Allgemeine Themen

Allgemeine Themen / 31. Juli 2018

Fachwissen – Experten sind ihr Geld wert!

Von der Gelassenheit einen Auftrag nicht annehmen zu müssen

Von Walter Stuber

Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich Aufträge angenommen habe, nur weil ich anderen Gerüstbau-Firmen nicht gegönnt habe, dass sie das Geschäft machen oder weil  ich in meinem Übermut meinte, es allen zeigen zu müssen, wie gut wir sind und welches Fachwissen wir haben. Nicht selten haben die Auftraggeber deutlich gespürt, wie fixiert ich darauf war, für sie zu arbeiten. Mit dem Ergebnis, dass sie mich gnadenlos im Preis gedrückt haben.

So war es 2010 mit der alten Nibelungenbrücke über den Rhein in Worms. Hier war umfangreiches Fachwissen gefragt. Wir hatten das drauf. Das war mir klar und ich wollte genau das zeigen. Deshalb ging ich auf die nahezu schamlosen Forderungen ein. Ich gewährte 8% Nachlass und dazu noch Skonto.

Sehr gute Arbeit – keine angemessene Bezahlung

Wir haben dort 6.000 qm Hängegerüste, 30.000 cbm Raumgerüste, 1.800 Kappengerüste, 2.000 qm schwere Fassadengerüste, ein Spezialgerüst und Wetterschutzdächer über die Brücken im Bereich der Dehnungsfugen gebaut, dazu noch einen Fluchttreppenturm mit Setzstufen und vieles mehr. Alle gesetzten Termine wurden von uns eingehalten. Eigentlich hätte der Auftraggeber rundum zufrieden sein können und seine Rechnungen dementsprechend zügig bezahlen müssen.

Aber leider war dem nicht so. Seit fast acht Jahren warten wir auf vollständige Bezahlung. Es läuft ein Prozess für berechtigte Nachforderungen am Landgericht. Der Ausgang ist ungewiss. Dieser Auftrag war es übrigens auch, der uns fast in die Insolvenz manövriert hätte.

Fehler eingestehen

Gott sei Dank: Wir haben uns davon wieder erholt. Ich habe daraus einiges gelernt. Mir ist heute klar, dass der eigentliche Fehler nicht bei dem Kunden lag, sondern bei mir! Es tut mir leid, dass an meinem „Größenwahn“  fast unsere Firma zerbrochen wäre.

Wenn ich damals schon klar vor Augen gehabt hätte, dass wir mit unserem Wissen dem Auftraggeber so viel mehr bieten können als so mancher Mitbewerber und dass wir Experten unser Geld wert sind, dann hätte ich – im wahrsten Sinne des Wortes – nicht um jeden Preis diesen Auftrag annehmen müssen.

Eigene Kompetenz kennen

Heute habe ich die Gelassenheit einen Auftrag abzulehnen, wenn ich den Eindruck habe, dass die Wertschätzung für unser Fachwissen sehr gering ist. Ich gönne unseren Mitbewerbern, dass sich ihre Auftragsbücher damit füllen. Wir wissen, was wir können und dass Qualität ihren Preis haben darf. Deshalb machen wir unseren Kunden schon beim Zusenden des Angebots deutlich, welche geballte Kompetenz in Sachen Spezialgerüstbau sie sich mit uns ins Boot holen. Und auch auf unserer Homepage stellen wir das heraus.

Das hat nichts mit Arroganz zu tun. Mein Kompagnon Dirk Eckart und ich können, wie so mancher unserer erfahrenen Gerüstbauer und Kolonnenführer, auf jahrzehntelange Erfahrungen zurückblicken und sie zum Wohle unserer Auftraggeber nutzen. Das darf sich dann auch in unseren Preisen wiederspiegeln. Runterhandeln bis zum „geht nicht mehr“, gibt’s bei uns nicht mehr, denn wir wissen, was wir können!

Meine Tipps für Führungskräfte:

  • Stehen Sie zu Ihren Fehlentscheidungen, entschuldigen Sie sich und versuchen Sie daraus für die Zukunft zu lernen.
  • Schreiben Sie eine Liste, welchen besonderen Nutzen ihre Kunden von Ihrer Dienstleistung, Ihrem Produkt haben, weil Sie der Experte sind!
  • Überlegen Sie vor Verhandlungen genau, wieweit Sie Ihrem Kunden finanziell entgegenkommen wollen.
  • Werden Sie gelassen und gönnen Sie Mitbewerbern einen Auftrag, den Sie zwar auch erledigen könnten, aber bei dem Ihr Fachwissen nicht wertgeschätzt wird.

