aber ich bin froh, dass ich dieses Verhalten hinter mir lassen konnte und eine zweite Chance bekommen habe. Dafür hat eine plötzliche Krankheitszeit gesorgt. Die hat mich barmherziger gemacht  im Umgang  mit den Mitarbeitern. Eine oder mehrere Chancen gibt’s es jetzt immer bei mir! Auch in anderen Bereichen bin ich nicht mehr der, der ich damals war. Gott sei Dank dafür – im wahrsten Sinne des Wortes!

Vertrauen neu gelernt

Heute fahre ich nur noch rund 50.000 km im Jahr. Die Extratouren kann ich mir sparen!  Ich habe gelernt, dass ich meinen Bauleitern Dirk May, Robert Gebhardt und Ingolf Stuber, meinen Sohn, vollends vertrauen kann. Sie leben die Werte, die unser Unternehmen stark machen. Vertrauen und Freiheit gewähren, das gehört für mich mittlerweile zusammen.

Dirk May

Robert Gebhardt

Ingolf Stuber

Das gilt nicht nur für die Führungskräfte, sondern für alle Beschäftigen! Ich kann mir sicher sein, dass vom Lagerarbeiter über die Gerüstbauer, den Damen im Büro bis hin zu uns Geschäftsführern alle unsere Firmenphilosophie kennen und verinnerlicht haben. Dazu gehört zum Beispiel, dass wir unsere Kunden nicht nur irgendwie zufriedenstellen wollen, sondern dass wir sie lieben! Unseren Anspruch an unsere Arbeit haben wir zusammengefasst in dem Satz: „Das beste Gerüst für den besonderen Zweck mit den tollsten Mitarbeitern!

Starker Unterstützer

Unser Leitsatz, die Firmenphilosophie: Vielleicht fragen Sie sich, wie ich auf solche Ideen komme?  Sie würden es vielleicht „Eingebung“ oder „Inspiration“ nennen. Für mich ist es mehr als das. Ich habe einen starken „Unterstützer“, dem ich zutiefst vertraue, der mir auf unterschiedliche Weise neue Wege zeigt und mich auch vor Gefahren warnt oder mir mal  – bildlich gesprochen – ein STOP-Schild vor die Nase hält, wenn ich zu sehr vorpresche.

 

Vielleicht klingt es in Ihren Ohren gewöhnungsbedürftig: Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist mein Helfer mitten im Alltag. Der christliche Glaube drückt sich für mich aber nicht dadurch aus, dass ich sonntags in die Kirche gehe oder irgendwelche religiöse Übungen vollbringen, sondern dass ich mich mitten im Alltag an die Maßstäbe der Bibel halte und jederzeit mit Gott reden kann. Das nennt man beten. Das mache ich besonders gerne bei langen Autofahrten(Dabei muss man nämlich nicht unbedingt Augen schließen und die Hände falten J. ).

Stuber und der liebe Gott

Nicht nur Sorgen und Nöte sage ich im Gebet. Ich habe auch ganz viele Gründe zum Danken:  Dass ich eine Arbeit habe, die mir Spaß macht; für meine Mitarbeiter, für Lieferanten und Kunden; dass ich leben darf und immer wieder neue Dinge ausprobieren kann und vieles mehr! Für mich ist Beten kein „reden vor die Wand“! Ich habe schon auf unterschiedlichste Weise erlebt, dass sich eine Situation positiv verändert hat oder ich eine neue Sicht bekomme habe, nachdem ich Gott davon erzählt habe.

Vielleicht lächeln Sie jetzt und denken: „Der Stuber und der liebe Gott!“

Das ist okay. Aber gerade dann ist mein Tipp: Probieren Sie es selber aus! Beginnen Sie das Gespräch mit dem Chef der Welt. Egal zu welche Uhrzeit und an welchem Ort! Sagen Sie ihm, was Ihnen auf dem Herzen liegt und wofür Sie dankbar sind. Und seien Sie gespannt, was sich verändert.

Meine „Zweite Chance“ in Blick auf meinen Kontrollzwang  ist auf jeden Fall so zustande gekommen und auch dass ich geduldiger gegenüber Mitarbeitern geworden bin.

Über Anmerkungen und Fragen zu diesem Blog freue ich mich! Schicken Sie mir einfach eine Mail!

 

 

 

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 17. Oktober 2017

Wo Apple, Intel und Google zu Hause sind

Meine Silicon Valley – Studienreise Teil 1

Fast 12 Stunden! Unsere Reise ins „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ begann mit einem anstrengenden, nicht enden wollenden Flug von Berlin über Düsseldorf nach San Francisco! Zum Glück blieben meiner Frau Burgunda und mir danach noch drei Tage bis zum Beginn unserer Studienreise. Von zu Hause aus hatte ich geplant,  welche Sehenswürdigkeiten wir uns anschauen wollten und natürlich auch, wo meine Frau gut shoppen gehen konnte.

