Alle Beiträge von Walter Stuber

Allgemeine Themen / 9. August 2022

Glücklich und dankbar

Rehabericht

Vier Wochen lang keine beruflichen Termine. Das war im Juli für mich angesagt. Zum ersten Mal nahm ich an einer Reha-Maßnahme teil, die speziell auf meine Erbkrankheit Hereditäre Spastische Paraplegie, HSP, abgestimmt war. Diese Erkrankung des Rückenmarks sorgt bei mir für Spastiken in den Beinen. Deshalb kann ich längere Strecken nur noch mit Gehstöcken bewältigen.

Durch eine Selbsthilfegruppe und die Tom-Wahlig-Stiftung bin ich auf die Klinik Hoher Meißner in Bad Sooden-Allendorf gestoßen, die sich u.a. auf HSP spezialisiert hat. Es war für mich eine ganz neue Erfahrung Menschen zu treffen, die mit ähnlichen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen haben wie ich.

Neue Sichtweise

Durch die Reha habe ich auch einen neuen Blick auf meine Erkrankung bekommen. Hier habe ich erfahren, dass die meisten HSP-Patienten zwanzig bis maximal dreißig Jahre nach der Diagnose im Rollstuhl sitzen. Ich kann ich immer noch laufen und dass 55 Jahre nachdem HSP diagnostiziert wurde. Das ist ein großes Geschenk. Ich kann mich wirklich glücklich schätzen!

Neben der Dankbarkeit kam auch Sorge und Angst in mir hoch. Die vielen Rollstuhlfahrer erinnerten mich daran, dass ich irgendwann auch so ein Gefährt brauchen werde. Denn die Erkrankung ist nicht zu stoppen. Aber ich kann dafür sorgen, dass sie langsamer fortschreitet. Deshalb waren die angebotene Krankengymnastik, das Schwimmen, die Fango Anwendungen und das Trainieren in der Sporthalle immens wichtig.

Transfer in den Alltag

Ich fühlte mich in der die Klinik Hoher Meißner   rundum bestens aufgehoben. Das Essen war prima, die Therapien waren gut organisiert und mit dem Ärzte-Team, besonders mit Dr. Carsten Schröter, war ich sehr zufrieden. Was bin ich dankbar, dass wir in Deutschland so ein gut funktionierendes Gesundheitssystem haben und es solche Reha-Maßnahmen gibt!

Jetzt muss ich die Anleitungen und Tipps, die ich in Bad Sooden-Allendorf bekommen habe, in den Alltag integrieren. Ich habe vorher schon einiges für meine Fitness getan. Durch die Reha habe ich gelernt, dass das nicht immer zielführend war. Was war ich immer stolz, wenn ich es geschafft hatte, weite Strecken zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren. Jetzt weiß ich, dass ein Überstrapazieren der Muskeln meine Beschwerden verstärkt. Es kommt, wie immer, auf das richtige Maß an! Nach vier Wochen in der Klinik Hoher Meißner steht für mich fest: Auch mit meiner körperlichen Behinderung durch die Erbkrankheit HSP, habe ich viele Gründe glücklich und dankbar zu sein!

Aus dem Gerüstbauer-Leben / 26. Juli 2022

Mein größter Fehler als Azubi und welche Auswirkungen das heute für mich als Unternehmer hat

Berufsausbildungsvertrag

Ich lerne noch! Ab dem 1. August kann man diese Schildchen wieder vermehrt beim Bäcker oder der Drogeriemarktkette entdecken. Dann startet das neue Ausbildungsjahr, nicht nur im Einzelhandel. Ob diese Information für die Kunden hilfreich ist oder die neuen Mitarbeiter dadurch eher gebrandmarkt werden, darüber kann man sicher diskutieren. Feststeht: Berufsanfänger können noch nicht alles wissen und deshalb dürfen sie auch mal Fehler machen.

