Allgemeine Themen

Allgemeine Themen / 1. Oktober 2019

Mobbing: Was tun, wenn es mein Unternehmen trifft?

Mobbing

Von Walter Stuber

Ein Kinderstühlchen mit Schild „Ingolf Stuber“ hatte ich beim Aufräumen gefunden und wollte es entsorgen. Aber dann kam mir eine Idee: Unser Sohn soll meinen Platz in der Firma einnehmen. Dirk Eckart und ich haben als Chefs jeweils einen Regiestuhl auf denen unsere Namen gedruckt sind. Da würde das Kinderstühlchen mit dem Namensschild doch bestens dazu passen, als Symbol für den Nachfolger.

Bevor das Relikt aus alten Zeiten im Container landete, machte ich noch schnell ein Foto. Das wollte ich in einem meiner nächsten Blogs zum Thema Unternehmensnachfolge veröffentlichen. Als ich meinen Mitarbeitern davon erzählte, fanden die das gar nicht witzig. Sie meinten, das wäre das reinste Mobbing. Für mich war es einfach nur ein netter Gag. Vielleicht lag die Reaktion des Teams daran, dass Mobbing überraschend in unserer Firma zum Thema geworden ist.

Bei uns doch nicht!?

Es fing vor einiger Zeit mit Bildern und Schriftzügen an, die ein Mitarbeiter an seinem Spind vorgefunden hatte. Er kam zu uns beiden Geschäftsführer und informierte darüber. Wir zweifelten an seiner Aussage. Leider gab es auch kein Foto als Beleg. Danach haben wir nichts mehr von der Sache gehört und sind davon ausgegangen, dass es die Belästigungen aufgehört hatten. Dass jemand in unserer Firma gemobbt wird, das war für uns zu diesem Zeitpunkt undenkbar.

Leider mussten wir vor kurzem erfahren, dass das Mobbing weiterging. Nach mehr als einem Jahr war das Ganze sogar eskaliert. Ich nehme an, dass der Mitarbeiter enttäuscht war, dass wir Chefs nach unserem ersten Gespräch nicht reagiert hatten. Deshalb meinte er mittlerweile die Sache selber regeln zu müssen. Das wiederum war für das Betriebsklima das reinste Gift. Schließlich mussten wir uns von ihm trennen.

Betriebsvereinbarung als Hilfe

Das Ganze hat für viel Verunsicherung in der Belegschaft gesorgt. Deshalb haben wir unsere Kommunikationsberaterin Monika Bylitza gebeten eine „Betriebsvereinbarung zum partnerschaftlichen Verhalten am Arbeitsplatz“ zu formulieren. Hier beziehen wir als Geschäftsführer klar Stellung, dass wir von jedem Mitarbeiter ein faires Verhalten gegenüber den Kollegen erwarten und dass wir gegen jedes unfaire, respektlose und diskriminierende Verhalten, das uns gemeldet wird oder das wir beobachten, vorgehen werden.

Außerdem haben wir in den Schreiben deutlich gemacht, dass derjenige, der gemobbt wird, zu uns kommen kann oder sich anderweitig Hilfe holen sollte. Die Vereinbarung haben wir allen Mitarbeitern zur Kenntnisnahme und Unterschrift vorgelegt. Wir hoffen, dass wir damit wieder die Basis für ein gutes Betriebsklima gelegt haben und dass schon Anfänge von Mobbing im Keim erstickt werden können.

Sensibler werden im Umgang miteinander

Es bleibt für mich ein fader Nachgeschmack: Hätte ich nicht das erste Gespräch mit dem Mitarbeiter viel ernster nehmen und Maßnahmen ergreifen müssen? Haben wir als Chefs versagt? Ich muss gestehen, dass ich mich bis dahin mit „Mobbing“ überhaupt noch nicht intensiv auseinander gesetzt hatte.

So mancher Spruch, den ich meinen Mitarbeitern schon mal vor den Kopf geknallt hatte, wäre durchaus als „Mobbing“ durchgegangen. Dabei war es für mich nur ein kleiner Scherz, der die Situation auflockern sollte. Wie der zunächst geplante Kommentar zum Foto vom alten Kinderstühlchen unseres Sohn Ingolf. Wie gut, dass unsere Mitarbeiter mich davon überzeugt haben, dass eine Veröffentlichung in dieser Art nicht gut gewesen wäre. Als Chef ist man halt auch „nur“ Mensch und kann dazulernen!