Allgemeine Themen / 24. Juli 2018

Gesucht: Qualifizierte Mitarbeiter im Gerüstbau

qualifizierte Mitarbeiter im Gerüstbau gesucht

Der Fachkräftemangel trifft uns hart

Von Walter Stuber

Kinospots, Pizza-Kartons, Plakatwände und leerstehende Schaufenster – wir nutzen jede Möglichkeit und sind kreativ, wenn es darum geht neue qualifizierte Mitarbeiter für unser Unternehmen zu finden. Wir rühren die Werbetrommel in den sozialen Medien. Die BILD-Zeitung berichtete über unsere Suche und MDR-Sachsenradio interviewte meinen Kompagnon Dirk Eckart  dazu. Hier können Sie sich das Interview anhören.

https://soundcloud.com/sla-50649882/dirk-eckart-bei-mdr-sachsen-10juli-2018?utm_source=soundcloud&utm_campaign=share&utm_medium=facebook

Wir wissen, dass die Zeiten von gewöhnlichen Stellenanzeigen vorbei sind. Man muss sich als Arbeitgeber schon was einfallen lassen, um gutes Personal zu gewinnen. Auch hier werden wir gerne unserem Ruf gerecht, „verrückt“ zu sein. Wir sind stolz darauf, dass wir unseren Mitarbeitern einiges bieten können: Wunschlohn, diverse Zulagen und Zuschüsse, Weiterbildungsmöglichkeiten, um nur ein paar Vorteile zu nennen. Trotzdem kommen die Bewerbungen nur spärlich. Wir fragen uns, warum sich Gerüstbauer nicht so zahlreich um eine feste Anstellung bewerben, wie noch vor fünfzehn Jahren.

Ursachenforschung

Unter den 161.000 Arbeitssuchenden in Sachsen (Stand Juli 2018) müsste doch auch der ein oder andere Gerüstbauer oder Helfer sein. Die müssten doch unsere Werbung sehen! Wir sind selbstverständlich an Arbeitskräften aus ganz Deutschland interessiert. Kommen die nicht wegen der Lage unseres Unternehmens? Roßwein liegt in einer ländlichen Region in Mittelsachsen.

Wie schön es hier ist, wollen wir mit einem Imagefilm, der gerade gedreht wird, zukünftigen Arbeitnehmern vor Augen führen. Mit dem Auto ist man in rund 35 Minuten in Chemnitz, Leipzig oder Dresden. Dort haben sich erfolgreich große Unternehmen angesiedelt wie Infineon, Porsche und BMW. Sie werben mit guten Gehältern, kurzen Arbeitszeiten und attraktiven Sozialleistungen.

Herausfordender Job

Auch bei uns kann man, wie schon erwähnt, gutes Geld verdienen und bekommt beste Sozialleistungen. Aber die Arbeit eines Gerüstbauers ist natürlich etwas ganz anderes als z.B. in einer Fabrik am Band zu stehen. Da muss man auch bereit sein, auf Montage zu fahren, muss heben und schleppen.

Das will und kann natürlich nicht jeder. Bekommen wir deshalb so wenige Bewerbungen? Vermutlich gibt es nicht die eine Antwort auf die Frage: Woran liegt es? Wichtig ist, dass wir nicht aufgeben, weitersuchen und unser Unternehmen so führen, dass alle gerne bei uns arbeiten. Um das immer wieder zu optimieren, besuche ich Seminare und Fortbildungen.

Mitarbeiter fallen von heute auf morgen aus

Dass wir Mitte des Jahres 2018 so händeringend nach Gerüstbauern suchen, konnten wir im Januar nicht ahnen. Aber manchmal geht so etwas ganz schnell. Plötzlich fielen vier sehr gute, langjährige Mitarbeiter aufgrund von Bandscheiben-Problemen oder Änderungen der persönlichen Lebensumstände von heute auf morgen aus.

Das schmeißt alle sorgfältigen Planungen um, denn die Aufträge sind ja da und müssen zuverlässig und in der vereinbarten Zeit ausgeführt werden.