Ich rede aus Erfahrung, die schon eine Weile her ist, aber die mich bis heute geprägt. Am 1. August sind es 45 Jahre her, dass ich meine Bürokaufmann-Ausbildung bei der Firma Layher www.layher.com begonnen habe. Ich erinnere mich noch ganz genau an meine erste Zeit bei Matthias Poslovski, dem Leiter der Abteilung Logistik /Transport. Damals hatte Layher noch eigene Sattelzüge für den Transport der Gerüste und Leitern zu den Kunden und den Niederlassungen. Dazu wurde Ware in Seecontainern zu Auslandskunden transportiert.

Eine scheinbar leichte Aufgabe

Als frischer Azubi hatte ich die Aufgabe bekommen, als Vorbereitung zur Verladung des Layher-Allround-Materials in die Seecontainer, die Gewichte der verschiedene Gerüstteile anhand der Preisliste zusammenzufassen. Mit dieser Auflistung wurde dann geplant, wie viel in einen Container gepackt werden konnte, ohne dass das zugelassene Gewicht überschritten wurde.

Aufgrund meiner Angaben beluden die Lagerarbeiter einen Seecontainer. Dann kam der LKW zum Abholen. Aber das Aufladen war nicht möglich. Für den LKW-Fahrer war sofort klar, dass der Container überladen war. Die Kontrolle auf der hauseigenen LKW-Waage zeigte schließlich das Doppelte des zugelassenen Gewichts an! Das war mein Fehler. Meine Gewichtangaben haben nicht gestimmt.

Fehler können passieren

Als das passierte, war ich gerade in der Berufsschule. Als ich später die schlechte Nachricht überbracht bekam, hatte ich fürchterliche Angst, dass damit meine Ausbildung beendet war. Aber nein. Mein damaliger Vorgesetzter Matthias Poslovski hat kein Aufsehen darum gemacht. Er gab mir noch eine Chance. Nicht nur dieses Erlebnis hat meine Ausbildung bei Layher zu einer besonderen Zeit für mich gemacht. Ich habe hier viel mehr gelernt als Grundlagen für Bürotätigkeit und welche Produkte die Firma vertreibt.

Was ich damals als Azubi erlebt habe, prägt mich bis heute im Umgang mit unseren Berufsanfängern. Ich weiß genau, wie sich ein Auszubildender fühlt, wenn ein Fehler passiert und wie wohltuend es ist, wenn der Ausbilder dann nicht darauf rumreitet, sondern in einer guten Art und Weise korrigiert oder auch mal beide Augen zudrückt. Vielleicht hat mein eigenes Erleben auch dafür gesorgt, dass unsere Gemeinhardt Service GmbH großen Wert legt auf gute und umfassende Ausbildung https://www.profi-geruestbauer-werden.de/   und dass die jungen Leute in einem Klima der Wertschätzung Fehler machen dürfen.

  •  Wie gehen Sie als Chef oder Chefin mit Fehler Ihrer Auszubildenden um? Gelingt es Ihnen sie zu verzeihen oder sind Sie nachtragend?
  • Wenn Sie in der Ausbildung sind: Haben Sie sich schon mal bei Ihrem Arbeitgeber bedankt, wenn Ihnen Fehler passieren dürfen?

Allgemeine Themen / 12. Juli 2022

Behindert ist nicht gleich behindert?

Walter Stuber auf einem Behinderten Parkplatz

„Das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.“ Diesen Rat gab der römische Dichters Horaz schon vor mehr als 2000 Jahren. Nach diesem Prinzip arbeite ich heute noch gerne, wie jetzt Ende Mai.  Am 29. hatte ich ein Arbeitsessen in Köln geplant. Zwei Tage später, am 31. Mai, waren mein Kompagnon Dirk Eckart und ich mit unseren Frauen ebenfalls in Köln zur Verleihung des Deutschen Baupreises 2022.

Den Tag zwischen den dienstlichen Terminen wollten meine Frau Burgunda und ich für eine Fahrradtour entlang des Rheins nach Bonn nutzen. Es war uns zu stressig im Berufsverkehr vom Hotel aus zu starten, deshalb wählten wir einen Park & Ride Parkplatz als Ausgangspunkt. Laut Information im Internet sollte der noch genügend Parkkapazitäten bereithalten. Als wir um 9 Uhr dort ankamen, wurden wir eines Besseren belehrt. Der Parkplatz war übervoll! Nach der zweiten Runde auf der Suche nach einer Parklücke, haben wir uns entschlossen, den letzten freien Behindertenparkplatz anzusteuern.