Ihre „Anti-Mobbing“ Tipps

Welche Erfahrungen haben Sie im Blick auf Mobbing in Ihrem Betrieb gemacht? Wo liegt bei Ihnen die Grenze zwischen einem schlechtem Scherz und knallhartem Mobbing? Was hat bei Ihnen geholfen, damit unfaire und respektlose Äußerungen und Gesten unter den Mitarbeiter aufhören oder erst gar nicht entstehen? Ich freu mich über Ihren Kommentar oder Ihre Mail.

Ziele / 24. September 2019

Plötzlich im Rampenlicht: Wenn du als Beobachter zur einer Preisverleihung gehst und überraschend ausgezeichnet wirst

Preisverleihung

Von Walter Stuber

Jahrelang haben mein Kompagnon Dirk Eckart und ich uns gewünscht, dass unser Engagement als verrückte Unternehmer einmal öffentlich gewürdigt werden würde. Es gibt Auszeichnungen, da muss man sich selber bewerben und solche für die man vorgeschlagen wird. So ist es beim „Großen Preis des Mittelstandes“. Hier waren wir schon mehrmals nominiert worden, bisher ohne Erfolg.

Deshalb fehlte uns in diesem Jahr der Antrieb am Galaabend zur Preisverleihung teilzunehmen. Nur auf Drängen unseres Beraters, Freundes und Pressebeauftragten Peter Dyroff, haben wir uns angemeldet. Am 31.August 2019 sind wir zusammen mit unseren Frauen zum Ball nach Dresden ins Maritim Hotel gefahren. Unser Tisch mit der Nummer 30 war ganz hinten. Für uns war das ein Indiz, dass wir nicht unter den Preisträgern sein werden. Die sitzen bekanntlich ganz vorne!

Blauer Straßenanzug statt Smoking

Der Abend nahm seinen Lauf. Wie immer gab es nette Gespräche am Tisch mit anderen Unternehmern. Die Vorspeise wurde serviert. Danach ging Dirk Eckart nach draußen. Er war gerade weg, da hörte ich die Ansage: „Die Finalisten und Preisträger Walter Stuber und Dirk Eckart möchten bitte zur Bühne kommen!“ Hatte ich mich verhört? Nein! Meine Frau Burgunda und Dirks Frau Ulrike schauten mich erstaunt und erwartungsvoll an.

Damit hatte ich nicht gerechnet. War ich überhaupt dem Anlass entsprechend angezogen? Dirk und ich trugen unser Firmen-Outfit: Blauer Straßenanzug, rotes Hemd mit Firmenlogo. Um uns herum wimmelte es nur so von Smokings, Fliegen und festlichen Abendkleidern! Aber um meine Kleidung konnte ich mir jetzt keine weiteren Gedanken machen.

Hindernislauf zur Bühne

Wir sollten tatsächlich den langersehnten Preis bekommen! Weil Dirk nicht zu sehen war, bahnte ich mir mit meinen Krücken alleine den Weg von ganz hinten nach vorne zur Bühne. Plötzlich bemerkte ich, dass meine Hose rutschte. Kein Wunder, ich hatte in den vergangenen Wochen zehn Kilo abgenommen. Aber wie sollte ich mit zwei Krücken in der Hand alles wieder zurechtrücken? Mir blieb nichts anderes als einen kurzen Zwischenstopp einzulegen. Dass ich die ganze Zeit von einem Spotlicht und einer Kamera verfolgt wurde, musste ich einfach ignorieren.

Die nächste Hürde waren die acht Treppenstufen zur Bühne – ohne Geländer! Ich war dankbar für meine Krücken, ohne die hätte ich es nicht hoch geschafft. Als ich endlich oben im Rampenlicht stand, bemerkte ich, dass Dirk immer noch fehlte. Dann sah ich ihn im Laufschritt nach vorne kommen. Sein Gesichtsausdruck zeigte mir, dass er kaum fassen konnte, dass wir nach Jahren des Engagements und des Hoffens endlich ausgezeichnet werden sollten.