Rezept gegen den Personalengpass

Gerne würde ich Ihnen jetzt ein Erfolgsrezept präsentieren, wie man aus solch einem Personalengpass heraus kommt. Leider kann ich damit nicht dienen. Aber ich schildere einfach mal, was wir als Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH tun:

  • Wir setzen weiterhin auf ungewöhnliche Methoden im Bereich der Werbung, um neue Mitarbeiter zu gewinnen.
  • Wir versuchen über persönliche Kontakte an neue qualifizierte Mitarbeiter zu kommen.
  • Wir wertschätzen und pflegen unseren sehr guten Personalstamm mit den langjährigen Gerüstbauern, die teilweise schon ihre Ausbildung bei uns im Unternehmen gemacht haben oder, die durch uns eine Weiterbildung zum Gerüstbauer oder Gerüstbau-Kolonnenführer absolvieren konnten. Denn nur zufriedene Mitarbeiter sind bereit im Notfall mehr zu tun als ursprünglich vereinbart (selbstverständlich gegen ordentliche Bezahlung).
  • Wir besuchen Fortbildungen, wie man neue, qualifizierte Mitarbeiter gewinnen kann. Jörg Mosler ist in diesem Bereich der Fachmann fürs Handwerk.

Ich hoffe, ich kann Ihnen in nächster Zeit mitteilen, dass wir durch unsere Werbemaßnahmen und alle anderen Aktivitäten aus unserem personellen Engpass heraus gekommen sind! Vielleicht empfehlen Sie uns ja auch als Arbeitgeber weiter?

Allgemeine Themen / 3. Juli 2018

Business-Kontakte knüpfen: 2. Sächsische Netzwerkwoche

Vier Tage kompakt: Frühstück und Business-Kontakte knüpfen
2. Sächsische Netzwerkwoche: Ein Rückblick und Aufruf selber Gastgeber zu werden

von Walter Stuber

„Es war großartig, wie immer sehr gut organisiert und eine gute Stimmung.“ „Vielen Dank für die Möglichkeit über 250 Unternehmer zu treffen und Empfehlungen auszutauschen.“
Zwei Feedbacks auf Facebook zur 2. Sächsischen Netzwerkwoche, die vom 19. bis 22. Juni auf dem Gelände unserer Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH stattfand. Das war wieder eine spannende Woche für uns. Vor allem für unser Büro-Team, das einmal mehr bewiesen hat, dass es große Events perfekt ausrichten kann.

Das Ganze ist ja auch eine logistische Herausforderung. Damit haben wir als Gerüstbauer beste Erfahrungen. Allen voran mein Mitgesellschafter und Geschäftsführer Dirk Eckart. Er war verantwortlich für die Organisation des großen Zeltes, samt Tische und Bänke, den Toilettenwagen (muss auch sein….) und er heuerte, wie schon im letzten Jahr, Lars Lemke an, damit unsere Gäste wieder ein erstklassiges, reichhaltiges Frühstück genießen konnten.

Erstmals Gewerbeschau

Neuerung in diesem Jahr: Eine kleine „Gewerbeschau“. Wir hatten Unternehmern aus der Umgebung angeboten ihre Dienstleistungen und Produkte an den vier Tagen zu präsentieren. Mit dabei waren die Firmen: KENTER Müller GmbH, Reinigungssysteme/ Brandis, Silke Gebhardt Coaching Domain/ Ostrau, Alfred Brasse, Sonnenschutzanlagen/ Leisnig, Autohaus Ertl GmbH/ Döbeln, büroperfekt Chemnitz , BNI Regionaldirektion Südost/ Dresden; Müllers Büro GmbH /Altmittweida und Fischer´s Fine Interiors/Chemnitz.

Schöner und gewollter Nebeneffekt: Diese Firmen waren gleichzeitig auch unsere Sponsoren, damit die Kosten für Zeltmiete etc. für uns niedrig gehalten werden konnten.

Handschriftliche Einladungen

Im Vorfeld haben wir breitflächig eingeladen: Unsere Lieferanten, Kunden und alle Business Network International (BNI) Gruppen im Raum Sachsen. Nicht etwa per Mail oder ausgedrucktem Brief.

Unsere Mitarbeiterin Nicole Lange und unsere Auszubildende Sandra Naumann haben rund 150 Postkarten per Hand geschrieben. Mit Erfolg: Allein am erstem Morgen der Sächsischen Netzwerkwoche war unser Zelt gut gefüllt mit 86 Unternehmerinnen, Unternehmern und Führungskräften. Auch Mittwoch, Donnerstag und Freitag ließen sich viele einladen.