Kein Anrecht auf Parkausweis

Ich weiß, dass man hier nur parken darf, wenn man einen blauen Behindertenparkausweis besitzt. Den habe ich nicht, trotz meiner starken Gehbehinderung durch die Erbkrankheit HSP. Weitere Strecken zu Fuß schaffe ich nicht ohne meine Gehhilfen. Dass ich noch nicht im Rollstuhl sitze, habe ich meinem eisernen Willen zu verdanken. In meinem Behindertenausweis wird eine 90 prozentige Behinderung bescheinigt, mit dem Kennzeichen G.

Aber das interessiert die zuständige Behörde in Mittelsachsen, die für die Vergabe der Ausweise zuständig ist, leider überhaupt nicht. Auf mehrmaliges Nachfragen bekam ich hier immer die Antwort, dass ich, solange ich nicht im Rollstuhl sitzen würde, kein Anrecht auf die blaue Karte hätte. Mir kommt es so vor, dass behindert nicht gleich behindert ist.

Geltendes Recht und gefühltes Unrecht

Deshalb wollte ich es hier in Köln mal draufankommen lassen und legte meinen rotgrünen Behindertenausweis auf das Armaturenbrett. Gut sichtbar die 90 % Behinderung und das G, in der Hoffnung, dass die Kontrolleure gnädig sein würden. Als wir von unserer Fahrradtour zurückkamen, klemmte eine Verwarnung unter dem Scheibenwischer. Ich war erleichtert. Damit konnte ich leben. Aber zu früh gefreut. Zwei Wochen später kam der Bußgeldbescheid in Höhe von 55 Euro.
Ordnungswidrigkeitenanzeige
Das ärgerte mich total. Mit dem Geld hätte ich wirklich etwas Sinnvolleres machen können. Ich hätte doch besser nach einem anderen Parkplatz gesucht. Ich wusste doch genau, dass laut geltendem Recht, nur Fahrzeuge mit dem blauen Ausweis diesem Platz stehen dürfen. Den habe ich aus den genannten Gründen bisher nicht in Mittelsachsen genehmigt bekommen. Das finde ich wirklich ungerecht! Was Recht nach dem Gesetz ist, kann trotzdem persönlich als Unrecht empfunden werden. Vielleicht ändert sich die Sicht des Amtes ja doch irgendwann nochmal und ich bekomme den blauen Parkausweis. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

Wenn Sie auch schon erlebt haben, dass geltendes Recht für einen selber eher Unrecht ist, dann schreiben Sie einen Kommentar oder schicken Sie mir eine Mail.

Ganz Privat / 28. Juni 2022

Freundschaft will gepflegt werden

Von Walter Stuber

„Der erste Eindruck zählt.“ Ein altes deutsches Sprichwort. Ich habe gelernt, dass ich mit dem ersten Bild, das ich mir von jemanden mache, auch ganz schön daneben liegen kann. Wie im vergangenen Oktober. Ich war zusammen mit meiner Frau Burgunda unterwegs auf der Donau mit der MS Adora. Beim ersten Abendessen bekamen wir einen Tisch zugewiesen, an dem ein weiteres Ehepaar saß. Es war klar: Für die nächsten Tage würden wir uns regelmäßig sehen.

Ich hatte deshalb eine angeregte Unterhaltung erwartet. Aber nichts dergleichen.  „Das wird was werden!“, dachte ich und sagte es später auch zu meiner Frau in der Kabine. Es dauerte zwei Tage, dann tauten unsere Tischnachbarn doch noch auf. Wir sprachen, lachten miteinander und stellten fest, dass wir auf einer Wellenlänge waren. Als die Reise zu Ende war, waren aus Tischnachbarn Freunde geworden. Meine Frau und ich versprachen, dass wir Franzl und Erna in ihrer Pension in Kirchberg vorm Wald besuchen würden. Wie gut, dass ich es nicht beim ersten Eindruck belassen habe!

