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Allgemeine Themen / 29. Oktober 2019

Silicon Valley – Der innovativste Ort der Welt mit Schattenseiten und Vorbildfunktion

Silicon Valley

Silicon Valley steht für qualifizierte Start-Ups und finanzkräftige Technologieunternehmen wie Google, Amazon, Facebook und Microsoft. Man stelle sich das vor: Die dort angesiedelten großen Firmen haben zusammen mehr Geld als die 30 DAX Unternehmen in Deutschland!

Aber im Vergleich tun diese Unternehmen mehr für das Gemeinwohl in unserem Land als es die kapitalstarken in Silicon Valley für ihres tun. Mir ist bei unserer Unternehmerreise ganz klar geworden, dass dieser so hochgelobte Ort maßgeblich dazu beiträgt, dass die Schere zwischen reich und arm noch weiter auseinander gehen wird.

Von Walter Stuber

Mietpreise explodieren

Der Erfolg der Hightech-Firmen hat die Mietpreise explodieren lassen. Eine 15 qm „Wohnung“ in San Francisco oder Silicon Valley kostet ungefähr 1500 $! Ein Normalverdiener, auch viele Mitarbeiter von Google, Microsoft und Co, können sich das nicht leisten. Deshalb wohnen viele weit außerhalb, nehmen eine Autofahrt von bis zu zwei Stunden in Kauf um zu ihrer Arbeitsstelle zu kommen. Erschreckend war für mich zu beobachten, dass Menschen im Auto oder Wohnwagen übernachteten, damit sie nicht jeden Tag so lange fahren mussten.

Während ich diesen Blog schreibe, meldet das Nachrichtenportal SpiegelONLINE, dass Facebook in Silicon Valley 20 000 Wohnungen für Normalverdienende bauen will. Vielleicht wachen die Konzerne dort jetzt endlich auf und erkennen, dass man als Unternehmer Verantwortung für seine Mitarbeiter, die Regionund das Land trägt in der man beheimatet ist!

Mit halbfertigen Produkten auf den Markt

Wir haben einige der Hightech-Unternehmen besichtigt. Meist gehörte ein Vortrag zum Programm. Mehrmals hörten wir die Aussage, dass Deutschland den Anschluss an die Hightech-Entwicklung verpasst hat. Das sehe ich anders. Wenn wir mehr Mut hätten und manche unnötige, blockierende Bürokratie abbauen würden, könnten wir ohne weiteres Silicon Valley in den Schatten stellen.

Ein Beispiel: Bei uns ist es erstmal wichtig für ein neues Produkt ein Patent anzumelden, damit die Idee und die Ausführung geschützt sind. Bis es dann auf den Markt kommt, vergeht viel Zeit. In Silicon Valley geht man mit halbfertigen Produkten auf den Markt und lässt die Kunden einfach an der Fertigstellung mitarbeiten. Das schafft den Firmen Freiräume um am nächsten Projekt weiterarbeiten zu können.

Risikofreudige, private Investoren gesucht

Um im Bereich der technologischen Entwicklung mehr Marktanteile gewinnen zu können, brauchen wir in Deutschland mehr Innovation und Geldgeber, die junge Menschen dabei unterstützen ein Startup Unternehmen zu gründen.

Anstatt unser Geld auf das Sparkonto zu legen, wo es ohnehin keine Zinsen mehr bringt, sollte jeder überlegen, ob er ein Teil seines Vermögens einem Start Up-Unternehmen bei vollem Risiko zur Verfügung stellt. Daraus könnten ungeahnte Möglichkeiten entstehen, dass sich in Deutschland und in der ganzen Welt etwas zum Positiven verändern kann.

Notwendiges Umdenken

Es muss meiner Ansicht nach auch noch in einer anderen Richtung ein Umdenken stattfinden: Nur weil jemand mit seiner Firma in die Insolvenz gegangen ist, muss derjenige kein „Loser“ sein.

Das Gegenteil ist meistens der Fall: Hier hat einer wenigstens versucht etwas zu bewegen und wollte sich einbringen in unsere Gesellschaft! Das verdient Anerkennung und nicht Spott!

Mein Reise-Fazit: Auch in Silicon Valley wird nur mit Wasser gekocht! Vielleicht hat es eine höhere Temperatur als bei uns!

Allgemeine Themen / 15. Oktober 2019

Silicon Valley – San Francisco: Hightech und Rückstand so nah beieinander

Silicon Valley

Von Walter Stuber

„Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ – das war lange das Synonym für die USA und das scheint auch nach wie vor so zu sein. Diesen Eindruck bekamen Dirk Eckart und ich bei unserer Reise durch Silicon Valley mit tempus Consulting und dem Impulse Verlag vom 29.September bis zum 05.Oktober 2019.

Was wir hier in Sachen Digitalisierung gesehen und erlebt haben, hat uns begeistert. Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob wir in Deutschland die Entwicklungen in dieser Richtung verschlafen haben. Die Hightech-Unternehmen, die wir besichtigt haben, überzeugten in vieler Hinsicht. Ich war auch überwältigt von der optimalen Ausstattung. Hier wurde viel Geld in die Hand genommen. Realistisch betrachtet, wäre so etwas bei unserem Bankensystem nicht möglich.

50 Jahre hinter der Entwicklung in Deutschland

Kaum zu glauben, dass ich nur 60 Kilometer von diesem visionären Ort entfernt den Eindruck bekam, in die Vergangenheit katapultiert worden zu sein. In San Francisco stehen überall Strommasten und die Hausanschlüsse hätte bei uns kein Fachmann genehmigt. So sah es bei uns vor 50 Jahren aus! Ich erfahre, dass es hier den Beruf des Elektrikers nicht gibt. Das ist mir völlig unverständlich! Wie will ein Land, in dem hart daran gearbeitet wird, dass selbstfahrende Elektroautos auf den Markt kommen, es mit diesem veralteten Stromsystem schaffen, z.B. genügend funktionierende Auflade- Stationen zur Verfügung zu stellen?

Vielleicht hätte man besser erstmal Geld für solide Ausbildung in diesem Bereich ausgegeben, damit die Grundvoraussetzungen stimmen?! Denn die fehlen offensichtlich! Das zeigen die veralteten Strommasten und auch der Hinweis in den Nachrichten, den ich in diesen Tagen hörte: Bei Sturm würde der Strom abgeschaltet werden!

Nicht blenden lassen von Erfolgen

Bei allem Staunen über die Entwicklungen, die in Silicon Valley auf den Weg gebracht werden, muss ich feststellen, dass bei der Elektrizität der Fortschritt – zumindest hier in San Francisco – noch nicht Einzug gehalten hat. Vielleicht sollten die Zuständigen mal eine Bildungsreise nach Deutschland machen! Die Elektroinnung und die Stromversorger würden sicherlich gerne weiterhelfen!

Das ist eine von vielen Erkenntnissen, die ich bei unserer Unternehmer-Reise gesammelt habe: Ich will mich nicht blenden lassen, von den erfolgreichen Unternehmen in Silicon Valley und den Eindruck bekommen, dass wir Deutschen nichts auf die Reihe bekommen würden. Das stimmt effektiv nicht. In unserem Land liegen die Stärken in anderen Bereichen. Diese gesunde Selbsteinschätzung, die dem anderen seine Erfolge gönnt, aber das eigene Können nicht kleinredet, tut jedem Unternehmer gut!