Authentisch sein

Das war ein unvergesslicher Abend für mich. Zum einen ist ein Traum wahr geworden und zum anderen hat mir das Drumherum deutlich gemacht: Ich kann mich zeigen, wie ich bin. Egal ob ich einen Smoking trage oder im Straßenanzug daher komme, die Hose rutscht oder alles in Ordnung ist. Äußerlichkeiten ändern nichts an meinem Wert. Ich muss nicht eitel sein. Wichtig ist, dass ich authentisch bin. Heute kann ich über die Fotos von der Bühne mit schlecht sitzendem Sakko und verrutschter Hose zum Glück lachen.

Ich kann zu meinem Handicap stehen. Wenn die Veranstalter im Vorfeld nicht im Blick hatten, dass ein Gehbehinderter ausgezeichnet wird, dann ist es nicht mein Problem, wenn ich länger brauche um auf die Bühne zu kommen und damit womöglich ihren Zeitplan durcheinander bringe. Ich wünsche mir sehr, dass mehr Menschen mit Behinderung in der Wirtschaft aktiv und erfolgreich werden können und dass es irgendwann ganz selbstverständlich ist, bei einem Wirtschaftspreis z.B. eine Rollirampe an der Bühne zu installieren.

Sternstunden der Anerkennung

Viele Unternehmerinnen und Unternehmer wünschen sich Anerkennung für das, was sie tun. Oft bleibt sie aus. So war das auch bei Dirk Eckart und mir. Als wir gar nicht mehr damit gerechnet haben, wurden unsere Namen als Preisträger des „Großen Preis des Mittelstandes“ aufgerufen.

Ich möchte Ihnen Mut machen, nicht aufzugeben und weiter auf Ihre persönliche Ehrung zu hoffen. Eine Preisverleihung mit Gala ist ein ganz besonderes Highlight, das sich vermutlich jeder wünscht. Sternstunden in Sachen Anerkennung geschehen aber viel mehr im kleinen Rahmen. Wir müssen lernen, sie bewusst wahrzunehmen und genauso zu genießen wie einen Preisverleihung: Ermutigende, lobende Worte von anderen Unternehmern, eine sehr gute Bewertung eines Kunden, ein Dankeschön aus der Mitarbeiterschaft. Wenn dazu eine öffentliche Auszeichnung noch „oben drauf“ kommt, umso schöner für Sie! Ich wünsche Ihnen beides von Herzen!

Allgemeine Themen / 10. September 2019

Nur Mut: Verborgene Talente entdecken

Talent
Talent

Von Walter Stuber

In vielen Menschen schlummern unentdeckte Talente. Warum sie nicht an die Oberfläche kommen, kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Keine Zeit zum Entdecken, keine Lust auf Neues oder es ist niemand da, der einen Blick für die verdeckten Fähigkeiten anderer hat.

Meine Frau Burgunda ist zum Beispiel sehr musikalisch. Vor mehr als 20 Jahren habe ich ihr eine Gitarre gekauft. Leider fand sie nie Zeit zum Üben und Spielen. Erst waren es die Kinder, der große Garten und die Schichtarbeit als Mechatronikerin, die sie komplett ausfüllten. Jetzt sind es die Enkelkinder für die sie ihre Freizeit gerne einsetzt. Ich habe die große Hoffnung, dass ihr schlummerndes, musikalisches Talent spätestens in drei Jahren Raum und Zeit einnehmen kann, wenn sie in den Vorruhestand geht.

Musik: Nicht mein Ding

Was die Musik angeht, da sind meine Begabungen eher überschaubar. Meine Schwester Heidi hat versucht mir das Blockflöte spielen beizubringen. Da war ich sechs. Das hat mehr schlecht als recht funktioniert. Das größte Problem war, dass ich keine Noten lesen konnte. Das erschwerte auch später die Versuche meines Schwagers Oswald mich mit der Kunst des Posaunenspiels vertraut zu machen. Ich habe viel improvisiert, das heißt ich spielte immer nur das, was ich wollte.

Meine Gesangskünste waren auch nie die besten. Mein Lehrer Werner Glück sagte zu mir: „Am besten du bewegst nur den Mund! Nicht mitsingen! Das kannst du einfach nicht!“ Das hat sich bis heute nicht geändert und ich weiß, dass in dieser Hinsicht auch kein verborgenes Talent bei mir zu finden ist. So ist es dann eben. Dafür habe ich andere Begabungen!