Franzl & Erna

Unser Besuch bei den neuen Freunden

Zu Ostern war es so weit. Wir hatten schon Wochen im Voraus im Gasthof und Pension Kirchenwirt Zacher  ein Zimmer gebucht. Ganz offiziell, ohne unseren Freunden vorher Bescheid zu geben. Wir wollten sie überraschen. Das hat nicht ganz geklappt. Ein paar Tage vor unserer Anreise hat Franzl unsere Namen auf der Gästeliste entdeckt. Das änderte nicht daran, dass die Freude über unser Kommen groß war.

Wir erlebten wunderschöne Tage im Bayerischen Wald. Von der Pension aus konnten wir tolle Ausflüge machen, z.B. in die Western Stadt Pullmann city, ins Musemsdorf , den Garten der Sinne und nach Saußbachklamm. Die Region hat wirklich viel zu bieten.

Wir kommen wieder

Franzl und seine Familie haben mit ihrem Gasthaus und Pension ein Urlaubsparadies geschaffen. Das gute Essen und die Fürsorge um ihre Gäste sind wirklich ausgezeichnet. Für Familien gibt es etwas ganz Besonderes: Einen Vierseit-Kinderbauernhof.

Nachdem wir den besichtigt hatten, war für uns klar, dass wir im nächsten Jahr mit unserer ganzen Familie hierherkommen werden. Darauf freue ich mich schon jetzt. Denn das bedeutet, auch dass wir unsere Freunde Franzl und Erna wiedersehen werden.

Zauber und Arbeit zugleich

“Freundschaft verzaubert, sie macht gute Zeiten noch besser und lässt uns die schlechten vergessen.Dieser Satz stammt von der irischen Schriftstellerin Maeve Binchy . Das haben wir erlebt. Freundschaft will gepflegt werden, sich auszutauschen und Zeit miteinander zu verbringen, gehört dazu. Das ist im Alltag nicht immer einfach.

Was sind Ihre Freundschafts-Pflege-Tipps?

Ich freue mich auf Ihren Kommentar unter dem Blog oder Ihre Mail.

Allgemeine Themen / 14. Juni 2022

Die Essenz der Heldenreise Leben

Carina El-Nomany

Gastartikel von Carina El-Nomany

» Wir sind nicht auf der Welt, um möglichst ohne größere Vorkommnisse durch das Leben zu gehen, sondern Erfahrungen zu machen, die unsere Seele wachsen und reifen lassen. «

Alberto Villoldo

Das Leben als eine Heldenreise zu betrachten, ist eine Sichtweise, mit der wir Menschen uns grundsätzlich gut fühlen, weil sie unserem Leben auch dann Bedeutung gibt, wenn vermeintlich „nicht viel los ist”.

Einige von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser1, unternehmen möglicherweise größte Anstrengungen, damit Ihr Leben eben ohne größere Vorkommnisse geschieht. Auch das genaue Gegenteil kann der Fall sein: Wir tun viel, damit wir uns und unserem Leben doch etwas Bedeutung geben.

Diejenigen unter Ihnen, die schon ein Stück Leben hinter sich haben, wissen, dass es unmöglich ist, den „Vorkommnissen” aus dem Weg zu gehen, und dass selbst das vermeintliche „Nichtgeschehen” Leben ist, mit dem Freude oder Schmerz verbunden sein kann.

Dieser Artikel richtet sich deshalb vorwiegend an Menschen, die persönlich auf der Suche nach wirkungsvollen Instrumenten zur Entwicklung und Heilung sind.

Ich arbeite in diesem Artikel mit der These, dass jedes Leben heldenhaft ist, auch wenn es manchmal auf den ersten Blick nicht so erscheint.

Jedes Leben ist heldenhaft.”

Dass die Sicht auf das Leben als Heldenreise eine sehr heilsame sein kann, das haben schon große Denker wie Joseph Campbell, Carl Gustav Jung und später Stephen Gilligan und Robert Dilts ebenso wie Paul Rebillot, Melissa Kay und Franz Mittermair festgestellt.