Strukturierter Ablauf

Um 7 Uhr begann unser Frühstück mit der Begrüßung und der Aufforderung sich am Buffet zu bedienen, damit um Punkt 7.15 Uhr mit dem Programm begonnen werden konnte. Wie es bei Netzwerktreffen von Business Network International (BNI) üblich ist, hatte auch hier jedes Mitglied die Möglichkeit sich und sein Business in maximal einer Minute zu präsentieren. Außerdem stellten sich die Gäste vor und es gab Informationen rund um BNI.
Pünktlich um 8.30 Uhr war dann das offizielle Programm beendet. Für diesen strukturierten Ablauf, der schon mit dem Kassieren des Frühstücksbeitrags begann (Danke an Ulrike Eckart, Dirk May, Ingolf Stuber und Katrin Fay), haben wir viel Lob von unseren Gästen bekommen. Im Anschluss gab es natürlich noch die Möglichkeit persönlich ins Gespräch zu kommen, sich von Dirk Eckart die Geschichte unseres Unternehmens erzählen zu lassen oder unseren Lagerplatz sowie unseren Gerüstpark zu besichtigen.

Erfolgreich Business-Kontakte knüpfen – Machen Sie es wie wir

Fazit: Die 2. Sächsische Netzwerkwoche war ein voller Erfolg und ich empfehle Ihnen sehr, so etwas selber durchzuführen.
• Wenn Sie neue Geschäftsbeziehungen, Kontakte suchen, machen Sie eine Netzwerkwoche auf Ihrem Betriebsgelände, in Ihrer Fabrikhalle oder in Ihrer Firma.
• Laden Sie Freunde, Kunden und Lieferanten ein und netzwerken Sie nach dem Vorbild von BNI. Wenn Sie Anregungen und Tipps dazu benötigen, dann stehe ich Ihnen mit Rat und Tat zur Seite!
• Bitte bedenken Sie: Der Erfolg kommt nicht sofort. Business-Kontakte knüpfen, Beziehungen aufbauen braucht seine Zeit und erst recht bis aus einer Geschäftsbeziehung ein Geschäft wird.
• Haben Sie auch vor Augen, dass Sie durch solche Veranstaltungen sichtbarer werden für Nachbarbetriebe, Mitbewerber und nicht zuletzt auch für neue Kunden.
• Gerade in Zeiten, wo Ihre Auftragsbücher bis zum Anschlag voll sind, macht es Sinn solche Veranstaltungen durchzuführen. Denn Sie sorgen damit vor für die konjunkturschwachen Zeiten.

Hier gibt es übrigens einen visuellen und akustischen Eindruck von unserer Netzwerkwoche.

Ich wünsche erfolgreiches Kontakte knüpfen.

Allgemeine Themen / 26. Juni 2018

Gottesdienst: Ein Hoch auf den Sonntag

Von Walter Stuber

Radtour oder Wanderung. Die Bilder vom letzten Urlaub sichten. Sport. Brettspiele. Wellness. Über einen Flohmarkt schlendern. Das sind die „kreativen Vorschläge“, die T-Online für den Sonntag anbietet, „wenn die Geschäfte zu haben und die Stadt auch sonst ausgestorben zu sein scheint.“

https://www.t-online.de/leben/reisen/reisetipps/id_77932680/was-kann-man-sonntags-machen-6-tipps.html

Sonntag. Der Erste,  der aus diesem Wochentag einen gesetzlichen Ruhetag gemacht hat, war Kaiser Konstantin der Große im Jahr 321. Er befahl, dass „am Tag der Sonne alle Richter, ebenso das Volk in den Städten, sowie die Ausübung der Künste und Handwerke ruhen“ sollte. Damit wollte er das Christentum stärken. Soweit die Theorie. Die Praxis sah natürlich anders aus. Damals konnten es sich Bauern, Mägde und Handwerker nicht leisten einen Tag gar nichts zu tun.

Was machen Sie sonntags?

Und heute? Das Grundgesetz schützt den Sonntag „als Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“. Wieder ist das die Theorie. Wie sieht die Praxis aus? Was machen Sie sonntags? Schreiben Sie mir  eine Mail oder kommentieren Sie diesen Blog. Ich finde es spannend, zu erfahren, welche Facetten der Sonntag heute bei unterschiedlichen Menschen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands hat.