Begabungen fördern

Interessant finde ich, dass Musikalität so unterschiedlich in einer Familie verteilt sein kann. Wie schon erwähnt, hat meine Schwester Heidi in diesem Bereich eine große Begabung, genauso wie mein Schwager Oswald. Bei ihnen zu Hause in Eibensbach wurde schon immer viel gesungen und musiziert. Das haben sie an ihre Kinder und Enkel weitergegeben.

Das wäre auch eine schöne Aufgabe für meine Frau und mich: Die musikalischen Begabungen unserer Enkelinnen und Enkel zu fördern. Das Singen und Musizieren würde ich in die talentierten Hände meiner Frau legen und mein Fokus wäre das Ermutigen. Damit kenne ich mich aus!

Talentsucher und Ermutiger

Mut ist eine Grundvoraussetzung, wenn man verborgene Begabungen ans Licht und zur Entfaltung bringen will! Welches Talent schlummert tief in Ihnen und wartet darauf entdeckt zu werden und zum Zuge zu kommen? Ich wünsche Ihnen Mut, sich auf die innere Suche zu machen!

Wenn Sie bei sich selbst fündig geworden sind, dann werden Sie zum Talentsucher bei Ihren Kindern, Kollegen oder Mitarbeitern. Manchmal braucht es nämlich einen Anstoß von außen, damit man erkennt, welche Gaben noch in einem versteckt sind. In diesem Sinne als Ermutiger unterwegs zu sein, ist eine sehr erfüllende Aufgabe!

Allgemeine Themen / 3. September 2019

Spannende Geschäftsideen und ein Herz für Gründer: Das verbindet „Die Höhle der Löwen“-Jurorin Dagmar Wöhrl mit den Verrückten Unternehmern

Gründer
Die Höhle der Löwen

Zum Staffelstart der VOX Start-up Show „Die Höhle der Löwen“ veröffentlichen wir hier das Vorwort von Dagmar Wöhrl aus „MUTMACHER 2 – Das Praxishandbuch über 5×5 Gründerinnen und Gründer“

Wir brauchen Start-ups!

Ein Plädoyer von Dagmar Wöhrl, Unternehmerin und Jurorin der VOX-Start-up-Sendung „Die Höhle der Löwen“

Unsere Wirtschaft braucht Innovationen und Investitionen! Das kommt nicht durch schwerfällige und bürokratische Konzernstrukturen, sondern durch Gründer jeden Alters, die bereit sind, ihr wohlbehütetes Gehaltsschema zu verlassen, um etwas Neues aufzubauen!

Dagmar Wöhrl ist voll in ihrem Element, wenn es um das Thema Unternehmensgründung geht – und das nicht erst, seit sie in einer Unterhaltungsshow rund um Start-ups zu sehen ist.

Leider ist die Gründermentalität in Deutschland nicht gerade sehr ausgeprägt.

Bedauert die ehemalige Politikerin, die 23 Jahre im Bundestag war und u. a. als Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie und zuletzt als Vorsitzende des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fungierte. Nach ihrem Ausstieg aus der Politik im Jahr 2017 kam überraschend die Anfrage, ob sie Investorin in der Sendung „Die Höhle der Löwen“ werden wollte:

Ich habe gerne zugesagt, denn dieses Fernsehformat rückt die Gründungsproblematik in den Fokus. Sie gibt der Selbstständigkeit ein Gesicht und inspiriert und ermutigt andere, es selbst zu probieren.

Basisthemen für Gründer

Ganz gleich ob im TV-Studio oder im realen Leben als Investorin oder Beraterin: Die Themen, die sie bei Gründerinnen und Gründern zur Sprache bringt, sind identisch. Es geht immer um das Produkt oder die Dienstleistung: Ist es innovativ? Löst es ein Problem? Vereinfacht es das Leben? Gibt es ein Alleinstellungsmerkmal? Die Zielgruppe muss klar definiert sein! Wo sind die Nutzer und Käufer zu finden? Vertrieb, Marketing und Kommunikation sind wichtig: Was nützt das beste Produkt oder eine Dienstleistung, wenn die Kunden davon nichts wissen! Außerdem geht es um Ziele, die erreicht werden wollen. Diese spiegeln sich im Businessplan wider. Kein erfolgreiches Unternehmen funktioniert planlos!