Bereits Campbell machte in seinem Buch „Der Heros in tausend Gestalten” deutlich, dass Menschen die Heldengeschichten in Mythen und Religionen immer schon brauchten, um Heilung zu erreichen, sei es individuell oder auch kollektiv, weil diese „nicht vom Gehirn entworfen, sondern vom Herzen erfahren werden”.

Ausgehend von diesem Gedanken haben insbesondere Gilligan und Dilts sowie Rebillot therapeutische Instrumente entwickelt, die analog den von Campbell aus Mythen und Religionsgeschichten herausgefilterten Mustern den Stationen einer Heldenreise entsprechen – vom „Ruf in das Abenteuer” bis zur späteren „Integration“ des Erlebten in das eigene Leben.

Ich selbst habe die Perspektive der Heldenreise erstmalig im Rahmen meiner schamanischen Ausbildung in der Lichtkörperschule von Alberto Villoldo kennengelernt. Die damalige Erfahrung war für mich persönlich so nachhaltig und heilsam, dass ich einen Weg gesucht habe, diesen doch eher spirituellen oder therapeutischen Ansatz in meine Arbeit als Business-Coach zu integrieren. Ich wollte möglichst einen ebenso intensiven Heileffekt erreichen und gleichzeitig meinen Coachees, die überwiegend aus dem Management kommen, eine Brücke bauen, über die sie leichter gehen können.

Ich betrachte das Leben jedes meiner Coachees als Heldenreise und berge mit ihm oder ihr die Essenz seiner bzw. ihrer Heldenreise Leben. Die Essenz, das sind die Geschenke des Lebens, die Lernerfahrungen, Prägungen, Verletzungen und die sich daraus ergebende, logische Bestimmung für den weiteren Weg.

Die Lebensgeschichte und die Essenz der Heldenreise Leben sind zwei unterschiedliche Dinge. Die Essenz ergibt sich aus der Lebensgeschichte und beschreibt die Transformation, die bereits dadurch erfolgt ist, dass der Mensch seine Erfahrungen gemacht hat.

Die Essenz der Heldenreise des Lebens ist damit ein Instrument zur Heilung seelischer Wunden – in der Selbstheilung, in einer Gruppe oder in Einzelarbeit mit einem Coach.

Die Essenz wirkt wie eine ganz individuelle Medizin.
Die regelmäßige Einnahme hilft, alte Wunden zu heilen!

Meine Erfahrung nach nun zehn Jahren Arbeit mit diesem Instrument zeigt, dass die Essenz wie eine ganz individuelle Medizin für den Klienten wirkt. Die Einnahme – das regelmäßige Lesen, Hören und Fühlen der eigenen Essenz – hilft, alte Wunden zu heilen und aus leidvollen Erfahrungen Ressourcen zu generieren. Sie hilft zu verstehen, warum und wozu möglicherweise etwas geschehen ist, und zeigt das wahrhaft Heldenhafte, manchmal das reine „Überleben“. Dies erfüllt den Empfänger mit Demut und Achtung vor dem Leben und seiner Selbst. Das ist ein kraftvoller Zustand!

Die Essenz der Heldenreise als Entwicklungsinstrument bietet die Möglichkeit, eine neue Perspektive auf das eigene Leben zu erhalten. Den größten Heileffekt hat die Helden-Perspektive sicher, wenn das eigene Leben bisher als Opfergeschichte betrachtet wurde und nun eine völlig neue Deutung erfolgt. Die möglichen Effekte sind so groß und der Aufwand ist dagegen so überschaubar (4 bis 7 Stunden), dass ich es von Herzen Wert fand, dieses Instrument mit Vielen zu teilen, damit Sie diese Arbeit mit sich selbst ebenso machen können, wie mit ihren Klienten.

Kernanliegen der Essenz der Heldenreise Leben

» Die „Lebensessenz“ der wichtigsten Erfahrungen wie einen Schatz zu heben, zu würdigen und daraufhin zu betrachten, welche Bestimmung sich aus diesem Potenzial und den „Geschenken“ des Lebens ergibt

» Tiefgehende Veränderung, Heilung und Ausrichtung in kurzer Zeit zu erlangen

Was Sie dafür brauchen?