Da ich einiges über den besonderen Taxidienst www.uber.com  gelesen hatte, nutzten wir öfters diese Möglichkeit um zu unseren Ausflugszielen zu gelangen. Aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel nahmen wir in Anspruch. Zusätzlich hatte ich „google maps“ auf meinem Handy installiert, damit wir alles erkunden konnten, ohne Sorge zu haben, dass wir uns verlaufen.

Sprachbarriere

Leider können meine Frau und ich kaum Englisch verstehen und sprechen. Mein Ur-Schwäbisch, das sich mittlerweile mit dem Sächsischen vermischt hat, macht mir die richtige Aussprache der Wörter schwer. Daran konnte leider auch ein halbes Jahr wöchentlicher Privatunterricht nichts ändern.

Aber unsere Schwierigkeiten mit der englischen Sprache war für die Amerikaner offensichtlich kein Problem!  Wir wurden jederzeit freundlich behandelt, auch wenn wir uns manchmal mit Übersetzer App, Händen und Füße verständlich mache mussten.

Dichtes Programm

Mit großer Spannung haben wir dann unsere Studienreise angetreten: Über 50 christliche Unternehmer und Führungskräfte lernten vier Tagen lang die besten Startup-Unternehmen in Silicon Valley kennen. Wahrlich keine Erholung: Von morgens 8 bis abends 22 Uhr gab es ein volles Programm mit teils mehreren Vorträgen hintereinander. Dabei wurde über die Erfolge der Unternehmen berichtet, aber auch welche Rolle der christliche Glaube im Business spielte. Natürlich auch hier alles auf Englisch!

Wie dankbar waren meine Frau und ich, dass  Prof. Dr. Wolfgang Dieing aus Isny/Allgäu, der zum sechszehnten Mal an solch einer Studienreise teilgenommen hat, uns die Inhalte zusammengefasste. Dass eine Studienreise kein Urlaub ist, liegt auf der Hand. Ich bin ja auch mit der Erwartung dort hin gereist, viel Neues zu erfahren. Aber das Programm war so dicht, dass man nur schwer alles aufnehmen, geschweige denn verarbeiten konnte. Mehr Pausen wären hilfreich gewesen.

Der „kleine“ Unterschied

Zurück in Deutschland lasse ich die Reise noch einmal Revue passieren. Ich schaue mir in aller Ruhe – und mit Hilfe des Google-Übersetzers – die Homepages der Firmen an, die wir kennengelernt haben. Diese Start-up Unternehmen haben es geschafft,  aus genialen Ideen und Träume  ein solides Business zu machen.

Eine Frage lässt mich nicht los: Wir Deutschen sind in der Welt als „Dichter und Denker“ bekannt. Ich bin mir sicher, dass es bei uns auch heute noch grandiose Geschäftsideen gibt, die verwirklicht werden könnten. Vorausgesetzt, das nötige Startkapital wäre da. Genau hier ist der Knackpunkt: (Junge) Unternehmer haben heutzutage kaum eine Chance an Kredite zu kommen, weil zuerst nach Sicherheiten gefragt und nicht auf die langfristige Rendite geschaut wird.

Einfach machen!

Deshalb wundert es nicht, dass innovative Menschen mit grandiosen Ideen  z.B. in die USA gehen,  um dort ihren Traum wahr werden zu lassen, wo es noch Investoren gibt, die zukunftsorientierter sind als hierzulande. Vielleicht liegt das ja auch an unserer deutschen Mentalität, dass wir erst alles genauestens überprüfen müssen, bevor wir investieren. In Kalifornien ist uns etwas ganz anderes begegnet: “Einfach machen!“ ist hier die Devise.

Einen Hauch von diesem Mut, Neues zu wagen, täte Investoren und Banken in Deutschland gut. Dann könnte so manches Start-up Unternehmen auch bei uns erfolgreich Fuß fassen und unsere Wirtschaft ankurbeln, statt in z.B. in Silicon Valley groß zu werden. Es wäre an der Zeit, dass wir dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ in dieser Hinsicht Konkurrenz machen würden!

Für alle die an der Reise Interesse haben, 2018 bietet die Firma Tempus GmbH eine ähnliche Reise an.  https://www.abc-personal-strategie.de/usa-tour-silicon-valley/

 

 

 

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 2. Oktober 2017

Work-Life-Balance

Wie bekomme ich als Unternehmer ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben?