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Die Frage, die bei Gründern meistens gar nicht gut ankommt, ist laut Dagmar Wöhrl diese:

Kennen Sie Ihre Zahlen? Für viele Gründer ist z. B. die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) eher eine lästige und zeitraubende Angelegenheit und ich höre dann sehr oft, dass sie sich doch um ihre potenziellen Kunden kümmern müssten. Dabei verkennen sie, dass nur ein Unternehmer, der seine Zahlen kennt, auch ganz genau weiß, wo es noch Nachbesserungen bedarf, wo der größte Kostenfaktor zu finden ist, wo der Erfolgshebel angesetzt werden kann. Zahlen lügen nie.

Die engagierte Unternehmerin bedauert außerdem, dass es keine zentralen Beratungsstellen gibt, die Gründern helfen, Fördergelder auf EU-, Bundes- und Landesebene, zu beantragen. Dieser Bürokratiedschungel stellt für viele Start-ups ein Problem dar. Dagmar Wöhrl sieht aber nicht nur das Rationale, wenn es um Gründungen geht:

Für mich als Investor ist der Mensch immens wichtig, der hinter dem Produkt steht. Ist er überzeugt von dem, was er macht, ist er bereit, Opfer zu bringen? Der Funke zum Gründer muss überspringen, denn immerhin sitzt man über eine lange Zeit gemeinsam in einem Boot. Das Produkt kann man notfalls verändern, der Mensch aber bleibt! Auch Teamfähigkeit ist ein wichtiger Punkt.

Gemeinsam erfolgreich

Nur gemeinschaftlich ist der Aufbau eines erfolgreichen Unternehmens für Dagmar Wöhrl zu stemmen.

Ich bin ein Fan gemischter Teams. Männer streben eher nach der Weltherrschaft, Frauen bringen vieles schneller auf den Punkt, sind aber leider nicht so oft risikobereit. Optimal ist, wenn ein Team komplementär aufgestellt ist.

Ihr eigenes Familienunternehmen ist dafür das beste Beispiel. Als Investorin bei „Die Höhle der Löwen“ macht sie immer wieder deutlich, dass sie nicht als einzelne Unternehmerin dort sitzt, sondern stellvertretend für ihren Mann Hans Rudolf und Sohn Marcus Maximilian (siehe Foto).

Während Wöhrl Senior ein in Wirtschaftskreisen namhafter, erfahrener Unternehmer ist mit außerordentlichem Wissen und Gespür, fühlt sich der Junior den Gründern am nächsten, hat er doch selber 2013 die Hotelkette DORMERO gegründet und somit vorgelebt, wovon die meisten Gründer träumen. Dass er von Anfang an von den unternehmerischen Kenntnissen seiner Eltern profitieren konnte, steht außer Frage. Aber für den Sohn gilt dasselbe, was Dagmar Wöhrl auch den Gründern sagt, in die sie investiert:

Wir stehen mit unserer Erfahrung zur Seite – abrufen müssen sie sie schon selber. Ein Investor soll beraten, aber nicht bevormunden

Gründer

Irrtümer und Erfahrungen

Dagmar Wöhrl kann es sogar verstehen, wenn Start-upler bei ihren eigenen Entscheidungen bleiben und nicht auf die Mentoren mit großem Fachwissen hören:

Der Gründer hat eine absolute Affinität zu seinem Produkt und sieht jede Veränderung mitunter als persönlichen Misserfolg an.

Gibt die Geschäftsfrau zu.

Davon muss man sich natürlich frei machen, um am Ende erfolgreich zu sein. Gleichzeitig finde ich es aber auch nicht schlimm, Fehler zu machen, Untätigkeit schon. Wer Pleiten ausschließen will, darf nicht Gründer werden. Von Thomas Alva Edison, dem innovativen Erfinder, stammt der Satz: ‚Erfahrung nennt man die Summe aller unserer Irrtümer.‘ Scheitern ist nicht als Manko zu sehen, sondern als Lerneffekt.