Etwas Ruhe und Zeit (mindestens einen halben Tag – eher einen ganzen)

Neugier und die Bereitschaft, einmal anders auf Ihr Leben zu schauen und sich auf ungewöhnliche Fragen und Vorstellungen einzulassen

Vertrauen in Ihre Intuition

Mut zu fühlen

Ein schönes Notizbuch und einen Stift und/oder bunte Stifte und ein Zeichenblatt

Eine brennende Kerze (nur im Haus)

Ich gehe davon aus, dass Sie, liebe Leserin und lieber Leser, sowieso eher zu denen gehören, für die Selbstreflexion kein Fremdwort ist, und dass Sie darin geübt sind, sonst hätten Sie sich wohl kaum dafür entschieden, bis hierin zu lesen.

Wählen Sie für den Rückblick auf Ihr Leben ein ruhiges Plätzchen im Haus und zünden Sie eine Kerze an. Oder gehen Sie in die Natur. Wichtig ist, dass Sie an dem gewählten Ort nach Möglichkeit für einige Stunden ungestört bleiben können.

Zunächst geht es darum, Ihr Leben von Anfang an anzuschauen. Lassen Sie sich dabei von der unten formulierten Thesen und den daran anschließenden Fragen leiten.

Schreiben Sie das Wesentliche auf, ohne dass es gleich ein Roman werden muss.
Stellen Sie sich vor, Sie hätten mit Ihren Eltern schon vor Ihrer Geburt ein Seelenmeeting gehabt und sie hätten sich bei Ihnen beworben,
Ihre Eltern werden zu dürfen.

Was haben Ihnen Ihre Eltern versprochen? Welchen Beitrag zu Ihrer persönlichen Seelenentwicklung wollten Ihre Eltern leisten. Und bitte – entscheidend ist, dass sie für einen Moment die Perspektive einnehmen, als hätten Sie Ihre Eltern genau deshalb gewählt.

Zusammenfassender Überblick: Fragen zu Ihrer Heldenreise Leben

(Mit den fettgedruckten Zeilen auch als Meditation geeignet)

Suchen Sie sich einen ruhigen Platz, zünden Sie eine Kerze an, schließen Sie die Augen und atmen tief durch. Ein – aus – ein – aus – ein – aus. Mit jedem Einatmen atmen Sie das Leben ein, mit allem Ausatmen geht alles, was verbraucht und vergangen ist.

Spüren Sie Ihre Füße, fest auf dem Boden, mit der Erde verbunden, die Sie nährt und trägt.

Spüren Sie Ihre Beine, Ihren Po, Bauch, Brust, Ihre Arme, Nacken und Kopf.

Mit jedem Ausatmen entspannen Sie sich tiefer an Ihrem Platz.

Nun möchte ich Sie bitten, für einen Augenblick Ihre ganze Aufmerksamkeit und Freundlichkeit Ihrem Herzensraum zu widmen, dem Raum in der Mitte Ihrer Brust. Atmen Sie hier hinein dreimal. Ein – aus – ein – aus – ein – aus. Spüren Sie, wie mit jedem Atemzug Ihr Herzensraum weiter wird. Er wird sehr weit, bereit für den Blick auf Ihre Heldenreise Leben.


Ich möchte Sie nun einladen, sich auf Ihre Lebenswurzeln, Ihren Ruf ins Abenteuer zu besinnen. Gerade wenn der Eintritt in Ihre Heldenreise Leben möglicherweise „nicht so einfach war“, möchte ich Sie ermuntern, genau hinzuschauen und zunächst einmal alles zu benennen. Lassen Sie sich möglicherweise davon überraschen, wenn Sie sich Ihre Lebensgeschichte heute etwas anders erzählen, als vielleicht einige Male zuvor.

Wir betrachten als den Ruf ins Abenteuer den Moment, als Ihre Eltern Sie empfangen haben.