14 bis 16 Stunden arbeiten, auch samstags und manchmal sogar sonntags. Das war viele Jahre für mich ganz normal. Dass mein Privatleben darunter gelitten hat, nahm ich hin. Ich wollte das Beste für meine Firma und war bereit dafür Opfer zu bringen. Die Familie hatte sich irgendwann damit abgefunden.

Dass ich so manche Aufgabe, die ich selber bearbeitet habe, genauso gut an einen Mitarbeiter hätte abgeben können, kam mir damals nicht in den Sinn. Bevor ich anderen lange erklärte, was gemacht werden musste, konnte ich es doch viel besser – und schneller –  selber machen. Und überhaupt: Als Chef hatte ich den Überblick und wusste, was, wie laufen musste. Das war mein Denken, auch wenn ich das damals nicht zugegeben hätte.

Plötzlich „Zwangspause“

Dann kam der berühmte „Schuss vor den Bug“. Ich musste kurzfristig ins Krankenhaus, eine schwere Operation stand an. 6 Wochen war ich zwangsweise aus allem raus. Ich hatte Zeit zum Nachzudenken über Leben und Tod. Damals habe ich meinen christlichen Glauben wieder entdeckt. Das hatte unter anderem zur Folge, dass mir klar wurde, dass nicht alles so weitergehen konnte, wie bisher.

Zum Beispiel war von jetzt an „Delegieren“ angesagt! Stück für Stück habe ich gelernt, meinen Mitarbeitern zu vertrauen und ihnen guten Gewissens Aufgaben zu überlassen, ohne zu kontrollieren, ob alles genau so gemacht wurde, wie ich es gemacht hätte. Das war und ist auch gar nicht nötig, weil wir sowieso nur kompetente Leute im Team haben!

Neue Lebensqualität

Dieses „Abgeben-Können“ hat mir ganz viel Lebensqualität geschenkt! Heute kann ich meine Freizeit wirklich genießen. Denn ich brauche mir keine Gedanken um die Firma zu machen. Es läuft alles bestens, auch während meiner Abwesenheit!

Egal ob ein paar freie Stunden, Tage oder Urlaub: Für uns Unternehmer sind diese Auszeiten notwendig und wichtig, damit unser Leben im Gleichgewicht bleibt.

Mehr über diese sogenannte „Work-Life-Balance“ erzähle ich am 27.Oktober 2017 im Rahmen eines Männerabends in Dohna.  Um 19 Uhr beginnt die Veranstaltung „Wie bekomme ich ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben?     

 > Brennen ohne auszubrennen!“  im Schloßcafé  der Rehabilititations-und Begegnungsstätte Gut Gaming.

Einladung nach Dohna zum Männerabend

Karsten Schriever von der Männerarbeit der Ev.- lutherischen Landeskirche Sachsen hat mit seinem Team ein ansprechendes Programm vorbereitet. Am Anfang gibt es einen Imbiss, den musikalischen Rahmen gestaltet Dietrich Clauss (Selbstständiger IT-Berater/ Orgel-und Klavier-Spieler) .

Weitere Infos und Anmeldung per mail direkt bei Karsten Schriever ks@maennerarbeit-sachsen.de oder auf der Homepage: www.maennerarbeit-sachsen.de

Herzliche Einladung an alle Leser! Ich würde mich freuen, den ein oder anderen von Ihnen dort zu treffen!

 

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 19. September 2017

Pilotprojekt: Das Büro auf der Straße

Je weiter die betreuten Projekte im ganzen Bundesgebiet verstreut liegen, desto mehr Zeit verbringen Projektleiter auf deutschen Autobahnen. Bahn und Fluglinien erkannten daher schon früh die Notwendigkeit für rollende Arbeitsplätze. Ob so eine Lösung auch für Unternehmen möglich ist, die auf die Mobilität im eigenen Auto angewiesen sind, wollen wir in den kommenden Monaten mit einem Pilotprojekt klären.

Projektdetails

Rund zwei bis drei Tage die Woche ist Projektleiter Ingolf Stuber unterwegs zu Projekten in Süd- und Westdeutschland. Diese Zeit zählte bisher als verlorene Bürozeit und musste meist an Abenden und Wochenenden nachgearbeitet werden. Auf Empfehlung des mehrfach ausgezeichneten Autors und Vortragsredners Hermann Scherer testen wir die Möglichkeiten, die ein Fahrzeug mit Zulassung für Arbeiten während der Fahrt und entsprechendem Chauffeur besitzt.