Auch wenn Misserfolge dazu gehören, so setzt Dagmar Wöhrl mit ihrem Team natürlich alles daran, dass ihre Schützlinge mit ihren Produkten oder Dienstleistungen erfolgreich sind. Das gönnt die sympathische Fränkin übrigens allen, die den Mut haben, sich auf das „Abenteuer Unternehmensgründung“ einzulassen. Damit das gelingt, gibt sie ganz kompakt

5 Tipps zum Erfolg:

  • Mentoren suchen, immer wieder nachfragen – und sich auch mal was sagen lassen.
  • Netzwerke aufbauen und nutzen. Besonders für Frauen ist das wichtig.
  • Teamplayer sein, gute Mitarbeiter einstellen, bloß hier nicht sparen.
  • Qualität liefern
  • Immer den Kunden im Auge behalten!
Gründer

Dieser Beitrag erschien zuerst in „MUTMACHER 2 – Das Praxishandbuch über 5×5 Unternehmerinnen und Unternehmern“. Dort lesen Sie weiter Tipps und spannende Gründergeschichten. Mehr Infos und Bestellung unter www.mutmacher.jetzt

Allgemeine Themen / 27. August 2019

Jede Stimme zählt! Es gibt viele gute Gründe, wählen zu gehen

waehlen
waehlen

Wählen heißt, Verantwortung zu übernehmen. Die Politik entscheidet heute über viele Themen von morgen, die unsere Zukunft betreffen werden. Wahlen sind für mich die beste Möglichkeit, sich in einer Demokratie zu beteiligen und Politikern meines Vertrauens ein Mandat zu übertragen. Das ist nicht selbstverständlich. Denn durch Wahlen wird die politische Macht regelmäßig neu verteilt und es ist ein Vorrecht, Einfluss nehmen zu können. Ich möchte die Zukunft unseres Landes mit meiner Stimme aktiv mitgestalten.

Immer mehr Menschen prahlen damit, nicht zur Wahl zu gehen. Es scheint in Mode gekommen zu sein, Wahllokale zu meiden. Dabei gibt es nichts Besseres als nach der Wahl zu Wissen, an etwas Großem und Wichtigem mitgewirkt zu haben. Die Entscheidung, wer unser Land regiert, kann ganz schnell von wenigen Stimmen abhängen. Im Zweifel genau von Ihrer.

Ich mag Politiker, die Verantwortung übernehmen

Das Thema Politik ist für mich nicht nur vor Wahlen interessant, sondern auch in den Zeiten dazwischen. Mich interessiert, mit viel Konsequenz Politiker ihre Versprechen einhalten und umsetzen. Besonders als Unternehmer weiß ich, dass Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit die besten Voraussetzungen für vertrauensvolle Beziehungen sind.

Ich gehe davon aus, dass wir in den nächsten Jahren viele Veränderungen vor uns haben und die wirtschaftliche Konjunktur sich abschwächen wird. Kein Grund, um den Kopf in den Sand zu stecken. Ganz im Gegenteil: Es lohnt sich immer darüber nachzudenken, wie man das eigene Unternehmen auf Erfolgskurs bringen kann.

Glaubwürdige Politiker haben den Mut zum Anderssein

Gerade in schwierigen Zeiten sind kompetente Politiker besonders wichtig für unser Land. Ich vergleiche die politische Führung gerne mit der Führung eines Segelschiffes. Man braucht ein klares Ziel mit gut überlegtem Kurs. Denn jeden Tag begegnet man neuen Situationen, muss Probleme meistern und unterschiedlichen Winden und Strömungen trotzen. Wie auf einem Schiff besteht in der Politik die Notwendigkeit der aufmerksamen Steuerung, der Ordnung und einer guten Mannschaft. Bei schönem Wetter können viele „Kapitäne“ segeln. Bei schlechtem Wetter sind es wenige.

Politik hat es in sich, wenn die Menschen, die sie verkörpern, Verantwortung übernehmen und gesellschaftlichen Themen Würde verleihen. Verantwortung zu übernehmen bedeutet für mich nicht, immer die gleichen Geschichten zu erzählen, die austauschbar sind, sondern neue Themen zu besetzen und mutig in der Öffentlichkeit zu platzieren.

Niemand ist gezwungen, zur Wahl zu gehen. Aber ich habe die Freiheit dazu – und werde sie nutzen. Eine Demokratie kann nur dauerhaft bestehen, wenn sich Bürger und Bürgerinnen an ihr beteiligen.

Mein Fazit:

Wählen ist Bürgerpflicht!