Allgemeine Themen

Allgemeine Themen / 29. November 2017

4 Tipps zum Umgang mit harter Kritik

Vom Choleriker zum Mutmacher

„Sie sind entlassen!“ Noch vor ein paar Jahren kam mir dieser Satz schnell über die Lippen!  Manchmal reichte es, dass ein Mitarbeiter und ich unterschiedlicher Meinung waren. Überhaupt: Kritik an mir und meiner Arbeit war überhaupt nicht erwünscht. Wenn es jemand wagte mich zu kritisieren, konnte ich sehr laut und  sauer werden. Meine Ideen mussten sofort umgesetzt werden und  bitte genauso wie ich es wollte. Kurzum: Als Chef war ich ein Tyrann!

Gott sei Dank gehört das der Vergangenheit an. Heute ist es mir wichtig für unsere Mitarbeiter, Kunden und im privaten Bereich ein Ermutiger zu sein. Der Weg hierher war voller dramatischer Ereignisse: ein tödlicher Arbeitsunfall;  ein Kalkulationsfehler mit schweren Folgen und eine Erkrankung, die eine schwere Operation zur Folge hatte, deren Ausgang ungewiss war. Die Ärzte bereiteten mich darauf vor, dass ich danach im Rollstuhl sitzen würde.

Auszeit bringt Einsicht

Die ungewollte Auszeit im Krankenhaus war der Anfang meiner Veränderung. Mir wurde klar, wie einsam ich war, dass ich vieles nicht geregelt hatte. Was würde nach dem Tod kommen? Diese Frage beschäftigte mich stark. Damals entdeckte ich meinen christlichen Glauben wieder, der mir neue Perspektiven für Tod und Leben bescherte. Auch in Bezug auf den wertschätzenden Umgang mit meiner Familie, Freunden, Mitarbeitern und Kunden.

Meine Einstellung zu meinem „Chefsein“ hat sich komplett verändert. Jetzt bin ich dankbar, dass ich Aufgaben abgeben kann,  nicht mehr ständig alles und jeden kontrollieren muss. Dadurch bin ich viel entspannter. Das bestätigen meine langjährigen Mitarbeiter. Sie brauchen keine Angst mehr haben vor dem cholerischen Chef und arbeiten gern in unserem Unternehmen.

Andere Einschätzungen  zulassen und ernst nehmen

An die „alten Zeiten“ wurde ich erinnert, als ich diesen Aufruf zur „Blogparade“ las: http://www.unternehmercoach.com/blog/einladung-zur-blogparade-2017 . Im Mittelpunkt sollen Blog-Beiträge stehen rund um die Frage, wie man als Unternehmer und Selbständiger auf harte Kritik reagiert.

Früher habe ich Kritisches zu meinen Ideen und Ansichten nicht geduldet. Und heute?

Ich gebe es zu: Kritik höre ich nach wie vor nicht gerne. Wenn ich Entscheidungen treffe, habe ich mir viele Gedanken gemacht und bin absolut davon überzeugt, das Richtige zu tun. Wenn das jemand nicht nachvollziehen kann oder einen ganz anderen Standpunkt hat als ich, gefällt mir das zunächst überhaupt nicht.

In den meisten Fällen schaffe ich trotzdem nicht mehr impulsiv und knallhart darauf zu reagieren. Ich lasse das Gehörte erstmal auf mich wirken und schlafe am besten eine Nacht darüber.

Nicht spontan reagieren

Am nächsten Tag kann ich alles viel besser, nüchterner beurteilen.

Dann entscheide ich, ob ich die Kritik annehme und daraus konstruktives Neues entsteht oder ob alles so bleibt, wie ich es geplant habe. Ich musste mich von dem Gedanken freimachen, dass Kritiker mich auf jeden Fall ärgern, verunsichern oder mir gar schaden wollen. Bei manchem mag das so sein. Die meisten meinen es gut und wollen die Firma weiterbringen mit ihren Anmerkungen.

Es klappt aber nicht immer mit der Besonnenheit: Je nach (Streß-)Situation kommt hin und wieder mein altes Naturell durch und ich lasse ein paar unangemessene Worte los oder ich reagiere falsch auf die Einschätzung meines Gesprächspartners, die konträr zu meiner ist. Meist wird mir das im Nachhinein bewusst. Dann lasse ich es auf jeden Fall nicht so stehen. Ich habe gelernt mich bei meinem Gegenüber zu entschuldigen! Die Reaktionen darauf waren in den meisten Fällen sehr positiv und eine gute Zusammenarbeit war wieder möglich.