Was wissen Sie darüber? Was vermuten Sie, wie es war, als Ihre Eltern zusammenkamen, um Sie zu empfangen? War es lustvoll, freudig, hingebungsvoll, liebend, zärtlich, brutal, banal, …?

Lassen Sie sich einen Moment Zeit, um nachzuforschen, zu spüren.

Vertrauen Sie Ihren ersten Impulsen.

Nochmal: Es geht nicht darum, dass es genauso war, sondern darum, was in Ihrem Unbewussten dazu zu finden ist, denn das ist, was Ihr Leben prägt.

Wie haben Ihre Eltern Sie empfangen?


Stellen Sie sich vor, Sie hätten mit Ihren Eltern schon vor Ihrer Geburt ein Seelenmeeting gehabt und sie hätten sich bei Ihnen beworben, Ihre Eltern werden zu dürfen.

Sie hätten Ihre Eltern danach gefragt, welchen Beitrag sie leisten würden, um Ihre Seele zum Wachsen zu bringen, vor welche Herausforderungen sie Sie stellen würden und welche Bedeutung Sie für Ihre Eltern hätten. Und stellen Sie sich weiter vor, nachdem Sie sich für sie entschieden haben, hätten Sie sich gegenseitig etwas versprochen.

Und auf dieser Ebene, da wo eine Begegnung der Seelen stattfindet, gibt es nur Liebe. Alles wird aus Liebe vereinbart!“

Wem es schwerfällt, dieser Betrachtung zu folgen, dem empfehle ich vorab die Geschichte von Neal Donald Walsh: “Die kleine Seele spricht mit Gott” zu lesen.


Welche Antworten kommen Ihnen in den Sinn, wenn Sie in sich hineinhorchen und sich vorstellen, Sie hätten schon vor Ihrer Geburt eine Verabredung mit Ihren Eltern gehabt?


Es geht nicht darum, ob es wahr ist oder nicht, es geht darum, was Ihre innere Stimme intuitiv dazu sagt, es geht um Ihr inneres Wissen, darum, was gewesen wäre wenn … natürlich rückblickend, vor dem Hintergrund dessen, was Sie mit Ihren Eltern erlebt haben.


Lassen Sie sich jetzt für einen Moment auf die folgende Vorstellung ein, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie sich nur für einen Augenblick auf den Gedanken einlassen, dass alles aus Liebe geschehen wäre …

Fühlen Sie, was Ihnen Ihre innere Stimme dazu sagt. Fühlen ist bereits ein wesentlicher Heilungsaspekt. Sollten Sie kühl, distanziert und nüchtern sein, dann nehmen Sie auch das nur wahr. Es gibt kein richtiges oder falsches Gefühl. Und Kühle, Distanz und Nüchternheit können ein guter Schutz sein. Ich weiß, wovon ich da spreche.

Für diejenigen unter Ihnen, für die das wie ein völlige Zumutung wirkt: Machen Sie hier eine kurze Pause und setzen Sie einfach mit der nächsten Frage fort. Es kann durchaus sein, dass die Zeit für diese Perspektive noch nicht reif ist, und dann ist das völlig in Ordnung.


Von diesem vorgeburtlichen Bild gehen wir weiter in Ihren Eintritt in das Leben. Die Schwangerschaft! Wie war Ihre Mutter schwanger mit Ihnen? Mit welchen Gedanken und Gefühlen hat sie Sie getragen? Mit welchen Gedanken und Gefühlen hat Ihr Vater Sie erwartet? Was hat das möglicherweise mit Ihnen gemacht, wie hat es Sie auf das Leben eingestimmt?


Waren schon Geschwister da? Wie „empfangsbereit“ waren diese für Sie? Mit welchen Gefühlen wurden Sie für dieses Leben erwartet? Und wenn Sie zu diesem Zeitpunkt schon bewusst hätten denken können, welche Ansage hätten Sie dem Leben, dem Ruf in das Abenteuer gemacht?


Wie war Ihre Geburt? Was wissen Sie darüber? Haben Sie sich leicht oder schwer getan ins Leben zu kommen, mussten Sie kämpfen? Gab es Komplikationen oder Besonderheiten?