Für mich sind Sonntage besondere Tage. Bewusst versuche ich die Arbeit außen vor zu lassen: Zeit mit meiner Frau, zum Lesen, den Garten genießen – das steht bei mir auf dem Programm. Gerne besuche ich auch einen Gottesdienst. Allerdings nicht, wenn von der Kanzel Politik verkündet wird. Schon mein Vater hat immer gesagt: „Politik wird in Bonn (damals noch – heute Berlin) gemacht und nicht in der Kirche. Die Politik macht auch nichts mit Kirche.“

Interview im Gottesdienst

Da ist auch mein Leitwort geworden. Vielleicht fühle ich mich deshalb in manchen evangelischen Gottesdiensten in Sachsen nicht so wohl. Wenn ich sonntags unterwegs bin, ist es mir eine Freude andere Kirchen und Gemeinden kennenzulernen. Gerne denke ich an den Besuch in der evangelischen St. Matthäuskirche im September letzten Jahres in San Franzisco zurück. Zusammen mit meiner Frau habe ich dort einen wohltuenden, lebendigen, deutschsprachigen Gottesdienst besucht.

Ganz so weit brauche ich am kommenden Sonntag, dem 1.Juli nicht zu fahren um einen besonderen Gottesdienst zu erleben. Pforzheim ist dann mein Ziel. Rolf Hauber www.rolfhauber.de, den ich vor einigen Jahren bei Christen in der Wirtschaft  kennengelernt habe, arbeitet ehrenamtlich in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Pforzheim mit und hat mich eingeladen im Rahmen des „Touch-Gottesdienstes“ in einem Interview darüber zu erzählen, wie ich vom ‚Tyrann zum Mutmacher‘ geworden bin.

Auf gute Geschichten kommt es an

Bei Business-Veranstaltungen habe ich ja schon öfters darüber berichtet. In einem Gottesdienst noch nicht. Für mich war schnell klar, dass ich mich gerne dieser Aufgabe stellen will. Denn ist es doch letztlich egal ob Kirche oder Saal in einem Hotel! Es geht darum, das was ich erlebt habe, als eindrückliche Geschichte zu erzählen. Storytelling sagt man heute dazu: Nur gute Geschichte können Menschen verstehen und verinnerlichen.

Das habe ich vorletzte Woche auf der BNI D-A-CH Konferenz in einem Vortrag von Dr. Nikolaus Förster, Herausgeber und Verleger der Zeitschrift Impulse, https://www.impulse.de/author/nfoerster  noch eindrücklich vor Augen gehalten bekommen. Einer der im Geschichtenerzählen Meister war und damit viele nicht nur beeindruckt, sondern positiv verändert hat, war Jesus Christus. Seine Gleichnisse sind bestes Storytelling. Nicht nur in dieser Hinsicht ist Jesus mein Vorbild.

Treffpunkt Pforzheim?

Ich bin gespannt auf kommenden Sonntag, welche Fragen ich  in der Evangelisch-methodistischen Kirche gestellt bekomme und welche (Lebens-)Geschichten ich dann erzählen kann. Wenn Sie in der Nähe von Pforzheim wohnen, dann sind Sie herzlich eingeladen dabei zu sein. In der Einladung heißt es „Touch – Gottesdienste, die berühren – erfahren Sie neuen Lebensmut und Lebenslust“. Um 10 Uhr geht es los in der Maximillianstraße 28 in Pforzheim. Nähere Infos gibt es hier: www.emk-pforzheim.de

Ich wünsche Ihnen schon jetzt einen schönen „Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“! Und nicht vergessen: Wenn Sie Lust haben, schreiben Sie mir, was sonntags für Sie auf dem Programm steht.

 

Allgemeine Themen / 5. Juni 2018

Das schaff ich nie – Einschränkungen akzeptieren

the hand turns towards the sun

Einschränkungen akzeptieren – Begabungen neu entdecken

Von Walter Stuber

Eine Menschenmasse bewegt sich vorwärts auf einer sonst vielbefahrenen Brücke. Man sieht fröhliche Gesichter, aber auch angestrengte, konzentrierte, erschöpfte, entmutigte: Fotos vom New York Marathon, dem weltgrößten Marathonlauf. Im letzten Jahr nahmen daran 50.766 Läufer teil. Bei Nieselregen und 13 Grad waren sie hochmotiviert an den Start gegangen. Nicht alle waren so erfolgreich wie erhofft, trotz des harten Trainings.