Aus diesem Grund ist Ingolf Stuber seit dem 29.08.2017 in dem Testfahrzeug der Firma Gruma unterwegs, einem V-Klasse Kleinbus von Mercedes Benz. In ihm ist Arbeiten am Schreibtisch, am Laptop oder am Telefon möglich, ohne die Sicherheit im Straßenverkehr zu beeinträchtigen.

Evaluation ist das Ziel

Ziel des Pilotprojektes besteht in der Evaluation von drei bestimmenden Faktoren. Zum einen wollen wir sehen, wie der Mensch mit den veränderten Arbeitsbedingungen zurechtkommt. Kann sich Ingolf Stuber am rollenden Arbeitsplatz auf Projekte vorbereiten, Blogbeiträge für die Firmenseiten verfassen und Telefonate mit Kunden führen?

Und wie sehen die technischen Details aus? Steht ausreichend Platz zum Ausbreiten von Bauplänen und genügend Strom für Laptop und Handy zur Verfügung? Ist telefonische Büroarbeit in wechselnden Funkzellen eine vertretbare Alternative? Und kann der Laptop während der Fahrt eine sichere Verbindung zum Firmen-Server aufrecht halten?

Der wichtigste Aspekt stellt jedoch die Wirtschaftlichkeit dar, denn der Gewinn an Produktivität muss die Kosten für Fahrzeug und Chauffeur aufwiegen. Nur so rechnet sich die Umstellung auf ein rollendes Büro. Mit Spannung erwarten wir die Antworten auf all diese Fragen.

Ersteindruck

Der erste Eindruck, den Ingolf Stubers neuer Arbeitsplatz abgibt, hat sich bisher als sehr positiv herausgestellt. Besonderes Lob fand dabei das Fahrverhalten der Mercedes V-Klasse, so dass unser Projektleiter voller Zuversicht in die Zukunft sieht. Als nächster Test stehen vor allem technische Aspekte der IT-Infrastruktur an. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 

 

Allgemeine Themen / 12. September 2017

Buchvorstellung: “Finding God in Silicon Valley“ (Skip Vaccarello)

von Katharina Haas

Gott und das Silicon Valley – ein Widerspruch in sich? Diese Frage stellt der Autor Skip Vaccarello  von „Finding God in Silicon Valley – Spiritual Journeys in a High-Tech World“ (deutsch: „Gott finden im Silicon Valley – spirituelle Reisen in einer High-Tech- Welt“) an den Anfang seines rund 260 Seiten langen Bandes.  Und er zeigt mehr als einmal auf, dass im kalifornischen Santa Clara County mit den Städten Mountain View, Sunny Vale und Palo Alto, der Bay Area,  zwischen sich rasant entwickelnden Start –Ups und etablierten High-Tech-Firmen, zwischen Niederlage und schnellem Erfolg,  Gott nicht gerade im Mittelpunkt steht.  Dennoch, Er lässt sich finden von denen, die Ihn suchen und mancher scheint  in extremen Lebenssituationen über Ihn zu stolpern.

Persönliche Glaubensreise erfolgreicher Unternehmer

In diesem Buch geht es darum, wie Gott im Leben von Bewohnern des Silicon Valley wirkt, im Leben von Unternehmern, Geschäftsführern großer Firmen, Frontleuten in Non-Profit-Start-Ups, Wissenschaftlern und Ingenieuren.  In rund 30 nach Interviews entstandenen Portraits stellt Skip Caccarello sie und ihre persönliche Glaubensreise  vor,  unter Nennung des  vollständigen Namens und einem Bericht über die jeweilige berufliche Entwicklung. Darunter sind Persönlichkeiten wie Paul Ely, der ehemalige Vorstand und Aufsichtsratsmitglied von Hewlett Packard.

 

Eine spirituelle Wiederbelebung im Silicon Valley?

Warum ist es wichtig, die Geschichten dieser Menschen aufzuschreiben und zu veröffentlichen? Autor Skip Vaccarello, selbst erfolgreicher Geschäftsmann, gibt eine klare Antwort: So wie sich das Silicon Valley entwickele, werde sich die Welt entwickeln. Und er sieht Anzeichen dafür, dass sich das Silicon Valley in einem frühen Stadium einer spirituellen Wiederbelebung befindet. Zu den Anzeichen gehöre zum Beispiel  eine stetig wachsende Zahl an Gottesdienstbesuchern oder der Plan des VMware-CEOs Pat Gelsinger bis 2024 eintausend neue Kirchen in der Bay Area zu errichten.