Meine Empfehlungen für den Alltag:

  • Bleiben Sie gelassen, „verdauen“ Sie das, was gesagt wurde und erbitten Sie sich Zeit, um zu prüfen, was an der Bewertung dran ist und wie Sie damit umgehen wollen.
  • Kritik tut weh – ist aber nicht in jedem Fall zu Ihrem Schaden! Manchmal ist es hilfreich auf andere Sichtweisen hingewiesen zu werden.
  • Nehmen Sie nicht alles persönlich!  Bewahren Sie sich eine „professionelle Distanz“.
  • Wenn Sie impulsiv reagieren und dabei verletzende Worte wählen, dann entschuldigen Sie sich dafür. „Entschuldigung“ ist kein Zeichen von Schwäche, sondern der Aufrichtigkeit, die wiederum ist Grundlage für ein gutes Miteinander.

Allgemeine Themen / 14. November 2017

Goldsucher, Gläubige und „Germans“

Mein besonderer Sonntagsmorgen in San Francisco

Meine erste Informationsquelle, wenn ich mich auf den Aufenthalt in fremden Städten oder Ländern vorbereite ist das Internet und die Suchmaschine „Google“. Die habe ich auch im Vorfeld unserer Reise nach Kalifornien/ USA bemüht. Allerdings bekam ich diesmal die wertvollsten Tipps nicht hier, sondern über unterschiedliche Facebook-Gruppen unter dem Stichwort: „German in San Francisco“. Davon gibt es erstaunlicherweise mindestens zehn!

Sonntags wollte ich gerne eine Kirche besuchen, deshalb stellte ich die Frage nach einem deutschsprachigen Gottesdienst in eine der Gruppen ein. Zugegeben: Ich hatte nicht viel Hoffnung auf eine positive Antwort. Umso erstaunter war ich, als  innerhalb kürzester Zeit die Nachricht ankam, dass Pfarrerin Kerstin Weidmann http://evangelisch-sfbayarea.org/Weidmann.php sonntags um 11 Uhr in der St. Matthäuskirche in der Nähe der Dolores Street auf Deutsch predigen würde.

Eine ungewöhnliche Kirche

Am Sonntag, dem 24.Sepetember 2017 bestellten meine Frau und ich uns einen Wagen über www.uber.com  und ließen uns zu dieser Kirche an der 16.Straße fahren. Gegen das gegenüberliegende, gewaltige weiße Bauwerk der San Francisco Mission wirkte die St. Matthews Lutheran Church eher schlicht. Die Holzkirche schien uns auf den ersten Blick etwas in die Jahre gekommen zu sein.

Beim Eintreten waren wir überrascht: Da standen Tische und Stühle. Es sah alles gar nicht nach Kirche aus, eher wie ein Gemeinderaum.  Wir dachten schon, wir seien falsch. Da entdeckten wir, dass der eigentliche Kirchenraum sich im ersten Stock befand.

Ein Ort mit Tradition

Hier oben fielen uns sofort die farbigen Bleiglasfenster auf. Wie wir später erfuhren, waren die zur Einweihung vor fast 110 Jahren gestiftet worden und aus Deutschland hierher verschifft worden. Die Fenster gaben dem Raum eine besondere Atmosphäre: hell, freundlich und friedlich!

Ein Kirchenchor und  Orgelklänge bereicherten den Gottesdienst musikalisch. Die rund 40 Besucher hörten aufmerksam zu,  als Pfarrerin Kerstin Weidmann in der Predigt von ihrer Deutschland-Reise auf den Spuren von Martin Luther berichtete. Sie spannte im 500. Jubiläumsjahr der Reformation (www.luther2017.de) einen schöner Bogen von Deutschland  nach Kalifornien, in die lutherische Gemeinde!