Was muss das für ein Gefühl sein, wenn man nach 42,195 km das Ziel erreicht? Schaut man die Live Reportagen von den Zieleinläufen im Fernsehen an, kommt sogar darüber die emotionale Stimmung herüber. Überfließende Freude bei den einen, Erleichterung, Enttäuschung oder Erschöpfung bei den anderen. Da wäre ich gerne mal dabei. Aber Marathon laufen, mit meiner starken Gehbehinderung? Das werde ich wohl nie schaffen.

Von Wünschen, die nicht wahr werden können

„Das schaffst du nie!“ Das dachte ich auch, als ich neulich eine Reportage im TV verfolgte über einen wunderschönen, hunderte Kilometer langen Wanderweg, der durch Deutschland, die Schweiz und Italien verläuft und teilweise bis auf 2000 m hoch geht. Zehn Kilometer davon würde ich vielleicht schaffen, aber die ganze Strecke, das ist unvorstellbar.

Da ist auch immer noch mein Traum den Jakobsweg zu gehen. Seit Jahren will ich das schon. Immer wieder kamen gesundheitliche Rückschläge, dass ich die geplanten Wanderungen auf Teilstücken nicht antreten konnte. Aber ich arbeite jeden Tag dafür und versuche meinen Rücken zu stärken und meinen Bewegungsapparat trotz der Einschränkungen in Schwung zu halten, dass es irgendwann mal klappt.

Entweder verbittern oder annehmen

Die Frage ist, wie gehe ich mit der Tatsache um, dass ich manches gerne tun würde, aber es nie schaffen kann? Bei den genannten Beispielen liegt es daran, dass ich nicht die körperlichen Voraussetzungen dafür habe. Aber es gibt immer wieder im Leben Ziele, die ich aus den unterschiedlichsten Gründen, nicht erreichen kann.
Zum einen kann ich deswegen enttäuscht sein, traurig, frustriert, wütend oder darüber verbittert werden.

Die zweite Variante macht für mich mehr Sinn: Ich kann lernen meine Einschränkungen zu akzeptieren und damit zu leben. Das gilt übrigens für alle Dinge, bei denen ich merke, dass ich an meine Grenzen komme, dass ich etwas nicht schaffen kann – egal ob privat oder beruflich.

Was kann ich richtig gut?

Gerade in solchen Momenten, in denen meine Schwächen offenbar werden, tut es mir gut, auf das zu schauen, was, ich richtig gut kann. Das klingt jetzt vielleicht ungewöhnlich, weil wir durch das Sprichwort: „Eigenlob stinkt!“ geprägt sind. Wenn es in die Richtung „Prahlerei“ geht, dann ist das sicher richtig.

Aber ich sehe es so: Jeder Mensch hat seine besonderen Begabungen, die er oder sie mit Freude einsetzen kann und über die man auch reden darf.
Was kann ich richtig gut? Ich verbinde gerne Menschen miteinander, kann gut weiterempfehlen, unser Unternehmen auf Erfolgskurs halten und ich bin ein leidenschaftlicher „Ermutiger“!

Ich bin ein MUTMACHER

Wenn ich sehe, dass Mitarbeiter oder Unternehmerkollegen den Kopf in den Sand stecken, weil sie nicht mehr weiter wissen, dann ermutige ich sie wieder hochzuschauen, weiterzumachen und die schönen Dinge des Lebens nicht zu vergessen.

Ich möchte auch Menschen Mut machen, die wie ich eine körperliche Behinderung haben oder sonstige Einschränkungen in ihrem Leben: Schauen Sie nicht immer nur auf das, was Sie nicht können, wo Sie immer wieder an Ihre Grenzen kommen! Halten Sie sich bewusst ihre Stärken und Begabungen vor Augen, setzen Sie sie ein und werden Sie ganz neu dankbar dafür!

Mein Mutmach-Tipp für Sie:

• Lernen Sie Ihre Schwächen und alles, was Ihnen schwer fäll, anzunehmen! Das ist ein Prozess und geht nicht von heute auf morgen.
• Nehmen Sie sich heute bewusst Zeit und überlegen Sie:
Was kann ich richtig gut?
Wo liegen meine Stärken?
Wie kann ich sie so einsetzen, dass sie mir und anderen gut tun?