Die verändernde Kraft Gottes zur Kenntnis nehmen

Der Autor unterteilt die Geschichten in vier Themenbereiche:  Glaube und Erfolg, dann Vernunft, Wissenschaft und Glaube, der dritte Teil ist überschrieben mit Kampf, Not und Glaube und schließlich Höhere Berufung.  Vaccarello schreibt: „Es ist meine Hoffnung, dass Sie, egal an welchem Punkt Ihrer spirituellen Reise Sie sich befinden, die verändernde Kraft Gottes zur Kenntnis nehmen, die in den verschiedenen Geschichten deutlich wird. Er zerstört unsere intellektuellen Annahmen,  er bietet eine neue Bedeutung für Erfolg an, er wandelt Tragödien in eine Segnung und gibt uns einen Sinn, ein Ziel und häufig eine neue Berufung.“

Bekehrung mit über 80 Jahren

Der erwähnte Paul Ely beispielsweise, der im ersten Teil des Buches vorgestellt wird, erkennt erst in hohem Alter in einem Traum. der sein Leben wie einen Film abspult, in überwältigender Dankbarkeit, dass während seines gesamten Lebens Gott über ihn gewacht hat.  Mit deutlich über 80 Jahren widmet er sich dem Bibelstudium und der Verbreitung des Glaubens.

Im zweiten Teil geht es um  Menschen,  für die Gottes- und Glaubensbeweise eine Rolle spielen. Darunter befinden sich Wissenschaftler und Ärzte, die sich intensiv mit Fragen der Vereinbarkeit von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Glauben auseinandergesetzt haben, wie beispielsweise der Urknall-Theorie mit der Schöpfungsgeschichte der Bibel.

Die biblischen Prinzipien im Geschäftsleben umsetzen

Michael Halloran, Gründer und Präsident von National Exchange Services, ist einer der Unternehmer, die im dritten Teil des Buches vorgestellt werden. Michael war gleichzeitig mit einem drohenden finanziellen Kollaps und schwerer Krankheit, einem Hirngewächs, konfrontiert. Mit größtem Vertrauen darauf, dass was auch immer passiere, Gott es zu einem guten Zweck wenden würde, überwand Michael beide Widrigkeiten.

Teil Vier des Buches erzählt unter anderem die Geschichte von Emily Liggett, CEO von Nova Torque, für die Glauben sowohl eine intellektuelle als auch eine emotionale Angelegenheit ist. Sie versucht, wie viele andere Interviewpartner von Skip Vaccarello auch,  in ihrem täglichen Leben die biblischen Prinzipien mit Leben zu erfüllen.  Für sie gehören dazu Integrität, Ehrlichkeit, Offenheit, Bescheidenheit und Fairness.

Ist Gott für die Erfolgreichen schwerer zu sehen?

Skip Vaccarello konzentriert sich auf die Geschichten der Erfolgreichen, derjenigen, die es geschafft haben, die fachlich und beruflich ihren außergewöhnlich guten Weg gemacht haben, die überdurchschnittlich verdienen, die mit den bekannten Statussymbolen ausgestattet sind. Was ist besonders an ihrer Glaubensreise? Der Autor zeigt auf, wie schwierig es gerade für sie ist, Gott nicht völlig zu ignorieren. Zum einen ist das erfolgreiche Silicon Valley eine säkulare Welt, christlicher Glaube gilt als anti-kulturell. Zum anderen sind die extremen auch zeitlichen Anforderungen an den Job und die Familie aufzehrend genug. Erfolg zudem blähe das Ego auf und stärke die Autarkie und nicht das Bedürfnis, sich auf Gott zu verlassen, schreibt Vaccarello.

Aus deutscher Sicht: ungewohnt offener Umgang mit Glaubensfragen

Ungewohnt für den deutschen Leser mag die große Offenheit sein, mit der die Frauen und Männer, deren Geschichte erzählt wird, mit dem – für uns eher persönlichen – Thema Glaube und Gott umgehen und mit welcher Eindeutigkeit Wendungen im Leben oder plötzliche Einsichten als Hilfe oder Fingerzeig Gottes erkannt werden.  Wir erfahren, dass es Gebetskreise mit Spitzen-Unternehmern gibt,  in denen gemeinsam für die persönlichen, beruflichen und auch finanziellen  Anliegen der Einzelnen gebetet wird. Das Verhältnis zwischen Glaube und Erfolg wird anders gesehen als bei uns, da gilt nicht die gewisse Skepsis den (Erfolg-) Reichen gegenüber, im Gegenteil, Erfolg und Reichtum werden als Geschenk und Anerkennung Gottes betrachtet.

Glauben als Verpflichtung

Geld, Können und Erfolg werden für die vorgestellten Glaubensreisenden zur Aufgabe und Verpflichtung anderen  gegenüber.