Ein Stück alte Heimat

Im Anschluss an den Gottesdienst wurden alle eingeladen bei Kaffee und Kuchen zusammenzubleiben. Dieses Angebot nahmen wir gerne an. Es ergaben sich interessante, lehrreiche Gespräche. Unter anderem haben wir etwas über die Geschichte dieser schönen Kirche mitten in San Francisco erfahren, die ihre Existenz den vielen deutschen Auswanderern verdankt, die im 19.Jahrhundert aufgrund des Goldrausches hier kamen und ihr Glück gesucht habe.

Heute gibt es hier in direkter Nachbarschaft zur Kirche nur noch wenige Deutsche. Das Gotteshaus ist trotzdem für viele ein Ort mit Tradition auf das sie nicht verzichten möchten. Gerade für die Älteren bedeutet es ein Stück alte Heimat.

Mein Fazit: Der Besuch in St. Matthäus war für mich in jeder Hinsicht eine große Bereicherung!

Eine anschauliche Reportage des Deutschlandfunk Kultur über deutschsprachige Gemeinde in San Francisco finden Sie hier: http://www.deutschlandfunkkultur.de/kirchengemeinde-in-san-francisco-die-deutschen-erben-der.1278.de.html?dram:article_id=359687

 

Allgemeine Themen / 7. November 2017

Die ungewöhnlichste Straßenbahnfahrt des Jahres

X-Mas-Tram in Dresden am 6.Dezember 2017

Striezelmarkt, Pflaumentoffel und Flügelpyramiden gehören im Advent zu Dresden dazu. In kaum einer anderen Region Deutschlands haben sich so viele Weihnachtstraditionen gehalten, wie in Sachsen!  Zugezogene wissen nicht immer etwas mit dem weihnachtlichen Brauchtum anzufangen. Vor allem ausländische Studenten, die teils aus ganz anderen Kulturkreisen kommen, verstehen vieles nicht und brauchen Erklärungen.

Dafür sorgt seit 2008 X-Mas Tram e.V., in dem er im Advent eine ganz besondere Straßenbahnfahrt durch die festlich geschmückte sächsische Landeshauptstadt organisiert. Dabei kommen Dresdner und ausländische Studierende ins Gespräch über Weihnachtsfest und Brauchtum. Einen guten Eindruck von der letzten X-Mas Tram Fahrt bekommen Sie hier: https://www.youtube.com/embed/Z5QhlcJVMcE.

Gastfreundschaft erleben

In diesem Jahr ist für Mittwoch, den 6.Dezember die beliebte und besondere Straßenbahntour geplant. Allerdings stehen nur 120 Plätze zur Verfügung. Deshalb werden „Feierscheine“ im Vorfeld verkauft. Diese können über die Homepage (s.u.) bezogen werden. Im eher symbolischen Preis von 4 bzw 3 Euro ist nicht nur die Fahrt enthalten, sondern auch eine große Feier im Straßenbahnmuseum in Trachenberge! Dort wird es ein buntes, kulinarisches und kulturelles Weihnachtsprogramm geben.

Den Organisatoren von X-Mas Tram geht es aber nicht nur darum Bräuche und Sitte rund um das Weihnachtsfest zu erklären, es soll auch Gastfreundschaft angeboten und erlebt werden. Einige der ausländischen Studenten können während der Weihnachtstage nicht zu ihren Familien reisen und wären ganz allein in fremder Umgebung.

Weihnachtspatenschaften vermitteln

Weihnachtspatenschaften sollen hier Abhilfe schaffen. Das bedeutet: Dresdner werden jeweils mit einer kleinen Gruppe von ausländischen Studentinnen und Studenten zusammen gebracht. Gemeinsam wird dann in der Weihnachtszeit etwas unternommen. In den letzten Jahren waren diese Angebote sehr vielfältig: z.B. gab es Einladungen zum Plätzchen backen, Rodeln, Schlittschuhlaufen oder zu Konzertbesuchen. Hin und wieder folgte dann auch eine Einladung direkt an den Feiertagen.

Mit gerade mal zehn Mitgliedern stemmt der X-Mas Tram-Verein die ganze Organisation und Vorbereitung!  Antreiber für das ehrenamtliche Engagement ist die Liebe zu Dresden und der Wunsch Menschen aller Nationalitäten in dieser  Stadt miteinander zu verbinden.

Unterstützung gefragt

Sie können diese Aktion auch unterstützen:

Aktuell werden noch Weihnachtspaten gesucht. Anmeldung direkt auf der Homepage: http://www.xmastram.de/.