Nachdem Sie nun dem Ruf des Lebens gefolgt sind, wie war das zu Anfang? Wer waren Ihre ersten Beschützer und Begleiter? Was waren Ihre ersten Schwellen und Kämpfe? Wer war möglicherweise nicht da, wer oder was hat gefehlt?


Wer waren weitere wichtige Reisegefährten und Beschützer in Ihrem Leben? Welche Schwellen mussten Sie überschreiten? Welche Kämpfe haben Sie gekämpft und welche Siege und Niederlagen davongetragen? Wer oder was sind die Drachen und Dämonen in Ihrem Leben?


Was waren für Sie wichtige Initiationen, Schwellen und Ereignisse in Ihrem Leben, nach denen es keine „Umkehr“ mehr gab?

Lassen Sie sich Zeit.


Atmen Sie nun wieder tief ein – aus – ein – aus – ein – aus. Mit jedem Einatmen atmen Sie das Leben ein, mit allem Ausatmen geht alles, was verbraucht und vergangen ist.

Kommen Sie nun in Ihrem eigenen Tempo ausgeruht und erfrischt hierher wieder zurück, spüren Sie die Füße auf dem Boden und dass Sie fest getragen sind.

Nehmen Sie nun Ihr Notizbuch zur Hand und schreiben Sie alles auf, was Sie gesehen, gehört und gefühlt haben. Sie beginnen mit dem „Seelenmeeting“ und Ihrem Ruf ins Abenteuer Leben.

Lassen Sie sich Zeit, schreiben Sie spontan und möglichst ohne Pause.

Wer mehr erfahren möchte empfehle ich das Buch „Die Essenz der Heldenreise Leben“ von Carina El-Nomany

Das nächste online Seminar für eine tiefe Transformation zur eigenen Heldenreise durch das Leben, findet vom 29. bis Juni bis 5 Juli statt. Weitere Informationen und Buchung hier:
www.indigenes -coaching.de

Carina El-Nomany

Über Carina El-Nomany

Carina El-Nomany ist Jg. 1966 und seit über 30 Jahren Change Management Beraterin und Trainerin für Führungskräfte und Coach.

2010 erhielt sie den Ruf zur Schamanin. Ihr initiatrischer Weg führte sie nach Utah (USA), Schweden, Deutschland und Peru. Lehrer wie Alberto Villoldo, Ralf Metzner, Brigitte Bilek, Kerstin Schmidt, Michael Hemme, Annette Lachmann, Juan Alvarez und Don Fransesco u.a. haben ihren Weg begleitet und geprägt.

Sie ist zudem Mutter von drei Söhnen und Autorin des Buches „Die Essenz der Heldenreise Leben“. Sie hat die Heldenessenz als Instrument zur Entwicklung von Persönlichkeit und Heilung entwickelt und über Jahre erprobt. Sie verbindet klassische Coachingansätze wie Neurolinguistisches Programmieren, professionelles Businesscoaching und Systemisches sowie sehr klassische Beratungsansätze mit schamanisch-rituellen Elementen. www.indigenes-coaching.de

Sie ist auch Geschäftsführerin Training und Coaching der Carina und Farid El-Nomany GbR Link zu www.elccon.com und führt gemeinsam mit ihrem Mann Farid seit Jahren erfolgreich das Beratungsunternehmen elccon

Ihre Überzeugung ist: “Wir sind nicht hier, um möglichst ohne große Vorkommnisse gemütlich durch das Leben zu kommen. Das Leben ist eine Heldenreise, die es zu meistern gilt, um an den Herausforderungen zu lernen und zu wachsen! Ich arbeite mit Feder und Flipchart und gehe als Business-Schamanin meinen eigenen Weg, der beide Welten verbindet. Das ist Teil meiner Heldenreise!”

1 Im gesamten Text sind selbstverständlich immer Frauen und Männer gleichermaßen in der Anrede gemeint. Der Einfachheit halber, verwende ich im Verlauf nur jeweils eine Anrede