Außerdem gibt es dort Infos, wie man Freund und Förderer dieser außergewöhnlichen Aktion rund um Gastfreundschaft und Miteinander der Kulturen werden kann!

 

Allgemeine Themen / 31. Oktober 2017

„Ich bin gleich mal da!“

Zeitnehmen für andere bedeutet Wertschätzung

„Sind auf dem Weg meinen Papa zum 80. Geburtstag im Urlaub überraschen!“

Diesen Post las ich neulich bei einer Facebook-Freundin. Sofort fiel mir ein, dass ich früher gern spontane Besuche gemacht habe. Auf meinen Touren quer durch die Republik (rund 120.000 Kilometer im Jahr), habe ich immer wieder bei Verwandten, Freunden, Wegbegleitern, Kunden und Lieferanten einen kurzen Stopp eingelegt.

Auch zu Netzwerk-Bekanntschaften aus XING und Facebook bin ich gefahren.

Natürlich habe ich vorher kurz angerufen! Manchmal haben wir nur ein paar Worte gewechselt und einen Kaffee getrunken. In den meisten Fällen ist die Überraschung gelungen! Im vergangenen Jahr ist das irgendwie in Vergessenheit geraten. Jetzt, wo mir das klar wird, bedauere ich das. Denn ich beobachte nach wie vor, dass gerade Führungskräfte wie ich im Grunde einsam sind. Umso größer die Verantwortung ist, desto mehr ziehen sich viele in ihr Schneckenhaus zurück!

Leere Versprechungen = Große Enttäuschung

Das kenn ich  selber nur zu gut: Ich fühle mich allein gelassen, wenn ich Probleme vor mir herschiebe. Sogar, wenn ich in Gesellschaft bin! Wenn ich anderen Unternehmern davon erzählen will, habe ich oft den Eindruck, dass sie gar kein Interesse daran haben mir zuzuhören.  Als ich vor einer großen Herausforderung stand, erinnerte ich mich daran, dass ein Bekannter gesagt hatte, dass ich rund um die Uhr anrufen könnte, wenn mir etwas auf den Herzen liegen würde.

Ich war so in Bedrängnis, dass ich an einem Freitagnachmittag seine Nummer wählte. Ich erreichte ihn, aber er bat mich abends nochmals anzurufen. Dafür hatte ich vollstes Verständnis.  Am Abend vertröstete er mich allerdings  auf Montag. Danach habe ich mich nicht mehr bei ihm gemeldet. Meine Enttäuschung war groß! Ich stehe auf dem Standpunkt: Wenn ich Hilfe anbiete, dann muss ich mir auch Zeit nehmen, wenn es soweit ist! Selbst dann, wenn ich viel um die Ohren habe.

Echtes Interesse = starke Ermutigung

Sich Zeit nehmen für andere: Das ist so unendlich wichtig und nicht mit Geld zu bezahlen! Es drückt Interesse und Wertschätzung für mein Gegenüber aus! Das macht Mut!  MUTMACHER brauchen wir in unserer Gesellschaft dringender denn je! So ein Mutmacher möchte ich sein und hoffe, dass viele sich einreihen und zu „Mutmachern“ werden. Deshalb poste ich bei Facebook regelmäßig Fotos von Frauen und Männern, die Mut machen!

Wenn ich mir Zeit nehme für anderen, dann hoffe ich natürlich, dass es Menschen gibt, die das auch für mich tun würden. Heute und  in Zukunft, wenn ich vielleicht  darauf angewiesen bin, dass vielbeschäftigte Menschen ihre Arbeit unterbrechen und mich anrufen oder besuchen kommen: im Krankenhaus oder irgendwann womöglich in einem Seniorenzentrum.

Spontane Besuche = tiefere Beziehungen

Mein Vorsatz steht fest:  Wenn ich unterwegs bin, werde wieder vermehrt spontane Besuche machen. Der „80.Geburtstags-Überraschungsbesuch-Kommentar“ bei Facebook hat mich aufs Neue motiviert!

Also wundern Sie sich nicht, wenn Sie demnächst einen Anruf von mir bekommen und ich frage: „Kann ich in einer Stunde mal vorbeischauen?“ Ich freu mich auf gute Begegnungen!

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